Träume von bekannten Persönlichkeiten
Die Kinder von Thomas Mann erzählen von ihrer Kindheit und zeigen deren Schauplätze. Dazu gehört auch ein riesiger, angeblich furchteinflößender Dachboden. Diesen möchte ich gern allein erkunden, eine Art Mutprobe sozusagen. Während ich die dämmrige Treppe hinaufsteige, komme ich an Fenstern vorbei, die aus unterschiedlich getönten Scheiben in Grau und Sepia bestehen, was den Wänden durch das einfallende Licht ein interessantes Aussehen gibt. Bei einem Blick hinaus meine ich kurz, meine alte Kirche zu sehen - das kann jedoch eigentlich gar nicht sein, denn Thomas Mann hat doch woanders gewohnt. Bei genauerem Hinsehen wird auch klar, daß es eine völlig andere Kirche ist. Beim Öffnen der schweren Dachbodentür fällt mein Blick zuerst auf einen relativ hellen und sehr chaotisch unaufgeräumten Raum, der aber nicht furchteinflössend wirkt. Doch als ich ihn einmal abgelaufen bin, sehe ich, daß es auf der anderen Seite weitergeht. Hier führen dunkle Gänge mit Holzverschlägen, so wie in einem Keller, tief in das Innere des Dachbodens. In Abständen muß ich stets erneut nach einen Lichtschalter suchen, um das funzelige Licht anzuschalten. Diese Gänge sind nun wirklich unheimlich. Trotzdem gehe ich sie bis zu ihrem Ende. Hier finde ich einen Verschlag voll mit einem großen Berg Ton. Das hier war anscheinend das Bildhaueratelier von Thomas Mann. Bildhauerei muß sein Steckenpferd gewesen sein, zumindest wußte ich davon bisher nichts. Als ich zurückgehe, komme ich in einen Raum, der voller Gips- und Tonfiguren ist - Pferdchen, Menschen und vieles mehr. Das erstarrte Leben wirkt märchenhaft, unübersichtlich und zugleich störrisch kühl. Ahhh, hier hat er wohl gearbeitet. Völlig chaotisch alles, man kommt kaum an den Figuren vorbei. Während ich mich an ihnen entlangschlängele, sehe ich IHN plötzlich. Er sitzt mit dem Rücken zu mir an einem Tisch, still, klein, und tief in Gedanken versunken. Von hinten erkenne ich seine Glatze und ein paar spärliche Haare. Es ist Thomas Mann und er ist sicher nicht sehr erbaut darüber, wenn ich auf seinem Dachboden herumschleiche. Deshalb unterlasse ich es lieber, mich bemerkbar zu machen, sondern husche vorsichtig zum Ausgang. Sein Hund, ein gescheckter und krummbeiniger, hat mich allerdings bemerkt und macht einen äußerst bissigen Eindruck. Mit lautem Gebell ist er hinter mir her. Gerade noch rechtzeitig kann ich die Dachbodentür hinter mir zuwerfen, bevor er nach meinen Beinen geschnappt hätte.
Die Kinder von Thomas Mann zeigen mir nun weitere Schauplätze ihrer Kindheit im Freien. Dazu führen sie mich über einen bepflanzten Platz eine dämmrige Straße hinunter. Schließlich läuft man darauf wie auf einer Brücke und kann unter sich ein riesiges Gelände besichtigen. Dieses Gelände gehört ebenfalls Thomas Mann und es ist mindestens genauso chaotisch wie der Dachboden. Kahl, aufgewühlt, wie eine große Baustelle, aber voller seltsamer Dinge, wie z.B. einem echten Panzer. Sogar eine Lok fährt auf dem Gelände, doch auf einmal höre ich lautes Geschrei und Aufregung. Die Lok von Thomas Mann fährt geradewegs mit vollem Tempo auf einen stehenden Zug zu, der auf einem Bahnhof pausiert. Der Bahnhof befindet sich nur wenige Meter vor mir und ich gehe trotzdem weiter auf ihn zu. Die Lok kann nicht mehr aufgehalten werden, so viel ist klar. Doch ich komme gar nicht auf den Bahnsteig, weil ich dazu eine luftige Rolltreppe ohne Geländer überqueren müßte. Und das ist mir doch etwas zu gefährlich und hoch, weshalb ich wieder kehrt mache und von ihr herunter steige. Da kracht auch schon die Lok seitlich in den Zug, frißt sich durch ihn hindurch und zerstört gleichzeitig sämtliche Zugangswege zum Bahnhof. Wie komme ich jetzt von hier weg? Ich suche nach einem Ausweg, finde aber keinen. Da sehe ich eine der Töchter von Thomas Mann. Sie steigt über eine Grasnarbe auf eine sumpfige Wiese hinunter, die halb unter Wasser liegt. Ah, hier muß ein Weg sein. Ich selbst hatte gedacht, daß das Wasser zu tief ist, um es zu durchlaufen, oder daß man im Sumpf einsinkt, aber anscheinend ist es doch nicht so tief und auch nicht gefährlich. Die Tochter von Thomas Mann muß es wissen, wahrscheinlich ist sie schon öfters diesen Weg gelaufen. In einigem Abstand folge ich ihr also, mit etwas ungutem Gefühl, da ich den Wiesenboden unter der Wasserfläche nicht sehen kann, aber er trägt.
