Ich stehe irgendwo erhöht und suche auf einem Schrank ein ganz bestimmtes Buch. Ich kenne genau den Titel, den ich mir immer vorsage, und ich bin mir sicher, daß es dort auf dem Schrank zwischen anderen Büchern steht. (Ich meine auch zu wissen, daß es in Altrot gebunden ist und goldene Schrift hat.) Doch so viel ich auch suche, ich kann es nicht finden. Um mich herum ist eine Art Klassenzimmer, in welchem sich aber nur wenige Personen aufhalten. R.Sch., ein ehemaliger Mitschüler, kommt heran und kneift mich neckisch in den Po. Nach einem kurzen Erschrecken drehe ich mich zu ihm um und sage lachend: "Jetzt ist aber genug mit der Pokneiferei!"
Im nächsten Traumfragment schaue ich bei den Dreharbeiten zu einem Marilyn Monroe-Film zu. Ich laufe dazu direkt zwischen dem Set herum, ohne daß ich jemanden zu stören scheine. Es ist mehr, als würde ich einen Film in 3D sehen. Der Film ist ein sehr früher Film Marilyns, in welchem sie zusammen mit einem bekannten Schauspieler spielt, dessen Name ich nicht kenne. Dieser Schauspieler trägt in der kommenden Szene einen Pyjama und ist schon vor Ort. Der Film wird in schwarz-weiß in den Kinos laufen und wie zur Bekräftigung sehe ich die Kulisse ebenso wie die Schauspieler überwiegend in schwarz-weiß. Bis auf eine Ausnahme - vor einem Fenster wurde provisorisch ein prachtgrünes Rollo befestigt, von welchem seitlich eine dicke, grün-gold gemusterte Trottel herabhängt. Das sieht zugleich edel, bieder und fröhlich aus. Ich erfahre, daß dieses Rollo von Marilyn selbst ist. Sie hat es nur irgendwie über das Fenster geklemmt und wollte damit das Set verschönern. Das hat sie auch getan, denn das Rollo bringt Farbe und irgendwie etwas Besonderes hinein. Sie hat Geschmack, bzw. zumindest ein Auge für feine Details. Jetzt kommt Marilyn selbt und steht am Fenster, ganz in schwarz-weiß. Ihr Gesicht leuchtet hell. Anscheinend will sie dieses Detail des Rollos auch in den Film einbauen. Sehr langsam und lasziv zieht sie das Rollo herunter, wobei ich gespannt beobachte, ob es oben auch hält, da es nur sehr provisorisch irgendwo eingeklemmt wurde. Es verzieht und beult sich etwas, aber ansonsten funktioniert alles wunderbar. Grün schimmernd bricht nun das Sonnenlicht durch das Fenster.
Träume von bekannten Persönlichkeiten - Donnerstag, 27. Dezember 2007, 12:49
Aus den Träumen sind hauptsächlich Fragmente übriggeblieben, allerdings ist mir so, als hätte ich auch nur in Fragmenten, besonders Bildern, geträumt.
Ein angelegter Hügel in einer Parklandschaft. Auf der Spitze des Hügels befindet sich eine Aussichtsfläche und eine Art Denkmal. Das Denkmal zeigt ein Himmelbett, an welchem Goethe und Schiller sitzen und einem Kind aus einem Buch vorlesen. Ich bin sehr angetan von dem Hügel und dem Denkmal und sage mir, daß ich mit meinen Kindern hierher kommen sollte, weil allein das Anschauen schon reicht, um die Leistungen in Lesen und Schreiben und die Deutschkenntnisse zu verbessern. Zur Spitze des Hügels führen zum einen Treppen und zum anderen normale, aber steile Wege. Pferde laufen frei auf den Wegen herum. Zwei stehen auf der Aussichtsfläche, ausnehmend schön anzuschauen blicken sie vom Hügel herab. Vor mir steht jetzt auch eines mit dunklem Fell. Ich kämme seinen verfilzten Schweif mit den Händen. Mir ist bewußt, daß ich auf dem Pferd reiten soll und stelle mit Verwunderung fest, daß mir das keinerlei Sorgen bereitet, obwohl ich noch nie geritten bin und sonst eher ängstlich.
Im nächsten Traumbild räume ich den Schreibtisch in meinem alten Kinderzimmer auf. Er liegt voller Büroklammern. Ich fege sie mit den Händen zusammen und nehme mir vor, sie mit ins Büro zu nehmen. Doch jetzt fällt mir auf, daß auf dem gesamten Schreibtisch auch viele Kastanien verteilt sind. Frische, rotbraun-glänzende Kastanien. Wie sind die denn hierher gekommen? Aber schön sehen sie aus. Ich sollte sie liegen lassen.
