Montag, 4. Januar 2010

A. und Zollstock (Oktober)

Mit dem Bruder von A. im Auto unterwegs. (Daß A. einen Bruder hat, ist mir nicht nur im Traum neu.) Dieser ist auf der Suche nach A. und ich helfe ihm dabei, da ich mich in der Stadt auskenne und mir A. ebenfalls bekannt ist. A. hat sich völlig zurückgezogen und jeden Kontakt zu seinem Bruder abgebrochen. Das finde ich ziemlich seltsam. Welche Gründe hatte er wohl?
Später bin ich mit einem vollständig ausgezogenem Zollstock auf der Schulter unterwegs durch die Stadt. Zu welchem Zweck der Zollstock dienen soll, weiß ich nicht mehr, aber ich wähle einen ganz bestimmten Weg "querfeldein", weil ich vermute oder weiß, daß ich A. dort an einer Baustelle treffen werde.

Freitag, 1. Januar 2010

Schmerzfreiheit in der ersten Nacht des Jahres (Juli)

Träume in der ersten Nacht des Jahres sollen ja besonders wichtig sein, allerdings waren sie auch diesmal so belanglos und flüchtig, wie sie es seit einigen Wochen fast ständig sind, weshalb ich seitdem nicht mehr viele Träume aufschreibe, da ich sie beim Erwachen meist schon wieder vergessen habe. Letzte Nacht aß ich "Gummimenschen", also Gummitiere in menschlicher Form, denen aber noch saure Streusel obendrauf fehlten. Diese Streusel mußten erst gesucht werden. Desweiteren befand ich mich in einer extrem engen Toilettenkabine, in der ich an allen Seiten irgendwo anstieß, was mir aber besonders in Erinnerung blieb, war dieser Gedanke, der sich stetig über, bzw. unter alle diese flüchtigen Traumbilder legte, nämlich daß ich keine Schmerzen mehr habe. Nach dem Aufwachen wußte ich nicht, ob dies ebenfalls ein Traum gewesen ist, oder ob ich unbewußt während des Schlafes etwas wahrgenommen hatte. Doch irgendwie hatte ich tatsächlich das Gefühl, der Schmerz ist weg, allerdings dachte ich bei mir - abwarten, denn beim Schlafen merke ich davon ja eh (glücklicherweise) nicht viel, außer der Zustand ist so, daß ich auch Fieber habe. Ich bewegte mich also ein bißchen - nichts, setzte mich hin - nichts, stand auf - nichts. Ich kam sogar stehend in meine Hose und das ohne mich auf die Schnauze zu packen oder komische Verrenkungen zu machen. Nachdem ich jedoch eine Weile herumgelaufen bin, guckte er doch wieder um die Ecke. Vielleicht sollte ich ja öfters erst um 3 Uhr ins Bett gehen. Jedenfalls würde mich interessieren, was passiert, sobald ich einen Neujahrsspaziergang mache, da die letzte Verschlimmerung nach einem längeren Ausflug aufgetreten ist und es anscheinend das Laufen ist, was das ISG zu stark belastet. Andererseits ist das Wetter nicht besonders einladend.

Mittwoch, 30. Dezember 2009

Getarnter Roland Kaiser (Mai)

Ein schöner warmer Sommertag. Viele Menschen in Badesachen sind unterwegs, wahrscheinlich zu einem See. Ich esse mit meiner ehemaligen Kollegin A.L. Himbeeren, später befinden wir uns auf einer Veranstaltung, auf welcher Roland Kaiser singen soll. Durch eine Tür erkennt man einen dunklen Raum, der wohl eine Tanzfläche enthält. Auf ihr alleine eine Person, man hört bereits die ersten Takte von "Dich zu lieben, dich berühren, mein Verlangen, dich zu spüren..." Ah ja, das kommt mir bekannt vor, anscheinend ist diese Person im Raum Roland Kaiser und es geht gleich los. Er schaut neugierig durch die Tür hinaus und mir ist es unangenehm, daß ich gleich ganz vorne an dieser stehe. Schließlich bin ich kein Fan von ihm, deshalb mache ich schnell Platz und rücke zur Seite, dorthin, wo Roland Kaiser mich nicht mehr sehen kann. Stattdessen steht nun meine Mutter ganz vorne an der Türschwelle und hat sich unten rum bis auf den Schlüpfer entblößt. Ob das aus wilder Begeisterung geschah oder aus Versehen kann ich nicht ausmachen, aber es ist peinlich. Inzwischen ist Roland Kaiser im dunklen Tanzsaal besser zu erkennen und seltsamerweise sieht er aus wie eine alte Frau mit halblangen grauen Haaren. Aber ich weiß sofort, was los ist: Er trägt eine Perücke und eine perfekte Gesichtsmaske - sicherlich zur Tarnung.

Bemerkung: Nach dem Erwachen aus diesem Traum habe ich mich erst einmal eine Runde in den nächsten gelacht.

Samstag, 26. Dezember 2009

Adventskalender und dekorative Schneeflocken (Januar)

Auf Arbeit gehe ich in einen Duschraum, wo schon die gesamte Büroleitung nackt dabei ist, sich einzuseifen. Ich selbst bin ebenfalls nackt und es ist mir etwas unangenehm, meinen mehr oder weniger Vorgesetzten so zu begegnen, weshalb ich mich beim Wasseraufdrehen ziemlich linkisch anstelle. Frau R. mustert ungeniert meinen Körper und fragt mich sehr direkt: "Wie alt sind Sie?". Eigentlich weiß sie ja, wie alt ich bin, aber wahrscheinlich kann sie es nicht glauben, weil mein Körper so wenig meinem Alter entspricht.

Auf einem öffentlichen Platz steht ein riesiger Adventskalender in Form eines haushohen LKWs. Da Weihnachten vorbei ist, kommen Männer, um den Adventskalender wieder zu entfernen, vorher prüfen sie aber jedes Türchen, indem sie mit Leitern am LKW hinaufsteigen und hineinschauen, ob noch etwas drin ist. Die meisten Türchen sind natürlich leer. In ihnen finden sie nur einen kleinen Zettel. Aber zwei Türchen sind übersehen worden. Dort warten noch Geschenke, die schnell und unbürokratisch verteilt werden sollen. Dies tun die Männer, indem sie einfach die jüngsten Anwesenden in der Umgebung suchen, z.B. Kinder. Ich selbst sitze mit meinem Cousin und zwei anderen Verwandten ganz in der Nähe auf einer Bank. Das erste Geschenk (wohl vom 24. Türchen) ist in orangem Papier eingepackt, welches in Dunkelorange die Schriftzüge von "APPLE" trägt. Oh, da ist bestimmt ein Macbook drin. Das hätte ich gerne, denke ich, bekomme es aber leider nicht. In einem weiteren Türchen befinden sich gleich zwei Geschenke in Größe eines Buches und in dunkelrotem Papier eingepackt. Der Mann tritt an unsere Bank heran und reicht eines meinem Cousin und das andere mir. Oh, super! Wir haben ein Geschenk ergattert! Wir sind hier wohl die nächstjüngsten Leute in der Nähe. Welch ein Glück.

Ich stehe aus meinem Bett auf, die Verwandtschaft sitzt bereits um den Tisch versammelt, da bemerke ich, daß der gesamte Fußboden des Zimmers mit Glatteis bedeckt ist. Direkt vor dem Bett befindet sich eine Stelle, wo das Eis eine tiefere Wasserlache bedeckt, aber anscheinend sehr brüchig ist. Ich stelle meinen nackten Fuß nur leicht hinauf und schon knackt es und bebt. Deshalb umgehe ich vorsichtig diese Stelle, um keine nassen Füße zu bekommen, und laufe mit immer noch nackten Füßen auf dem kalten Eis zum Fenster. Es schneit und die Flocken sind ungewöhnlich groß. Manche haben fast die Maße eines Balles und es sieht aus, als hätten sich viele kleinere zu einer größeren, sehr dekorativen Formation zusammengetan. Jetzt erkenne ich sogar Formationen, die Christbaumschmuck nachbilden, indem sie einen Kreis bilden und in diesen Kreis hinein Formen von Glöckchen oder Tannenbäumen bauen. Unglaublich! Wieso können die Schneeflocken so etwas?

Bemerkung: Nu ja, heute gibt es wahrscheinlich Geschenke, aber ganz sicher kein Macbook.

Freitag, 25. Dezember 2009

In einer alten Kapelle,

die restauriert werden soll, habe ich die Aufgabe, den brüchigen und blätternden Farbauftrag zu fotografieren. Anfangs mache ich mich begeistert an die Arbeit, doch irgendwann wird es schnell langweilig immer nur Wände zu fotografieren, zumal diese haushoch sind und jedes kleine Fleckchen abgebildet werden muß, um es später genau rekonstruieren zu können. Eine Sisyphosarbeit. Anscheinend war ich auch viel zu schnell, denn jetzt kommt erst der verantwortliche Hauptfotograf - er trägt einen Zopf und hat leicht angegraute Haare -, um mich und die anderen Leute in diesen Job einzuweisen. Gleich als erstes macht er die Bemerkung, daß dies ein Job ist, für den man viel Durchhaltevermögen braucht. Ja, das habe ich gemerkt. Inzwischen stehe ich zwei Meter über dem Boden auf einem Seil. Seile sind hier überall zwischen den Wänden bis zum Dach hin gespannt, um auf ihnen zu balancieren und auch die höher befindlichen Abschnitte der Wand zu fotografieren. Weil die anderen noch alle unten sind, springe ich ebenfalls schnell wieder hinunter, bis der mit dem Zopf das Startzeichen gibt. Doch wie jetzt hinaufkommen? Ich habe keine Ahnung mehr, wie ich vorher auf das Seil geklettert bin, aber nun komme ich nicht mehr nach oben. Der mit dem Zopf baumelt sich einfach dran und zieht sich ganz lässig mit den Armen hoch. Puh, das schaffe ich nie, so viel Kraft habe ich gar nicht. Ich versuche mich einige Male hochzuziehen, aber es klappt natürlich nicht. Anscheinend bin ich zu unsportlich für diesen Job.

Kurz vor dem Aufwachen liege ich in meinem Bett, mit dem Gesicht zur Wand gedreht, und spüre, wie ein Mann, der neben mir geschlafen hat, aufsteht. Er setzt sich so auf das Bett, daß ich ihn an meinem Rücken fühle und klemmt mir versehentlich meine langen Haare ein wenig ein. Dann höre ich ein Geräusch, als würde er seine Armbanduhr anlegen. Ich drehe mich nicht um, um zu erfahren wer das ist, sondern stelle mich schlafend. Es ist nur ein Traum. Langsam gleite ich selbst in das Erwachen, bevor ich jedoch den Ausgang in Form einer Tür erreiche, überholt mich eine fröhliche Kinderschar von 3-4jährigen gefolgt von einer freundlichen Erzieherin mit Dutt.

Samstag, 17. Oktober 2009

Avatara Negri

An einem grünen Ort mit vielen Hochhäusern. Sie erinnern an die Hochhäuser im Thälmann-Park, jedoch sind sie viel bunter. In einem dieser Hochhäuser stehe ich mit einem jungen Mann an einer Fensterwand und wir schauen hinaus. Alles in dem Ort hat besondere Namen. Das Hochhaus gegenüber zum Beispiel heißt "Avatara negri", erklärt er mir, denn ich bin fremd hier. Alle Häuser beginnen im Namen mit "Avatara", aber auch Brücken, Straßen und Plätze haben Namen, die ähnlich seltsam klingen. Dann erzählt er mir, wie er früher noch ganz unten mit seinem Großvater im gleichen Haus gewohnt und immer aus dem Fenster geschaut hätte. Inzwischen ist er viel weiter oben in einer Wohnung angekommen. Nebelfetzen legen sich um das Hochhaus, so daß die Sicht nach unten verhangen ist. Er fragt, ob ich es wagen würde, zu springen. Erschrocken weiche ich vom Fenster zurück. Sicherlich nicht! Aber er fragt es so, als wäre es nur eine Mutprobe und als könne gar nichts passieren. Wir haben jeder den Arm um den anderen gelegt und erzählen Geschichten aus unserem Leben, dabei aus dem Fenster schauend. Dann küßt er mich und wir hören nicht auf zu küssen, während wir uns zu einer langsamen Melodie drehen. Undeutlich bemerke ich, daß ein älterer, ergrauter Mann mit Halbglatze uns aus dem Nebenzimmer beobachtet. Mein junger Freund setzt sich und zieht mich auf seinen Schoß. Ich fahre ihm mit den Fingern zärtlich durch seine kurzen Haare und wir küssen uns erneut. Ich merke, daß er nun Sex will, und während des Küssens und Umarmens denke ich bei mir - wenn ich jetzt mit ihm Sex habe, ist es vielleicht so schlecht, daß ich morgen völlig frei gehen kann und nicht mehr an ihn denke. Die Aussicht erscheint mir verlockend. Und im Traum weiß ich, daß er in diesem Augenblick, während wir uns küssen, genau dasselbe denkt - wenn ich jetzt mit ihr Sex habe, ist es vielleicht so schlecht, daß sie mich morgen nicht mehr interessiert und ich aufhöre, an sie zu denken. Fast erscheint es mir wie eine dieser Komödien im Fernsehen, wo eine Stimme aus dem Off die Gedanken der handelnden Personen verrät.

Noch immer im Hochhaus, doch diesmal ist es ein Büro in den Wolken. Ich sitze am Schreibtisch und gleiche telefonisch Zahlungen mit einem Träger ab. Die Frau sagt, sie müsse sich die Buchungen noch einmal anschauen und rufe zurück. Das macht sie auch sehr schnell, es verging kaum eine Minute. Da ich abgelenkt bin, spricht sie auf den Anrufbeantworter: "Stimmt. Sie haben recht. Bitte rufen Sie mich an." Das möchte ich auch - ich wähle erst die 90 und dann ihre Nummer, 1277..... - doch so viel ich es auch versuche, immer kommt etwas dazwischen. Es will mir einfach nicht gelingen, ihre Nummer richtig einzutippen. Mal vertippe ich mich, dann ist es zu dunkel, um die Zahlen zu erkennen, ein weiteres Mal flutscht das Telefon dauernd weg. Ich versuche es so hinzustellen, daß es fest steht und nicht verrutscht, aber nun lösen sich irgendwelche Teile, das ganze Telefon fällt fast auseinander. Ein Mann ist hereingekommen, wohl ein Vorgesetzter, und mir ist das sehr peinlich. Wenn der sieht, wie dämlich ich mich dabei anstelle, eine Nummer zu einzutippen, sagt er mir doch gleich, ich bin für den Job nicht geeignet. Irgendwann gebe ich es auf, lasse Telefon Telefon sein, und verlasse genervt das Zimmer.

Noch immer im Ort mit den Hochhäusern. Ich bin jetzt ein kleiner Junge, der regelmäßig von zwei oder drei älteren Männern mißbraucht wird. Inzwischen habe ich mich daran gewöhnt. Während andere Kinder mit ihren Klassenkameraden spielen, sind die Männer meine Spielgefährten. Allerdings ist es immer wieder demütigend, wenn sie mit mir hinter ein Haus gehen und sich ein anderes Kind beim Spiel dorthin verirrt. Meistens gucken die dann ganz komisch und ich möchte doch nicht, daß es jemand mitbekommt. Außerdem glaube ich nicht, daß ich noch lange lebe. Wenn ich älter werde, werden mich die Männer sicherlich umbringen, weil ich dann zu gefährlich bin. Irgendwo wird man mich verscharrt finden, bzw. nur meinen Kopf. Ich bin mir sicher, daß man nur meinen Kopf findet. Ich überlege, wie ich wohl am liebsten gefunden werden möchte. Vielleicht darf ich mir ja etwas wünschen. Während sich die Männer an mir zu schaffen machen, werfe ich eine Eichel, die ich irgendwo gefunden und in meiner Hand gehalten hatte, weit von mir. Dabei beobachte ich ein winziges Eichhörnchen, das einen gigantischen Sprung hinterher macht und sich auf die Eichel stürzt. Für einen kleinen Moment muß ich lachen, denn es wirkt sehr witzig - ein hungriges fliegendes Eichhörnchen.

Spät arbeiten

Eine lange, lineare "Arbeitspipeline", bestückt mit ganz unterschiedlichen Tätigkeiten. Mein Platz befindet sich am hinteren Drittel (schon?). Das Ende der Pipeline ist in Sicht. An dieser Stelle arbeite ich und arbeite. Zwischendurch verschwindet das Traumbewußtsein und taucht genau an diesem Platz wieder auf. Ich meine nun, daß es halb zehn Uhr nachts sein müsse und ich allein in den Arbeitsräumen bin. Auf einer Anrichte steht eine geöffnete Flasche Limo, daneben gestapelte Plastikbecher. Ich versuche das Etikett der Flasche zu entziffern und erkenne "Lein". Oh, wird jetzt aus Lein auch schon Limo hergestellt? Wahrscheinlich ist das so eine Spezialität aus dem Spreewald, wie Leinöl. Gerne würde ich die Limo probieren, weiß aber nicht, wem die Flasche gehört. Andererseits - es ist niemand mehr hier. Ich hebe also einen Plastikbecher ab und gieße etwas Limo herein, probiere. Ja, kann man trinken, nicht schlecht. An meinen Platz zurückkehrend, höre ich plötzlich Geräusche aus den nebenliegenden Büros. Ist etwa doch noch jemand hier? "Ist jemand da?" rufe ich laut, aber bekomme keine Antwort. Als ich die Räume betreten und nachschauen will, kommt mir aus der Tür eine Kollegin entgegen. Sie scheint sehr beschäftigt zu sein. In diesem Moment, als ich sie hier nachts arbeiten sehe, wird mir bewußt, wie bescheuert es eigentlich ist, um halb zehn Uhr abends noch auf Arbeit zu sitzen und ich beginne mich über mich selbst zu ärgern, aber auch über diese Kollegin, die den gleichen Blödsinn macht.

Später im Traum der Anblick eines alten verwachsenen Baumes. Sein Stamm und seine Wurzeln sind so gekrümmt, daß sie nach oben wieder zusammengewachsen sind (oder sind es zwei Stämme?) und jetzt ein Loch in Form eines Herzens bilden.

Ein junger Schneeleopard tigert unruhig in meinem Traum umher.

Brücke

Eine Stimme sagte folgenden Satz: Es ist ein Gesetz - wo zwei Menschen sich brauchen, ist eine Brücke da zwischen ihnen.

Wüstenstadt

Wieder ein Kurztrip, diesmal in einen Ort, wo meine Tante und mein Onkel leben. Wir haben dort ein extra Ferienhaus, welches dem im Urlaub ähnelt, halten uns aber auch oft im Haus der Verwandten auf. Wenn wir von dort zum Ferienhaus aufbrechen, ist es, als würden wir durch eine alte Wüstenstadt laufen. Staubiger gelber Boden, verfallene gigantische Gebäude mit meterdicken Säulen, welche allerdings nach oben abgebrochen sind. Hinter einer bestimmten Säule müssen wir links abbiegen, um zum Ferienhaus zu gelangen.

Paris

Ein ähnlicher Kurztrip wie im Urlaub, nur diesmal nach Paris. Die Herberge ist relativ unansehlich und nicht sehr luxuriös, steht aber an der Hangseite eines Weges, von welchem lange Treppen bis in die Stadt führen. Der Weg liegt sehr viel höher, wie auf einem Berg, und man kann von hier einen großen Teil der Stadt überblicken. Die Herberge grenzt auf einer Seite an diesen Weg, von der anderen Seite hat man einen fantastischen Ausblick in das "Tal" hinein. Ich suche den Eifelturm, doch genau der ist von hier nicht zu sehen, zumindest finde ich ihn nicht.

Schlafposition

Gestern zeigte ich dem Physiotherapeuten, wie ich in meinem Bett nächtige. Der meinte darauf bloß: "Wie kann man denn SO schlafen? Und das die ganze Nacht?" Die letzte Nacht sollte nun die erste sein - in der ich mir das abgewöhne. Das Ergebnis war scheußlich, aber ich erinnere mich undeutlich, daß ich im Traum mit meiner verstorbenen Großmutter mütterlicherseits an einem Tisch saß und sie mir eine alte, geheimnisvolle Geschichte über mich aus meiner Kindheit erzählte, welche ich selbst noch nicht kannte. Natürlich habe ich die Geschichte vergessen.

Das Kindheitsschloß von Theodor Storm

Theodor Storm lernte schon sehr früh lesen und schreiben und schrieb später schaurige Novellen. Der Grund dafür ist das unheimliche Schloß, in welchem er in seiner Kindheit lebte. Dieses Schloß besichtige ich nun mit meiner Mutter. Wir laufen durch düstere Säle, in denen man kaum die Hand vor Augen erkennen kann. Überall finden sich Porträts und Abbildungen eines Vampirs. Auffällig sind insbesondere die schweren, hölzernen Türen ohne Klinke, auf denen ebenfalls ein unheimliches Porträt als Relief hineingeschnitzt ist. Erst erinnert mich das Relief an Nosferatu, doch dann bekommt es mehr etwas von einer Teufelsfratze. Wahrscheinlich ändert sich der Eindruck je nach Lichteinfall. Öffnen kann man diese Türen nur mit einem geheimen Hebel. Zwischendurch befinde ich mich in einer Straßenbahn und habe es eilig, zu einem Termin zu kommen. Ich könnte Glück haben und es gerade noch rechtzeitig schaffen. Beim Umsteigen fällt ein Käse durch einen Lücke eines Maschendrahtzaunes. Mit der Hand lange ich durch diese Lücke, um ihn wieder aufzusammeln, da verwandelt er sich in meiner Hand in einen Grünfinken. Dieser ist relativ zutraulich, will sich aber von mir nicht greifen lassen. Als ich zupacke, fliegt er davon. Wieder im Schloß stehen wir nun vor einer dieser unheimlichen Türen um zu sehen was dahinter ist. Weil ich feige bin, lasse ich meiner Mutter den Vortritt. Die stört sich aber nicht daran, findet den geheimen Hebel und mit einem Knall springt die Tür auf. Innen hängt wie in der Geisterbahn ein menschliches Skelett und ich springe schnell zur Seite. Dies war aber nur eine äußere Attrappe der Tür. Der eigentliche Durchgang ist noch nicht geöffnet. Wir finden einen zweiten Hebel und wieder springt eine Tür knarrend auf. Ein Gang wird sichtbar. Neugierig spähe ich hinein. Dort, wo er hinführt, ist es taghell. Ein Hutzelzwerg mit dem Aussehen Nosferatus, der die Mütze meines Uropas trägt, und ein schwarzer Höllenhund kommen uns aus dem Gang entgegen und nehmen uns in Empfang. Allerdings dürfen wir nur einzeln die andere Seite kennenlernen. Das heißt, ich muß vor der Tür warten, bis der Hutzelzwerg und der Höllenhund mit meiner Mutter fertig sind und ihr alles gezeigt haben. Mir ist sehr gruselig zumute, aber ich spreche mir Mut zu und denke: Ich schaff das schon, auch alleine.