Bemerkung: Wann hört das endlich wieder auf, daß ich dauernd von Prominenten träume? Ist das eine Nebenwirkung des Neptun/Jupiter-Transits gegenüber meiner Sonne?
Ich befinde mich in New York und laufe herum. Eine Straße, die ich durchqueren will, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen, ist vollständig gesperrt, weil da gebaut wird. Anscheinend wird ein ganzer Gebäudekomplex abgerissen und wieder aufgebaut. Ich muß einen großen Umweg machen, komme aber trotzdem bei der Filmkonferenz an, zu der ich eigentlich wollte. Bei der Konferenz sitzen in einem großen Raum verteilt in Grüppchen Leute. Irgendwie nicht all zu viele, aber ein paar Gesichter fallen mir auf, wie zum Beispiel das eines jungen Mannes, der ein bekannter Reporter ist. Ganz hinten, am Ende des Saals, erkenne ich Bruce Willis, der allein an einem Tisch sitzt. Ich stehe auf und gehe zu ihm hin, um ihn um ein Autogramm zu bitten. Als ich näher komme, bemerke ich, daß er an der Schläfe blutet und auch seine Hand blutig ist. Wahrscheinlich hat er sich damit abgestützt. Irgendwie komme ich mir in dieser Situation jetzt blöd vor, nach einem Autogramm zu fragen, weshalb ich stattdessen die Frage in "Brauchen Sie ein Taschentuch?" umändere. Bruce Willis schaut mich teils erstaunt, teils spöttisch an und schüttelt nur den Kopf. "Versuchen kann man es ja mal." antworte ich und gehe an meinen Platz zurück.
Unterwegs in Berlin sehe ich eine Aussicht, in der der Berliner Dom durch einen runden Brückenbogen hindurch erscheint. Irgendwie hat der Anblick was und ich versuche ihn zu fotografieren. Doch ständig ändert sich etwas, Menschen laufen durch das Bild oder der Berliner Dom verwandelt sich in etwas anderes. Schwierig. Dann bemerke ich, daß ich mich mitten in einer Kundgebung befinde. Hinter mir sind gleich die Tribünen von denen jemand spricht. Ich bin etwas irritiert, weil das irgendwie an DDR-Zeiten erinnert. Bin ich vielleicht in der Vergangenheit? Egon Krenz beugt sich über den Rand der Tribüne und gibt zwei neben mir Stehenden die Hand. Zögernd strecke ich ihm auch die Hand hin, nicht weil ich sie ihm unbedingt geben will, sondern weil ich das unbestimmte Gefühl habe, daß es unhöflich wirken könnte, wenn ich es nicht tue. Ebenso zögernd und flüchtig drückt er sie und in diesem Moment meine ich mich zu erinnern, daß ich ihn persönlich kenne. Er war doch früher ab und zu bei meinen Eltern zu Gast. Etwas später, von der Tribüne herunter, lädt er mich zu einem Drink ein. Warum nicht? In einer größeren Runde sitzen wir in einem Lokal.