Im nächsten Traum wiederholt sich der Hügel aus den anfänglichen Träumen. Irgendwo am Fuß des Hügels tritt eine Frau auf mich und eine Begleiterin zu und überträgt uns eine Aufgabe. Sie zeigt auf ein Braunbärjunges, welches auf den Treppen spielt und erklärt, daß dessen Mutter getötet wurde und das Junge deshalb ebenfalls sterben wird. Ich weiß nicht, wer sie ist und woher sie so genau weiß, was geschehen wird, aber es besteht kein Zweifel daran, obwohl das Junge gerade sehr munter aussieht. Sie gibt uns den Auftrag die Mörder der Mutter zu finden. Während ich ihr zuhöre, habe ich mich an den Rand des Weges gesetzt. Sie steht vor mir und gibt mir wie als Bekräftigung ihrer Rede eine leichte Kopfnuß, so leicht, daß sie schon mehr liebevoll wirkt, trotzdem ärgert es mich, denn schließlich habe ich nicht die Mutter umgebracht und auch sonst nix verbrochen. Trotzdem sage ich nichts, da ich es als eine allgemeine impulsive Geste für die Menschheit begreife (anscheinend war die Dame kein Mensch) und wir machen uns auf die Suche nach den Bärentötern. Dazu klettern wir einen sehr langen Baumstamm hinauf, welcher seitlich an den Treppen bis zur Spitze des Hügels hinaufführt. Warum wir ausgerechnet den Baumstamm nehmen müssen und nicht die Treppe, weiß ich nicht mehr, aber es ist sehr anstrengend und auch gefährlich, denn der Baumstamm ist relativ dünn, nur locker angelehnt und das Balancieren auf allen Vieren nicht gerade einfach. Doch am schlimmsten wird es kurz vor Erreichen der Spitze, weil sich durch das Reichen nach der Steinbrüstung, der Baumstamm gefährlich zur Seite rollt. Nur mit viel Mühe kann ich mit den Händen die Steinbrüstung umklammern und mich auf den Sims ziehen. Doch jetzt habe ich das Problem, daß ich das linke Bein nicht über die Brüstung bekomme. Es hängt irgendwie im Halbspagat oben fest, bis ich es endlich doch schaffe, auf den Boden der Aussichtsfläche zu springen.
Als würde ich ins Nichts oder besser, in einen anderen Traum springen, lande ich im Durchgangshausflur meines Elternhauses. Meine Begleiterin ist schon vor mir dort gelandet, doch ich sehe sie nirgends, bis sie plötzlich aus dem Zugang zur Küsterwohnung um die Ecke kommt. Ihr überraschendes Auftauchen hat mich erschreckt und sie lacht darüber. Vielleicht hat sie es ja auch absichtlich gemacht.
Kurzträume und Fragmente - Dienstag, 25. Dezember 2007, 21:27
Ein Klassentreffen und eine Weiterbildung oder Konferenz in einem. Es ist nicht genau festzustellen, was überwiegt. Wieder ein weiter Überblick, wie in
diesem Traum, allerdings diesmal aus einem geöffnetem Fenster und überhaupt nicht beängstigend. Ich sitze ganz hinten neben einem jungen Mann, von dem ich mich nicht erinnern kann, daß ich ihn irgendwoher kenne. Soll der auch in meiner Klasse gewesen sein? Doch er scheint mich genau zu kennen, denn als würde er mich wiedererkennen, zieht er mich ohne viel Worte zu sich auf seinen Schoß. Na sowas! Aber gut, er ist süß, athletisch, ein fein geschnittenes Gesicht und blonde Haare, trägt eine Lederjacke. Was soll ich mich da lange sträuben oder fragen. Ich setze mich also auf seinen Schoß und lege den Arm um seinen Rücken. Es ist ein wenig seltsam, so erhöht zu sitzen, während alle anderen ganz normal auf ihren ehemaligen Klassenstühlen sitzen und wirkt wahrscheinlich so, als wären wir ein Paar. Aber sollen die anderen ruhig schauen. In der Klasse sitzt auch R. und ich frage mich, was er wohl denkt, wenn er das sieht. Das Klassentreffen dauert anscheinend sehr lange oder ist langweilig, jedenfalls liegt jetzt eine Matratze auf dem Boden und ich schlafe. Dabei habe ich mich richtig breit gemacht, er soll ja nicht denken, daß ich jetzt wegen ihm wieder zusammenrücke und mich klein mache. Ich liege auf dem Bauch, die Arme zu beiden Seiten angewinkelt, das rechte Bein schräg ausgestreckt und das linke Bein seitlich angehoben und im Knie gewinkelt. Dabei achte ich darauf, daß mein Knie mit ihm in Berührung bleibt, der neben mir liegt. Soviel Nähe muß sein. Er schläft tief und fest und scheint sich an nichts zu stören. Irgendwo im Traum erfahre ich jetzt von einer (inneren?) Stimme auch seinen Namen. Er heißt Ralf Schmid und ich weiß genau, daß es so jemanden in meiner Klasse nicht gab. Seltsam. Noch im Traum fällt mir ein, daß wohl der Dozent, bei dem ich dieses Jahr eine Weiterbildung hatte, so hieß. Er hat aber keine Ähnlichkeit mit ihm.
In einem weiteren Traumbild sehe ich, wie ich die Blavatsky-Biographie aus dem Bücherregal nehme, das Buch in meiner Hand anschaue und sorgfältig wieder zurückstelle. Es ist, als sei dieses Buch etwas besonderes oder wolle mir etwas wichtiges sagen.
Bemerkung: Ich fragte mich gestern wegen eines kursierenden Fragebogens, welches Buch wohl für mich das wichtigste in 2007 gewesen ist. Mir fiel darauf allerdings keine Antwort ein.
