Ich forme Tiere aus Hackfleisch, zuerst einen Tiger, den ich zwar einen Tiger nenne, der aber mehr die Form eines Löwen hat. Und durch das Hackfleisch wirkt er außerdem als hätte er eine Hautkrankheit. Ich gebe ihm Leben, frage mich aber keiner wie, und nun lauert er aufgeregt an der geschlossenen Zimmertür. Vermutlich wittert er sein eigenes Hackfleisch, ein Geruch, der noch in der Luft liegt, und hat gewaltigen Hunger. Inzwischen habe ich ein zweites Tier geschaffen, einen harmlosen Pflanzenfresser, mit welchem ich mich sogar unterhalten kann. Eigentlich würde ich das Zimmer gerne verlassen, der Tiger ist gefährlich, aber da er genau an der Tür lauert, geht das nicht, zumal ich ja sicher noch nach Hackfleisch rieche. Also bleibe ich mit dem anderen Tier hinter einem Tisch hocken und spreche mit diesem: "Hörmal, hier kommen wir nie lebend raus!" Ich weiß aber nicht mehr, was es geantwortet hat.
Ein Treffen von Bloggern, eine Cocktailparty oder etwas in der Art in irgendeinem Schloß. Ich erinnere mich, in mit dem Wilden Kaiser und Elsa zusammengestanden zu haben. Der Kaiser trägt anscheinend seine Haare neuerdings halblang, glatt herunterfallend. Das steht ihm gut, wirkt aber auch sehr weiblich. Elsa dagegen trägt bauchfrei, nicht nur ein Stückchen. So jugendlich und schlank wie sie ist, kann sie das aber gut tragen.
Bemerkung: Nach dem Aufwachen fragte ich mich spontan, ob es Gott wohl so ähnlich gegangen sein könnte, als er Lebewesen geschaffen hat - daß er hinterher dachte "Oh, oh.....schnell weg hier!" *gg*
Um mich herum ein einsamer, nächtlicher Wald. Fahles Mondlicht zwischen den Bäumen und sprechende Stille. Ich beginne laut zu schreien, in langgestreckten, immer höheren Tönen schreie ich in den Wald hinein, weiter und weiter. Der Klang erinnert mich an das Heulen eines Wolfes. Bin ich ein Wolf? Ich meine mich zu erinnern, daß ich ein Mensch bin, aber vielleicht bin ich auch ein Wolf. Das Schreien verfolgt einen ganz bestimmten Zweck, ähnlich wie in diesem Aufwachtraum. Etwas soll damit vertrieben werden, doch damit es funktioniert, muß ich mich sehr anstrengen, meine Töne immer lauter und reiner werden lassen. Je mehr dies geschieht, um so mehr ähnelt es einem Singen, wenn auch aus voller Kraft. Es ist, als würde ich versuchen, das letzte Quentchen Atemluft aus mir herauszupressen, um damit den Klang zu formen, bis ich mich selbst darin verströme. Dabei schaue ich stets auf ein Stückchen Himmel zwischen dunklen Bäumen, das von dem Mond hinter den Wolken rötlich beleuchtet wird. Insekten schwirren um mich herum, eine Zecke läßt sich an einem Faden herunter, befindet sich immer in meiner Nähe, bis ich sie schließlich erschlage. Ich schreie weiter. Etwas Unheimliches, ein transzendentes Sein soll damit aufgelöst werden. Es ist die Seele des Grafen Dracula, die diesen Wald völlig ausfüllt, in jedem Atom mitschwingt. Je höher, lauter und reiner ich schreie, um so eher wird sie sich verflüchtigen und erlöst sein.
Bemerkung: Die Bilder des Waldes erinnern mich an den Film "Hotel". Wenn ich sowas noch öfters träume, weiß ich nicht, ob das meine Stimmbänder auf Dauer mitmachen. Beim Aufwachen tat mir vor Anstrengung der Hals weh.
Der Schrei im Traum deutet auf Verzweiflung aber auch auf ein Erwachen (im Traum) als Gegenbild zum Schlaf. Bisweilen regt der Schrei den Träumer an, sich klar zu äußern.
Nicht selten fühlen wir uns im Traum bedroht und möchten schreien, doch kein Laut kommt über unsere Lippen. Dies ist ein deutlicher Hinweis, dass wir uns in unseren ursprünglichen Bedürfnissen, zumeist zu Gunsten anderer übergehen, da wir nicht wagen uns gegen die Erwartungen abzugrenzen und zu wehren.
Töne sind selten im Traum, obwohl Komponisten schon ihre Kompositionen geträumt haben. Töne sprechen meistens den Sinn für unsere innere Stimme an. Im Mythos erzeugen die Engel Sphärenklänge, also besondere Töne, welche die Seelen der Hörer öffnen. Der Ton ist außerdem wie die Farbe ein symbolischer Ausdruck für Stimmungen.
Ein riesenhafter schwarzer Hund, dem ich versuche ein Halsband anzulegen - was gar nicht so einfach ist - und eine schwarzhaarige Frau namens Eike, der ich in mehreren Träumen begegnete.
Ich schenke meiner Mutter eine feste und warme Umarmung, völlig grundlos und spontan, es überkam mich. Sie lacht und teilt mir danach bedeutungsschwanger mit, daß sie mir etwas sagen müsse. Mit einem Nicken deute ich an, daß sie loslegen soll. Sie sagt mir, daß ich der beste Mensch der Welt sei und es ist nicht einfach so dahergesagt, sondern in einem Tonfall, als ob sie definitiv wüßte, daß es so ist. Ich will das aber nicht hören, das ist völliger Unsinn, ich bin niemals der beste Mensch der Welt und das müßte sie eigentlich am besten wissen, schließlich hat sie auch schon oft meine Ungeduld zu spüren bekommen. Fast werde ich etwas ungehalten darüber. Wie kann sie nur so etwas Absurdes denken?