Ab jetzt habe ich nur noch wirre Traumfragmente im Kopf, unter anderem Bilder von einer nebligen Landschaft, die hinter dem Schleier wunderbar zart wirkt, die Zahlen 1 und 4, die ständig wiederkehren, einmal in Form der numerologischen Essenz von Namen. Es werden Männer für mich gesucht, die genau diese numerologische Voraussetzung erfüllen. Doch mein Cousin kommt dazwischen, er ist mir aber als eine 3 in Erinnerung. Später tauchen die 1 und die 4 im Zusammenhang mit der nebligen Landschaft wieder auf und bedeuten irgendein wunderschönes Ereignis, das noch
vor mir, meiner Mutter und meiner Schwägerin liegt. Meine Schwägerin kann es kaum erwarten und freut sich riesig darauf. Ich weiß nicht, ob sie es sagt oder ob es so eine Traumgewißheit ist, aber bis zu diesem Ereignis und auch währenddessen wird uns nichts Schlimmes geschehen.
Ein Seminar, in welchem ich mit vielen anderen Teilnehmern an u-förmig gestellten Tischen sitze. Dozent ist mal wieder Reich-Ranicki, jedoch ist diesmal auch seine Frau dabei. Es geht um Literatur und irgendwie spielt außerdem im ganzen Traum meine Kurzgeschichte "In fremden Schuhen" eine Rolle, da sie noch wichtig für den Verlauf des Traumes wird. Reich-Ranicki doziert sehr leidenschaftlich und polemisch, dann übergibt er allerdings seiner Frau das Zepter. Und diese ist noch einen Zahn schärfer als er. Wie ein Feldwebel stolziert sie vorne herum und brüllt fast ihre Anweisungen. Ich sitze am oberen Balken des U, Reich-Ranicki hat einen Platz unter den Studenten am seitlichen Flügel eingenommen. So kann ich ihn von hinten ein wenig beobachten. Er sieht sehr alt aus, älter als sonst, und seine spärlichen Haare sind so lang gewachsen, daß er sie mit einer schmalen Haarklemme festgesteckt hat. Jetzt springt er auf und stellt sich seiner Frau in den Weg, um sie, relativ freundlich und witzig, um ein wenig Mäßigung zu bitten. Er ist ja gar nicht so schlimm, seine Frau ist schlimmer, eindeutig.
In einem Zwischenstück des Traumes geht es um konzentrierte Textarbeit. Diese findet so statt, daß Sätze und Wörter wie Puzzlestücke herumgeschoben werden, um einen ganz bestimmten bildlichen "Bogen" zu erreichen, welcher wiederum der Schlüssel ist, um etwas zu finden.
Im dritten Traumfragment befinde ich mich mit meiner Seminargruppe in einem Fußgängertunnel. Wir veranstalten hier Grabungen im Untergrund von Berlin und ich finde irgendwo hinter der Wand aus grünen Kacheln, die an einer Stelle aufgestemmt wurde, ein Paar Schuhe. Die Schuhe sehen neu aus, wie selten oder nie getragen, sind dunkelbraun oder schwarz, knöchelhoch und flach, also eine Art Boots, man sieht aber an der relativ schmalen Fußform, daß es sich um Frauenschuhe handelt. Außerdem klappert es in dem einen. Ich drehe ihn deshalb um und halte meine Hand darunter. Vier wunderschön leuchtende Steine fallen in meinen Handteller und bedecken ihn fast vollständig. Aufmerksam betrachte ich sie. Die Steine sind ungeschliffen, fein durchscheinend und haben vier verschiedene Farben. Der eine ist weiß und hat quarzähnliche kubische Auswüchse, so daß es eventuell ein Bergkristall sein könnte. Der zweite ist wässrig türkis, sieht aber nicht wie ein Türkis aus, sondern wie die selteneren Laminare, der dritte ist leicht rosa und der vierte violett, aber in einem so schillerndem, daß die Fläche des Steines bei jeder Handbewegung anders leuchtet, wie eine Art von violettem Perlmutt. Ich bin mir während des Betrachtens der Steine nicht sicher, ob das tatsächlich ungeschliffene Edelsteine sind oder vielleicht auch nur schillerndes Glas. Irgendwie vermute ich, daß sie wohl nicht besonders wertvoll sind, aber trotzdem einfach märchenhaft schön. Vielleicht waren diese vier Steine und die neuen Schuhe der kleine Schatz einer Person aus dem zweiten Weltkrieg, der hier in der Wand versteckt wurde. Doch plötzlich erkenne ich im Traum den absurden Zufall, daß ich fremde Schuhe gefunden habe und meine Kurzgeschichte "In fremden Schuhen" heißt. Aber für Zufall kann ich es nicht mehr halten, es erscheint mir geradezu gespenstisch