Der Dozent hieß garantiert mit Nachnamen nicht Schmid,
aber ansonsten scheint Weihnachten für mich wohl diesmal ganz träumerisch zu einem Fest der Liebe zu werden. *gg*
Beziehungsträume - Sonntag, 23. Dezember 2007, 11:35
In einem kleinen Ort mit spitzen Türmen und alten Häusern. Ich treffe A., freudig begrüßen wir uns, und erzähle von den kleinen Balkons und Treppen, die von den Türmen abgehen, wobei ich mit dem Finger darauf zeige. Wir stehen nun vor einem wirklich winzigem Haus, es ist kaum größer als wir selbst, ebenso der Turm, mit dem es abschließt. A. kann die kleinen Balkone gerade einmal als Tritte benutzen, aber die Türen und Fenster sind viel zu klein. Er klingt deshalb nicht so begeistert. Dem Haus fehlen auf einmal alle Wände. Es ist noch kleiner geworden und sieht aus wie eine sehr große Puppenstube. Es hat zwei Stockwerke und in das obere passen wir bestimmt nicht, aber in das untere vielleicht schon, wenn wir uns sehr klein machen. Als Liebeshöhle dürfte es reichen. Dort drin befinden wir uns jetzt. Seine Küsse tun gut, sie sind vertraut und irgendwie auch fremd, wir lieben uns sehr verspielt und leicht. Stille Fröhlichkeit zeichnet sich in unseren Gesichtern ab, wobei sein Gesicht der Spiegel des meinigen ist. Wir wissen, daß wir nur diesen Tag (oder diesen Traum) haben und sich unsere Wege danach wieder trennen, doch daß unsere Liebe nichts trennen kann. Es ist die uneingeschränkte Liebe zweier Kinder, die ihren liebsten Kameraden niemals vergessen. Das winzige Haus hat es wohl weggeweht, zumindest sitzen wir jetzt im Freien, mitten beim Liebesspiel. Ich auf seinem Schoß und er umarmt mich fest, um so meine Blöße zu bedecken. Ein Kollege und ehemaliger Mitstudent schaut um die Ecke und sieht uns ungeniert zu. Wie er sich so zur Seite beugt, dasteht und schaut, wirkt er fast wie eine Statue. Toll - denke ich sarkastisch, jetzt weiß jeder, daß ich Sex habe. Wieder im Ort unterwegs, schauen wir uns den Hungerturm an (also wird der Ort wohl Bernau sein). Ich könnte mir ja den Hungerturm durchaus auch gut als Liebeshöhle vorstellen, aber A. lehnt das sofort ab. Hier bleibt er nicht, sagt er. Ein Silberfaden spinnt sich von ihm weg durch die Luft.
Im nächsten Traumfragment bin ich in einer achtsitzigen überdachten Kutsche unterwegs. Die Sitze sind parallel zum Weg angeordnet. Drei Männer mit Waffen steigen ein und schicken denjenigen, der neben mir saß, hinaus, um sich selbst in der Kutsche breit zu machen. Dabei quetschen sie sich so hinein, daß wir alle auf unseren Sitzen wie in einer Sardinendose sitzen. Wirklich unverschämt, aber da sie Waffen haben, sagt niemand etwas. Nun bin ich mit einem Koffer zum Bahnhof unterwegs. Ich begegne einem athletischen, blonden und attraktiven Mann, der die Kleidung des ausgehenden 19. Jahrhunderts trägt, einschließlich eines eleganten Spazierstockes. Ich selbst trage wohl auch entsprechende Kleidung. Er hält mich an, will irgendwas über andere Sprachen wissen oder sehen und da ich mindestens eine andere Sprache kann, wie er feststellt, ruft er: "Ausgezeichnet! Sie kommen mit mir!". Völlig bestimmt und von seiner Autorität überzeugt, macht er mich zu seiner Reisebegleiterin und ich bin von seiner Bestimmtheit so perplex, daß ich tatsächlich seinen Anweisungen folgte. Er wies mir ein Abteil in einem altertümlichen Zug zu, doch langsam werde ich ärgerlich, weil ich mich so von ihm habe überrumpeln lassen. Als seine Reisebegleiterin steht mir nämlich kein Schlafwagenabteil zu, sondern nur drei oder vier Sitze eines normalen offenen Abteils, auf denen ich mich ausstrecken kann. Sicher ist er irgendein Graf oder sonstiger Adliger, der Kommandieren gewöhnt ist.
Träume von A. - Samstag, 22. Dezember 2007, 13:24
wurde ich letzte Nacht. Vor meinen Augen ein mosaikartiger Teppich von hunderten winzigen einzelnen Bildern, die wie in einem Schiebepuzzle oder auf einem Rechenbrett verschoben werden konnten. Dies tat ich auch, Mosaikstück für Mosaikstück, wobei ich den Gedanken der Defragmentierung im Kopf hatte. Mein Gehirn dürfte jetzt wie neu sein. Aber vielleicht wäre eine Formatierung doch besser gewesen. *gg*
Kurzträume und Fragmente - Donnerstag, 20. Dezember 2007, 20:20
Ein sehr großes Spielfeld, ein Saal oder ähnliches. Steil fallen Bänke zu einer Seite hin ab. Ich sitze ganz oben, neben mir meine ehemalige Chefin Frau G. Es ist wirklich schwindelerregend hoch, ich habe das Gefühl, nichts mehr unter meinen Füßen zu haben. Das Spielfeld erscheint von hier oben winzig klein. Die Höhe nimmt mir die Luft zum Atmen, da ich kaum wage, mich zu bewegen. Auf dem Spielfeld "gehen", bzw. wandeln grasgrüne eierförmige Wesen, es scheinen Roboter zu sein. Allerdings bin ich weiter mehr mit meiner unbequemen Höhe beschäftigt. Frau G. schaut mich von der Seite an und errät meine Gedanken, denn sie sagt, daß ich mich sicher in der Höhe nicht wohl fühle. Ich fühle mich ertappt, meine aber, das abstreiten zu müssen, weshalb ich den Kopf schüttel und sage, das mache mir nichts. Frau G. meint jetzt weiter, daß mir doch aber ein bißchen schwindlig ist. Ich schaue auf meine rechte Seite und sehe dort K.T., eine ehemalige Mitschülerin. Sie ist so alt geworden! Um ihre Augen zieht sich ein Netz feiner Fältchen. Dann wende ich mich wieder Frau G. zu. Diese erzählt jetzt, daß sie von der Sache mit meinem Vater gehört habe. Aus ihrem Mund klingt das wie eine Anerkennung, als wenn ich wer weiß was für eine Tat vollbracht oder sonstwas geleistet hätte. Auch meine Höhenangst scheint dadurch absolut verzeihbar und unrelevant zu werden. Ich fühle mich unwohl, nun aber weniger wegen der Höhe, als vielmehr, weil ich glaube, daß ich wegen dieser Sache wohl kaum Lob oder Anerkennung verdient habe. Schließlich ist das nichts besonderes, jeder kann mal in so eine Situation kommen und versucht sie dann so gut wie möglich zu meistern. Und dabei habe ich mich sicher nicht nur mit Ruhm bekleckert. Doch Frau G. ist voller Anerkennung (oder sogar Bewunderung?) und versucht mich jetzt auch noch zu küssen. Durch die Höhe kann ich mich nicht viel bewegen und wende nur ein wenig das Gesicht ab, doch sie erwischt trotzdem noch meine Oberlippe. Ihre dicken prallen Lippen drücken einen feuchten Kuß auf meinen Mund. Wie unangenehm! Und das von einer ehemaligen Chefin. Nun in einem tristen, dämmrigen Gang. Am Ende befindet sich eine breite Tür. Ist es ein Krankenhaus? Es scheint, als habe der Gang etwas mit meinem Vater zu tun. Führt er mich vielleicht zu ihm? Ich gehe auf die Tür zu, doch kurz vorher drehe ich um. Ich wage es nicht, die Tür zu öffnen.