Bemerkung: Vielleicht war die Besichtigung der Folterkammer doch keine so gute Idee.

Papparazzi

Ein Mann mit schwarzem Lockenkopf in einem silberfarbenen Auto. Er sitzt im Wagen, mit heruntergelassenen Scheiben, und scheint mich zu beobachten. Plötzlich, ich bücke mich gerade nach etwas auf dem Bürgersteig und schaue nicht hin, blitzt es. Ich schaue auf und er hält eine Kamera auf mich gerichtet. So eine Frechheit! Er fotografiert mich ohne Erlaubnis und macht sich noch nicht einmal die Mühe, es zu verbergen, indem er den Blitz ausschaltet. Oder hat er es einfach vergessen?

Physiotherapie

Auf der Therapieliege, daneben die blonde Physiotherapeutin. Ich erfahre: Meine eigene Jupiter-Heilenergie ist sehr viel stärker geworden. Der Punkt, aus dem meine Heilenergie strahlt (ohne daß sie dabei sichtbar wäre), ist ein größerer ovaler Bereich um das Sonnengeflecht herum. Dies muß auch bei der Physiotherapie beachtet werden, da sich ansonsten meine Heilenergie und die der Physiotherapeutin ins Gehege kommen könnten. Das ist nicht ungefährlich, besonders für die Physiotherapeutin.

In einem Pausenraum mit zwei Kolleginnen. Beide tragen einen "Turm" aus gestapelten Schmalzstullen in der Hand. Die eine sagt in die Runde: "Ich kann mir nicht vorstellen, daß jemand noch keine Schmalzstullen gegessen hat." Dann schaut sie mich an, auf meinen Schmalzstullenturm, den ich ebenfalls in der Hand halte, und bemerkt: "Du jedenfalls nicht!", wobei sie mit dem Finger genau auf die oberste Stulle tippt. Demonstrativ und schnippisch ziehe ich den Brotstapel zur Seite als wollte ich sagen "Alles meins!"

Rote Grütze für Hartz IV-Empfänger

Zur Sprechstunde im Büro erscheint eine vierköpfige Familie. Das Familienoberhaupt, grauhaarig und mit zu einem Zopf gebundenen Haaren (An wen erinnert er mich bloß? Die Haare Bosetzky und der Rest?), erklärt, daß sie mittellos seien. Erst durch genaueres Nachfragen erfahre ich, daß eigentlich das Jobcenter zuständig ist, daß sie aber trotzdem für August kein Geld bekommen hätten. Ich kann allerdings nicht herausbekommen, aus welchem Grund, und mir ist weiterhin unklar, warum sie dann zu mir kommen. Das müßten sie doch mit dem Jobcenter klären! Dies versuche ich zu vermitteln, aber der Mann besteht vehement darauf, von mir Leistungen zu erhalten. Nach einiger Diskussion geht er so weit, das Fenster zu öffnen und sich auf den relativ breiten Fenstersims zu legen. Will er mir drohen, sich hinunterzustürzen? Mich mit Selbstmord erpressen? Oder ist er einfach nur so verrückt? Zuerst bitte ich ihn höflich, wieder vom Fenstersims herunterzukommen. Als er nicht reagiert, wiederhole ich die Bitte im Befehlston und als dies immer noch nichts fruchtet, verliere ich langsam die Nerven und werde lauter. Schließlich verlasse ich das Zimmer. Zum einen möchte ich nicht dabei sein, wenn er aus dem vierten Stock stürzt, und zum anderen weiß ich nicht mehr weiter und möchte die Situation meinen Vorgesetzten vortragen. Im Zimmer meiner Vorgesetzten sitzen mehrere davon wie ein graues Tribunal und hören sich schweigend meine unsicher hervorgebrachte Schilderung an. Sie entscheiden, daß ich ausnahmsweise für einen Monat Leistungen erbringen darf. So bin ich aus dem Schneider und der Mann ist hoffentlich auch zufrieden. Die Leistungen für einen Monat trage ich jetzt in meinen Armen, um sie dem Mann zu übergeben. Es ist ein riesiger Balkonkasten von einem Meter Breite, so wie er vor meinem Fenster steht, bis oben hin gefüllt mit roter Grütze und einer Schicht Vanillesauce obendrauf. Der Mann guckt ein wenig merkwürdig, als ich ihm den Kasten überreichen will und mir ist die Situation etwas peinlich, weil ich mir denke, von jemandem zu verlangen, sich einen Monat nur von roter Grütze zu ernähren, ist doch irgendwie daneben. Allerdings habe ich die Vorschriften und Gesetze nicht gemacht und was anderes darf ich nicht rausrücken. Wenigstens bekommt er so überhaupt etwas zu essen. Das scheint der Mann auch zu denken, denn er nimmt seinen Lebensunterhalt für einen Monat entgegen, ohne weiter ein Wort zu verlieren.

Bemerkung: Nichts als Grütze im Kopf. Wie wäre es außerdem mit schwarzer, grüner oder gelber Grütze? Ähm, ich hoffe, der Traum zeigt nicht den Ausgang der Wahlen an. Das wäre auch viel zu unwahrscheinlich.

Fernsehserie

Ein Traum in der Art einer Twin-Peaks-Fernsehserie. Ich laufe darin herum, schaue mir an, was dort so passiert, ohne selbst direkt beteiligt zu sein, und plötzlich denke ich: "Hey, hier hat doch einer eine neue Fernsehserie gemacht und sich von Twin Peaks inspirieren lassen! Genau! Ich hatte mich schon gewundert, was das alles für komische Leute sind. Ist allerdings nur halb so gut wie das Original."

Später auf einer Straße unter einem schmalen Häusersims. Es beginnt zu regnen und eigentlich müßte ich wie alle schnell meine trockene Wohnung aufsuchen. Das möchte ich aber nicht. Ich möchte draußen bleiben und den Wind und den Regen in meinem Gesicht spüren. Durch den schmalen Sims über mir bin ich etwas geschützt, es reicht aber noch, um genug von den Elementen abzubekommen. Auf einem steinernen Vorsprung rolle ich mich zusammen, barfuß wie ich bin. Nicht das Wetter ist mir unangenehm, sondern das Bewußtsein, daß mich, so wie ich barfuß im Regen liege, wahrscheinlich jeder, der vorübergeht, für eine Obdachlose und Landstreicherin halten wird. Deshalb wünschte ich mir, ich wäre hier zu zweit mit jemandem. Zu zweit würde man sich nur noch halb so sonderbar fühlen.

Der Warum-Gedenkstein

Mit der U-Bahn auf dem Weg in einen außerhalb von Berlin gelegenen Ort (Potsdam?). Die Fahrt dauert länger und ich beobachte die Leute, die mir gegenüber sitzen. Es ist eine Frau, die einen roten Pulli und einen roten Rock mit goldfarbenen Arabesken trägt. Das Outfit gefällt mir, zumal es genau die Rottöne sind, die ich liebe, und ihr steht es ganz ausgezeichnet. Neben ihr ein Mann, der wohl ihr Freund ist. Seltsamerweise hält die U-Bahn nicht auf dem Bahnhof sondern bereits ein Stück davor im Tunnel. Wir müssen aus der U-Bahn springen und noch eine Strecke bis zum Bahnhof durch den dunklen Tunnel laufen. Als sich die Passagiere von den Plätzen erheben, sehe ich, daß die Rotgekleidete schwanger ist, mindestens im siebenten Monat. Das war mir vorher gar nicht aufgefallen. Trotz ihrer Schwangerschaft hopst sie als erste sorglos aus dem Zug, ich mit den anderen Leuten vorsichtig hinterher. Im Tunnel stehend fällt mir ein, daß ich eigentlich nicht weiß, wo ich genau hin möchte. Es findet in Potsdam(?) irgendeine Party statt, aber ich habe keinen Schimmer, wie ich dorthin finde. Natürlich! Die Rotrockige will doch auch zu dieser Party, also laufe ich ihr einfach hinterher! Beschließe ich, und schaue mich suchend um. Weder links noch rechts im Tunnel ist sie noch zu sehen. Herrje, ich hab sie verloren. Sowas blödes! Doch dann, am äußersten Ende des Tunnels erkenne ich sie den Gang entlanglaufen. Anscheinend ist sie jetzt allein, der Freund verschwunden. Ich beeile mich, sie einzuholen und stolpere eilig den Tunnel in ihre Richtung hinunter. Dann sehe ich Potsdam (?) aus der Luftperspektive unter mir liegen. Mitten in der Stadt wurde ein simpler, quaderförmiger Gedenkstein errichtet, der noch irgendeine zusätzliche und besondere Funktion erfüllt, welche mir entfallen ist. Oben wurde in riesigen Buchstaben "Warum?" eingemeißelt, so daß ich diese Inschrift auch aus der Luft gut lesen kann.

Bemerkung: Ich habe doch da nicht etwa "Denkmal" von Wir sind Helden und "Warum" von Juli zusammengewürfelt? Ich mein, jeder Vollidiot weiß, daß auch zuviel Warum-Fragerei die Liebe versaut. *den Vorschlaghammer holt*

Früher Herbst, Grünpflanzenschwemme und verlegtes Unterhemd

Bei einem Spaziergang im Park fällt mir auf, daß wir zwar noch Sommer haben, aber die Bäume bereits jetzt alle kahl sind. Na sowas! Es ist wohl ein sehr früher Herbst dieses Jahr. Während ich an den ebenfalls kahlen Büschen vorbeigehe, entdecke ich einen einzigen blühenden Forsythienzweig. Aber dieser ist voller gelb leuchtender Blüten. Er würde sich ziemlich gut in meiner Vase machen, doch schrecke ich zurück, ihn zu pflücken. Schließlich könnte sich jemand beschweren, wenn ich den letzten noch blühenden Zweig einfach für mich allein mitnehme. Ich bin schon an ihm vorbei, da kehre ich doch noch einmal um und breche ihn. Dann befestige ich ihn so an meinem Gepäck, das mich irgendwie an einen Kinderwagen erinnert, als würde er dort hingehören. Hab ich ein schlechtes Gewissen? Nein, eigentlich nicht. Ich freue mich an dem leuchtenden Blütenzweig, den ich nun noch länger anschauen kann.

Meine Mutter war mehrmals bei mir zuhause, um dort irgendwelche Termine abzufangen. Mir fällt jetzt auf, daß sie in mein Zimmer jede Menge Grünpflanzen gestellt und alte Pflanzen von mir ausgetauscht hat. Ich finde eine von diesen fleischigen Palmen, sehr buschig gewachsen, was toll aussieht, und eine Pflanze, welche durchscheinende weiße Samenkapseln hat, die im Traum so groß sind wie Gummibaumblätter. Wow, auch das sieht toll aus. Leider ist sie so riesig. Und das in diesem kleinen Zimmer. Wohin ich mich auch wende, überall finde ich neue Grünpflanzen. Grüne Gräser in den Ecken, neben dem Bett, neben der Tür, Blätter von Schränken herunterrankend, da muß ich ja richtig aufpassen, daß ich nicht irgendwo drüberfalle, weil ich vor Grünpflanzen nicht mehr treten kann! Aber schön ist es irgendwie. Wie ein kleiner Dschungel.

Ich gehe geschäftig einigen Tätigkeiten im Büro nach, als ich bemerke, daß ich obenrum nackt bin. Upps! Stimmt ja, ich hatte mein Unterhemd ausgezogen. Aber wo habe ich es gelassen? Es muß irgendwo in einem anderen Gebäude sein. Mich selbst stört die Nacktheit keineswegs. Es fühlt sich sehr natürlich an und schließlich sind meine kleinen jugendlichen Brüste durchaus ansehnlich, nichts wofür ich mich schämen müßte. Aber Herr N. ist ebenfalls hier und als Mann könnte es ihm unangenehm sein, wenn ich so nackig vor ihm herumspaziere. Wahrscheinlich hat er deshalb vorhin so komisch geguckt. Um weitere Begegnungen mit ihm, bevor ich mein Unterhemd gefunden habe, werde ich aber sicher nicht herumkommen. Jetzt kommt er zur Tür herein und legt eine Karte auf den Tisch, die beschrieben werden soll. Eigentlich erwarte ich, daß er sich gegenüber an den Tisch setzt, doch statt dessen zieht er sich wieder zurück und verläßt rücksichtsvoll den Raum. Ah, ok, weil ich nackt bin, möchte er wahrscheinlich Rücksicht nehmen und meine Intimsphäre nicht stören. Wenn er sich jetzt aber ständig zurückzieht, weil ich nackt bin, werden wir mit der Arbeit nie fertig.

Heilschlaf statt Heiltraum

Gestern abend bat ich um einen Heiltraum, zum einen, um jemanden an sein gegebenes Versprechen zu erinnern, zum anderen, um sicherzugehen, daß ich nichts übersehen oder überhört habe. Vielleicht wird ja von mir irgendeine Handlung oder Aktivität gefordert. Doch so oft ich diese Frage stelle, erhalte ich die Antwort: "Geschenk". Der gewünschte Heiltraum sollte mir erneut diese Frage beantworten und die Reaktion darauf war sowohl unerwartet als auch drastisch, wahrscheinlich, damit ich es endlich kapiere. Ich erhielt keinen Heiltraum, sondern einen Heilschlaf. Der Heilschlaf ist neben anderen Merkmalen dadurch gekennzeichnet, daß er sehr tief und völlig traumlos ist (zumindest subjektiv). Weiterhin kann man ihn daran erkennen, daß die Haut kurz nach dem Aufstehen aussieht wie reinstes Porzellan. Dies hält allerdings nicht lange an, nur einige Minuten und dann fließt sie langsam ihre normale Gestalt zurück. Kleine Wunden heilen quasi über Nacht vollständig ab (und bleiben es auch), ebenso verschwinden sämtlich Zipperlein, die einen gestern noch plagten. Beim Erwachen hat man das Gefühl für sehr kurze Zeit weit, weit... sehr weit weg gewesen und neu geboren zurück auf diese Welt gekommen zu sein. Jedesmal, wenn ich aus solch einem erbetenen oder unerbetenen Heilschlaf erwache, frage ich mich, ob es Krankheiten vielleicht nur deshalb gibt, weil wir verlernt haben, richtig zu schlafen. Doch ist dieser Heilschlaf tatsächlich etwas, das in uns angelegt ist und sich durch körperliche und geistige Mechanismen aktivieren läßt? Oder ist er ein Geschenk, das einem widerfährt, selbst wenn man glaubt, man habe eigenen Einfluß darauf?

Grünfinken, Wasser und seltsame Polizeimethoden

Traumsplitter 1:
Im alten Schlafzimmer meiner Eltern (Nordseite mit Blick auf die Kirche). Wegen der Nordseite ist es hier besonders kühl. Heute sogar richtig kalt, denn mit Blick aus dem Fenster sehe ich das Fensterbrett voller Eis. Senkrecht stehende Eiszapfen, Eisklumpen und andere Formationen. Eine dieser Formationen erkenne ich als einen eingefrorenen Grünfink. Na sowas. Er muß hier auf dem Fensterbrett von der Kälte überrascht worden sein. Der Anblick hat etwas Trauriges. In einer anderen, größeren Formation erblicke ich eine Katze. Diese Figuren sind so seltsam, daß ich sie fotografieren muß. Als ich die Kamera holen will, bemerke ich, daß das gesamte Schlafzimmer voller "Eisberge" ist. Na hoffentlich taut das wieder.

Traumsplitter 2:
Ein anderes Schlafzimmer, dunkel, in welchem ich schlafe. Wach werde ich von einem Flattern, das erst nur zu hören ist. Durch die Dunkelheit ist nichts zu erkennen und ich spähe aufmerksam hinein. Nicht daß hier irgendein riesenhaftes Insekt herumfliegt. Da erkenne ich einen gelbgrünen Flügel aufblitzen. Oh, ein Grünfink! Wie ist der denn hier herein gekommen? Aufgeregt flattert er umher. Manchmal spüre ich, wie seine Flügel mich streifen, oder auch nur einen Lufthauch von ihnen. Ich stehe auf, um zu prüfen, wo er hergekommen sein könnte. Die Tür steht zwar offen, führt aber wiederum in einen dunklen Flur. In diesem Flur steht ebenfalls die Tür zu einem anderen Zimmer offen. Eventuell ist in diesem Zimmer ja ein Fenster geöffnet. Trotzdem merkwürdig, daß er sich bis zu mir in das geschlossene Schlafzimmer verflogen hat.

Traumsplitter 3:
Ein Swimmingpool mit klarem, blauen Wasser. Der Pool ist zwar ein geschlossenes Rechteck, jedoch unter Wasser unterschiedlich tief, was man an den Färbungen des Blau erkennen kann. Ich suche mir die tiefste Stelle, um darin zu schwimmen. Es ist sehr angenehm und erfrischend.

Traumsplitter 4:
Ich befinde mich in einem altertümlich anmutenden Haus und fahre dort mit dem ebenfalls sehr ungewöhnlichen Fahrstuhl. Der Fahrstuhl hat von draußen einen eingebauten Gewinnautomaten. Das ist ein Knopf, wie eine alte Klingel, auf den man drücken muß, und dann hat man evtl. etwas gewonnen, was unten raus kommt. Wenn man einsteigt, bildet sich einen Teil des Fahrstuhls automatisch eine Art Führerpult für den Fahrstuhlführer aus. Dieser wird heute aber anscheinend nicht mehr genutzt.
Ich trete in einem anderen Stockwerk heraus und an ein Fenster, das durch seine seitliche steinerne Säule ebenfalls altertümlich anmutet. Von hier habe ich einen fantastischen Blick auf eine Landschaft voller Wasser, weshalb ich sehr lange hier verweile, wobei ich den Menschen, die sich im Wasser tummeln, bei ihren Aktivitäten zuschaue. Merkwürdig finde ich, daß das große Wasser im Vordergrund sowohl eine große stille Fläche hat, als auch in Ufernähe stark bewegte Stellen, die wie Stromschnellen wirken und bei den Badenden besonders beliebt sind. Weit in der Ferne erkenne ich einen etwas abgelegenen See in einer grünen Landschaft. Dorthin könnte ich eigentlich mal einen Ausflug unternehmen. So weit kann das von hier nicht sein. Dazu muß ich mir allerdings genau merken, an welchem Fenster ich bin, um hierher zurückkehren zu können. Von einem anderen Fenster aus wäre die Entfernung viel größer. Aus diesem Grund versuche ich, als ich erneut in den Fahrstuhl steige, genau zu erspüren, in welche Richtung es geht und wieviele Stockwerke.
Ich bin ganz genau ein Stockwerk nach unten gefahren. Gut. So kann ich das Fenster wiederfinden.

Traumsplitter 5:
Eine offene Wohnung, meine eigene, mit zwei Wohnzimmern. In einem der Zimmer findet eine Party statt, auf der ein lustiges Wortfindespiel gespielt wird. Ich selbst habe mich in das zweite Zimmer zurückgezogen, warum auch immer. Ab und zu klingt Gelächter durch die Wand herüber. Ein riesenhafter Mann, dessen Gestalt bei den Schultern zu enden scheint, kommt plötzlich in das Zimmer und stellt sich genau vor mich hin. Er ist völlig in ein Gewand gehüllt, das die Farbe von getrocknetem Blut hat - dunkelrot bis schwarz changierend. Er hat keinen Kopf und es ist seltsam, auf seine Schultern zu schauen, während er mit mir spricht. Denn das kann er trotzdem.
Ab und zu scheint sich dann doch ein Kopf herauszukristallisieren, jedoch bleibt er durchscheinend und ändert stets sein Aussehen. Er droht mir und verschwindet wieder durch die Tür. Bevor ich irgendwie reagieren konnte, ist er erneut da, schließt die Tür hinter sich ab und vergewaltigt mich. Kaum ist er weg und ich noch gar nicht angezogen, trifft auch schon die Polizei ein. Keine Ahnung, wie sie davon Wind bekommen haben. Eine Beamtin befragt mich zu dem Vorfall, doch da er keinen Kopf hatte, kann ich auch nicht viele Angaben machen. Mir fällt auf, daß sie immer so komisch auf meinen Po starrt, der noch nicht bekleidet ist, da ich gerade dabei bin, mir das Höschen überzustreifen. Dann fragt sie mich, ob ich auch anal vergewaltigt wurde. Nein, antworte ich wahrheitsgemäß, aber irgendwie scheint sie unzufrieden mit meiner Antwort. Schließlich rückt sie heraus mit der Sprache: Wenn er es getan hätte, könne man ihn viel härter bestrafen und daß ich das doch einfach behaupten könnte. Oh, sie will also, daß ich lüge? Aber das kommt doch sicher heraus? Anscheinend sieht sie mir meine Zweifel an, denn sie macht mir mit subtilen Andeutungen klar, daß sie meine Aussage unterstützen würde und daß man außerdem ein wenig nachhelfen könnte, damit es glaubwürdiger ist. Dabei zückt sie eine Rasierklinge. Was? Die will mir doch nicht etwa mit der Rasierklinge ein paar Fissuren verpassen? Die tickt ja nicht ganz sauber! Ganz schnell ziehe ich mich an und lasse mich auf das Sofa fallen, um meinen Po in Sicherheit zu bringen. Zum Glück kommen im gleichen Moment zwei Partygäste herein, die sich über eine Wortfindung beim Wortfindungsspiel von Kollegin D. aufregen: "Scheidende". Was ist denn das für ein Wort?