und ich laufe mit dem einen Schuh zum Grabungsleiter, um ihn zu fragen, was er davon hält. Dieser (er ähnelt dem Bezugbetreuer eines Klienten von mir) ist hochgewachsen und schlank, könnte mit seinen halblangen Haaren jedoch auch als Frau durchgehen. Und in meiner Aufregung spreche ich ihn mit "Frau" an, was mir so peinlich ist, daß ich, bevor ich sprechen kann, erst einmal einige Minuten gleichzeitig lache und weine. Ich möchte von ihm wissen, ob er es nicht ebenfalls sehr seltsam findet, daß ich ausgerechnet zum jetzigen Zeitpunkt diese Schuhe gefunden habe und das in einem Fußgängertunnel. Für mich jedenfalls scheint es wie eine Botschaft mit einer wichtigen Bedeutung, geradezu unglaublich. Die Antwort erfahre ich nicht mehr.
Bemerkung: Bei den vier Steinen muß ich zum einen an die vier edlen Wahrheiten des Buddhismus denken, und zum anderen an die Redewendung von den "ungeschliffenen Diamanten".
Laminar
Noch ein Schatz im Fußgängertunnel
Außerdem könnte ich mal wieder ein paar Edelstein-Traumexperimente machen. Die habe ich sträflich vernachlässigt.
Ein undefinierter Ort, an welchem ich mich anscheinend mit dem Malen beschäftige, denn ich stehe an einem Wasserhahn und spüle eine Farbtube, die mit himmelblauer Farbe bekleckert ist, und einen Pinsel ab. Die Tür geht auf und Richard Gere kommt herein. Das wundert mich gar nicht, denn ich weiß im Traum, daß er sich ebenso wie ich schon länger hier aufhält und wir uns seitdem kennen. Genaugenommen hat Richard Gere einen Narren an mir gefressen und innig väterliche und freundschaftliche Gefühle für mich entwickelt. Ich empfinde seine Nähe und Fürsorglichkeit ebenfalls als sehr angenehm, wir fühlen eine tiefe Sympathie füreinander, allerdings habe ich auch ein starkes Verlangen nach mehr körperlicher Nähe, während er in diesem Punkt eher distanziert bleibt. Ich denke mir, es liegt daran, daß ich so jung bin und er in mir eher eine Tochter, allerhöchstens platonische Freundin sieht. Außerdem entnehme ich einer Bemerkung von ihm, deren genauen Wortlaut ich vergessen habe, daß er wohl dem Sex abgeschworen hat und eine ganz persönliche Strategie zur Befriedigung notwendiger körperlicher Bedürfnisse verfolgt, indem er es "einfach laufen läßt". Dies stört oder interessiert mich jedoch nicht weiter, da ich nicht auf Sex aus bin. Es geht nur um eine stärkere körperliche Nähe, da ich mich, je näher sein noch immer athletischer Körper mir ist, um so wohler fühle. Jetzt gerade, als er zur Tür herein gekommen ist, hat er mir ein Geschenk mitgebracht. Es ist zusammengerollt und er breitet es, vor mir hockend, auf einer Liege aus. Es ist ein Handtuch, welches mit einem Landschaftsgemälde bedruckt wurde, im Hintergrund blauer Himmel, vielleicht Berge, im Vordergrund ein einsamer kahler Baum im dunklen Kontrast. Ein klitzekleines bißchen bin ich ja enttäuscht, denn ich denke mir, würde er in mir nicht nur eine kindliche Freundin sehen, sondern vielleicht die Geliebte, hätte er mir sicher etwas anderes geschenkt. Evtl. Schmuck, einen Ring, mindestens eine Kette. Es geht mir dabei nicht um das Geschenk an sich, sondern darum, was es über die Art der Beziehung aussagt. Trotzdem rührt mich diese kleine liebevolle Geste und ich würdige das Handtuch auch gebührend, indem ich sage, wie schön es ist. Gleichzeitig mache ich mich still an die Arbeit, meinen Status bei ihm aufzuwerten, indem ich ihm stetig näher komme, ihn berühre und ihm schließlich keine andere Wahl mehr lasse, als mich zu küssen. Wahrscheinlich hat er gewußt, daß er meinen Berührungen nicht widerstehen kann und sich deshalb so zurückgehalten, denn jetzt fallen spürbar alle Schranken und moralischen Bedenken. Der Kuß ist lang und zärtlich. Als wir daraus auftauchen, liegen wir nackt nebeneinander auf einem Bett, ohne daß etwas geschieht. Ich liege einfach nur in seinen Armen und lasse meine Blicke über seinen Körper wandern, begutachte die schon grauen Härchen, die wie ein leuchtender Flaum seinen Körper bedecken. Hier, in seiner Umarmung, fühle ich mich wunderbar sicher und geborgen.
