Klassentreffen mit Gedichtsammlung
Ein Klassentreffen findet statt. Bis auf K.Th., die breite graue Strähnen im schwarzen Haar hat, sehen die anderen Mitschüler wie früher aus. Es wird geplaudert und gelacht. Gerade stecke ich mit zwei Personen die Köpfe zusammen, wobei wir wie Kinder mit dem Oberkörper irgendwo drüber liegen und die Beine frei baumeln lassen. Durch meine Mutter, die plötzlich zur Stelle ist, erfahre ich, daß ich einen zweiten Platz bei einem Wettbewerb gewonnen habe. Das muß ich völlig verpaßt haben. Ich bekomme von ihr ein Päckchen ausgehändigt, auf welchem oben ein Brief klebt. Etwas später sitze ich am Tischende mit einem großen Heft, das von außen aussieht wie ein Notenheft. Darin habe ich Gedichte von mir aufgeschrieben und lese diese noch einmal. Schon das erste Gedicht finde ich so grauenhaft, daß ich sofort alles durchstreiche. Da tritt von rechts eine unbekannte Frau an mich heran und bietet mir 500 € für das Heft. Ich glaube nicht richtig zu hören. Doch mir fällt auch ein, daß es bereits abgemacht war, daß ich dieses Heft abgebe. Allerdings sehe ich gerade erst, wie furchtbar die Gedichte sind, weshalb sich in mir alles sträubt, es jemand anderem in die Hände zu geben. Diese Gedichte sollte wirklich niemand lesen, damit blamiere ich mich bis auf die Knochen. Und daß ich darin herumgekliert und das erste Gedicht durchgestrichen habe, macht es noch schlimmer, weil nun direkt die Aufmerksamkeit darauf gelenkt wird. Hätte ich es so stehen gelassen, wäre es vielleicht unbemerkt geblieben.
Schulträume - Sonntag, 27. September 2009, 00:38