Der Mann mit der Küchenschürze

Ein Schulausflug mit der U-Bahn. Der Zug, ein älteres Modell, fliegt seinem Ziel entgegen. Durch die Fenster erkennt man die endlosen Stromkanäle der Tunnel, von der Geschwindigkeit zu einem streifenförmigen Muster verzerrt. Einige Mädchen haben im Tunnel an der Wand eine Gestalt stehen gesehen. Sie reißen deshalb während der Fahrt die vier Türen des Waggons auf und schauen neugierig hinaus. Ein Gerücht kristallisiert sich immer klarer in meinem Bewußtsein, bis es zur Gewißheit wird. Es war der Mann mit der Küchenschürze.
Der Mann mit der Küchenschürze ist ein Serienkiller, der im U-Bahn-Tunnel lauert, dort in fahrende Züge eindringt - wie er das macht, bleibt rätselhaft und hat etwas geisterhaftes - und im Waggon alle Menschen mit einem Messer niedermetzelt. Er trägt dabei nur eine Küchenschürze und manche halten ihn für einen Metzger. So langsam fühle ich mich in das Szenario eines Horrorfilms a la Scream oder Texas Chainsaw Massacre versetzt. Ich denke bei mir, dies kann wirklich nur ein Film sein, und trotzdem spüre ich Panik aufsteigen, denn ich bin hier in diesem rasenden Zug und kann nicht aus dem Film verschwinden, auch wenn ich gerne wollte. Mit der bildhaften Vorstellung, was im schlimmsten Fall passieren könnte, versuche ich mich zu beruhigen. Im schlimmsten Fall kommt er genau in diesen Waggon und tötet mich. Und? Was ist daran so schlimm? Wenn es ein Film oder ein Traum ist, ist das doch völlig egal. Ist zwar vielleicht emotional ein wenig unangenehm, doch ansonsten kein Grund zur Panik. Aber wenn es kein Film oder kein Traum ist? Woher soll ich das wissen? Vorsicht ist schließlich besser als Nachsicht. Deshalb sollte ich mich jetzt auch auf mögliche Sicherungsmaßnahmen konzentrieren. Mir fällt auf, daß zwar alle vier Wagentüren auf der einen Seite mit Mädchen "besetzt" sind, dort wird er sicherlich nicht hindurch kommen, aber den vier Türen auf der gegenüberliegenden Seite schenkt niemand Beachtung. Das sollte man schleunigst ändern. Wenigstens ich sollte diese Türen im Auge behalten...
Wir sind an unserem Ausflugsziel angekommen. Es ist ein großes Haus, über dessen Eingangstür wie eine Wildschweintrophäe der Kopf eines feisten Mannes genagelt ist. Ich erfahre durch Nachfragen, daß dies der Mann mit der Küchenschürze ist. Achso?

Der Kamikaze-Schinkensprung

Meine Mutter ist in meine Wohnung gezogen. Ich habe mich damit arrangiert, allerdings nervt mich immer wieder gewaltig, daß sie ständig am Aufräumen ist. Abends fängt sie an, alles, was ich auf den Tisch gelegt habe, wieder herunter zu nehmen, bis der Tisch leer ist und ich nichts mehr wiederfinde. Diese Eingriffe in meine (Un)Ordnung machen mich ungeduldig und ich bin schon am Überlegen, ob ich zu ihr sage: "Hör mal, das hier ist MEINE Wohnung - ICH zahle die Miete." Bisher konnte ich mir auf die Zunge beissen, fragt sich nur wie lange noch. Sie hat gerade den Abendbrottisch gedeckt und ich komme in das leere Zimmer, finde ein Holzbrett mit Wurst- und Schinkenaufschnitt auf dem Fußboden liegend vor. Nanu? Wie kommt das hier hin? Da entdecke ich auch meine (verstorbene) Katze und mir wird sofort einiges klar. Die Katze hat das Brett vom Tisch geholt. Auweia! Wenn das meine Mutter sieht! Der Kassler-Aufschnitt sieht mit der leicht braunen würzigen Kruste ganz besonders appetitlich aus. Deshalb angel ich mir schnell eine Scheibe, schiebe sie in den Mund und hebe das Brettchen auf. Das Näschen der Katze folgt gebannt den entschwebenden Köstlichkeiten. Immer höher und höher hebt sie die Nase in die Luft. Da, auf einmal ein kühner Sprung, eine Kamikazerolle und schon hat sie sich eine Scheibe Schinken, welche seitlich ein wenig überhing, im Flug mit den Zähnen geangelt und verschwindet mit der Beute unter dem Sofa. Vor Lachen über diesen Sprung wache ich auf.

Photoshopseminar und Schwalbenschwanz

Ich habe mich für ein Photoshop-Seminar angemeldet und sitze jetzt in einem großen Saal, in dem auf einer Wand riesig das Programm projeziert ist. Es ist wirklich alles sehr gut zu erkennen und die Dozentin geht nun einen Menüpunkt nach dem anderen durch. Das mag ja an sich systematisch gut sein, aber irgendwie ist es auch ziemlich langweilig. Und anscheinend geht es nicht nur mir so, denn andere Teilnehmer sind ebenfalls ziemlich abgelenkt, so daß lautes Geplapper zu hören ist. Hinter mir sitzt A. und als ich aufstehe, merke ich, daß sie immer dicht hinter meinem Rücken bleibt, die geballten Fäuste bleiben stets mit ihm Kontakt. Ich frage mich, was das soll, drehe mich um und frage lachend, ob sie sich hinter meinem Rücken verstecken will. Als ich sie sehe, mit dem langen blonden Pferdeschwanz, denke ich bei mir, so schlecht ist die Idee eigentlich gar nicht, denn sie ist so klein, daß sie hinter mir tatsächlich nicht mehr zu sehen ist.

Jetzt gehe ich eine Straße entlang und erreiche eine Kurve, in welcher sich die Straße in zwei Wege gabelt, die parallel zueinander verlaufen, nur daß der eine Weg viel tiefer liegt und der andere Weg direkt neben der höher befestigten Straße. Denn niedrigeren Weg bin ich bereits einmal gelaufen, deshalb entscheide ich mich heute für den Weg direkt neben der Straße. Dabei komme ich an einer Bank vorbei, auf der zwei Kinder sitzen und jemand erklärt mir, daß es neben den eingelassenen Lüftungsgittern künstliche Grasnarben gibt, die man herausnehmen kann und die nur der Tarnung von Verstecken dienen. Anscheinend nutzen diese Verstecke Obdachlose für ihre Habseligkeiten. Nun gelange ich in eine Art halboffenes steinernes Zimmer in dem es einen rechteckigen Swimmingpool gibt. Allerdings ist es nicht wirklich ein Swimmingpool, denn er ist nur so niedrig wie ein Brunnen und das Wasser bedeckt gerade einmal ein Paar Zentimeter den Boden. Ah, wahrscheinlich ist das eine Anlage, um die Füße zu kühlen, denke ich. Irgendwie finde ich das gar nicht so schlecht. Neben dem "Fußpool" sitzt ein junges Pärchen, die diesem "Kühlzimmer" anscheinend nicht so viel abgewinnen können, denn sie sagt zu ihm: "Laß uns reingehen. Hier ist es so kalt." Hm, verstehe ich nicht, daß es hier kalt sein soll. Eher angenehm, würde ich sagen. Aber vielleicht auch nur, wenn man viel gelaufen ist. Ich durchquere das Poolzimmer und folge ihnen in den zweiten Raum. Jetzt erst bemerke ich, daß ich mich anscheinend in einer fremden Wohnung befinde. Uh, das ist mir peinlich und schnell entschuldige ich mich bei einem Menschen, den ich dort treffe. Aber der Weg führt seltsamerweise genau dort hinein. Ich frage deshalb, ob es noch einen anderen Weg gibt, der um die Wohnung herum führt. Aber die Bewohner scheint mein ungebetenes Eindringen weder zu irritieren oder zu stören. Im Gegenteil, sie beachten mich kaum. Irgendwann erreiche ich den Ausgang der Wohnung und bin wieder auf der sonnigen und autoleeren Straße. Ein Schwalbenschwanz fliegt mir entgegen und läßt sich auf meiner Brust, genau in Höhe des Herzens nieder. Seine strahlenden Flügel scheinen sich mit meinem Herzen zu synchronisieren. Sie schwingen schließlich im gleichen Rhythmus meines Herzschlages zusammen und auseinander. Fast kommt es mir vor, als sei dieser Schmetterling jetzt eine Erweiterung meines Herzens und seine Schwingen ein Tor. Ich spüre, wie ein Energie durch sie strömt, die plötzlich blitzartig durch meinen Körper zuckt. Und dann falle ich, falle ins Bodenlose. Eigentlich weiß ich nicht, ob ich wirklich falle, es ist nichts als eine Gleichgewichtswahrnehmung, ein wenig, wie beim Fahrstuhlfahren - und erwache mit dem Gefühl, einen "platonischen" Orgasmus gehabt zu haben.

Elsas Hund und das kleine Mädchen

Eine besetzte Stadt, ein gefährliches Pflaster. Züge von marschierenden Soldaten und marschierenden Zivilisten kreuzen sich immer wieder und in den Knotenpunkten ensteht heilloses Durcheinander bis alle wieder geordnet gehen. In dieser Stadt treffe ich irgendwo Elsa. Ich soll einen Hund von ihr bekommen, kann mich aber nicht mehr erinnern, ob ich tatsächlich einen wollte. Der fragliche Hund sitzt unter einem Tisch und macht keine Anstalten hervorzukommen. Ich erkenne einen Schäferhund mit rötlich glänzendem Fell. Förmlich unterhalten wir uns über diverse Details zur Pflege, als Elsa plötzlich zu weinen beginnt. Sie weint und weint, und ich, erschüttert von so viel Tränen, gehe zu ihr, lege den Arm um ihre Schulter und frage besorgt: "Was ist mit dir?" Mir fällt auf, wie klein und zierlich sie ist, fast kindlich. Sie jedoch entwindet sich und weist mich zurecht: "Du sollst mich nicht drücken!" Ah so, na gut. Dann halt nicht. Ich wende mich ab und beschäftige mich mit anderen Dingen, auch wenn es schwer fällt, jemanden alleine weinen zu lassen. Nach einer Weile des Schluchzens, höre ich sie auf einmal lachen. Erstaunt blicke ich zu ihr und bemerke, wie sie gebannt auf meine Beine schaut. Ich schaue ebenfalls hinunter. Der rote Schäferhund hat sich unbemerkt an mich herangeschlichen und beschnüffelt mich übermütig. Dann schnappt er nach meinen Hosenbeinen und zieht an ihnen, als wolle er mir die Hose herunter ziehen. "Hi, hi, der macht es richtig!" sagt Elsa.
Höre ich da eine Spur Gehässigkeit in ihrer Stimme? Nach einem kleinen Stups läßt der Hund von mir ab und sitzt brav zu meinen Füßen. Er scheint sich schon entschieden zu haben, eher als ich. Und er gefällt mir. Nur das mit den Hosenbeinen müssen wir ihm noch abgewöhnen.
Elsa und der Hund sind nun verschwunden. Statt dessen ist da ein kleines Mädchen mit auffallend schönen dichten Haaren. Interessanterweise haben sie die gleiche Farbe, die das Fell des Schäferhundes hatte. Ich bin für sie verantwortlich, aber sie ist nicht meine Tochter. Deshalb bin ich etwas erschrocken, als ich sie auf einer Art Sprungturm ohne Wasserbecken stehen sehe. Er ist zwar nicht wirklich sehr hoch, so zwei bis drei Meter, aber sie will anscheinend von da herunter springen und für mich ist es zu spät, sie von dort wegzuholen. Sie springt und erleichtert applaudiere ich, als sie unbeschadet unten angekommen ist. Vertrauensvoll nähert sie sich mir, schaut mich still an. Ich spüre, daß sie mir etwas mitteilen möchte, lege meinen Arm um ihre Schulter und beuge mich herunter. Fast lautlos, als wäre es einen großes Geheimnis, haucht sie einige Worte in mein Ohr. "Meine Mama ist hier irgendwo." verstehe ich und schließe daraus, daß sie wohl ihre Mutter aus den Augen verloren hat. Ich nehme sie bei der Hand, um gemeinsam mit ihr zu suchen. Dann erwache ich.

Entstellte Verwandte

Mit meinem Bruder sitze ich auf der Rückbank im Auto meines Onkels und meiner Tante aus R. Onkel und Tante drehen sich plötzlich zu uns um und ich bekomme einen mächtigen Schreck über ihr entstelltes Aussehen. Das war mir bisher gar nicht aufgefallen. Beiden fehlt jeweils ein Auge, wobei bei einen von ihnen statt des rechten Auges einfach nur Haut ist, während beim anderen statt des Auges ein kleines gelbes Warndreieck zu sehen ist. Außerdem sind ihre Köpfe kahle eingefallene Schädel. Ich kann nicht einmal unterscheiden, wer von ihnen wer ist. Sie schauen uns nur erbarmungswürdig an und sagen nichts. Irgendwie erfahre ich (nicht von ihnen, es scheint meine Mutter zu sein, die nun auch dabei ist), daß es in ihrer Familie ein Unglück gab. Der Mann meiner Cousine A. ist gestorben. Im Traum erfahre ich auch, daß er erst 31 Jahre alt war. Deshalb sehen sie also so entstellt aus. Aber es scheint da noch etwas anderes zu geben, ein anderes Unglück. Ich kann nicht recht ausmachen, ob das nur ein Gefühl ist oder echtes Wissen. Jedenfalls werde ich langsam ziemlich sauer auf meine Mutter, weil sie uns das alles erst jetzt erzählt, während wir schon die ganze Zeit bei ihnen im Auto saßen und dachten, alles wäre in bester Ordnung. Dann erwache ich.

Bemerkung: Ich habe keine Ahnung, wie alt der Mann meiner Cousine ist, aber er ist von Beruf Industriekletterer.

Gleiche Schuhe

Aus ziemlich "bewegten" Träume, die anscheinend die bevorstehende Geburtstags-Kurzreise vorweggenommen haben, ist nur eine Erkenntnis haften geblieben: Mein Bruder und ich tragen die gleichen Schuhe. Im Traum waren dies bequeme olivfarbene Sneakers, von denen sich ein klitzekleines bißchen schon die Sohle löste.

Rätselhaus und Pflege-WG

Ein buntes Haus mit vielen verwinkelten Kammern, Zimmern und Terassen. Alle gehen wie in einem Labyrinth ineinander über ohne vollständig durch Wände voneinander getrennt zu sein. Es gibt auch nicht Türen im eigentlichen Sinn, sondern nur Winkel, Wände oder wandhohe Durchgänge. Jede Kammer ist farbenfroh im ägyptischen Stil eingerichtet. In den einen befinden sich Sarkophage, in anderen Stelen oder ägyptische Möbel. In jeder von ihnen gibt es ein Rätsel zu lösen. Die Lösung sagt man als Wort oder Satz laut auf. Perfide: sagt man die falsche Lösung, fallen einem Sarkophage, Stelen oder Möbel urplötzlich auf die Füße. Aua!

Meine Vorgesetzte hat mir den Platz in einer Pflege-WG angeboten. Ich habe zugesagt, obwohl ich nicht so recht weiß, was ich dort soll. Pflegebedürftig bin ich nicht, allerdings kann es nicht schaden, sich so einen Platz für später zu sichern, falls man irgendwann Hilfe braucht. Im Umgang mit meinen Kollegen merke ich, daß diese irgendwie neidisch oder eifersüchtig sind. Schließlich fragt mich eine Kollegin ganz konkret, wie ich zu dem Platz in dieser Pflege-WG gekommen bin. Erst jetzt wird mir klar, daß dies wohl eine Art Vorteil und Auszeichnung ist, an den nicht jeder kommt. Deshalb der Neid. Wahrheitsgemäß sage ich, daß die Chefin mir diesen Platz angeboten hätte. Keinesfalls habe ich mich in der Verteilung irgendwie vorgedrängelt oder sonstwie dieses Privileg an mich gerissen.

Das Meer nebenan

In einem Gebäude mit hohen weiten Räumen. Diese sind durch ebenfalls sehr hohe Flügeltüren voneinander getrennt. In einer Ecke des Raumes entdecke ich eine kahle Öffnung, aus der die Flügeltüren entfernt wurden. Ein seltsamer dunkel-phosphorisierender Schimmer dringt hindurch. Neugierig schaue ich in das Nebenzimmer und sehe mich dem Unterwasserleben eines nachtblauen Meeres gegenüber. Es muß ein tiefer Ozean sein, denn es dringt kaum noch Licht von oben herab, so daß ich viele Fische und Meeresbewohner nur als schwarze Schatten wahrnehme. Fast ein wenig unheimlich, zumindest überwältigend, fasziniert mich, einen Einblick in eine Welt zu haben, welche normalerweise unsichtbar bleibt, bzw. nur mit diversen Vorkehrungen betretbar ist. Andererseits wundert es mich ein wenig, daß überhaupt kein Wasser durch die Öffnung in den anderen Raum drängt. Physikalisch stimmt hier etwas nicht. Es ist, als wäre da eine völlig transparente Wand, welche das Wasser zurückhält. Nur deshalb werde ich von den Wassermassen an der Tür nicht überflutet. Wenig später ist es statt des Meeres eine riesige Weltkugel, welche man durch die Türöffnung erkennen kann, genauer gesagt nur einen kleinen Teil davon. Interessanterweise ist diese Weltkugel wie ein Globus beschriftet. Ich lese auf dem Teil, der für mich sichtbar ist, viele Namen um eine bestimmte Landmasse herum. Gleich darauf höre ich den Namen dieses Landes zusätzlich. Es will mir im Traum scheinen, als hätte dieser Teil der riesigen Weltkugel, der durch die Tür sichtbar ist, eine besondere Bedeutung und wolle mir etwas sagen. Nur was? Werde ich vielleicht eine Reise in dieses Land unternehmen?
Ich befinde mich nun draußen und schaue von weitem einigen Seglern auf einem großen Wasser zu. Sie steuern Boote mit bunten Fähnchen. Ich würde auch gerne ein Segelboot steuern und stelle mir das nicht schwer vor, allerdings warnt mich jemand, daß das Boot anfangs nicht zu groß sein sollte, damit ich es leichter unter Kontrolle halten kann. Gleich darauf finde ich mich mit anderen Menschen im Wasser schwimmend wieder. Es ist ein angenehmes Schwimmen und ich spüre dabei, daß das Wasser nicht allzu tief ist, da ich mit den Füßen ab und zu auf Grund stoße. Wenn ich wollte, könnte ich wahrscheinlich im Wasser stehen, aber das Schwimmen ist natürlich viel schöner, und wenn man sich dabei auch noch sicher fühlen kann, um so mehr. Seltsam finde ich nur, daß ein so großes Wasser in weiten Teilen nicht tief ist. Vielleicht erstreckt sich hier ja eine kilometerlange ausgedehnte Sandbank.

Bemerkung: Ich hatte etwas Sorge, daß ich in der (neptunischen) Euphorie den Boden unter den Füßen verliere, aber die Sorge scheint, wenn ich dem Traum glauben darf, unbegründet.

Das neue Nachtgewand

Während ich mir mein lustiges buntes Nachtkleidchen im Baby Doll-Stil überstreife, fällt mir ein, daß ich mir unbedingt ein neues Nachthemd besorgen muß. Ich weiß auch schon ganz genau, wie es auszusehen hat, sehe es direkt vor mir. Es ist ein langes, weißes, mit Spitzen und Rüschen verziertes Nachtgewand und trägt zu allem Überfluß, weiß in weiß darauf gestickt, an der Brust meinen Namen. Jetzt steht auf dem Gedankenbild allerdings nur "Name", als ob ich noch keinen hätte. Eigentlich ist mir selbst unklar, warum das neue Nachtgewand unbedingt so aussehen muß, da ich genaugenommen solche altertümlichen Nachthemden gar nicht mag, zumindest nicht selbst gerne trage. Doch es scheint etwas zu sein, das außerhalb meiner selbst, meiner Wünsche und meines Geschmackes aus irgendeinem Grund so vorgesehen ist und dem ich mich nicht entziehen kann. Dieses weiße Nachthemd ist so etwas, wie ein Befehl von oben und ich gehorche.

Bemerkung: Beim Aufschreiben mußte ich unwillkürlich an ein Totenhemd denken. Interessant auch, daß es nicht irgendein Gewand, sondern ein Nachtgewand ist.

Der schönste Grund

die Träume der Nacht zu vergessen ist es, wenn schon Sekunden nach dem Erwachen das Herz vor lauter Freude einen Sprung macht, mich die Glückseligkeit anspringt wie ein verschmustes Kätzchen und dabei das Bewußtsein mitreißt in einen noch viel größeren Traum. Dies darf auch viele Male in der Nacht geschehen - beim kleinsten Auftauchen aus dem Meer des Vergessens wartet sie schon, unentrinnbar, und füllt mich mit Glück, als wäre es Atemluft, bis ich mich wieder selig lächelnd dem Schlaf hingebe.