Bemerkung: Ok, ok, schon klar. Statt an Marcel Reich-Ranicki sollte ich mich besser an Richard Gere halten. Allerdings könnte ich echt bessere Ratschläge von meinem Traumratgeber gebrauchen, da ich weder mit dem einen, noch mit dem anderen jemals in solch eine Situation kommen werde. :-/
Marcel Reich-Ranicki soll zu uns zu Besuch kommen. Er wird, wenn er da ist, eine Runde zum Karl-Marx-Denkmal, zum Lenindenkmal und zum Stalindenkmal machen und dann jeden einzelnen von uns begrüßen. Bevor er eintrifft erfahre ich durch Zufall, daß er mein Buch (Gedichtband?) "Perlen weiblicher Vorhänge" gelesen hat und meinte, es hätte nie veröffentlicht werden dürfen. Natürlich hätte es nie veröffentlicht werden dürfen! Das sollte es eigentlich auch gar nicht. Wie konnte das nur geschehen? Ich bin geschockt und vermute in meiner Mutter den Übeltäter. Jetzt ist er endlich da und schüttelt jedem die Hände. Er ist dabei sehr herzlich, umarmt sogar jeden und drückt meiner Mutter sein Beileid aus. Nur mich ignoriert er vollständig. Es scheint so, daß er mich nicht leiden kann. Über die Gründe dafür kann ich nur spekulieren. Trotzdem finde ich es ziemlich unhöflich.
Letzte Nacht war eine Liedernacht. Im ersten Traumfragment sehe ich den leicht verhangenen Horizont eines Meeres vor mir, vor welchem sich die Umrisse von vier oder fünf verschiedenen Schiffen abzeichnen, unter anderem auch der "Sturmvogel" aus Berlin. Gleichzeitig höre oder singe ich ein Lied ungefähr in der Melodie von "Ich steh im Regen" aus dem Sketch mit Heinz Erhardt:
Die Schiffe meines Lebens
kommen näher
sie kommen näher
und hinter mir der Abgrund
in den ich nur zu springen brauch
doch ich kann es nicht
Später im Traum arbeite ich mit einer bekannten Künstlerin zusammen. Es ist Hildegard Knef. Zum einen entwickeln wir aus alten Songs neue Ideen und Interpretationen und zum anderen auch Entwürfe für Bühne oder Kleidung. Für diese Entwürfe hat ein ebenfalls bekannter Designer, den sie kennt, ihr einen Teller mit einigen Stücken Sushi geschickt. Der Teller mit dem Sushi symbolisiert den Farbentwurf. Er ist viereckig und himmelblau. Als die Knef ihn sieht, sagt sie verträumt: "Schau, das ist genau das Blau des Himmels über .....!" Wir machen nun eigene Farbentwürfe auf Papier, wobei wir allerdings hellgrünes Papier und grünliche Farben verwenden. Für die Lieder verwenden wir frühere Songs von Bruce Springsteen. Während dieser Arbeit wird mir klar, daß ich plötzlich einen Zugang zu diesen Songs von Bruce Springsteen bekomme und sie mir beginnen zu gefallen. Irgendwann schickt mich die Knef schlafen. Während ich gehe, denke ich nachfolgenden Satz und mit diesem Satz im Kopf erwache ich auch (allerdings ist mir dabei, als habe eine Unterbrechung stattgefunden und ich hätte den Satz ein zweites Mal in meinem Kopf): "Das sind schöne Lieder, aber soo alt!"