Berufsträume - Mittwoch, 19. Dezember 2007, 23:38
Irgendein Unterricht. Wir machen Fotos mit einer Kamera, die sofort in einem befestigten Leoprello alle gemachten Fotos zum Anschauen enthält. Einige haben keine Lust mehr und gehen einfach frech aus dem Unterricht. Die Lehrerin ist aufgebracht, aber es wirkt ansteckend und nun gehen weitere, ohne sich um die Lehrerin zu kümmern. Ich hätte eigentlich keine Probleme, ebenfalls zu gehen und irgendwie finde ich es auch gut, was die machen, aber irgendetwas hält mich, mit drei bis vier anderen Schülern zusammen, an der Kamera und an den Bildern. In einem nächsten Traumbild stehe ich an einem Tisch und mein ehemaliger Mitschüler M. K. bittet mich, seinen Urlaubsschein für einen Tag zu unterschreiben. Ich weiß noch gar nicht, ob ich zu diesem Zeitpunkt da bin, weshalb ich zögere, aber er erklärt, daß er Blut spucke. Darauf sage ich, daß er dann vielleicht lieber zum Arzt gehen solle, aber das möchte er nicht. Schließlich will ich tatsächlich unterschreiben, aber mir fällt das heutige Datum nicht ein. Ich frage, was für ein Datum ist, aber entweder habe ich mich verhört oder der andere hat sich geirrt, denn das kann irgendwie nicht sein. Ich beginne zu überlegen und hilfesuchend umherzuschauen. Irgendwo sehe ich auch ein Datum, den 7.9., was mich aber ebenfalls verwirrt, denn ich bin mir sicher, daß wir nicht September haben. Hinter meinem Rücken steht eine ganze (meine?) Klasse und drängelt so, daß ich gegen die Tischkante gedrückt werde. Verärgert schreie ich nach hinten, ob sie mal aufhören könnten zu drücken, sofort läßt das Geschiebe nach. Im nächsten Traumbild Rückkehr von einer Seefahrt auf stürmischem Meer. Eine Flötenspielerin spielt Blockflöte, nicht sehr kunstvoll, aber sie sagt, es sei ja nur, um mitsingen zu können. Und sie hat recht, dazu reicht es allemal.
Bemerkung: Die Flötenspielerin stammt wohl aus dem gestern gesehenen Film "Hilary und Jackie".
Schulträume - Dienstag, 18. Dezember 2007, 12:37
Ich fahre auf der Hochbahn. Es ist ein Sonderzug, eine private U-Bahn. Das bedeutet, daß ein Privatmensch einfach als Freizeitspaß diese U-Bahn betreibt und fährt. Jeder kann eine private U-Bahn betreiben und es tun auch einige. Allerdings frage ich mich, als ich in der Bahn sitze, ob die privaten nicht mit den öffentlichen irgendwie in Konflikt kommen und schlimmstenfalls zusammenrasseln. Außerdem habe ich auch nicht sehr viel Vertrauen in die Fahrkünste desjenigen. Etwas mulmig ist mir, wenn ich die in den zahlreichen Kurven und Berg- und Talfahrten fast aus den Gleisen springenden Waggons sehe (aus einer Perspektive von oben). Aber die Strecken bleiben ja die gleichen, die Schienen auch, vielfach befahren, dann werden sie ja wohl wissen, was sie machen. Wahrscheinlich fährt der Zug von ganz allein und es ist Blödsinn, sich Sorgen zu machen. Der Zug gleitet eine Schneise hinunter, bis auf einen Strand mit feinem, weichen Sand. Dahinter ist Wasser zu sehen. Mein Herz beginnt freudig zu springen, weil ich erst glaube, am Meer zu sein. Als ich aussteige, mein Bruder ist jetzt dabei, stelle ich aber fest, daß wir nur an der Spree sind, wo sie auf dem Promenadenufer ein Stückchen in einen Sandstrand verwandelt haben. Na ja, auch nicht schlecht, zumal der Strand völlig leer ist und wir ihn ganz für uns haben. Wir machen es uns im Sand bequem - meine Bruder holt ein Buch hervor und ich döse in der Sonne. Zwischendurch entdecke ich einen Bekleidungskiosk. Dort probiere ich viele verschiedene Kleider und Röcke an, kann mich aber nicht entscheiden. Als ich gehen will, sehe ich sie auf den Bügeln hängen und möchte sie nochmals anprobieren. Der ältere Mann mit schlohweißem Haar an der Kasse verdreht schon die Augen. Ich weiß, was er denkt - Frauen....usw. Ich probiere erst erneut einen Rock an, der an beiden Seiten etwas geschlitzt ist und dann einen Rock, der vorne einen Schlitz hat. Dieser reicht mir bis zum Bauchnabel. Wohl doch etwas zu gewagt. Mein Blick fällt immer wieder zu einem blauen langen Jeansrock, in welchen patschworkartig blaue geblümte Stufen eingearbeitet sind.