Montag, 7. Dezember 2009

Tierquälerei im Namen der Kunst

Eine Kunstinstallation in Form eines breiten Fließbandes voller sterbender Vögel. Es sind echte Vögel und sie sind noch nicht tot, sondern verstümmelt, krank oder sonstiges. Dies ist absichtlich so gemacht, um mit diesem Kunstobjekt auf Massentierhaltung und Tierquälerei aufmerksam zu machen und diese anzuklagen. Das Fließband endet an einem großen Broilergrill, in welchem allerdings Kaninchen braten. Damit sie besonders schön braun werden, wird automatisch irgendeine chemische Farbe über sie drübergekippt, so daß die Bräune letzten Endes gar nicht echt ist. Besonders das Fließband mit den vor sich hin krepierenden Vögeln erschüttert mich in dessen Zynismus. Wie kann man für ein Kunstobjekt Tiere ebenfalls absichtlich quälen und töten, sie sozusagen im Namen der Kunst als ein Objekt ohne Leidensfähigkeit benutzen, selbst wenn dies angeblich für einen guten Zweck ist? Wobei ich mir sicher bin, daß bei so viel Abgebrühtheit der gute Zweck nur vorgeschoben ist und der eigentliche Sinn darin besteht, Aufsehen zu erregen und das Ego eines Künstlers aufzublähen. Diesen Künstler entdecke ich jetzt auf der anderen Seite des Fließbandes, wo er selbstzufrieden irgendwo herumschraubt, völlig unbeeindruckt vom Leid der Tiere. Ich kann einfach nicht anders und bin selbst ein wenig von mir überrascht, als ich ihm ein haßerfülltes "Mörder!" entgegenzische.

Familientreffen

Familientreffen in einem fremden Haus mit darum befindlichem Garten. Im ersten Teil des Traumes eine bedrohliche Atmosphäre mit feindlichen und gefährlichen Gästen. Ein Unwetter zieht heran, Blitze schießen herab, schwarze Wolken, wir ziehen uns in das Haus zurück und urplötzlich sind all die feindlichen Gäste "zahm" und völlig harmlos. Ich schenke meiner Mutter das Fotobuch, welches ich als Weihnachtsgeschenk vorbereitet habe. Sie blättert interessiert darin und ist sehr angetan, doch eines der Fotos scheint ihr zu mißfallen. Gleich darauf äußert sie ihre Kritik: Ich hätte für das Foto nicht genug recherchiert. Ein Notenblatt darauf stimme nicht. Ich hätte mehr recherchieren sollen, bevor ich fotografiere. Die Kritik finde ich ungerechtfertigt, schließlich habe ich etwas so fotografiert, wie es sich mir gezeigt hat. Oder glaubt sie vielleicht, ich hätte das Foto gestellt? Dies sage ich ihr auch sehr deutlich, jedoch heiter und ohne von der Kritik getroffen zu sein. Wahrscheinlich ist meine Mutter gerade nur etwas wunderlich drauf.

Guckloch in die Vergangenheit

Eine Familienfeier im großen Kreis. Viele Verwandte kenne, bzw. erkenne ich gar nicht, und frage, mich wer das wohl ist. Erst sitzen sie im Wohnzimmer des Pfarrhauses auf den Sesseln und der Couch versammelt, danach stehen sie in der geräumigen Diele herum, vielleicht um sich zu verabschieden. Ein hochgewachsener junger Mann steht neben mir (ist das ein Cousin?) und beugt sich in einer geradezu zärtlichen Bewegung zu meinem Ohr hinunter. Im ersten Moment denke ich, er will mich auf das Ohr küssen, doch stattdessen haucht er mir sehr leise einige Worte hinein. Für diese Geste finde ich die Worte sonderbar belanglos, er sagt in etwa: "Ein schönes Weihnachtsfest wünsche ich dir." und verabschiedet sich. Doch so wie er das flüstert klingt es verschwörerisch bis erotisch, verursacht ein angenehmes Kribbeln in mir.
Die Verwandten bleiben und einer von ihnen öffnet ein tellergroßes Loch in einer Wand. Das Kuriose: Wenn man durch dieses Loch in den anderen Raum schaut, kann man in die Vergangenheit sehen. Ich bin völlig überrascht und beeindruckt, vor allem, da ich mich selbst als Halbwüchsige im anderen Zimmer sehe. Mein Alter ist vielleicht 12 oder 13 Jahre, ich trage meinen blauen Trainingsanzug, und neben mir sitzt ein Junge im gleichen Alter. Wir sind beide sehr vertieft und konzentriert. Jeder liest für sich irgendetwas. Doch während auf den ersten Blick keine Verknüpfung zwischen uns besteht, wir uns nur nebeneinander her befinden, zeigt ein Traumschwenk, wie seine Hand die meine hält, welche in anlehnungsbedürftiger Weise auf meinem Knie zu ihm herüberzeigt. Wer ist der Junge? Ist es vielleicht derselbe, der gerade in mein Ohr geflüstert hat und den ich anscheinend vergessen habe?

In der nächsten Traumsequenz trage ich ebenfalls einen Trainingsanzug und möchte unbedingt zwei Runden joggen. Dies tue ich schon seit einiger Zeit regelmäßig, wobei die Strecke immer die gleiche bleibt - es ist die relativ schmale Steinbalustrade eines großen rechteckigen Beckens, vielleicht eines früheren Swimmingpools. Doch heute stelle ich fest, daß die Steine der Balustrade zu bröckeln beginnen und Abschnitte davon aussehen, als würde dort gebaut werden. Ich versuche es trotzdem und steige hinauf, aber es ist einfach zu wackelig und zu riskant auf diesem bröckeligen Grat zu rennen. Also gehe ich wieder herunter und bin etwas enttäuscht. Woanders möchte ich nicht joggen.

In einem mir fremden Teil Berlin-Neuköllns. Zuerst will ich einen Fußgängertunnel durchqueren, doch irgendetwas ist mir unheimlich. Wahrscheinlich die Gestalten, die ich hinter einem Vorsprung des sonst menschenleeren Tunnels warten sehe. Ich kehre deshalb um und will dieselbe Strecke oben über eine Straße zurücklegen. Doch vor mir sehe ich Menschen, die von seltsamen "Metallköpfen" zusammengetrieben werden. Vielleicht eine Razzia? Ich sollte lieber unauffällig verduften, bevor mich jemand bemerkt. Etwas ratlos stehe ich jetzt herum und überlege, wie ich zu meinem Ziel gelange ohne eine Strecke zu benutzen, auf welcher ich von unangenehmen Gestalten oder Razzien behelligt werde. Da tut sich vor mir ein breiter, völlig frei liegender Weg auf. Den hatte ich vorher gar nicht bemerkt, aber seltsam ist, daß er bis zum Horizont zart rötlich schimmert. Ich frage mich, ob das wohl roter Staub oder aber verwaschenes Blut ist.

Spinne und Mariechenkäfer

Eine Spinne, von der ich glaubte, sie sei tot, frißt einen Mariechenkäfer, den ich arglos in ihre Nähe gebracht habe.

Schlösschenweg

Eine neue Wohnung im "Schlösschenweg" besichtigt. War allerdings nicht viel größer als meine jetzige, vllt. sogar kleiner?

Windgrün/Hochzeitsreise/Spiegel

Windgrün

Ein scharfer Wind bläst und mir fällt auf, daß um mich herum die Formen verschwimmen. Es scheint, als stehe ich mitten in einem mit lockerem Pinsel gemalten Gemälde. Das ist seltsam. Wieso sieht alles um mich so aus, als sei es gemalt? Dann entdecke ich: Der Wind ist schuld. Während sonst die Formen der Blätter und Bäume zu erkennen sind, mischt der Wind und die Bewegung alles zu einem einzigen Farbauftrag.

Hochzeitsreise

Mein Spielfreund M. hat mich zu seiner Hochzeitsreise eingeladen. Das ist ja schön, daß er heiratet, aber wieso lädt er mich zu seiner Hochzeitsreise ein? Sollen wir zu dritt reisen? Was sagt seine Braut dazu? Macht man denn sowas? Das ist irgendwie etwas respektlos seiner Frau gegenüber, finde ich. Deshalb werde ich die Einladung auch nicht annehmen.

Spiegel

Mein eigenes Spiegelbild. Es erscheint mir fast ein wenig fremd. Besonders überraschend empfinde ich die Intensität meiner Augen.

Zwölf Stunden Krankenhaus

Am frühen Morgen auf dem Weg ins Krankenhaus. Ich bin früher dorthin unterwegs als eigentlich nötig. Im Krankenhaus muß ich in einem großen Raum mit mehreren Liegen warten. Nur eine sehr junge Schwester schaut vorbei. Nach einiger Zeit betritt eine freundliche, aber auch energische und witzige Ärztin den Raum. Die trägt braune, glatt herunterfallende halblange Haare und Ohrringe. Hinter einer Theke in einer Ecke des Raumes hat sie ihren Platz. Sie erklärt mir, daß noch einmal zur Sicherheit eine Blutuntersuchung durchgeführt werden müsse und ich zwölf Stunden zur Beobachtung da bleiben solle. Ich bin ziemlich unbesorgt und sehr überzeugt, daß es nicht wirklich etwas zu finden gibt, aber ok, wenn sie meint, daß es besser ist. Es geht wohl um die Venen und ein Gerinnsel, doch statt mir Blut abzunehmen, klebt sie mir jetzt eine Elektrode an das rechte Bein. Daß es das rechte ist, irritiert mich im Traum, den ich bin zu diesem Zeitpunkt, warum auch immer, felsenfest davon überzeugt, daß es das linke sein müßte, sage aber nichts. Irgendwann verläßt die Ärztin das Zimmer und ich bleibe zurück. Es ist langweilig zu warten, ohne groß nachzudenken gehe ich zur Tür und strebe unbewußt dem Ausgang des Krankenhauses zu, vorbei an Krankenzimmern, in die ich einen Blick erhaschen kann. Patienten in den typischen Krankenhauskitteln sitzen dort herum. Kurz vor dem Ausgang kommt mir die junge Schwester von der linken Seite entgegen. Wenn ich jetzt hinaus gehe, ist sie sicher sauer, also gehe ich stattdessen in ihre Richtung, weil ich hinter ihr eine Tür mit den Toilettenmännchen gesehen habe. So denkt sie nur, daß ich die Toiletten suche. Allerdings muß ich feststellen, daß diese Toilette ausschließlich für Personal ist und trotte erneut mit der Schwester in den Untersuchungsraum. Irgendwann ist die Ärztin wieder da und ich bekomme eine Tanztherapie, das heißt, ich stehe im Kopfhörern vor einer Wand und soll ganz locker drauf los tanzen. Es wird ein bekannter Popsong gespielt. Ich komme ich mir etwas blöd vor, allein vor der Wand herumzutanzen, während andere zugucken, weshalb meine Bewegungen anfangs wohl eher ungelenk sind, ehe ich in die Situation hereinfinde. Dann ist mein Bruder da. Er hatte auch eine Untersuchung oder ähnliches im Krankenhaus, könnte aber jetzt wieder nach Hause gehen. Ich dagegen muß noch genau zwölf Stunden hier bleiben. Ich wünschte mir, mein Bruder bliebe bei mir in dieser Zeit. Ohne daß ich es gesagt habe, erklärt mein Bruder von sich aus, daß er mit mir die zwölf Stunden wartet. Mein Blick fällt aus dem Fenster des Untersuchungszimmers. Ich mache den Vorschlag, daß man ja zwischendurch mal ein wenig raus und spazierengehen könne. Dagegen dürfte von den Schwestern kaum etwas einzuwenden sein und schließlich kennen wir diese Gegend noch nicht.

Mit Ex im Schwimmbad

Ich habe meinen Ex K. zu einem Stelldichein ins Schwimmbad gebeten. Er ist auch gekommen, wir befinden uns in den Duschräumen. Ich in meinem Jeans-Bikini stehe unter der Dusche, während er um mich herumläuft und mir Vorträge darüber hält, was an mir nicht in Ordnung ist. Schon im Traum frage ich mich, warum er überhaupt gekommen ist, wenn er nur an mir herumzumäkeln hat. Oder ist er gerade deshalb gekommen, weil es ihm so viel Spaß macht? Und was sollte eigentlich diese bekloppte Idee, mich wieder mit ihm zu treffen?

Twittereis und Hofentrümpelung

Twittereis, ein Eis wie ein Kuß, der eifersüchtig macht: Schäumig geeistes Zitronen- und Erdbeersorbet in Schichten getwirlt mit cremigem Milcheis, und das alles in einer rohrförmigen langen Eiswaffel. Wow, ist das lecker!

In der elterlichen Dienstwohnung des Pfarrhauses. Aus irgendeinem Grund fallen mir ständig Bunt- und Bleistifte aus dem Fenster. Einer ist aus dem Kinderzimmerfenster gefallen, und der andere wurde gerade durch einen Luftzug aus dem Küchenfenster geweht. Dann werde ich mal schnell schauen gehen, ob ich die Stifte unten wieder aufsammeln kann. Einen der Stifte finde ich auf dem vergittertem Vorsprung unter dem Küchenfenster, der andere liegt auf den Pflastersteinen. Aber ich finde noch viel mehr. Überall sehe ich Sachen von mir herumstehen. Die Nische unter dem Balkon, wo normalerweise Bretter lagen, ist nun ein Regal. Auch im vergitterten Vorsprung ist ein Regal, und sogar seitlich vom kleinen Vorgarten sind Regale. Und alles voll mit meinen Sachen. Je mehr ich schaue, um so mehr entdecke ich. Mein Gott, ich muß das Zeug schnellstens nach oben schaffen. Wir wohnen doch nicht mehr lange hier und sonst vergesse ich es vielleicht. Ich beginne damit, daß ich alles in die Hofmitte herausstelle - Bücherstapel, Plastikeimer und -wannen, Gläser, Halbedelsteine, Spielwürfel, Plakate. Hoffentlich gehört das wirklich alles mir. Nicht daß der Hausmeister dort auch Sachen abgestellt hat und ich die mitnehme. Aber M., der Enkel des Hausmeisters und mein Spielfreund, ist mit dabei und wird schon merken, wenn sich etwas falsches unter die Dinge geschmuggelt hat. Der gesamte Hof ist nun vollgestellt. Es sieht aus wie bei einem Umzug. Hilfe, wie kriege ich das jetzt alles nach oben? Zum Glück helfen mir M. und noch eine zweite Person (S.?). M. ist bereits mit einem Arm voller Zeug ins Haus gegangen. Ich schnappe mir einen hohen Turm aus Plastikschüsseln und -eimern. Im Haus erreiche ich seltsamerweise sofort das Dachgeschoß. Ich wundere mich darüber, daß hier alles so fremd und neu aussieht. Kein Dachboden, wie ich es erwartet habe und kenne, sondern saubere kleine Zimmer und Wohnungen, die wahrscheinlich sogar bewohnt werden. Doch wo die Sachen lassen? Irgendwo müßte der Eingang zu einer Dachkammer sein. Die Zimmerfluchten und Türen sind wie ein kleines Labyrinth. Eines der Durchgangszimmer dient wohl neuerdings als Antiquariat und ich entdecke eines meiner Bücher, mit einem Zettel, auf welchem groß "Susi" steht. Ahh, dann hat M. die ganzen Sachen also schon in die Zimmerchen verteilt, sortiert und ggf. zum Verkauf freigegeben, nicht ohne mit Zetteln zu vermerken, daß es sich um meinen Besitz handelt. Aber im Antiquariat kann ich keine Plastikschüsseln lassen. Suchend irre ich weiter umher, um die richtige Stelle zum Deponieren der Plastikteile zu finden.

Wohnungsbesichtigung mit Fliegerin

Schlafen. Ich erwache im Wäschegarten der Kindheit unter einem Baum. Nanu? Was mache ich denn hier? Habe ich draußen geschlafen? Ok, im Sommer schlafe ich immer draußen unter einem Baum, es gibt nichts besseres, aber inzwischen ist es doch um dieses Jahreszeit ein wenig kühl. Die Bäume sind bereits kahl, es ist Herbst. Ich kann mich auch gar nicht erinnern, wie ich hierher gekommen bin. Mein Blick fällt auf einen kleineren Baum in der Ecke des Gartens. Einer der großen Äste ist faul und morsch, hängt gefährlich nach unten. Jemand sollte ihn entfernen, bevor er abbricht und jemanden verletzt. Ich erhebe mich und gehe ins Haus, damit ich mir keine Erkältung hole.

Wenig später stehe ich in einem anderen Hof und wundere mich, daß das Haus neben mir zwar drei Etagen hat, aber so niedrig ist. Allein die Fenster der zweiten Etage sind nur wenig höher als ich es bin. Das würde ja bedeuten, daß man sich in der ersten Etage ducken muß und gar nicht aufrecht stehen kann. Dann bemerke ich eine vergitterte Eingangstür, hinter der eine Treppe zu erkennen ist. Aha, also wohnt man nur in der zweiten Etage, die erste wird übersprungen. Vielleicht ist das eine Art Keller. Ich betrete die Wohnung und treffe dort eine mir im Traum bekannte junge Frau mit aufgestecktem Haar. Sie hat mich eingeladen, die Wohnung zu besichtigen, da sie ausziehen wird. Darüber wundere ich mich etwas, aber sie erklärt mir, daß sie eine Million Euro gewonnen hätte und sich nun eine größere Wohnung leisten könne. Diese hier aber sei auch nicht zu verachten und eine glückliche Gelegenheit. Ah! Ein wenig nagt der Neid an mir, als sie von der Million erzählt, aber nun gut, hat ja keinen Sinn, lange über solche Dinge nachzugrübeln. Stattdessen schau ich lieber, ob mir die Wohnung gefällt. Die Wohnung selbst ist zwar klein, geht aber nahtlos in zwei riesige Frühstücksräume über, die von allen Bewohnern des Hauses gemeinsam benutzt werden. Anscheinend ist es hier üblich, daß alle zusammen in diesen Räumen die Mahlzeiten einnehmen. Der erste Raum ist fast voll besetzt mit älteren Nachbarn, die angeregt miteinander an Tischen plaudern. Von ihm geht eine Tür in das zweite Zimmer ab, in welchem sich sehr viele jüngere Bewohner aufhalten. Diese stehen wie bei einer zwanglosen Veranstaltung, und scheinen hier gemeinsam "abzuhängen" und ihre Zeit zu verbringen. Ich merke enttäuscht, daß diese Wohnung wohl nichts für mich sein wird. Sicherlich würde diese ständige Gemeinschaft mit den Nachbarn einigen Leuten gut gefallen, aber ich kenne mich und weiß, daß ich nicht dauernd mit anderen zusammen sein möchte. Ich ziehe mich gerne zurück und suche die Ruhe. Diese Gemeinschaft ist zwar sicher kein Zwang, würde ich mich aber immer zurückziehen und in den Gemeinschaftsräumen nicht anwesend sein, würde man über mich reden und wahrscheinlich würde ich bald zum Außenseiter werden. Fraglich, ob ich mich dann noch in der Wohnung wohl fühlen würde. Von den Gemeinschaftsräumen gerate ich zufällig in eine andere kleine Wohnung, in der sich eine jüngere blonde Frau und eine sehr alte grauhaarige aufhalten. Beide begrüßen mich freundlich und wir kommen ins Gespräch. Die alte Frau hält ein vollgekritzeltes Tagebuch auf den Knien und läßt eine Bemerkung darüber fallen, daß sie einmal Fliegerin war. Mein Interesse ist mit einem Schlag geweckt. Was muß sie für ein spannendes Leben gehabt haben! Ich hätte jetzt Lust, mir von ihr aus ihrem Leben erzählen zu lassen. Außerdem fühle ich mich bei den beiden sehr wohl. Die hätte ich gerne als Nachbarn und sie scheinen sich ja selbst auch eher von der "Massengemeinschaft" etwas fern zu halten. Um nicht aufdringlich zu wirken, beginne ich vorsichtig: "Eine Fliegerin! Da müssen Sie eine Menge erlebt haben!" Die Augen der Alten beginnen zu leuchten, ein letztes Aufleuchten der Vergangenheit, und freudig setzt sie an, mir ihre Geschichte zu erzählen, als die junge Frau unterbricht. "Ach nee, bitte nicht." Anscheinend hat sie die Geschichte schon zu Genüge gehört und die Greisin verstummt sofort. Schade! Ich hätte ihre Geschichte wirklich gerne erfahren.

Das Geschenk

Die verstorbene Freundin meiner Mutter ist zu Besuch in der alten elterlichen Wohnung. Da sie mir zum Geburtstag ein Geschenk hinterlassen hat, gehe ich zu ihr und spreche sie an, um mich zu bedanken. Sie möchte wissen, was sie mir geschenkt hat, anscheinend hat sie es bereits vergessen. Ich zeige ihr zwei kleine Handtäschen. Das eine ist leer, im anderen sind interessante Kindheitsfotos von mir.
Jetzt befinde ich mich im Wohnzimmer und stelle fest, daß meine Mutter dort schon einen vollständig geschmückten Weihnachtsbaum zu stehen hat. Ich bin überrascht - ist das nicht ein bißchen früh? Außerdem fällt mir auf, daß der Baum nicht besonders frisch und schön aussieht. Bis Weihnachten hält der nicht mehr durch. Die Nadeln scheinen jetzt bereits sehr trocken zu sein und in den Zweigen klaffen größere Lücken. Auf der Spitze trägt der Baum eine perlmuttweiß schimmernde Kugel, die an eine Gartenkugel erinnert. Beim weiteren Betrachten des Baumes scheint er sich in eine weißgekleidete Jungfrau zu verwandeln. Ich stelle fest, daß immer, wenn ich den Baum lange anstarre, dieses passiert. Das muß so eine Art Krankheit sein. Merkwürdig.