Mein früheres Kinderzimmer, anscheinend als Wartezimmer umfunktioniert. Ich sitze an einem Ende vom Bett und warte auf irgendetwas. Am anderen Ende sitzt Dieter Bohlen und zwischendrin sind anfangs auch noch ein paar Leute. Vor mir steht genau Bohlen's Porsche in braunmettalic, allerdings ist er nur so groß, wie ein Plastik-Spielzeug-Kipper. Aus Anspannung oder Langeweile beginne ich mit den Fingernägeln, den Dreck, der sich darauf angesammelt hat, abzukratzen. So tue ich gleich noch ein gutes Werk und der Porsche wird wieder sauber. Nach längerer Zeit kommt Dieter Bohlen an und fragt, was ich da mache. Ich präsentiere stolz das saubere Auto und sage, ich hätte den Dreck abgekratzt. Zuerst antwortet er besorgt und nicht so begeistert, daß ich hoffentlich keine Kratzer hineingemacht hätte. Kratzer! Ach du Sch.... Daran habe ich gar nicht gedacht. Ob ich mit meinen Fingernägeln Kratzer hinterlassen habe? Etwas betreten warte ich schon auf ein Donnerwetter, während er den Lack mustert. Es könnte ja auch sein, daß er Kratzer findet, die vorher schon da waren und diese jetzt mir anlastet. Ich jedenfalls entdecke auf der Oberfläche durchaus ein paar kleine Kratzer, aber Dieter Bohlen erklärt nun bestimmt, daß alles mit dem Auto in Ordnung wäre. Erleichtert und wieder sicherer zeige ich deshalb meine Fingernägel und erkläre, daß diese so weich, absolut weich sind, daß gar nichts passieren könne. Ich komme nun mit Dieter Bohlen ins Gespräch und dieser ist erstaunlich freundlich. Während wir uns unterhalten, fällt mir auf, daß seine Lippen viel voller als sonst sind. Läßt er sich jetzt etwa ebenfalls die Lippen aufspritzen? Für so einen Typ hätte ich ihn nicht gehalten. Dies verwundert mich und auch seine Freundlichkeit, zumal ich als blond und grünäugig noch nicht einmal sein bevorzugter Frauentyp bin. Er verschwindet jetzt wieder, läßt aber einen Recorder da, mit dem er irgendein Spiel zum Zeitvertreib mit mir spielen will. Ich sage spontan zu, doch während er nicht da ist, wird mir klar, daß es etwas mit Musik und Singen zu tun hat. Und singen kann ich doch überhaupt nicht. Wie peinlich! Aber andererseits ist es ja nur ein Spiel und irgendein lustiges Lied werde ich schon hinbekommen. Trotzdem nehme ich mir vor, ihn gleich darauf vorzubereiten. Als er zurückkommt, haben wir das ganze Bett für uns alleine. Das Gespräch kommt auf die Musik und ich erzähle schließlich, daß ich nicht singen kann, dafür aber schreibe und berichte ein wenig darüber. Er scheint nicht weiter enttäuscht, wirkt aber etwas nachdenklich. Endlich meint er zu mir, daß er sich das Schreiben bei mir gar nicht so richtig vorstellen könne, außer vielleicht, wenn ich sowas wie "Denver Clan" schreiben würde. Denver Clan? Wie kommt er denn darauf? Ich glaube nicht, daß ich eine Story wie "Denver Clan" schreiben könnte oder wollte. Das sage ich allerdings nicht. Und insgesamt kann ich nicht meckern, Dieter Bohlen ist richtig nett, zumindest zu mir.
In einem weiteren Traumfragment befinde ich mich im Speisesaal meiner früheren POS. Dieser wurde vollkommen neu gestaltet und umgebaut. Er ist jetzt richtig wohnlich und freundlich, ein Ort, wo man sich wohlfühlen kann. Ich habe mich zu Leuten an einen Tisch gesetzt, ohne mir ein Essen geholt zu haben, bekomme aber von jemandem eine Kartoffel gereicht, die ich verspeise, während ich den neuen Speisesaal mit meinen Erinnerungen abzugleichen suche.