Als ich das Geschäft verlasse, ist es schon dunkel geworden. Mein Bruder sitzt vor einem Imbißkiosk, eine 1,5 L- Flasche Pepsi light in der Hand. Diese ist fast leer. Hat er das etwa alles getrunken? Igitt. Dieses ungesunde Zeug. Er zeigt auf ein Fladenbrot mit irgendeiner Paste, was er sich noch zu essen holen will. Mein Blick fällt auf die Uferpromenade. Zwar wurden die Gehsteige nicht hochgeklappt, aber der gesamte Strand zum Ende des Tages zusammengefegt. Kein Körnchen liegt mehr.
Träume von Urlaub und Reisen - Montag, 17. Dezember 2007, 12:02
Ich war die ganze Nacht über auf einem 68iger-Treffen, was irgendwie sehr anstrengend war (ich meine mich dunkel zu erinnern, während des Treffens auch einige Hausarbeiten übernommen zu haben - Abwaschen und so) und von dem ich nicht viel in Erinnerung behalten habe. Es fand an einem bestimmten Ort in einer (besetzten?) Wohnung statt, in welcher gecampt wurde und die gerammelt voll war. Überall standen Campingliegen dicht an dicht. Mein Kumpel M. war auch dort, ich weiß nicht wie es ihm ging, aber ich selbst fühlte mich etwas fehl am Platz, zumal ich ja erstmal kein 68iger bin und deshalb viele Dinge gar nicht so richtig verstanden habe. Zum Beispiel unterhielten sich die anderen immer über eine "römische Besatzung" und erst am Ende des Traumes bekam ich mit, daß die geflügelte Umschreibung für einen Zeitraum war, in welchem ein bestimmter Star an diesem Ort gastierte. Mit dem Lied "Far, far away" im Kopf wachte ich auf.
Alle anderen Träume - Sonntag, 16. Dezember 2007, 12:45
M.K. steht hinter mir, dicht an meinen Körper gedrängt, und umfaßt mich in einer Umarmung. Dabei erzählt er mir wortreich flüsternd in mein Ohr etwas von einem Uganda-Urlaub und daß er den mit mir machen möchte. Ich dagegen kann mir nicht so recht vorstellen, mit M.K. in den Urlaub zu fahren.
Später vor einem Spiegel. Ich bin nackt und betrachte meinen Rücken, weil da so seltsame weiße Flecken drauf sind. Ich halte das erst für Narben, obwohl es mich wundert, daß es so viele sind, doch dann sehe ich, daß es ein ringförmiger, quaddeliger Ausschlag ist. Die Ringe sind dabei teils exakt gerade in einer Linie angeordnet. Ich denke mir, daß ich jetzt wohl mal wieder meine Ärztin ärgern gehen kann.
Bemerkung: Ich hatte vor ca. 10 Jahren tatsächlich mal einen ringförmigen Ausschlag, bei dem die Ringe aber rot und nicht weiß waren. Die Ärztin hatte damals keinen Schimmer, was das sein soll, weil im Blutbild alles normal gewesen ist.
Kurzträume und Fragmente - Samstag, 15. Dezember 2007, 11:03
Eine lange Prozession unsichtbarer Gestalten in schwarzen Kutten. Sie stehen zu zweit nebeneinander und schauen auf mich herab, obwohl sie kein Gesicht haben, wobei sich die Schlange aus meinem Blickpunkt nach hinten verjüngt. Sie beugen sich über mich und reden miteinander. Ich glaube, sie reden über mich und das Stimmengewirr ist sehr laut und hallt in meinen Ohren. Dann versuchen sie mich hochzuheben und irgendwohin mitzunehmen. Ein schwarzer rechteckiger Eingang zu einer Art Treppe. Es ist jedoch nicht wirklich eine Treppe, sondern ein dunkler, niedriger Gang, der schräg nach oben führt. Erinnert mich an den Gang in einer Pyramide. Zwei Engel ohne Gesicht sitzen sich knieend gegenüber, gleißend hell und bilden mit ihren Flügeln eine Art Rahmen. Durch diesen Rahmen schaut ein großes, mächtiges Auge. Das Auge scheint mich in sich hineinziehen zu wollen in eine abgrundtief schwarze Pupille.