Bemerkung: Im gestrigen Traum kam ebenfalls ein Weihnachtsbaum im Büro vor. Ich hoffe, ich träume jetzt bis Weihnachten nicht ständig von Weihnachtsbäumen. Im Bett las ich gestern in Werfels Lied von Bernadette und muß mitten bei der dritten Erscheinung der Jungfrau eingeschlafen sein, aber so, daß ich noch das Licht gelöscht und das Buch beiseite gelegt habe, ohne mich daran erinnern zu können.

Bart und Augenbraue

Eine nicht näher definierbare Veranstaltung in einem weitläufigen Gebäude. Ich stehe an einem Geländer, auf welches ich mich ab und an setze. Um mich herum drei gutaussehende junge Männer, mit denen ich im Gespräch bin. Eine angenehm kribbelnde Flirtspannung liegt in der Luft, gepaart mit einem Wohlgefühl im Zusammensein. Welcher von den Dreien würde mir gefallen? Einer der Männer zieht sich zurück. Ich sehe ihn mit einer jungen Frau auf einer Treppenstufe sitzen, wo die beiden sich hingebungsvoll küssen. Sie wirken dabei seltsam farblos, fast durchscheinend. Also ist dieser schon vergeben und steht nicht mehr zur Auswahl, na gut. Die anderen beiden finde ich sowieso attraktiver, wobei sie sich erstaunlich ähnlich sind - beide schlank, groß und dunkelhaarig - , fast wie Brüder, nur mit dem Unterschied, daß der eine glattrasiert ist und der andere, was ich für dieses Alter ziemlich außergewöhnlich finde, einen dichten, aber gepflegten Vollbart trägt. Der Bart steht ihm erstaunlich gut und gibt ihm etwas Verwegenes und Abenteuerliches. Dies scheint sich allerdings auch auf sein Temperament zu übertragen, denn er ist tatsächlich recht forsch, während der Glattrasierte ruhiger und zurückhaltender agiert. Ich komme dem Bärtigen körperlich immer näher, irgendwann trägt er mich schon fast in den Armen. Zwischendurch stehe ich kurze Zeit etwas abseits, da die beiden weggegangen oder anderweitig beschäftigt sind, und ein sehr junger Mann links von mir, Brillenträger, versucht ziemlich linkisch, unauffällig an mich heranzurobben, wobei er aber irgendwie rudernde, ausholende Bewegungen mit den Armen macht. Rechts von mir fühle ich den Blick eines älteren Herrn auf uns ruhen, der wohl die Situation beobachtet. Ich fühle mich sehr unwohl und schutzlos. Weder möchte ich "bepirscht", noch angestarrt werden. Aus dieser unangenehmen Klemme befreie ich mich, indem ich wieder näher zu den beiden Flirtpartnern rücke, die jetzt nicht weit von mir stehen. Sofort fühle ich mich willkommen, wohl und sicher. Meinen Arm habe ich jetzt um den Nacken des Bärtigen geschlungen, in der Hand eine Salzbrezel. Ich kann mich nicht entscheiden, sie zu essen, beiße dann aber doch ab. Beide reden davon, noch irgendwo anders hinzuwollen und möchten mich mitnehmen. Was ich über diesen Club höre, entspricht eigentlich wenig meinem Geschmack, aber mein Gott, mit den beiden würde ich überall hingehen und es wird bestimmt schön. Ich erwache, es ist ca. 3 Uhr.

Ich befinde mich auf der Liege des Physiotherapeuten, nur daß ich nicht auf dem Bauch liege, sondern diesmal wie eine Katze zusammengerollt auf der linken Seite. Mein Arm ist um meinen eigenen Nacken geschlungen. Die Liege steht in einem sehr viel größeren Haus, wo sich im Erdgeschoß der Empfang befindet. Ich spüre einen Schmerz im mittleren Rücken, sowohl rechts als auch links. Ich muß mich kurz vorher stark verspannt haben. Die Hände des Physiotherapeuten streichen über meinen Rücken. Ich mache ihn auf den Schmerz aufmerksam, wobei ich betone, daß er nicht nur links, sondern ebenfalls rechts ist, damit er keine Seite vernachlässigt. Die Behandlung ist so sanft und angenehm, daß ich immer müder werde, entspanne und wohl auch weggedämmert bin, denn als das Bewußtsein wiederkommt, liege ich noch immer auf der Liege, aber der Physiotherapeut sagt: "Ich habe Sie gar nicht mehr atmen gehört." Oh, dann muß ich wohl wirklich eingeschlafen sein. Doch statt dessen antworte ich: "Ich schlafe auch gleich ein." Seltsamerweise macht sich der Physiotherapeut nicht mehr am Rücken zu schaffen, sondern an meinem Gesicht, wo er erstaunlich schnell meine rechte Augenbraue zupft. Nanu? Gibt es jetzt eine Kosmetikbehandlung mit dazu? Eigentlich nicht schlecht, allerdings fliegen ziemlich viele Härchen umher und ich fürchte, daß die Augenbraue zu dünn wird, weshalb ich erschrocken rufe: "Nicht so viel!" und schützend meine Hand über das Auge lege. Der Physiotherapeut läßt ab und ich versuche mit dem Finger meine Augenbraue zu erfühlen. Als er hinunter zum Empfang geht, stelle ich mich vor den Spiegel und muß zu meinem Schreck sehen, daß er in meine rechte Augenbraue genau am Ansatz ein großes Loch gezupft hat. Beiden Brauen sind nun total ungleichmäßig und es sieht furchtbar aus. So kann ich keinesfalls auf die Straße gehen. Ich bin hin und her gerissen, obn ich mir schnell eine Pinzette greifen soll, um die Brauen selbst aneinander anzupassen, wobei ich beide leider stark ausdünnen müßte, was ich eigentlich vermeiden wollte, da es mir nicht steht, oder ob ich, wütend wie ich bin, sofort hinunterlaufen soll, ihm das zeige und ärgerlich frage, ob er das mit Absicht macht (in Hinblick auf die eine, ebenfalls mißglückte Behandlung). Ich kann mich nicht entscheiden, aber fest steht, an meine Augenbrauen lasse ich ihn nicht mehr.

Ich versuche in die Kirche meiner Kindheit zu gelangen. Anscheinend wird direkt in der Kirche jetzt auch Krankenpflege betrieben, zumindest gibt es ein Zimmer mit einem Schwerstkranken. Das Betreten ist verboten, doch da ich im Rollstuhl sitze, denke ich mir, ich könnte mich als Rollstuhlfahrer einfach in den Krankenpflegeraum stellen und so tun, als ob ich da hin gehöre. Vielleicht fällt es ja nicht auf. Der andere Kranke liegt in einem Bett und ist wohl schon halb tot, zumindest nicht ansprechbar. Kaum stehe ich im Zimmer, kommt ein Pfleger herein und sieht mich. Doch nicht nur das, mit ihm strömt außerdem eine Menschenmenge in Rokokokostümen und mit gepuderten Perücken durch den Raum, um ihn auf der anderen Seite zu verlassen. Ich mische mich unter sie und lande hoch oben auf irgendeiner Plattform, von der man sich in einem Gefährt, das an einem Seil befestigt ist, kilometerweit hinunterfallen lassen kann. So eine Art rudimentäre Vergnügungsanlage.

Leseempfehlungen

Eine Internet- oder Zeitschriftenseite voller Leseempfehlungen zu Büchern, aber vielleicht auch Webseiten, denn ich finde mich selbst darunter mit den Worten: "Gruß an Zuckerstern, meiner Lieblingsbeschäftigung. Sie liest mit!"

Schuhnaht

Bei einer Familie mit zwei Kindern. Was ich da genau mache, weiß ich nicht, bin wohl einfach als Besuch dort gelandet, habe aber noch keine Ahnung, wie reich die sind. Als der Vater nach Hause kommt, hole ich Tischtenniskellen hervor, um mit ihm eine Runde zu spielen. Er guckt mich an und fragt, ob ich wirklich Tischtennis spielen wolle, schließlich hätten sie auch einen Tennisplatz. Oh!!! Tennisplatz! Einen eigenen! Na dann natürlich lieber Tennis, wenn ich schon Gelegenheit dazu habe. Nun lädt er mich in sein "Arbeitszimmer" ein. Dies gleicht mehr einem Saal, ist edel mit dunklem Holz verkleidet und beherbegt eine riesige Sammlung von naturgetreuen Automobilmodellen. Die muß enorm viel Wert haben. Außen herum viele Tische mit Sektgläsern und Magnum-Champagnerflaschen, anscheinend gibt er hier auch Empfänge. Doch statt Tennis spielt er jetzt erst mal ein Fußspitzenspiel mit mir. Dazu nimmt er meinen Fingerabdruck und den Abdruck meiner beschuhten Fußspitze auf ein Blatt Papier. Dabei fällt mir ein, daß die Schuhnaht meines Schuhs gestern gerissen ist. Wer weiß, ob das einen vernünftigen Abdruck ergibt.

Kartenlegen

Im Traum lege ich meinem Cousin J. die Karten. Keine Zigeunerkarten, sondern das Waite-Tarot. Diesmal ist es auch nicht die Legung mit vier Karten, die ich sonst bevorzuge, sondern eine fünfte Karte liegt in der Mitte. Meine Tante kommt unerwarteterweise zurück nach Hause. Wir müssen die Legung verstecken, denn meiner Tante würde es nicht gefallen, daß wir so etwas tun. Sie hält davon nichts und wird ungehalten sein. Schnell breite ich ein hellgraues Tuch über die Karten, werfe vorher aber noch einen flüchtigen Blick darauf. Ich meine unter ihnen den 'Narr' gesehen zu haben.

Bemerkung: Meine Tante legt selbst Karten, aber mit normalem Skatdeck.

Freitag, 11. Dezember 2009

Traumdiskussion

Im Traum führte ich eine interessante Diskussion mit jemandem darüber, ob es erlaubt sei, hinter dem Rücken von einer Person über sie zu reden. Mein Standpunkt war, daß jeder das Recht hat, auch hinter dem Rücken von anderen die Meinung über sie zu äußern, daß es aber, sollte es jemand tun und dabei vielleicht sogar negative Dinge verbreiten, von schlechter Erziehung, mangelndem Respekt und fehlendem Einfühlungsvermögen zeugt. Begrenzt wird dieses Recht nur durch Gesetze, die Verleumdung, Beleidigung o.ä. unter Strafe stellen. Mein Diskussionspartner war nun völlig anderer Meinung und bestand darauf, daß hinter dem Rücken reden absolut verboten ist. Bevor wir uns einigen konnten, war der Traum vorüber.

Jesus und die Ungläubige

Eine große Fabrikhalle ist der Arbeitsplatz meiner Kollegen und mir. Die Schreibtische stehen hintereinander wie Werkbänke, auf einigen von ihnen stapelt sich aber auch nur jede Menge Krempel. Ich suche meine Vintage-Reisetasche - weiß mit kleinen rosa Blüten - und finde sie schließlich in einem dieser Berge. Als ich sie hervorhole werfe ich aus Versehen die Parfumsammlung meines jungen Kollegen R.W. herunter. Eine Menge Kollegen, inklusive Herr N. wuseln um mich herum und rufen gleich "Auweija!". Vier Parfumflaschen sind heruntergefallen, eine davon zerbrochen. Ist mir das unangenehm. Natürlich bin ich bereit sie zu bezahlen. Herr N. bückt sich nach den Scherben, um sie aufzuheben und ein penetranter Geruch steigt auf. Eine Kollegin läuft zu Herrn W. nach vorne, um ihm davon zu erzählen, dann kommt sie zurück und berichtet, er hätte gesagt, es sei nicht so schlimm und es würde ihm helfen. Es würde ihm also helfen, so, so - alle müssen darüber lachen und Vermutungen anstellen. Vielleicht will er ja künftig mit weniger Parfum auskommen. Ich widme mich jetzt sehr konzentriert dem Wischen der Tischplatte und der darüber befindlichen Regalflächen. Da kommt ziemlich viel Dreck zusammen. Während dieser Tätigkeit merke ich, wie mich etwas am Arm berührt. Spontan wende ich mich um und seitlich von mir steht eine Person, die wie Jesus aussieht und auf der Jesus draufsteht. Ziemlich groß, etwas steif, ein sehr schmaler Mund und mit einer Brille auf der Nase. Er hat den Arm ausgestreckt und die Finger an den Spitzen zusammengelegt, dazwischen bleibt jedoch ein Oval offen, welches weiß schimmert. Es wirkt ein wenig, als hätte er mich kneifen oder necken wollen, zumal er auch so ein Gesicht macht und schelmisch bzw. ertappt grinst, allerdings hat er mich nur mit den zusammengelegten Fingerspitzen berührt. Ich starre ihn einige Sekunden lang mit einem Ausdruck an, der sagt: "Was soll das jetzt?" und alle Umstehenden müssen lachen. Ich denke bei mir etwas irritiert, was wie Jesus aussieht und wo Jesus draufsteht, da muß noch kein Jesus drin sein. Wahrscheinlich hat sich jemand verkleidet und sie haben sich einen Scherz für mich ausgedacht, zumal alle so interessiert und gespannt um uns herumstehen. Schließlich selbst lachend sage ich scherzhaft und demonstrativ: "Ich Ungläubiger!", was alle so witzig finden, daß sie wieder laut lachen, Jesus ebenfalls. Ich dagegen wende mich um und gehe mit einem Einkaufswagen, in dem zwei alte Brote liegen, die sich für ihr Alter erstaunlich frisch gehalten haben, davon, um mich weiter dem Putzen und Aufräumen zu widmen.

Mittwoch, 25. November 2009

Das Auslandspraktikum

An meiner Fachhochschule warte ich in einem Turnsaal auf ein Gespräch. Es geht um die Bewerbung um ein Auslandspraktikum. Vorher ist ein Einstellungstest zu absolvieren. Meine Mutter ist dabei und sehr interessiert daran, daß ich dieses Praktikum mache. Ich selbst habe leise Zweifel daran, ob ich es packen werde, sowohl den Test, als auch das Praktikum. Eine ganze Weile müssen wir warten und beobachten dabei einige Sportler, die über aufgebaute Böcke und Pferde springen. Anscheinend kann man sich hier nach dem Unterricht auch privat sportlich betätigen. In einer Sportlerin erkenne ich Kollegin A.M., die fast federleicht, so scheint es, einen hohen Bock überwindet. Ich frage mich, ob ich das auch noch so könnte. Das letzte Mal im Sportunterricht ist schon eine ganze Weile her. Endlich kommt die Dame, die das Einstellungsgespräch und den Test macht, nimmt hinter einem breiten Schreibtisch Platz. Sie beginnt Fragen zu stellen und während sie die Antworten notiert, sehe ich kleine Karteikärtchen auf deren Reiter sich jeweils ein Planetensymbol befindet. Aha, anscheinend spielt das Horoskop bei der Zusage ebenfalls eine Rolle und die einzelnen Horoskopfaktoren werden auf den Karteikarten gesammelt. Ist sowas eigentlich datenschutzrechtlich erlaubt?

Gerümpel (Weg damit!)

(Sonne + Merkur tr 4. Haus Quadrat Mars tr, Venus tr 4. Haus)

Durch Zufall entdecke ich im Traum ein ungenutztes Zimmer, ein Schlafzimmer, wieder. Dieses Zimmer hatte ich ganz vergessen und da es mit altem Gerümpel und Möbeln von meinen Eltern vollgestellt ist, auch nichts daraus gemacht. Mir fällt auf, wie schön hell es ist. Heller als das Zimmer, in dem ich die ganze Zeit wohne. Es wäre ein wunderbares Schlafzimmer, in welchem ich ein wenig mehr Licht abbekommen würde. Mein Blick fällt auf das Doppelbett meiner Eltern. Es ist total schäbig und heruntergekommen, aber trotzdem sauber bezogen und ordentlich gemacht. Ich verspüre ein großes Verlangen, mich hinein zu legen. Endlich ein richtiges Bett zum Schlafen, mit frischem weißen Laken. Jetzt ausruhen und das freundliche Tageslicht genießen...die Versuchung der kühlen Baumwolle und des Frische-Bett-Duftes, der erquickenden Waagerechte ist fast körperlich spürbar. Doch während ich noch unentschlossen vor dem Bett stehe, fällt mir auf, daß der Lattenrost zur Hälfte weggebrochen ist und ein großes Loch unter der Matratze klafft. Ich weiß gar nicht, wie meine Mutter darin schlafen konnte. Und wer weiß, ob es mich noch trägt. Nicht daß ich durch das Loch falle! Das Verlangen, mich hinzulegen, ist noch immer da, aber nach einigem Hin- und Herüberlegen lasse ich es. Dafür spüre ich zunehmend eine leise Wut auf meine Mutter aufsteigen. Da hat sie den ganzen Krempel bei mir abgeladen, mir angedreht, und ich stehe nun da, habe zwar ein schönes Zimmer, aber kann nichts damit anfangen, weil es zugemüllt ist, und nicht wirklich ein Bett, in das ich mich legen kann. Das war ihr völlig egal, wenn sie nur das Zeug los ist. Aber es nützt ja alles nichts - wenn ich das Gerümpel jetzt bei mir habe, werde ich es wohl auch entsorgen müssen. Und eigentlich bin ich selbst daran schuld, wenn ich mir das alles habe andrehen lassen, weil ich dachte, ich könnte noch etwas davon gebrauchen. Auf jeden Fall muß es raus und das bedeutet Arbeit statt Ausruhen. Schade. Durch eine zweite Tür kommen nun Kollegen über einen Büroflur in den Raum. Für einen Moment bin ich ganz froh, daß dieser zwar vollgerümpelt, aber im Rahmen der Möglichkeiten sauber und das Bett gemacht ist. Meine Büroleiterin möchte Bücher prüfen, die in einem offenen Regal in der Mitte des Raumes stehen. Leider sind sie nicht ordentlich in "abgeschlossene" und "laufende" Bücher unterteilt, so daß ich ihr improvisierend zeigen muß, wo sie die jeweilige Sparte findet, obwohl ich es selbst nicht so genau weiß. Schon das ist mir etwas unangenehm. Doch während sie die ersten Bücher aus dem Regal zieht, fällt mir auf, daß es allein die Bücher waren, die das Regal zusammenhielten. Deshalb wurden sie auch so in die Regalfächer geschoben, daß oben keine Luft mehr war. So hielten sie nämlich wie Säulen die darüber liegenden Regalbretter. Oh je, hoffentlich fällt das ganze Ding nicht plötzlich zusammen, wenn zu viele Bücher entfernt werden. Es ist mir jedoch zu peinlich, meine Büroleiterin auf diese Möglichkeit hinzuweisen. Ihr könnte ja auffallen, wie schäbig und kaputt hier insgesamt alles ist.

Bemerkung: In "abgeschlossen" und "laufend" unterteilen wir normalerweise Akten. Und inzwischen weiß ich bereits, daß ich meistens von Schlafzimmern träume, wenn ich nicht genug Ruhe und Erholung bekomme.

Prüfungen

Prüfungen: Ich habe übermorgen eine Abitur-Prüfung in Geschichte und noch nichts dafür gemacht, außer ein paar Sätze aus einem Buch laut zu sprechen, deren Inhalt ich aber wieder vergessen habe. Jetzt heißt es zwei Tage ein Eremitendasein führen und unentwegt lernen. Finde ich nicht besonders toll, aber mir ist gleichzeitig bewußt, daß dies noch die leichteste Prüfung ist, bei der es nur darum geht, auswendig zu lernen. Die nachfolgenden Prüfungen werden schlimmer und härter.

Bemerkung: Eine Abi-Prüfung in Geschichte gab es gar nicht. Soweit ich mich erinnere, wurde ich in Deutsch, Mathe, Biologie und Kunst geprüft. Ich bin froh, daß dieser Schnack inzwischen vorbei ist.

Weiße Stola

Ein Gebäude mit langen Gängen, die sich in Abständen zu Nischen und Sälen verbreitern. Dort stehen jeweils riesengroße Kartons, in denen Stoffreste von früheren Klamotten gesammelt werden. Dabei wird darauf geachtet, daß immer in einen Karton dieselbe Art von Stoff kommt - ein Karton nur für Gekrinkeltes, ein Karton für Pelzreste, ein Karton für Jeansstoff usw. Aus diesen Resten werden neue Produkte hergestellt, welche gleich daneben auf Bügeln hängen und gekauft werden können. Während ich durch die Gänge gehe und die vielen bunten Stoffreste betrachte, fallen mir kurze schwarze Pelzjäckchen auf. Die nehme ich genauer unter die Lupe, ob ich mir eines kaufe? Ach nein, so hundertprozentig gefallen sie mir nicht und sehen außerdem etwas klein aus. Als ich das Gebäude verlasse und wieder die Treppe zu meiner Wohnung hinaufkomme, fällt mir auf, daß ich die ganze Zeit einen weißen Schal wie eine Stola um meinen Kopf gelegt hatte. Das sieht ziemlich bescheuert aus. Ein wenig, als hätte ich Zahnschmerzen. Kein Wunder, daß mich die Leute alle so komisch angucken.