Bemerkung: Ich soll also eine Fernsehserie a la "Denver Clan" schreiben - ich glaube, es hakt....
Ich habe den Auftrag, einen Beutel Sand an einen bestimmten Ort zu bringen. Dies ist aber nicht alles, der Auftrag beinhaltet noch mehr wichtige und geheimnisvolle Dinge. Dazu entdecke ich so eine durchsichtige formbare Vase, die man einfach wieder zusammenlegen kann, wenn man sie nicht braucht. Sie ist von einem zarten Altrosa und ich biege sie hin und her, bis sie eine passende Form hat. Den Sand muß ich noch suchen, jetzt setze ich aber erst einmal mit einem Kahn zu einer Insel mit Holzhäusern über, wie man sie im Spreewald findet. Was ich dort tue, bleibt unklar. Später fahre ich mit dem Kahn zurück und kaum bin ich an das Ufer gesprungen, bemerke ich, wie Roger Moore alias James Bond das Boot sofort übernimmt. Er hat anscheinend das gleiche Ziel wie ich. Ich vermute sogar, daß er an derselben Sache dran ist. Mir ist klar, daß wir auf derselben Seite stehen, also Verbündete sind, nur weiß er das nicht, da er mich und meine Absichten nicht kennt. Deshalb ignoriert er mich vollständig, was ich vorerst sogar besser finde, aber später werden wir uns vielleicht zusammenschließen müssen. Trotzdem macht es irgendwie Mut, jemanden wie ihn für die Aufgabe an der Seite zu haben. Eigentlich kann da nicht mehr viel schiefgehen. Ich weiß, daß ich zur Insel zurückkehren muß, allerdings werde ich das erst tun, wenn es etwas dunkler geworden ist und es nicht mehr so auffällt. Denn das, was ich vorhabe, verlangt Tarnung. Ich hoffe nur, daß James Bond den Kahn wieder ordentlich zurück bringt, so daß ich ihn dann erneut benutzen kann. Ganz sicher bin ich mir da nicht.
Nun befinde ich mich auf dem Spielplatz meiner Kindheit genau neben dem Sandkasten mit dem Klettergerüst. Spontan springe ich hinein und merke erst während des Sprungs, daß der Sandkasten enorm tief ist, viel tiefer als früher (so geschätzt 2 Meter). Auch scheint nicht viel Sand darin zu sein....o je, hoffentlich tue ich mir nicht weh. Unbeschadet lande ich unten und betrachte die Sache genauer. Auf dieser Seite befindet sich nur eine kleine Schicht Sand, während auf der gegenüberliegenden Seite der Sand um so höher steht, als schwappe er wie Wasser in diesem Sandbecken. Von der höheren Seite werde ich den Sand nehmen, den ich transportieren muß. Es scheint der richtige zu sein. Mir fällt am Rande des Spielplatzes ein Hügel auf, von dem nur noch eine einzelne schmale Vorderfront eines Gartenhauses aufragt. Standen hier nicht früher die Gartenhäuser dicht an dicht und lehnten sich aneinander an? Die müssen alle abgerissen worden sein. Ich frage jemanden neben mir und er erklärt, daß nur ein Besitzer die Erlaubnis bekommen hätte, einen Teil des Hauses sozusagen als Andenken stehen zu lassen.
Als nächstes muß ich für meine Aufgabe ganz unauffällig den Dachboden meines früheren Elternhauses erreichen. Mich darf dabei niemand sehen, denn es könnte jemand mißtrauisch werden und sich fragen, was ich dort suche. Ich schleiche also so lautlos wie möglich und im Dunkeln alle vier Treppen des Hausflurs hinauf. Genau neben der eisernen Dachbodentür bleibe ich stehen und lausche. Es ist, als hörte ich ein ganz leises Geräusch hinter der Tür, es erinnert an gedämpfte Schritte. Außerdem fällt mir vor der Tür ein unordentlich hingeworfener und beschrifteter Karton auf. Ich lausche erneut. Ja, da ist wieder das Geräusch. Fieberhaft überlege ich, was zu tun sei. Soll ich hineingehen mit dem Risiko, entdeckt zu werden? Oder soll ich gehen? Könnte ja sein, daß es James Bond ist, den ich höre und der schon vor mir da ist. Dann wäre alles bestens. Es könnte aber auch der Hausmeister sein - das wäre nicht so gut, bzw. blöd gelaufen. Endlich entschließe ich mich, lieber zu gehen. Dies versuche ich so lautlos und schnell wie möglich, indem ich mich auf dem Treppengeländer abstütze und mehrere Stufen auf einmal die Treppe hinunterspringe, dabei aber, dadurch daß ich mich aufstütze, langsam und fast lautlos den Boden berühre.