Unheimliche Träume - Donnerstag, 13. Dezember 2007, 01:00
In einer fremden Stadt, in der die Menschen eine andere Sprache sprechen als ich (russisch, polnisch oder ungarisch?), komme ich an einem tristen Haus mit vorverlegtem, rechtsseitigem Eingang vorbei. Es ist ein Kinderkrankenhaus, das weiß ich sofort, auch wenn es nicht an dem Gebäude steht. Ich bin mir sicher, dort schon einmal gewesen zu sein. Nämlich in meiner Kindheit mit der Mutter. Ich kann mich nicht wirklich erinnern, aus welchem Grund sie mit mir dorthin gegangen ist und was darin geschehen ist. Woran ich mich erinnere sind weniger Geschehnisse, als vielmehr eine dunkel-brütende, kalte Atmosphäre. Diese Atmosphäre schiebt sich bildhaft in meine Gedanken. Ich überlege, ob ich vielleicht mal hineinschauen sollte, vielleicht erkenne ich ja etwas wieder und es wäre interessant, ob dabei noch weitere Erinnerungen kommen, aber ich entscheide mich dagegen. So besonders einladend finde ich das Haus nicht. Doch entweder war diese Entscheidung falsch oder meine Neugier hat gesiegt, jedenfalls erlebe ich genau diese Situation im Traum ein zweites Mal, wobei zwischendurch, wie ich glaube, einige Zeit vergangen ist. Auch jetzt stehe ich vor genau dem gleichen Gebäude, aber diesmal gehe ich hinein. Die Atmosphäre ist nicht anders, als ich sie vor meinem inneren Auge sah, nur etwas belebter. Sehr viele junge Menschen sitzen auf Bänken in den Fluren und warten wohl auf eine Behandlung. Seltsamerweise sind die Ärzte und Schwestern ebenfalls sehr jung. Ich gehe einige Gänge entlang und Treppen hinauf, ohne daß sich bei mir großartige Deja-Vus einstellen oder neue Erinnerungen kommen, deshalb verlasse ich das Haus wieder.
Im nächsten Traumfragment schwänze ich mal wieder, ich weiß jedoch nicht, ob Schule oder Arbeit. Mir ist bewußt, mir ein paar freie Tage (mit Krankheit?) gestohlen zu haben und ich fühle mich deshalb leicht und beschwingt und ohne jedes schlechte Gewissen. Mitten auf der Straße stehend lege ich ein völlig anderes Gewand an, wobei mir unklar ist, woher ich dieses genommen habe. Es besteht aus einer langen Bluse, bodenlangem Rock und aus demselben Stoff gearbeitete, dazu passende Schuhe in Clogform. Alle Teile bestehen aus einem Stoff, auf dessen schimmerndem Lila unzählige kleine feine Blüten in weiß und anderen dezenten Farben verstreut sind. Die Bluse hat außerdem einen Bindegürtel. Bei den Clogs ist seltsamerweise der Stoff an der Ecke über dem großen Zeh zurückgeschlagen und darunter kommt der grellorangefarbene Zipfel eines Netzstoffes zum Vorschein. Noch immer auf der Straße erreiche ich einen sehr klar abgegrenzten Abschnitt, auf dem das Plaster zugefroren ist, während es daneben ganz normal ist. Ich mache mir ein Vergnügen daraus, auf diesem gefrorenen Straßenabschnitt mit meinen Clogs juchzend hin- und herzuschlittern.
Bemerkung: Vielleicht die Aufforderung eine neue Flower-Power-Bewegung zu gründen und nur noch in Clogs auf der Straße rumzuhängen? *gg*
Alle anderen Träume - Mittwoch, 12. Dezember 2007, 19:18
Irgendwo an einer U-Bahnstation. Eine feste Lokalität ist nicht auszumachen, da es weder Wände noch Räume gibt. Ich drapiere sehr akkurat eine Decke über eine junge langhaarige Frau, die so tut, als würde sie schlafen. Dann gehe ich unter die Dusche, drehe das Wasser nur leicht auf, die Wasserstrahlen verwandeln sich in funkelnde Glaskristalle. Eine blonde Frau duscht ebenfalls, dreht aber demonstrativ das Wasser voll auf. Auch hier verwandelt es sich in blitzende Glaskristalle, die wie Trauben über ihrem Kopf hängen. Eine U-Bahn fährt in die Endstation ein. Zwei Ausländer schlafen im letzten Wagen und haben nicht mitbekommen, daß die U-Bahn nicht weiterfährt. Ich shampooniere meine Haare sorgfältig und laufe so an der U-Bahn entlang. Eine Frau vor mir hat ebenfalls einen "gewaschenen Kopf". Jetzt befinde ich mich in der Nähe der alten Kirche vor dem ehemaligen Elternhaus. Die Tür zur Kirche gegenüber vom Pfarrhaus, die normalerweise in die Sakristei führt, ist eine Art Rollo und steht einen kleinen Spalt offen. Mein früherer Spielfreund M. schaut daraus hervor und winkt mir zu, bzw. bedeutet mir, zu der Tür zu kommen. Ich gehe hin und er reicht mir durch den Spalt hindurch seine Spielsachen (Spielkiste, Decke usw.), allerdings sind wir im heutigen Alter. Ich erhasche einen Blick durch den Spalt und schaue in das düstere Kirchenschiff. Zum Glück kann man den Jesus nicht sehen, denn der hängt genau um die Ecke von meinem Blickpunkt aus und das ist mir auch ganz recht so, da der Anblick so gruselig ist. Mir fällt aber auf, daß vor dem Spalt, auf dem Kirchenfußboden sehr viel Kram herumliegt. Zum Teil sind es Werkzeuge und Baumaterial, zum Teil aber auch Spielsachen. Ziemlich chaotisch für eine Kirche. Ich frage mich, ob es erlaubt ist, daß M. hier seine Spielsachen lagert, auch wenn sein Opa der Hausmeister ist.