Körper-Erkundungen

Mit dem Blassen in einer offenen Wohnung, in der auch andere Leute verschiedenen Aktivitäten nachgehen. Wir sind allein in einem Zimmer und erkunden in einer großen Badewanne, welche wie eine Liege oder ein Bett ausgelegt ist, unsere Körper. Die Situation ist eher unsexuell und nicht besonders romantisch. Mehr ein vorsichtiges Sichannähern und neugieriges Erforschen in dem Bestreben, die Verletzlichkeit des anderen nicht zu mißachten. Nachdem er mir das Höschen herunterziehen durfte, während ich auf dem Bauch liege, um das zu sehen, was bisher noch verdeckt gewesen ist, ist nun er an der Reihe. Ich möchte seinen Penis sehen. Dazu stellt er sich, während ich hocke, seitlich vor mich hin, so daß ich ihn genau in Augenhöhe habe. Da er schlaff ist, beginne ich mit der Hand zu reiben, jedoch nicht fordernd, sondern zart und leicht, gerade so viel, daß es reicht, um ihn aufzurichten. Schließlich soll es nur der Erforschung dienen, aber nicht sexuell werden. Es könnte bereits zu unangenehmen Mißverständnissen führen, wenn jetzt jemand hereinplatzt und wir beide halb nackt sind. Sex ist viel zu riskant. Ich betrachte aufmerksam jedes Fältchen und jedes Äderchen. Es ist nicht eben das, was man ein "Prachtexemplar" nennt. Und wohl deshalb spüre ich auch eine gewisse Unsicherheit bei ihm. Doch gerade, daß es, bzw. er nicht perfekt ist, macht mich zufrieden. Er muß schon eine Menge Vertrauen zu mir haben, wenn er sich mir trotzdem so präsentiert. Und er scheint vor Glücksgefühlen überzuquellen. Jedenfalls erklärt er mir begeistert, wie unglaublich glücklich er sei und daß er noch nie in seinem ganzen Leben so glücklich gewesen sei wie heute. Er sagt zwar nicht, daß meine Anwesenheit ihn glücklich macht, aber ich deute es so und muß über seine pathethische Art ein wenig schmunzeln. Sein Glück macht mich selbst ebenfalls glücklich, obwohl ich es eher still genieße. Es ist ein Glücksgefühl, das sich fortpflanzt, wenn man es verschenkt. Ich erforsche nun seinen Po, einschließlich seiner dunklen Spalte, und dann bin ich es wieder, die sich zu offenbaren hat. Er möchte die geheimen Körperstellen sehen, die ich bisher noch zu verbergen suchte, weil ich sie für nicht schön halte. Da wären insbesondere meine Füße. Er hat meine Füße noch nie nackt gesehen. Es kostet mich nicht viel Überwindung, ihm zu vertrauen, obwohl es sich ein wenig anfühlt, wie von einer Klippe zu springen. Ich lege meine bloßen Füße buchstäblich in seine Hände und er beginnt sie sanft zu massieren. Zwar macht er irgendeine Bemerkung über sie, aber keine die mich verletzt. Nach einiger Zeit verläßt er das Zimmer und kommt mit einer Kiste voller Handygehäuse an. Er möchte mir unbedingt etwas schenken und will deshalb, daß ich mir eines aussuche, aber für mein Handy ist keines dabei, also nehme ich irgendeines, um ihn nicht zu enttäuschen. Doch er möchte mir so gerne eine richtige Freude machen und geht deshalb abermals hinaus, auf der Suche nach einem Geschenk für mich. Ich habe mich inzwischen angekleidet und bin auf den Flur getreten. Aus dem gegenüberliegenden Zimmer kommt er mir mit einer weiteren Kiste entgegen, neben ihm ein kleiner Mann, der mich neugierig betrachtet und sich wohl fragt, womit ich so viel Aufmerksamkeit verdient habe. Auch in dieser Kiste ist nicht wirklich etwas, das ich gebrauchen kann oder mir gefällt. Aber ich spüre die tiefe Dankbarkeit des Blassen und seinen Wunsch, diese mit einem Geschenk auszudrücken. Das finde ich total süß. Inzwischen sind irgendwelche Bekannte von ihm gekommen, die in der Küche zusammensitzen. Er läd mich ein, mich dazu zu gesellen. Allein zurück geblieben im Zimmer, verspüre ich nicht viel Lust auf fremde Leute und Smalltalk, aber ich gebe mir einen Ruck und betrete ihm zuliebe doch die Küche, wo ich mich etwas abseits auf einen freien Fensterplatz setze, hoffend, daß meine Anwesenheit ausreicht und ich nicht allzu viel mitreden muß.
Später sitzen wir in seinem Auto, auf dem Weg zu irgendeinem Ziel. Er fährt immer langsamer und langsamer, bis der Wagen nur noch wie eine Schnecke dahinkriecht. Mir ist klar, daß er das mit Absicht macht, um das Zusammensein mit mir auszudehnen, und da ich mich in seiner Anwesenheit ganz genauso wohl fühle, sage ich nichts zu dem Manöver. Wenn er den Wagen anhält, bleibt vielleicht auch die Zeit stehen.

Danach hörte ich, noch im Halbschlaf, langsam aus dem Traum auftauchend, ein leises Flattern. Ich knipste das Licht an und entdeckte über meinem Bett einen Schmetterling, der die Decke entlangflatterte. Ich wunderte mich, woher er gekommen war und schlief wieder ein. Nach dem Aufstehen suchte ich überall in der Wohnung nach dem Schmetterling, aber fand keinen mehr.

58

Ein Studiengangswechsel. Ich sitze bereits im Seminar des neuen Studiengangs, neben mir meine ehemalige Schulfreundin A., die Galgenmännlein mit einer anderen Studentin spielt. Dazu hat sie einen Galgen und Striche für die Buchstaben des Wortes mit weißer Kreide auf die Lehne ihres Vordermannes gezeichnet. Eine Universitätsmitarbeiterin kommt auf mich zu und fragt nach den bisher beim Studium gesammelten Punkten. Diese sollen auf den neuen Studiengang umgeschrieben werden. 58. Es sind genau 58. Woher habe ich die eigentlich? Ich kann mich nicht mehr erinnern.

Zweigeteilter Vater

Der Anrufbeantworter leuchtet rot durch meine Nacht. Von überall her höre ich die Stimme meines Vaters, ätzend und aufbrausend, im Streit mit jemanden. Ich denke, das gibt es doch gar nicht, er ist tot. Wieso höre ich ihn dann ständig, als würde er leben? Werde ich vielleicht wahnsinnig? Bin ich verrückt und höre Stimmen? Oder hat mein Vater eine tote und eine lebende Seite? Ein Bild des zweigeteilten Vaters.

Münzen

UrvogelEine Handvoll silbrig und golden glänzender Münzen, welche mit Fossilien und urzeitlichen Tieren geprägt sind. Sie sind nicht aus echtem Gold oder Silber, deshalb auch nicht besonders wertvoll, jedoch befinde ich mich in einem Haus (Naturkundemuseum?), in welchem man in einer Art Tresorraum diese Münzen hinterlegen kann. Wenn man dies tut, dann steigt ihr Wert automatisch mit der Zeit, und zwar durch eine Maschine, in welcher die Münzen liegen (Umwandlung in Gold und Silber?). Außerdem hat man einen Notgroschen außerhalb des eigenen Haushalts, auf den man zurückgreifen kann. Eine gute Idee, weshalb ich einige Münzen im Tresorraum in einen Kasten stecke. Jedoch nicht alle. Von einigen besonders schön glänzenden möchte ich mich nicht trennen.

Bemerkung: Das soll mich wohl daran erinnern, den Koffer mit Goldmünzen, eine Hinterlassenschaft meines Vaters, abzuholen.

Schwäbisch

Auf vielen Reisen, zuerst im großelterlichen Spreewalddorf. Dort wurde ein sehr schöner Park angelegt. Neben normalen Bänken gibt es auch "Kippelbänke" und Hängesitze, auf denen man hin- und herschaukeln kann. Sie sind besonders bei den Jugendlichen sehr beliebt und schon voll besetzt. Es ist schwierig, einen freien Platz auf ihnen zu finden. Ich mache einen Spaziergang etwas außerhalb des Dorfes im Wald. Der Herbstwind fegt braune Blätter vor mir her, doch mitten darin entdecke ich ein wunderschön goldglänzendes Ahornblatt. Ich bücke mich danach, um es vielleicht mitzunehmen und zu pressen, überlege es mir aber anders und lasse es liegen.
Später befinde ich mich in Polen bei unseren polnischen Bekannten. Unglaublich viele leckere Kuchen und Torten, so daß ich mich kaum entscheiden kann. Auf einem Baum zwei große und zwei kleine Katzen, etwas versteckt hinter den Blättern. Vielleicht eine Katzenfamilie.
Irgendwo zwischen den Reisen lese ich mit lauter Stimme etwas von einem Blatt vor. Ich lese es in einer fremden Mundart, die ich nicht kenne, und wundere mich selbst ein wenig darüber. Doch der Dialekt fließt mir wie selbstverständlich von der Zunge. Nach dem Aufwachen dachte ich sofort, daß es Schwäbisch gewesen sein müsse, obwohl ich nicht weiß, wie ich darauf komme. Ich kenne mich nicht besonders mit Mundarten aus und kann gerade mal Berlinerisch, Sächsisch, Bayrisch und Hamburger Dialekt unterscheiden und überhaupt keine nachahmen. Ich finde den Gedanken interessant, daß ich in meinem Unterbewußtsein anscheinend in der Lage bin, fließend Schwäbisch(?) zu sprechen, aber diese Fähigkeit im Wachsein sofort wieder verliere.

Fremde Planeten und Rosa Luxemburgs Todestag

Eine Forschungsstation in Afrika. Ein Elefant möchte durch die Tür hinein und stemmt sich so dagegen, daß eine Ecke schon aufsperrt, das Schloß hält jedoch noch. Ich stemme mich jetzt kurzer Hand auf der anderen Seite gegen die Tür, denn der Elefant soll draußen bleiben!

Für einen Zwischenstopp auf einem anderen Planeten. Der Name des Planeten beginnt mit Sa...(aber nicht Saturn, sondern eher Saturnisse o.ä.). Auf diesem Planeten ist alles in Blau und glitzerndem Weiß. Weite Ebenen sehen aus, als seien sie mit Styroporkümeln übersät. Die Wesen diesen Planeten sind unsichtbar, aber einen sehe ich trotzdem. Er hat sich nur im Oberkörper materialisiert. Wenn sie sich materialisieren sehen sie genauso aus wie Menschen, sind allerdings ohne Kleidung.

Ein Spaziergang durch meinen Bezirk. Die Sonne scheint und es ist für den späten Oktober erstaunlich warm. Ich sehe sogar Kinder in Badeanzügen spielen und überlege selbst, einen anzuziehen. Unterwegs treffe ich meine Mutter, die mir begeistert von ihrem Urlaub in einer Berghütte erzählt. M. und K. wurden, als sie krank waren, dort sogar von einem Mädchen gepflegt und im Bett aufgerichtet. So etwas findet man woanders gar nicht mehr. Ich knabbere an meiner wahrscheinlich letzten Eistüte für dieses Jahr und höre mir ihren Bericht an. Da wird sie von einer Frau (hochgesteckte, braune Haare) auf einer Bank angesprochen. Die beginnt: "Letzte Woche, wo doch Rosa Luxemburg gestorben ist...." Sie meint wahrscheinlich den Todestag, aber in meiner trockenen Art und Weise unterbreche ich und sage, mehr als Scherz: "Ich glaube, das ist schon ein bißchen länger her." Sie nimmt es völlig ernst, überlegt und erklärt bestimmt, daß es letzte Woche gewesen sei, allerdings mit einem Blick und einem Tonfall, als würde sie mir nicht zutrauen, überhaupt etwas über Rosa Luxemburg zu wissen. Also verstumme ich, lasse sie reden und gehe weiter.

Avatara Negri

An einem grünen Ort mit vielen Hochhäusern. Sie erinnern an die Hochhäuser im Thälmann-Park, jedoch sind sie viel bunter. In einem dieser Hochhäuser stehe ich mit einem jungen Mann an einer Fensterwand und wir schauen hinaus. Alles in dem Ort hat besondere Namen. Das Hochhaus gegenüber zum Beispiel heißt "Avatara negri", erklärt er mir, denn ich bin fremd hier. Alle Häuser beginnen im Namen mit "Avatara", aber auch Brücken, Straßen und Plätze haben Namen, die ähnlich seltsam klingen. Dann erzählt er mir, wie er früher noch ganz unten mit seinem Großvater im gleichen Haus gewohnt und immer aus dem Fenster geschaut hätte. Inzwischen ist er viel weiter oben in einer Wohnung angekommen. Nebelfetzen legen sich um das Hochhaus, so daß die Sicht nach unten verhangen ist. Er fragt, ob ich es wagen würde, zu springen. Erschrocken weiche ich vom Fenster zurück. Sicherlich nicht! Aber er fragt es so, als wäre es nur eine Mutprobe und als könne gar nichts passieren. Wir haben jeder den Arm um den anderen gelegt und erzählen Geschichten aus unserem Leben, dabei aus dem Fenster schauend. Dann küßt er mich und wir hören nicht auf zu küssen, während wir uns zu einer langsamen Melodie drehen. Undeutlich bemerke ich, daß ein älterer, ergrauter Mann mit Halbglatze uns aus dem Nebenzimmer beobachtet. Mein junger Freund setzt sich und zieht mich auf seinen Schoß. Ich fahre ihm mit den Fingern zärtlich durch seine kurzen Haare und wir küssen uns erneut. Ich merke, daß er nun Sex will, und während des Küssens und Umarmens denke ich bei mir - wenn ich jetzt mit ihm Sex habe, ist es vielleicht so schlecht, daß ich morgen völlig frei gehen kann und nicht mehr an ihn denke. Die Aussicht erscheint mir verlockend. Und im Traum weiß ich, daß er in diesem Augenblick, während wir uns küssen, genau dasselbe denkt - wenn ich jetzt mit ihr Sex habe, ist es vielleicht so schlecht, daß sie mich morgen nicht mehr interessiert und ich aufhöre, an sie zu denken. Fast erscheint es mir wie eine dieser Komödien im Fernsehen, wo eine Stimme aus dem Off die Gedanken der handelnden Personen verrät.

Noch immer im Hochhaus, doch diesmal ist es ein Büro in den Wolken. Ich sitze am Schreibtisch und gleiche telefonisch Zahlungen mit einem Träger ab. Die Frau sagt, sie müsse sich die Buchungen noch einmal anschauen und rufe zurück. Das macht sie auch sehr schnell, es verging kaum eine Minute. Da ich abgelenkt bin, spricht sie auf den Anrufbeantworter: "Stimmt. Sie haben recht. Bitte rufen Sie mich an." Das möchte ich auch - ich wähle erst die 90 und dann ihre Nummer, 1277..... - doch so viel ich es auch versuche, immer kommt etwas dazwischen. Es will mir einfach nicht gelingen, ihre Nummer richtig einzutippen. Mal vertippe ich mich, dann ist es zu dunkel, um die Zahlen zu erkennen, ein weiteres Mal flutscht das Telefon dauernd weg. Ich versuche es so hinzustellen, daß es fest steht und nicht verrutscht, aber nun lösen sich irgendwelche Teile, das ganze Telefon fällt fast auseinander. Ein Mann ist hereingekommen, wohl ein Vorgesetzter, und mir ist das sehr peinlich. Wenn der sieht, wie dämlich ich mich dabei anstelle, eine Nummer zu einzutippen, sagt er mir doch gleich, ich bin für den Job nicht geeignet. Irgendwann gebe ich es auf, lasse Telefon Telefon sein, und verlasse genervt das Zimmer.

Noch immer im Ort mit den Hochhäusern. Ich bin jetzt ein kleiner Junge, der regelmäßig von zwei oder drei älteren Männern mißbraucht wird. Inzwischen habe ich mich daran gewöhnt. Während andere Kinder mit ihren Klassenkameraden spielen, sind die Männer meine Spielgefährten. Allerdings ist es immer wieder demütigend, wenn sie mit mir hinter ein Haus gehen und sich ein anderes Kind beim Spiel dorthin verirrt. Meistens gucken die dann ganz komisch und ich möchte doch nicht, daß es jemand mitbekommt. Außerdem glaube ich nicht, daß ich noch lange lebe. Wenn ich älter werde, werden mich die Männer sicherlich umbringen, weil ich dann zu gefährlich bin. Irgendwo wird man mich verscharrt finden, bzw. nur meinen Kopf. Ich bin mir sicher, daß man nur meinen Kopf findet. Ich überlege, wie ich wohl am liebsten gefunden werden möchte. Vielleicht darf ich mir ja etwas wünschen. Während sich die Männer an mir zu schaffen machen, werfe ich eine Eichel, die ich irgendwo gefunden und in meiner Hand gehalten hatte, weit von mir. Dabei beobachte ich ein winziges Eichhörnchen, das einen gigantischen Sprung hinterher macht und sich auf die Eichel stürzt. Für einen kleinen Moment muß ich lachen, denn es wirkt sehr witzig - ein hungriges fliegendes Eichhörnchen.

Riesenrad und legasthenischer Freund

Auf dem Balkon eines Hauses westlich der Pfarrkirche der väterlichen Gemeinde. Ich sitze, bzw. liege im Balkon wie in einem Liegestuhl und er ist genauso wackelig, schwankt unter meinem Gewicht bei jeder Bewegung hin und her. Es ist bereits völlig dunkel, da wird meine Aufmerksamkeit plötzlich auf bunte, funkelnde Lichter am Himmel östlich über und hinter der Kirche gelenkt. Was ist das denn? Ein Feuerwerk? Langsam erkenne ich es. Es ist ein Riesenrad! Zwar nicht ganz so hoch wie der Kirchturm, aber ebenfalls ziemlich groß. Es muß um die Kirche herum ein Weihnachtsmarkt aufgebaut worden sein. Das ist an diesem Platz neu. Normalerweise lassen mich ja Weihnachtsmärkte kalt, aber so von oben auf die vielen funkelnden Lichter zu schauen ist ein tolles Erlebnis - bei dieser schwankenden Höhe allerdings auch riskant. Was für ein Ausblick!

In einer therapeutischen Einrichtung. Ich befinde oder befand mich in einer Gruppe, in welcher kreative Tätigkeiten zur therapeutischen Behandlung genutzt werden. Wir sind ca. zehn Leute in der Gruppe. Mit einer Frau bin ich etwas enger befreundet. Ich nenne sie Ch. K., wie eine Klientin von mir. Außerdem gibt es in der Gruppe einen Mann, mit dem ich nicht so viel zu tun habe, der aber immer wieder Kontakt zu uns sucht. Er ist geistig behindert und stottert, beachtet habe ich ihn bisher kaum. Eines Tages erklärt man mir bei einer Aussprache, daß ich eine große, verwerfliche "Sünde" begangen hätte und man mich deshalb aus der Gruppe ausschließt. Ich kann mich zwar nicht mehr erinnern, worum es ging, allerdings bin ich mir weder dieser speziellen Schuld bewußt, noch empfinde ich die entsprechende Sache tatsächlich als so verwerflich. Ich versuche deshalb darüber eine Diskussion zu führen und spreche einzelne Leute an, warum sie so denken, doch die Meinungen stehen felsenfest, wenn auch für mich unverständlich. Dann wende ich mich an Ch. K., sie weiß genau, daß der Vorwurf nicht stimmt und kann es bestätigen. Aber statt zu sagen, was sie weiß, schließt sie sich der Meinung der anderen an und erklärt, wenn die es sagen, müsse es stimmen.
Seltsam ist die umfassende innere Ruhe bei dieser Szene. Weder bin ich verärgert, noch enttäuscht, traurig, erschrocken oder sonst etwas. Ich bemühe mich zwar ernsthaft, den Vorwurf zu entkräften, doch ähnelt es mehr den liebevollen Bemühungen, das Denken der anderen für eine neue Betrachtungsweise, einen anderen Blickwinkel zu öffnen, und dazu, die tieferen Gründe für ihre Meinung zu hinterfragen. Erfolglos, wie ich irgendwann feststelle.
Also ziehe ich mich allein in mein Heimzimmer zurück und bemerke überrascht, daß von jemandem überall an die weißen Wände kleine Zettelchen gespickt wurden. Es sind winzige Kopien meiner Werke, Zeichnungen, Bilder und sonstigen kreativen Erzeugnisse. Nanu? Wer hat dies getan und wozu? Da erscheint der geistig behinderte Mann und lüftet das Rätsel. Er ist völlig überzeugt davon, daß mir Unrecht getan wurde und möchte sich für mich einsetzen, aber vor allem, da er wahrscheinlich ebenfalls nichts erreichen kann, möchte er mir eine Freude machen, die mich wieder aufmuntert. Dazu hat er sich überlegt, alle meine Werke schön gerahmt auf diesen Wänden zu präsentieren. Die Anordnung hat er bereits festgelegt, und um sie sich nicht zu vergessen, die kleinen Kopien mit Reißzwecken an der entsprechenden Stelle befestigt. Zuerst bin ich völlig überwältigt und sprachlos. So etwas Schönes hat sich noch niemand für mich ausgedacht. Dann kommen wir ins Gespräch. Je mehr ich mich mit ihm unterhalte, um so stärker empfinde ich hinter seinem äußeren "Idiotentum" eine unglaubliche innere Schönheit. Ich spüre sie so körperlich und faszinierend, daß sich das spontane und starke Bedürfnis meldet, ihn zu umarmen. Da wir bisher, halb sitzend, halb liegend auf einer Couch geredet hatten, jeweils einen Arm aufgestützt, muß ich ihn erst etwas ungelenk mit einer Berührung seiner Schulter und einer entsprechenden Bemerkung auf meinen Wunsch aufmerksam machen. Wir ändern die Sitzposition so, daß wir uns umarmen können und ich drücke ihn fest und lange. Danach erheben wir uns und er kommt irgendwann mit einem Brief wieder, den er mir reicht. Es ist ein Brief, den er geschrieben hat, um sich für mich einzusetzen. Ich versuche ihn zu entziffern, aber es ist fast unmöglich, denn er strotzt vor Rechtschreibfehlern und die einzelnen Wörter erscheinen in einer völlig absurden Lautsprache, die man mehrmals langsam wiederholen muß, um zu erraten, was es heißen soll. Anscheinend ist er also auch Legastheniker. Im ersten Moment entgeistert, muß ich gleich darauf schon lächeln. Es ist sowas von egal und völlig bedeutungslos, genauso wie seine geistige Behinderung. Es macht den Menschen etwas anderes aus.
Und mitten im Traum die Erkenntnis: Die Kreativitäts-Therapie bekommt mir gut. Ich sollte meinen Arzt unbedingt davon überzeugen, mir weitere Verordnungen zu geben.