Als ich aus dem Haus trete, lande ich nun ganz woanders. Es ist mir alles fremd, es scheint ein völlig anderer Hof zu sein. Werkstätten, Einfahrten und Gänge sammeln sich rundherum. Am Ende eines längeren Ganges sehe ich einen Mann baumeln, der sich anscheinend genau unter der Toreinfahrt aufgehängt hat. Ich wende mich von diesem Gang ab und einem anderen zu, aber auch hier sehe ich jetzt genau denselben Mann baumeln. Wie seltsam! Aber mir bleibt nicht viel Zeit darüber zu grübeln, da ich die richtige Durchfahrt finden muß. Ich gehe jetzt eine entlang, die mich statt auf einen anderen Hof in ausgedehnte Büroräume führt. Überrascht sehe ich dort sehr viele prominente Frauen. Oh, ich bin doch tatsächlich in einer Filmproduktionsfirma aus Hollywood gelandet! Neugierig schaue ich mich um und scheine im lebhaften Getriebe gar nicht aufzufallen. Ja, mir ist beinahe so, als hielte man mich für einen Mitarbeiter dieser Firma!
Bemerkung: So wie im Traum beschrieben bin ich als Kind tatsächlich die Treppen hinuntergesprungen - mehrere Stufen auf einmal, die ich durch Aufstützen des Körpers auf dem Treppengeländer überbrückte. Dies fällt mir jetzt durch den Traum wieder ein und überhaupt erinnert mich dieser Traum verdächtig an die rasanten Abenteuerspiele, die ich mit Freunden gerne spielte. Außerdem fragte ich mich beim Aufschreiben - warum ausgerechnet Roger Moore? Sean Connery wäre viel folgerichtiger gewesen. Eine Antwort darauf hatte ich sofort - klar, Roger Moore war in der Zeit meiner Kindheit aktuell, Sean Connery war vor meiner Kindheit. Also konnte es nur Roger Moore sein.
Träume von bekannten Persönlichkeiten - Freitag, 12. September 2008, 18:33
Um einen Tisch herum sitzen mit mir ehemalige Mitschüler und Hilary Clinton. Anscheinend findet ein Unterricht statt, den sie leitet. Dazu verteilt sie kleine Notizblöcke, auf denen auf jeder Seite etwas aufgedruckt wurde. Auch mir drückt sie einen in die Hand und fordert mich auf, laut vorzulesen. Ich schaue genauer auf das kleine Blättchen und erkenne, daß es kyrillische Buchstaben sind. Nun ja, ich hatte früher Russischunterricht - sooo schwer dürfte es also nicht sein, denke ich. Zuversichtlich lege ich los, doch mit einem Mal wird das Lesen immer zäher und zäher, bis ich nur noch wie ein Schulanfänger schwerfällig herumstottere. Das liegt vor allem daran, daß, wie ich feststelle, gar keine zusammenhängenden Wörter auf dem Blatt stehen, sondern nur einzelne Buchstaben. Stünden sie als Wort zusammen, würde ich sie wahrscheinlich automatisch lesen, aber so muß ich mich mühsam an jeden einzelnen Buchstabennamen erinnern. Trotzdem gebe ich nicht auf und versuche es weiter, bis schließlich M.K. ungeduldig dazwischen ruft: "Man, du hast doch Russisch gehabt." Ich beginne zu schwitzen und werde andererseits ärgerlich. Der muß das gerade sagen, der war ja nun auch nicht gerade ein As in Russisch.
Träume von bekannten Persönlichkeiten - Dienstag, 9. September 2008, 19:59