Wir gehen zum Pfarrhaus hinüber und ich erkenne, daß sich einiges geändert hat. Den Eingang zum Hof versperrt nun ein kunstvolles, sehr hohes schmiedeeisernes Tor. Auch um den Wäschegarten ist jetzt statt des Maschendrahtzauns ein neuer bunter Holzlattenzaun gezogen. Anscheinend wird der Wäschegarten aber gar nicht mehr als Wäschegarten genutzt, denn auf der Hälfte der Fläche erkenne ich einige Gräber. Haben die sich jetzt hier einen eigenen Hausfriedhof angelegt? Ich zähle vier Gräber und lese die Namen darauf. Sie sind mir unbekannt, weshalb ich meinen Spielfreund frage, wer das ist. Er kennt die Leute, ein Mädchen und ihre Familie, aber er hat ja auch viel länger im Haus gewohnt oder wohnt sogar immer noch. Im Haus selbst befinden wir uns jetzt in einer leeren Wohnung. Der Fußbodenbelag erinnert mich an das Zimmer, wo ich zur Untermiete wohnte, deshalb frage ich, in welcher Etage wir uns hier befinden. Es sind mehrere Leute mit dabei und auf einmal befinden wir uns wieder in der Kirche, in deren Vorraum. Bunte Kronleuchter mit blütenartigen Leuchtfassungen hängen von der Decke herab. Eine Vietnamese spricht mich von der Seite an, wedelt mit einigen Ansichtspostkarten in der Hand, die er mir für einen Euro verkaufen will. Meine Mutter, die nun auch dort ist, sagt, ich soll doch eine nehmen, aber ich lehne ab. Viel lieber würde ich den Innenraum selbst fotografieren, aber ich weiß nicht, ob das erlaubt ist. Erst jetzt bemerke ich, daß der Vorraum genauso aussieht wie in
diesem anderen Traum, nämlich mit einem langen Verkaufstresen, an welchem sich aber im Moment keine Verkäufer befinden. An der Geschäftstüchtigkeit hat sich also nichts geändert. In einen anderen Raum gekommen, stelle ich fest, daß dies ein Schwimmbad ist. Was? Die haben hier sogar ein Freizeitbad angelegt? Nicht schlecht. Schade, daß es das nicht schon früher gab. In meiner Kindheit wäre das der Kracher gewesen. Statt der viereckigen Schwimmbecken sind es jedoch quadratisch angeordnete schmale Wasserkanäle, in welchen die Menschen schwimmen. Verführerisch türkis leuchtet das Wasser um mich herum. Auf der anderen Seite des Schwimmbades liegt ein Supermarkt. Auch den haben sie also noch in der Kirche eröffnet. Er nennt sich aber nicht Supermarkt, sondern trägt einen sehr exquisiten Namen, ich habe den Namen mehrmals gelesen, irgendwas mit A.... Damit soll klargemacht werden, daß es ein sehr besonderer Supermarkt ist.
Alle anderen Träume - Dienstag, 11. Dezember 2007, 18:55
Eine Geschichte wie aus ferner Zeit. Mit einem Bus fuhr ich durch dieses Dorf, zusammen mit meinen Klassenkameraden. Wir waren auf Klassenfahrt und hielten hier kurz. Ich stieg für einen Moment aus und als ich wieder einsteigen wollte, schloß die Tür vor meiner Nase und der Bus fuhr davon. Die haben mich einfach hier in diesem gottverlassenen Nest vergessen und zurückgelassen. Im Traum habe ich jedoch Schwierigkeiten einzuordnen, ob das gerade erst passiert ist oder schon vor mehreren Jahren, denn obwohl ich meine, fremd hier zu sein, scheine ich doch einige Leute zu kennen und gehe geradewegs zu einem Garten, der etwas entfernt vom Dorfkern liegt. Eine ältere Frau bewirtschaftet ihn. Ich gehe in den Garten hinein und finde sie, wie sie gerade mit einem Eimer Schlamm schöpft. Ich begrüße sie, sie kennt mich schon und ich sie, und helfe ihr, indem ich ebenfalls einen kleinen Buddeleimer mit Schlamm fülle und neben den Gartenweg stelle. Wir unterhalten uns über jemanden und dann verabschiede ich mich wieder. Sie begleitet mich zum Gartentor, verbarrikadiert sich dahinter und lächelt mich an. Zwischen ihren Vorderzähnen hat sie eine kleine Zahnlücke und sie trägt eine Brille. Schade, daß sie da so hinter dem hohem Tor steht, denn ich hätte sie gerne umarmt oder mich von ihr umarmen lassen, aber das will sie wohl nicht. Ich gehe zum "dunklen" Dorfkern zurück, dunkel deshalb, weil der Dorfanger wie eine Insel voller dichter und hoher alter Bäume mitten auf dem freien Platz zwischen der Dorfstraße liegt. Die Bäume auf dem Dorfanger stehen so dicht, daß es dort tatsächlich sehr dunkel ist und der Anger ist ziemlich groß, womit er fast wie ein kleiner Wald wirkt. Ich spaziere in diesen Wald hinein und treffe auf ein Denkmal zwischen den Bäumen, welches mich seltsam fasziniert. Es zeigt die dunkel verwitterte Gestalt eines jungen Mannes, um welche herum ein kleiner quadratischer Platz mittels Steinen und Hecke abgeteilt wurde, ungefähr so wie bei größeren alten Familiengräbern auf dem Friedhof. Dieser Platz scheint dem Gedenken zu dienen, denn es liegen dort einige Blumen. Ich stütze mich mit den Armen auf die kleine Umfassungsmauer und betrachte das Denkmal genauer. Der junge Mann ist von schlanker, schöner Gestalt und hat ein fast engelhaft lächelndes schönes Gesicht. Ich