Der Sarg meines Vaters und Michael Jackson als rasender King Kong (Venus tr Konjunktion Pluto r)

Ein Klassenzimmer, in dem der Sarg mit meinem Vater steht. Es ist nicht mehr üblich, die Särge in der Erde zu vergraben, sondern man bewahrt die Toten in einem Sarg voll Erde auf. Da die Körper dabei von Erde umgeben sind, ist man von den Auswirkungen der Verwesung ziemlich geschützt, kann den Sarg mitten irgendwo im Zimmer aufstellen und muß nicht erst auf den Friedhof gehen, um den Toten zu besuchen. Bei meinem Vater ist allerdings einer der Füße aus der Erde gerutscht und schaut ein wenig aus dem Sarg heraus, dies stört jedoch keine der zahlreichen Personen um mich herum. Verwesende Gliedmaßen sind inzwischen etwas ganz Normales. Ihnen begegnet man überall, da auch andere Särge, die in Zimmern stehen, nicht unbedingt so streng verschlossen sind. Irgendwie stört mich der Sarg, weil er den Platz für einen Schreibtisch für mich wegnimmt. Ich habe keinen Platz zum Sitzen und zum Arbeiten, und versuche das jemandem klar zu machen, damit dieser erlaubt, den Sarg hinausbringen zu lassen. Meine ehemalige Chefin schwebt herein, d. h. sie läuft trotz ihrer Körperfülle in einer seltsam affektierten Art, und bekommt den Disput mit.
Gerade sage ich, daß ich Tag für Tag am Grab meines Vaters gewesen bin - hier korrigiere ich mich, da mir einfällt, daß es so nicht stimmt -: Ich sei oft am Grab meines Vaters gewesen, aber jetzt wäre es an der Zeit, den Sarg zu entfernen, um Platz zu schaffen, damit ich an einem vernünftigen Schreibtisch sitzen kann und auch vernünftig arbeiten kann. Meine Chefin signalisiert hier mit einer Bemerkung ihre absolute Zustimmung zu meiner Meinung, hält sich aber nicht weiter auf, sondern schwebt an mir vorbei zu den anderen Leuten im Raum. Ich bin froh, daß ich wenigstens sie mit meinem Wunsch hinter mir habe, denn anscheinend ist man hier über solche Vorschläge nicht sehr erbaut. Während ich ihr nachschaue, fällt mir auf, daß sie eine unnatürlich gelbe Haut hat. Sie steht jetzt vor den anderen, öffnet ihre Bluse und präsentiert ihnen etwas, das ich selbst nicht sehen kann, aber aus den Reaktionen in hellsichtiger Weise erkenne: Ein tellergroßes Geschwür an ihrem Oberkörper.

In einem anderen Zimmer, wieder in ein Gespräch vertieft. Eine Wand des Zimmers fehlt und der Raum geht direkt in die Umgebung über. Aus dem Augenwinkel beobachte ich eine dichte schwarze Wolke, welche immer größer und größer wird, sich bis hoch in den Himmel ausdehnt. Aus dieser Wolke materialisiert sich eine Gestalt, eine Mischung aus Michael Jackson und einem Gorilla, in der Größe von King Kong. Der allererste Blick, mit gewendetem Kopf, schräg über die Schulter, mit unheimlichen, tierischen Augen, fällt genau auf mich. Nun bin ich diesem Wesen gegenüber winzig klein und überlege deshalb, ob es mich überhaupt gesehen hat. Vielleicht hat es mich ja gar nicht wahrgenommen. Andererseits weiß ich doch genau, daß es nicht so ist, sondern daß diese Mischung aus Michael Jackson und King Kong allein mich sucht, mich überall hin verfolgen wird und mich ganz sicher auch erkannt hat. Also beschließe ich sogleich zu flüchten. Während ich mich eilig vom Ort entferne, überlege ich fieberhaft, wo ich mich verstecken könnte. Am sichersten erscheint mir, mich in einem Kleiderschrank zu verstecken, da winzige Schränke dieses Geschöpf vielleicht nicht interessieren. Ich bin mir allerdings nicht klar darüber, wie es mit seinem Geruchssinn aussieht. Eventuell kann er mich ja "erschnüffeln". Doch ein Schrank ist sowieso weit und breit nicht in Sicht. Stattdessen gehe ich die Treppen zu einem Schwimmbad hinunter. Seltsamerweise sehe ich um das erhöhte Schwimmbecken herum sich sehr lange Besen bewegen. Nanu? Was ist das? Doch mit einigen Schritten weiter lüftet sich schon das Geheimnis. Eine Putzkolonne fährt lautlos auf Weinachtschlitten um das Becken herum und auf jedem Schlitten befindet sich ein Besen, die ich in der Länge auf mindestens drei bis vier Meter schätzen würde. Nun ist die Putzkolonne aus den Schlitten gestiegen und kommt mir auf der Treppe entgegen. Die Chefin ist eine ältere, verhärmt aussehende Frau mit feuerroten kurzen Haaren. Sofort vermute ich, daß es eine Hexe ist. Das würde auch die merkwürdigen Besen erklären. Sie ruft jemandem aus der Kolonne etwas zu und nennt ihn "Stefan". Es gibt zwar jede Menge Personen, die Stefan heißen, aber etwas in der Art ihrer Aussprache, eine kleine Betonung nur, läßt mich sofort wissen, daß es ein Stefan ist, den ich kenne. Nur woher? Es will mir nicht recht einfallen. Vielleicht einer meiner Blognachbarn? Aber ich habe keine Zeit, mich mit diesem Stefan weiter zu beschäftigen, denn ich muß mich vor King Kong in Sicherheit bringen.

Bemerkung: Ein Traum wie ein Abstieg ins Totenreich. Samhain ist doch noch gar nicht...

Trächtige Elefantenkuh und mein Vater

Eine Nacht mit einer trächtigen Elefantenkuh an meinem Bett. Ich erwache, weil sie unruhig wird. Wahrscheinlich steht die Geburt kurz bevor, denke ich, und suche im Dunkeln ihren Bauch, um ihn zu massieren und sie damit zu unterstützen. Sie ist nicht sehr groß, kaum zu glauben, daß sie ein Elefant ist, aber sie hält nicht still und den Bauch finde ich nicht. Irgendwann finde ich nicht einmal mehr einen Elefanten, weder einen großen, noch einen kleinen, und schlafe wieder ein. Als ich erwache, ist es hell und von Elefanten weit und breit keine Spur. Kein Baby-Elefant und auch keine Mutter. Na sowas! Vielleicht hat sie sich irgendwohin zurückgezogen, um ihre Ruhe zu haben. Es wird ja hoffentlich nichts schlimmeres passiert sein.

In der Wohnung meiner Eltern. Mein Vater läuft gesund und munter darin herum, als wäre nie etwas gewesen. Ich bin ziemlich erstaunt - da war er schon ein Pflegefall und hat es doch wieder auf die Füße geschafft. Wirklich überraschend wie zäh er ist. Man könnte fast meinen, er sei unsterblich. Der Abend verläuft mit Fernsehen bei meinen Eltern und mein Vater möchte uns Getränke mixen. Es ist allerdings bereits halb Zwölf, ziemlich spät, als er sich endlich daran macht. Er fragt mich, ob ich lieber ein Mixgetränk mit Eierlikör, mit Himbeere oder einer dritten Zutat möchte und ich wähle Eierlikör. Hinter mir höre ich die scharfe Stimme meiner Mutter, die hereingekommen ist. "Du bist ja noch nicht im Bett!" Ja, hallo? Ich bin erwachsen. Was will sie? Doch als ich mich umschaue, bemerke ich, daß sie gar nicht mich meint, sondern einen kleinen Jungen, der in einer Ecke sitzt. Er ist mir bisher gar nicht aufgefallen. Haben meine Eltern ein neues Kind? Sieht so aus und er sollte tatsächlich noch nicht so lange wach bleiben in seinem Alter.

Bemerkung: Bekommen vielleicht die zwölf Elefanten in meiner Wohnung bald Zuwachs?

Mir fällt ein,

daß ich letzte Nacht ebenfalls von einem Instant-Kafka und einem Erbsengrillfest träumte. Was immer das ist...

Private Ausstellungsführung mit Herrn Schneck

Herr Schneck hat eine eigene Ausstellung eröffnet, in welcher nicht nur sein gesamtes Bilderwerk zu besichtigen ist, sondern ebenfalls bunt mit den Bildern durcheinandergewürfelte historische Funde untergebracht sind. Zusammen mit Audrii bin ich zu einer privaten Führung mit Herrn Schneck persönlich eingeladen. Wir betreten dazu das Ausstellungsgebäude, das von außen wie ein kleines weißes Schlößchen aussieht. Die große Halle mit einem Kuppeldach ist bis auf einige Vitrinen vor allem an den Wänden meterhoch bis zur Decke mit Bildern gepflastert. Da diese recht hoch ist, muß man den Kopf in den Nacken legen, um die oberen Gemälde zu betrachten. Ich bin absolut überrascht von der überwätigenden Fülle an Exponaten, allerdings frage ich mich auch insgeheim, ob es nicht ein bißchen sehr viel auf einmal ist. Doch dann wird mir klar: Keineswegs. Da die Räumlichkeit architektonisch sehr barock wirkt (im Traum denke ich an ein barockes Refektorium), ohne dabei bunt zu sein, sondern mit rein weißen Wänden, paßt die Überladung mit Bildern irgendwie perfekt und es macht Spaß, in dieser Fülle immer wieder neue Schätze zu entdecken. Dazu muß man jedoch wirklich hinsehen, sehr genau hinsehen, um zu finden. Man bekommt die Bilder nicht auf dem goldenen Tablett serviert, sondern es ist nötig durch die Fülle, die wie eine Tarnung und ein Versteck funktioniert, zu ihnen hindurchbrechen.

Streifzug durch Elsas Gegend

An einem Schreibtisch sitzend, neben mir einen Stapel Fotos aus Elsas Leben. Ich weiß nicht, wie die Fotos zu mir gekommen sind und auch nicht, ob es ihr recht ist, wenn ich sie ansehe. Das allererste Bild, auf das ich automatisch schon einen Blick werfen kann, zeigt ihre Häuser. Es sind zwei kleinere, weißgetünchte, die eng beieinander stehen. Elsa kommt herein, beugt sich über meine Schulter und beginnt das Foto zu erklären. Die anderen Bilder verstecke ich vorsorglich. Von einem Moment zum anderen befinde ich mich nun mitten auf einer Landstraße in einer ländlichen Gegend. Links an die Straße schmiegt sich ein kleinerer bewaldeter Hügel, der auf der Spitze bebaut ist. Rechts liegen Felder und über kleinere Feldwege gelangt man ebenfalls in den Wald. Elsas Vater jagd gerne in den ausgedehnten Wäldern. Die Landstraße selbst ist teils gesperrt und aufgerissen, anscheinend wird hier gebaut. Deshalb habe ich auch keine große Lust, auf ihr weiter zu gehen, sondern biege nach rechts in die kleineren Wege ab. Dabei lande ich erst aber zum Einkauf in einer Kneipe mit Verkaufsraum. Beides ist miteinander gekoppelt. Man betritt zuerst den Schankraum mit mehreren Tischen, und wenn man diesen durchschritten hat, führt eine schmale Tür in den sehr unspektakulären Verkaufsraum, wo es auch nicht viel im Angebot gibt. Gerade nur das wichtigste. Mit einem Abendessen ausgestattet, verlasse ich den Laden und folge weiter dem Weg, der stets tiefer in stille, unberührte Natur führt. Um mich herum ist immer noch Feld, welches aber durch locker stehende Baumgruppen unterbrochen wird. Hoch am blauen Himmel breitet ein großer Vogel seine mächtigen Schwingen. Ich halte ihn für einen Kranich und beobachte ihn, da läßt er sich plötzlich ganz in meiner Nähe nieder. Ich gehe etwas heran und stelle fest, daß es ein Eisvogel ist, der in den schönsten Farben schillert. Auf den Flügeln trägt er einen Schnörkel als Zeichnung. Etwas später befinde ich mich an einem Landschaftgebiet, das durch einen Maschendrahtzaun von der restlichen Gegend abgetrennt ist. Es ist von unaussprechlicher Schönheit, völlig wild von bunten Blumen und Kräutern bewachsen, mittendrin ein kleiner Teich, in dem ungewöhnlich große Libellen, die sogar noch aus der Ferne zu erkennen sind, ihre silbrigen Flügel breiten. Das ganze Gebiet liegt etwas tiefer, so daß man es gut überschauen kann, gehört zu einem Schloß oder einer Burg, die dahinter thront, und hat etwas märchenhaftes, verwunschenes und magisches, was nicht zuletzt an den außergewöhnlich glänzenden und leuchtenden Farben liegt. Aber es geht hier wirklich nicht mit rechten Dingen zu, denn eine unbekannte Frauenstimme aus dem Off fordert uns auf (es stehen noch andere an der Begrenzung und gucken), über den Zaun hinüber zu springen und an den Schloßmauern zeigen sich immer wieder seltsame Flecken und Zeichen - Sonnenflecken -, die sofort wieder verschwinden, wenn man hinschaut. Einerseits würde ich nichts lieber als über den Zaun in diese märchenhafte Natur zu springen, andererseits bin ich auf der Hut, denn ich vermute daß es dort sumpfig ist. Wo es besonders schön schillert, ist wahrscheinlich auch besonders viel Wasser, und wenn ich Pech habe, stecke ich dann bis zur Hüfte im Schlamm. Irgendwann befinde ich mich aber doch auf der anderen Seite und es ist wirklich sumpfig, allerdings nicht so schlimm, wie ich befürchtet hatte. Durch die brusthohen Gräser und den Schlamm arbeite ich mich langsam bis zum Schloß vor. Im Schloß erfahre ich etwas über Elsas Eltern und befinde mich bald darauf in dichtem Wald, wo ich Elsas Vater beobachte, wie er in einem kleinen Waldtümpel Selbstmord begeht. Er hat eine Flinte in der Hand, denn anscheinend war er gerade auf der Jagd, doch denn Selbstmord begeht er, indem er in dem Tümpel untergeht. Etwas später sehe ich auch Elsas Mutter am Tümpel. Ich denke, daß sie ebenfalls Selbstmord begehen will, da sie Anstalten macht, hineinzuspringen, und das bestürzt mich sehr, so daß ich fieberhaft überlege, ob ich noch irgendwie eingreifen und sie davon abhalten kann. Aber da ist sie bereits gesprungen und zu meiner großen Erleichterung beobachte ich, wie sie wieder aus dem Wasser auftaucht. Puh, so kann ich Elsa wenigstens diese eine gute Nachricht überbringen.

Der Zirkel im Swimmingpool

Stille Nacht, in der jedoch so etwas wie ein Gartenschwimmfest stattfindet. Trotzdem wird die Stille und die Dunkelheit kaum gestört, da nicht sehr viele Leute sich um den großen rechteckigen Swimmingpool versammelt haben. Ich selbst befinde mich erhöht auf einem Sprungturm sitzend. Von hier habe ich einen Überblick über das gesamte, fast menschenleere Becken. Die unzähligen Sterne des Nachthimmels spiegeln sich faszinierend auf der schwarzen Wasseroberfläche. Es ist, als sei die Milchstraße hineingestürzt, ein Anblick, der mich fast hypnotisch zum Dichten inspiriert. Versonnen ins Wasser blickend spinne ich einige Worte in der Art: "Ferner noch die Sterne in den Tiefen des Wassers denn ihre Brüder am Himmel. So tief du auch tauchst, erreichst du sie nie." Es gefällt mir nicht besonders und während ich noch sinne, fällt mir ein glänzender Gegenstand auf dem Grund des Schwimmbeckens auf. Es ist ein riesiger silbriger Zirkel, dessen Schenkel noch größer sind als ein Mensch. Er muß in das Wasser gefallen sein und sollte schnellstens wieder herausgeholt werden, bevor er zu rosten beginnt. Irgendwie fühle ich mich in der Verantwortung, aber ich springe sicher nicht von hier in das schwarze Wasser. Das Schwimmbecken mit dem Zirkel begegnet mir noch mehrmals im Traum aus unterschiedlichen Perspektiven. Einmal befinde ich mich direkt im Wasser und bemerke, daß der Swimmingpool nicht besonders tief ist, aber der Grund abfallend. Am Rand reicht mir das Wasser gerade bis zur Hüfte, doch je weiter man hineingeht, um so tiefer wird es. Ich wate durch die dunklen Fluten - die nicht all zu sauber sind, denn tote Insekten und welkes Laub schwimmt darin herum - und erkenne wieder denn sibrig vom Grund herauf schimmernden Zirkel. Doch er liegt im tieferen Teil und auch diesmal kann ich mich nicht dazu überwinden, herabzutauchen und ihn zu holen. Das Wasser ist mir einfach zu dunkel und zu dreckig. Sieht den Zirkel denn niemand sonst und fischt ihn da raus?

Eine undefinierte Umgebung, mein Vater in der Nähe. Auf einem (Kühl-?) Schrank entdecke ich eine schleimig-glibbrige Larve in einer Art Schneckenhaus oder Muschel. Ich zeige sie meinem Vater und währenddessen noch entfaltet sie sich und wird zu einem winzigen Krokodil, einem Baby-Krokodil, das seine Schnauze herausstreckt. Ich bin etwas erschrocken, denn auch wenn es jetzt noch klein ist, wird es irgendwann mal größer und ist dann nicht mehr so niedlich. Ich bin deshalb dafür, daß es entfernt wird, aber mein Vater lacht bloß, tippt mit dem Zeigefinger an die kleine Krokodilschnauze und sagt "Das tut doch keinem was!". Na jetzt vielleicht nicht, aber wenn das Krokodil hier bleibt, dann bleibe ich nicht. Und schon wandere ich schnellstens von der Bildfläche ab.

Bemerkung: Gestern schrieb ich in einer Mail über die Quadratur des Kreises.

Die unheimlichen Russen

Ich lande bei einem Spaziergang in einem Haus, in dem meine unter mir wohnenden Nachbarn leben. In einem großen Zimmer sind jede Menge Leute versammelt, anscheinend Verwandschaft und Bekanntschaft. Seltsamerweise ist die Mitte des Zimmers mit alten Polsterstühlen vollgestellt, über die man drüber weg laufen muß, wenn man auf die andere Seite will. Erst finde ich das völlig normal, so wie eine Art Brücke oder Treppe. Doch dann denke ich - Hey, Moment mal! Wenn man die Stühle wegnehmen würde, würde man noch viel einfacher auf die andere Seite kommen indem man wie üblich über den Fußboden läuft. Das wäre auch viel entspannter als diese Kletterei. Merkwürdig, warum die sowas hier aufbauen, aber ok, ist ja ihre Sache. - Um die Masse von Polsterstühlen herum stehen Tische. Ich werde eingeladen, mich an einen von ihnen zu setzen. Vor mir beobachte ich einen Mann, der ein zugedecktes Tablett serviert. Er sieht aus wie ein Butler und lüftet galant den Deckel. Leckere Kuchenstückchen und Petit Fours sind auf dem Tablett arrangiert. Sind die etwa für mich? Meine Güte, die Leute sind aber sehr großzügig und gastfreundlich. Dabei kennen wir uns gar nicht. Eine schlanke, ätherische Frau mit weißer Haut und hellen halblangen Haaren tritt auf mich zu und wir wechseln einige Worte. Dabei erfahre ich, daß sie Russin ist. "Ich mag Russen!" entfährt es mir spontan, überwältigt von so viel freundlichem Willkommen, scheint aber die Frau nicht weiter zu beeindrucken. Sie lächelt nur ganz leicht. Jetzt würde ich gerne die anderen Leute kennenlernen und sie führt mich an den Nebentisch, wo sie mich vorstellt. Vor mir sehe ich aufgereiht einen Teil der russischen Sippschaft sitzen. Irgendetwas an diesem Bild stimmt nicht. Ich bin irritiert und kann den Fehler lange nicht ausmachen, spüre aber, wie mein Instinkt mich warnt. Dann erkenne ich es: Zwei der Personen haben schlumpfblaue Haut. Das sind gar keine harmlosen Russen, fährt es mir durch den Kopf. Blaue Haut haben keine Menschen. Das sind ganz andere Wesen, vielleicht einer anderen Dimension, und ob sie wirklich so freundlich sind, wie sie tun, steht noch nicht fest. Ab jetzt bin ich sehr aufmerksam und stark auf der Hut. Ich beobachte jeden Blick und jede Bewegung dieser unheimlichen Wesen. Wieder an einem Tisch sitzend, aber keinen Hunger mehr habend, sehe ich gegenüber in einer Ecke zwei dunkle Herren in altmodischen Anzügen die Köpfe zusammenstecken und zu mir herüberstarren. Es schaudert mich, denn beide haben dasselbe Gesicht als seien sie Zwillinge, und ich kenne dieses Gesicht. Es ist das Gesicht von Graf Dracula. Zu versuchen, wegzulaufen, würde wahrscheinlich nicht viel bringen, zumal ich über die Polsterstühle klettern müßte, deshalb bemühe ich mich, weiter völlig unbefangen und unwissend zu wirken. Innerlich jedoch wird mir immer schauriger zumute. Die ätherische Frau führt mich nach einer Weile durch einen Gang zu einem Zimmer. Mir wird bewußt, daß ich ein Mann bin und die Frau mit mir schlafen möchte. Ok, generell hätte ich ja nichts dagegen einzuwenden, aber ausgerechnet hier unter diesen...äh....unheimlichen Spukgestalten? Mitten in der Höhle des Löwen? Vielleicht ist sie ebenfalls kein Mensch. So recht begeistern kann ich mich für diese Vorstellung nicht und der Blick in das Zimmer macht mir auch nicht mehr Lust. Es ist zwar groß, aber völlig heruntergekommen und verdreckt, der Teppichboden fleckig und speckig, voller Ränder von Flüssigkeiten, Krümel, schmierigem Dreck und wer weiß, was sonst noch. Niemals würde ich barfuß darüber bis zum Bett laufen wollen. Das einzige, was mein Herz ein wenig höher schlagen läßt, ist ein riesiges, weißbezogenes Bett in der hinteren Ecke des Raumes. Mit riesig meine ich, in Länge und Breite mindestens zweimal so groß wie ein normales Doppelbett. Eine wirkliche Spielwiese, obwohl ich nicht unbedingt Sex darin würde haben wollen. Es würde mir schon reichen, einmal in einem so großen, weißen Bett liegen zu dürfen. Die Frage ist, nehme ich dafür den Dreck, die ominöse Partnerin und das Risiko in Kauf?

Bemerkung: Den Traum hatte ich, nachdem ich um ca. 5:30 h aufgewacht und um 6:00 h wieder eingeschlafen bin, als meine Nachbarn anscheinend endlich ebenfalls schlafen gegangen sind. Bis dahin haben sie wohl, wie schon öfter in den letzten Tagen, Disco gemacht, denn mein Schlaf wurde von wummernden, gleichförmigen Bässen begleitet.

Klassentreffen mit Gedichtsammlung

Ein Klassentreffen findet statt. Bis auf K.Th., die breite graue Strähnen im schwarzen Haar hat, sehen die anderen Mitschüler wie früher aus. Es wird geplaudert und gelacht. Gerade stecke ich mit zwei Personen die Köpfe zusammen, wobei wir wie Kinder mit dem Oberkörper irgendwo drüber liegen und die Beine frei baumeln lassen. Durch meine Mutter, die plötzlich zur Stelle ist, erfahre ich, daß ich einen zweiten Platz bei einem Wettbewerb gewonnen habe. Das muß ich völlig verpaßt haben. Ich bekomme von ihr ein Päckchen ausgehändigt, auf welchem oben ein Brief klebt. Etwas später sitze ich am Tischende mit einem großen Heft, das von außen aussieht wie ein Notenheft. Darin habe ich Gedichte von mir aufgeschrieben und lese diese noch einmal. Schon das erste Gedicht finde ich so grauenhaft, daß ich sofort alles durchstreiche. Da tritt von rechts eine unbekannte Frau an mich heran und bietet mir 500 € für das Heft. Ich glaube nicht richtig zu hören. Doch mir fällt auch ein, daß es bereits abgemacht war, daß ich dieses Heft abgebe. Allerdings sehe ich gerade erst, wie furchtbar die Gedichte sind, weshalb sich in mir alles sträubt, es jemand anderem in die Hände zu geben. Diese Gedichte sollte wirklich niemand lesen, damit blamiere ich mich bis auf die Knochen. Und daß ich darin herumgekliert und das erste Gedicht durchgestrichen habe, macht es noch schlimmer, weil nun direkt die Aufmerksamkeit darauf gelenkt wird. Hätte ich es so stehen gelassen, wäre es vielleicht unbemerkt geblieben.

Dienstag, 24. November 2009

Schlösschenweg

Eine neue Wohnung im "Schlösschenweg" besichtigt. War allerdings nicht viel größer als meine jetzige, vllt. sogar kleiner?

Windgrün/Hochzeitsreise/Spiegel

Windgrün

Ein scharfer Wind bläst und mir fällt auf, daß um mich herum die Formen verschwimmen. Es scheint, als stehe ich mitten in einem mit lockerem Pinsel gemalten Gemälde. Das ist seltsam. Wieso sieht alles um mich so aus, als sei es gemalt? Dann entdecke ich: Der Wind ist schuld. Während sonst die Formen der Blätter und Bäume zu erkennen sind, mischt der Wind und die Bewegung alles zu einem einzigen Farbauftrag.

Hochzeitsreise

Mein Spielfreund M. hat mich zu seiner Hochzeitsreise eingeladen. Das ist ja schön, daß er heiratet, aber wieso lädt er mich zu seiner Hochzeitsreise ein? Sollen wir zu dritt reisen? Was sagt seine Braut dazu? Macht man denn sowas? Das ist irgendwie etwas respektlos seiner Frau gegenüber, finde ich. Deshalb werde ich die Einladung auch nicht annehmen.

Spiegel

Mein eigenes Spiegelbild. Es erscheint mir fast ein wenig fremd. Besonders überraschend empfinde ich die Intensität meiner Augen.

Blut

Elsa gibt mir ein längeres Schriftstück, welches ich lesen soll, denn sie möchte mich um einen Gefallen bitten, bzw. etwas fragen. Vielleicht ist es ein Brief. Ich lese den Text sehr gründlich und aufmerksam, Wort für Wort, es geht wohl um einen Mann aus Berlin, bzw. das Schriftstück ist von einem Mann aus Berlin. Sie möchte wissen, ob Berlin 3 und Berlin 4 oder Berlin 5 und Berlin 6 richtig ist. Ganz spontan tippe ich auf Berlin 5 und Berlin 6, weiß es aber leider nicht hundertprozentig. Sie scheint etwas enttäuscht und ich sage zu ihr, daß man das ja ganz einfach im Postleitzahlenverzeichnis nachschauen könne. Ich hätte sogar eines da. Aber das muntert sie nicht auf. Sie wollte es wohl unbedingt von mir wissen. Plötzlich bemerke ich, daß ich mitten in einer riesigen Pfütze Blut stehe, und denke bei mir: "Hey, ich sollte heute nicht zur Arbeit gehen!"
Nach dem Aufwachen dachte ich sofort: "Hey, nach so einem Traum solltest du heute nicht zur Arbeit gehen. Lust habe ich sowieso keine.". Ich war dann aber doch und es gab keine besonderen Vorkommnisse.

Rabe

Schlafen im alten Klappbett. Noch bin ich wach, in der Nähe ein schwarzer Rabe, der wie versteinert sitzt und mich beobachtet. Auf der Stuhllehne. Ich schließe die Augen, bis obenhin zugedeckt in frischgewaschener Baumwolle, doch dann fällt mir plötzlich die Geschichte ein, die Geschichte von der Frau, die schlief, und deren Augen dabei von einem Raben angeknabbert wurden. Ui! Sofort tue ich wieder so, als ob ich wach wäre und überlege, wie ich mich schützen kann. Ich möchte nämlich nicht, daß des nachts an meinen Augen genascht wird! Doch mir will nichts so recht einfallen. Probeweise lege ich beide Hände weit über das Gesicht und frage mich, ob ich so schlafen könnte, ohne die Hände wieder wegzunehmen. Schwierig.

Die Rache der Tiere

Den gesamten Traum hindurch halte ich mich für wach, was die Sache noch sonderbarer erscheinen läßt. Während ich im Bett auf dem Rücken liege, fällt mein Blick auf eine sich neben mir erhebende Ecke eines Hauses. Eigentlich ist es keine Ecke, sondern mehr ein angebauter runder Turm, der oben flach abgeschlossen ist. So ensteht eine kleine Plattform, während dahinter spitze Ziegeldächer zu sehen sind. Auf dieser Plattform entdecke ich drei schillernde Enten. Wahrscheinlich machen die eine kurze Flugpause, und im gleichen Moment, als ich das denke, fliegen sie auch schon weiter. Doch die Plattform ist jetzt nicht leer. Je länger ich hinschaue, um so mehr Tiere entdecke ich darauf. Erst ist eine bunte Taube, dann andere Vögel, sogar zwei sehr große graue Geier. Ein Koalabär ist zu erkennen, ein Äffchen und inzwischen ist es so voll, daß sich die Tiere drängen und die einzelnen nicht mehr so exakt auszumachen sind. Was wollen die alle da oben? Während ich mich das noch frage, bemerke ich, daß sie inzwischen sehr gebannt zu mir hinunterstarren. Ich starre zurück und beginne mich zu fragen, ob ich träume. Aber nein, ich bin mir hundertprozentig sicher, daß ich völlig wach bin. Um so schockierter bin ich deshalb, als ich plötzlich die Tiere Kameras zücken sehe, mit denen sie mich fotografieren. Wie eine Schar Touristen stehen sie da oben. Ich glaube, ich spinne! Das gibt es doch gar nicht! Was soll das werden? Ist das vielleicht die Rache dafür, daß ich meinerseits Tiere fotografiert habe? Noch immer etwas geschockt, stehe ich auf und verlasse das Bett, gehe in meine Zimmer hinein. Und noch immer überlege ich, ob ich das alles nur träume, aber komme zu der festen Überzeugung, daß dies ausgeschlossen ist. Ich bin schließlich hellwach! Mir fällt auf, daß das Fenster offen steht und die Zweige eines Baumes bis in mein Zimmer hineingewachsen sind. Sehr merkwürdig! Wie konnte der Baum so schnell wachsen? Das Fenster stand doch nur ein paar Stunden offen? Aber statt mir weiter darüber Gedanken zu machen, bewundere ich die Schönheit der glutroten Blätter. Sie sind oval mit lanzettenförmiger Spitze und haben um das atemberaubende Rot herum einen weißen Rand, der wie Raureif wirkt. Außerdem sind sie sehr vereinzelt angeordnet, so daß die Zartheit und Feingliedrigkeit der Zweige und die Blätter selbst sehr dekorativ zur Geltung kommen. Zu meiner Überraschung muß ich feststellen, daß sie nicht nur durch das Fenster hereinwachsen, sondern auch aus dem Spiegel an der Wand daneben hinaus, so als wäre dieser Spiegel ebenfalls ein Fenster. Dabei ist dahinter nur Wand. Unglaublich!

Kathedrale

Eine Kathedrale oder große Kirche weitet sich, dehnt sich aus, als wäre sie ein Organ, das mit Atem gefüllt wird.

Umgehend Heiraten! -

Heiraten mit großem H - das waren die letzten Worte meines nächtlichen Traumes, wie ich sie beim Aufwachen noch vor mir sah. Ich hatte sie auf einen weißen Gegenstand geschrieben, und sie waren nicht für mich bestimmt, sondern für ein Paar, welches ebenfalls im Traum vorgekommen war. In weiteren Traumresten erblickte ich den Balkon meines Nachbarn, der völlig anders als sonst aussah. Die Umrandung ist weiß gestrichen worden und weiße Laternen sind an der Hauswand befestigt. Erstaunlicherweise hat mein Nachbar bis hin zur Mitte zwischen unseren Fenstern, wo weit und breit kein Balkon mehr ist, an der Hauswand herumgebohrt. Ich frage mich, wie er das angestellt hat. Vom Dach heruntergelassen?
Ein längeres Fragment handelt von einer Veranstaltung. Ich sitze mit vielen Leuten im Publikum, neben mir Elsa. Vor uns eine Bühne, auf der irgendjemand etwas erzählt. Es wird ein Satz gesagt, der vom "katholisch werden" handelt. Ich finde etwas an diesem Satz so unmöglich, daß ich spontan aufspringe und die Bühne betrete, allerdings nicht aufgeregt, sondern völlig gelassen und ruhig. Es ist weniger Protest, als mehr eine Demonstration des Sinns dieses Satzes. Obwohl ich weiß, daß ich mir damit Feinde mache, weiß ich auch, daß ich so handeln muß und es keine andere Wahl für mich gibt. Auf der Bühne hocke ich mich still auf den Boden, an die Rückwand gelehnt. Mehr braucht es meinerseits nicht, aber es fehlen noch ein paar andere Personen, um den Sinn dieses Satzes vollständig zu machen. Vorerst sitze ich alleine vor aller Augen und etwas unbehaglich schaue ich in Elsas Richtung, weil ich mir nicht sicher bin, ob sie sich auf den Schlips getreten fühlt. Maximal erwarte ich tödliche Blicke. Aber nein, sie ist ganz entspannt und lächelt. Fast scheint es ein aufmunterndes Lächeln zu sein. Gut. Nach und nach gesellen sich überraschenderweise weitere Frauen zu mir, bis sie an allen Wänden entlang sitzen. Die erste von ihnen, jetzt neben mir hockend, hat vorher auf dem Dach eines Hauses gestanden, das sich neben der Bühne befindet, und erzählt mir von einem See, den sie auf der anderen Seite, hinter dem Haus, gesichtet hat. Diese andere Seite hat keiner der Anwesenden im Saal je gesehen. Sie war nur vom Dach aus zu erkennen.

Samstag, 21. November 2009

Löwin und Tempel

Eine Löwin belauert mich. Die Raubtieraugen starr auf mich gerichtet, geduckt, die Ohren angelegt. Es ist nur eine Frage der Zeit, wann sie in ein paar Sätzen auf mich zuspringt und nach mir schnappt. Warum gerade mich? Ich befinde mich auf einem Hof in einer Art Gatter und um mich herum überall Tiere. Warum sucht sie sich nicht eine andere Beute aus? Ich starre zurück - bloß nicht den Rücken zukehren - und überlege, was zu tun ist. Das Gatter könnte einen Schutz bieten, wenn sie es nicht überwinden kann. Ich befürchte jedoch, daß sie es schafft. Dann ist das Gatter wie eine Falle, aus der ich nicht mehr entkommen kann. Mir ist bewußt, daß ich mich mitten in einem Traum befinde. Trotzdem möchte ich mich nicht darauf verlassen, daß ich in einem Traum nicht wirklich gefressen werden kann. Ich möchte nicht einmal träumen, daß ich gefressen werde. Und vielleicht irre ich mich ja auch und es ist doch kein Traum. Also sollte ich mit der Lösungssuche nicht nachlassen, auch wenn ich kurzzeitig den Impuls verspüre, die Dinge einfach laufen zu lassen, denn Vorsorge ist besser als Nachsorge. Dann eine Idee. Ich greife einen langen, spitzen Pfahl und halte ihn der Spitze nach außen als Abwehr vor mich hin. Wenn sie mich anspringt, muß sie erst einmal durch diesen Speer.

Meine Gruppenleiterin erteilt mir eine streng geheime Aufgabe. Niemand darf davon erfahren. Dazu überreicht sie mir einen Kettenanhänger aus hellgrauem Stein. Er fühlt sich kühl und glatt in meiner Hand an. Diesen Anhänger soll ich im Garten, bzw. Hof eines Tempels vergraben. Ein Mönch wird nach einer Katze schauen und genau dies ist der Moment. Die Aufgabe ist zwar etwas riskant, aber ich bin sehr zuversichtlich. Heimliche Dinge tun, darin bin ich sehr gut. Niemand wird etwas merken. Ich betrete den Garten des Tempels und beginne ganz unauffällig darin zu buddeln. Es sieht so aus, als würde ich etwas pflanzen wollen oder den Boden umgraben. Dabei beobachte ich meine Umgebung genau. Da, eine schwarze Katze streift am Zaun entlang. Und da, ein Mönch in roter Kutte lehnt sich aus einem Zaunfenster und beobachtet sie. Jetzt oder nie! Rasch lasse ich den Anhänger in das kleine Erdloch fallen und drücke die Erde fest. Niemand wird wissen, daß er hier im Garten vergraben liegt.

Samstag, 7. November 2009

Wortgeschenke

Bei Twitter gibt es eine ganz neue Funktion, mit welcher man ausgewählten Personen Wortgeschenke machen kann.

Und ich habe das Meer gehört. Aus einiger Entfernung sah ich es zwar auch, aber das Hören war intensiver und vorherrschend. Irgendwie passte es aber nicht zum Anblick, denn während das Meer still da lag, war das Grollen und Rauschen sehr laut.

Dienstag, 3. November 2009

Sekundentraum

Der Winterritter steht in seiner Rüstung mit dem Gesicht zur Wand. Ich sehe nur seine Rückseite. Es erinnert mich an den Film "Blair Witch Project". Er geniert oder fürchtet sich davor, sich zu mir umzudrehen. Weshalb?

Mittwoch, 14. Oktober 2009

Soll ich dich gleich küssen oder später?

Mein Traum-Ich ist eine jüngere Frau, ca. 21 Jahre, in einer fremden Umgebung und anderen Zeit. Eine Veranstaltung mit vielen Menschen findet in einem vornehmen Haus mit breiter geschwungener Treppe statt. Ein wenig erinnern mich die Örtlichkeit und die Kleidung der Leute an "Vom Winde verweht". Bei dieser Veranstaltung ist mein Vater zugegen, den ich bisher nicht kannte. Er sieht mich hier zum ersten Mal, bzw. erfährt sogar erst hier, daß ich seine Tochter bin. Er ist schwarzhaarig, trägt einen schwarzen Anzug und ist ein Abenteurer, mutig, furchtlos, aber auch freiheitsliebend. Kleidung und Haare erinnern an Rhett Butler. Da er nun weiß, daß ich seine Tochter bin, läßt er mich nicht mehr aus den Augen und beobachtet mich unentwegt, während ich die breite, geschwungene Treppe in einer Masse von Besuchern hinunterschreite. Er ist sehr neugierig auf mich und möchte wissen, ob es wohl Ähnlichkeiten mit ihm gibt. Insbesondere aber, ob ich genauso mutig bin. Am Fuße der Treppe befindet sich eine Art Foyer mit einem Garderobenständer aus poliertem, schwarzen Marmor. Mein Vater und ich haben bisher noch kein einziges Wort gewechselt, obwohl wir voneinander wissen, wer wir sind, doch hier am Garderobenständer spricht er mich plötzlich an, zeigt auf den schwarzen, glatt polierten Stein und sagt: "Das wirst du einmal werden.", als könne er meine Zukunft anhand seines eigenen Lebens vorhersagen. Ich verstehe jedoch nicht wirklich, was er damit sagen will, ein wenig empfinde ich die Bemerkung auch als abwertend, vielleicht weil ich sie nicht verstehe. Was habe ich mit schwarzem Marmor zu tun? Jetzt kommt der Küchenchef dazu und möchte unbedingt ein ganz besonderes Essen für mich kochen, wahrscheinlich nicht wegen mir, sondern weil ich die Tochter von meinem Vater bin. Ich selbst habe gerade erst alle meine Habseligkeiten als Strafe für irgendetwas abgeben müssen, und nichts als 20 Mark übrig behalten, die ich in einer Tasche bei mir führe. Meine Mutter steht neben mir und rät mir dringendst davon ab, meine letztes Geld dafür auszugeben, aber ich mache kurzen Prozeß und sage mutwillig, ob ich nun 20 Mark noch besitze oder nicht, ist in dieser Situation völlig egal. Ich hätte Lust, mich einmal richtig bekochen zu lassen und den Rest an Zahlungsmitteln auf den Kopf zu hauen. Als das Essen kommt, erscheint mir von außen das Bild, wie meine Mutter und ich, gemeinsam unter einer Decke oder einem Tuch hockend, auf den Knien jeweils einen Teller mit verschiedenen Köstlichkeiten, neugierig alles auf den Tellern betrachten und einträchtig probieren. So exquisit haben wir nämlich noch nie gespeist und einiges ist recht neu für uns. Der Küchenchef, stolz mich bewirtet zu haben, möchte nur als Andenken daran eine Karte in einem künstlichen Bachbett mit Wasser anpinnen. In diesem Bachbett befinden sich bereits viele andere Karten. Anscheinend ist es das Hobby des Küchenchefs, bestimmte Leute mit einem exklusiven, besonderen und kostenlosen Menü zu erfreuen und dafür als Gegenleistung eine Karte als Andenken aufzuhängen. Wahrscheinlich eine andere Form von Werbung, wobei mir nicht ganz klar ist, wen er mit mir werben möchte.
Später treffe ich irgendwo den Sänger der Gruppe "Right Said Fred". Er hat wohl lange keine Frau mehr gesehen, denke ich. Jedenfalls wirkt er etwas "untervögelt", zumal er auf mich, als einzige Frau im Raum sofort anspringt. Während ich an der Wand lehne, stellt er sich dicht vor mich hin, neigt seinen Kopf zu mir, als wolle er mich küssen, macht jedoch einen Zentimeter vor meinem Mund halt und fragt betont kess: "Soll ich dich gleich küssen oder später?" Fehlt nur noch das 'Baby' am Ende. Ich antworte nicht, sondern wende mich ab und ziehe eine angewiderte Schnute. Kurz darauf sitze ich aber friedlich mit den Jungs von "Right Said Fred" zusammen und betrachte die Designentwürfe für ein Magazin mit Bildern von ihnen. Sie wünschen nämlich, daß ich sie beim Gestalten des Magazins und bei der Auswahl der Bilder berate.

Bemerkung: Ich dachte eigentlich, die Typen von "Right Said Fred" sind schwul. -
Aus der Wikipedia: "Marmore haben unter hohem Druck und/ oder hoher Temperatur eine Metamorphose erfahren."

Das verborgene Buch der Träume

...und andere gesammelte Schätze aus den Tiefen des Seelenmeeres

Träume

~Warum willst du mit ihm hadern, weil er auf Menschenworte nicht Antwort gibt? Denn auf eine Weise redet Gott und auf eine zweite; nur beachtet man's nicht. Im Traum, im Nachtgesicht, wenn der Schlaf auf die Menschen fällt, wenn sie schlafen auf dem Bett, da öffnet er das Ohr der Menschen...~ (Hiob 33,13-16)

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~Ich träumte, ich sei ein Schmetterling, hin und her flatternd, mit allen Absichten uns Zielen eines Schmetterlings. Plötzlich erwachte ich, und lag da wieder ich selbst. Nun weiß ich nicht, war ich ein Mensch, der träumte, er sei ein Schmetterling, oder bin ich ein Schmetterling, der jetzt träumt, er sei ein Mensch?~ (Tschuangtse, chinesischer Philosoph)

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