weiß nicht, ob es seine Schönheit ist, aber irgendetwas berührt mich an ihm sehr. Neugierig suche ich das Denkmal und die Umfassungsmauer nach einem Namen ab, finde jedoch nichts. Aber ich scheine schon zu wissen, daß es ein Dichter ist. Das Denkmal erst einmal hinter mich lassend spaziere ich weiter und finde viel kleine, durch Hecken abgetrennte quadratische Plätze zwischen den Bäumen. Vielleicht bin ich ja hier auf dem Dorffriedhof gelandet. In der Dunkelheit sehe ich etwas entfernt ein schwarzes Tier hinter einem Baum erscheinen. Es kommt auf den schmalen, versteckten Weg getrottet, auf dem ich stehengeblieben bin, und ich kann nicht gleich erkennen, was es für ein Tier ist. Schließlich entscheide ich, daß es wohl ein Lämmchen sein muß, allerdings ein schwarzes. Nun bemerke ich neben mir außerdem noch viele kleine schwarze Kätzchen, die aus einer Hecke kommen und niedlich herumpurzeln. Das Muttertier stolziert hinterher und stellt sich dem schwarzen Lämmchen in den Weg, vielleicht um es zu beschnuppern. Das Lämmchen selbst ist nicht viel größer als die Katze und wirkt außerdem irgendwie krank oder unterernährt. Die Katze und das Lamm stupsen ihre Nasen zusammen, aber als die Katze ihre Zähne bleckt, wird mir schlagartig bewußt, daß sie trotz aller Niedlichkeit ein Raubtier ist und frage mich, ob sie das Lämmchen wohl angreifen und fressen wird. Die Kraft dazu hätte sie auf jeden Fall. Etwas besorgt beobachte ich die Situation, doch die Katze beißt dem Lämmchen nur in die Nase und läßt dann ab. Ich nehme jetzt den Weg zurück zum Denkmal und treffe dort einen Mann auf der Mauer lehnend. Ich lehne mich neben ihn und nutze die Gelegenheit, um ihn anzusprechen. Dabei sage ich ein wenig unsicher, daß dies also sowas wie ein Dorfdichter war und der Mann lacht bei diesem Begriff amüsiert und meint, so könne man es nennen. Ich weiß nicht, ob er mir auch den Namen nannte, aber er erzählte, daß dieser Mann Katzen in das Feuer warf und wohl auch sonst ziemlich bösartig und unausstehlich war. Das erstaunt mich etwas, weil es so gar nicht zum Aussehen passt, aber ja, es ist eigentlich nichts neues, daß auch schöne Menschen böse sein können. Nur geht man bei ihnen gerne und leicht vom Gegenteil aus. Doch diese Erzählung steigert mein Interesse und die Faszination für diese Gestalt nur noch mehr. Es ist jetzt, als würden sich die Zeiten ineinander verschieben, sich vermischen, denn plötzlich erscheint der Dorfdichter selbst an seinem Denkmal. Sein Aussehen erinnert mich an Johnny Depp in irgendeinem Film, an den ich mich nicht mehr erinnern kann, denn er trägt einen seltsamen Hut, eine Mischung aus Zylinder und ballonartigem Aufbau, sowie ein buntes Halstuch, auf aristokratische Art gebunden. Neugierig folge ich ihm nun durch das Dorf, wobei ich mir nicht sicher bin, ob er mich wahrnimmt und wir uns kennen, oder ob ich ihn nur beobachte. Persönlich ist mir aber, als würden wir uns kennen und uns sogar sehr vertraut sein. Während ich ihn begleite, bekomme ich einige wüste Beschimpfungen von ihm mit, die er gegen andere ausstößt, und sehe, wie er eine Katze ertränkt. Dann kommen wir, es ist inzwischen dunkler Abend, an einer langen und hohen Mauer vorbei, die sich entlang einer Straße hinzieht. An der Ecke der Mauer führt eine gewundene Treppe bis zu einer Art Aufbau auf der Mauerecke, welcher an eine Kirchenkanzel erinnert. Der Dorfdichter stürmt davon und auf diese Treppe. Im Laufschritt nimmt er die Stufen. Was will er denn jetzt, denke ich. Da bemerke ich mit Schrecken, daß er sich anscheinend von da oben hinunterstürzen will. Das ist ganz offensichtlich. Er läuft impulsiv die Kanzel und einen Teil der Mauer ab, um den besten Punkt dafür zu finden, und ich überlege fieberhaft, wie ich ihn davon abbringen oder was ich tun kann. Ich möchte nicht, daß er sich umbringt, denn ich habe ihn gerne und glaube, daß sein ganzes Benehmen aus einer Form von tiefer Verzweiflung zustandekommt. Auch die anderen Menschen auf der Straße bemerken jetzt, daß er sich hinunterstürzen will und rennen schreiend weg. Ich laufe hinterher, weiß aber selbst nicht warum, denke jedoch, daß ich sowieso nichts hätte tun können. Mit diesen anderen Leuten befinde ich mich jetzt in einer Gaststube. Es wird die Geschichte des Dorfdichters erzählt. Er sei einstmals bei einer Klassenfahrt hier zurückgelassen worden, und danach im Dorf geblieben. Wäre er nicht vergessen worden, hätte der Ort wohl nie einen eigenen Dichter gehabt. Eine Frau sagt, daß es Zeit wäre, den Morgen einzuläuten. Dabei klapst sie auf eine Uhr, die sofort beginnt laut zu ticken, so als hätte sie die vergangenen Stunden stillgestanden. Die Uhr zeigt genau sechs.
(Danach erwachte ich, es war ca. gegen 9 Uhr.)
Träume in der Vergangenheit - Sonntag, 9. Dezember 2007, 13:33