Im Traum geht es kunterbunt weiter mit einer Tante Berta(?), die im Sterben liegt, aber putzmunter herumläuft und uns halbierte Orangen reicht, welche wir ausschlürfen. Dann sitze ich in einem Klassenzimmer, in welchem von der Decke viele Spinnfäden herunterhängen. Es ist als hätte die Decke einen weichen Haarflaum. Neben mir R., ein ehemaliger Mitschüler, und mein Blick fällt auf seine Hände. Sie sind rissig und schuppig, so als hätte er eine Hautkrankheit. Ich frage mich, ob das von den Kameras kommt, die er bedient (er ist Kameraassistent).
Im letzten Fragment stehe ich mit meiner Mutter vor einem großen Aquarium. Genauer gesagt sind es drei Aquarien, welche übereinander angeordnet sind und durch einen Wasserweg in Form einer "Acht" mit drei Schlingen verbunden sind. Zwei sonnengelbe Wasserschlangen schlängeln sich paarweise, wobei sie teilweise dieselbe Form wie ihr Weg annehmen, ohne sich jemals dabei zu trennen, diese Dreischlingen-Acht entlang, mal sind sie im oberen Aquarium, mal im unteren und so geht es unendlich weiter. Mein Aufmerksamkeit wird jetzt auf einen Rochen im oberen Aquarium gelenkt. Sein Rücken liegt an der Luft und eine riesige grüne Schnake sitzt darauf. Man kann direkt zuschauen, wie sie ihren Stechrüssel oder Stachel, langsam in der Haut des Rochens versenkt. Ich weise meine Mutter darauf hin, damit ihr dieses Schauspiel nicht entgeht.
Die letzte Nacht war ziemlich anstrengend. Das lag daran, daß ich durch all meine Träume mehr oder weniger gezerrt wurde (weshalb ich auch nicht mehr viel erinnere), und zwar von einem großen Schäferhund an der Leine. Dieser hatte glänzendes rotgoldenes Fell und freute sich tierisch, endlich spazieren gehen zu dürfen. Deshalb rannte er ständig mehrere Meter vorne weg und zog mich, die ich immer versuchte, ihn zu halten und die Leine nicht um irgendwelche Hindernisse zu wickeln, hinter sich her. In diesem sonderbaren Gespann spazierten wir durch U-Bahnen, U-Bahnhöfe, Tunnel, Treppen hinauf und hinunter - eine Kollegin kam mir auf der Treppe entgegen, aber ich konnte nicht stehen bleiben, da der Hund keine Ruhe gab -, durch Parks und Winterlandschaften, ja, sogar durch Kaufhäuser, wo ich immer aufpassen mußte, daß er die Leine nicht um die Regale wickelt, weil er dreimal drumherum lief.
Trotz dieses etwas gehetzten Traumabenteueres war es im ganzen doch recht vergnüglich, da es mir Spaß machte, das muntere Tier zu beobachten und mich von ihm tyrannisieren zu lassen.
Ein Versteck oder Unterschlupf hoch oben über den Dächern der Stadt. Über mir und meinem Bruder (?) ist nur ein spitzer Dachgiebel, der auf zwei Wänden ruht. Die anderen beiden Längswände fehlen. Platz ist nur sehr wenig, etwa ein Meter Breite und so viel Länge, daß man sich an die Wand lehnen und die Beine ausstrecken kann. Ich getraue mich kaum zu bewegen, weil es von beiden Seiten tief hinunter geht, wage auch nicht zu schlafen, weil ich Angst habe, dabei die Kontrolle zu verlieren und hinunterzustürzen. So kann das nicht weitergehen! Ich sage zu meinem "Mitbewohner", daß wir uns einen anderen Unterschlupf suchen sollten, da dieser zu gefährlich ist und man ja nicht einmal kurz eindösen dürfe. Und ein bißchen schlafen müsse man doch mal. Der "Mitbewohner" stimmt zu. Mein Blick schweift noch einmal von oben über die Dächer. Von hier kann man sehr gut Vögel beobachten. Sie segeln zwischen den Häusergiebel und lassen sich da und dort nieder. Ganz in der Nähe läßt sich auf einem Dach ein Vogel nieder, der mir vollkommen unbekannt ist. Er ist von der Grundfarbe schneeweiß, hat aber auf dem Kopf, den Hals hinunter und an der Brust blutrotes Gefieder. Dann bemerkt mich der Vogel auf einmal, doch statt wegzufliegen verfärben sich die blutroten Stellen sekundenschnell in Rostbraun. Das muß eine Tarnfarbe sein, denke ich. Erstaunlich wie schnell er seine Farbe wechseln kann. Sowas habe ich bei Vögeln noch nie gesehen.
Ich habe mir, wohl zu Dekozwecken oder einfach als Gag, zwei große grüne Gummischlangen gekauft. Blöderweise scheinen die gar nicht aus Gummi zu sein, sondern echte gefrorene Schlangen, denn nachdem sie eine Weile in meinem Zimmer herumlagen, beginnen sie zu leben. Ich sehe bei der zweiten deutlich, wie sie sich bewegt und auch die kleine Klapper am Schwanz. Na super! Jetzt habe ich zwei lebende Klapperschlangen in meinem Zimmer. Die erste habe ich in eine Kiste getan, aber vielleicht lebt sie auch schon und ist herausgekrochen. Wie soll ich denn jetzt in meinem Zuhause ruhig schlafen können? Da hilft nur eins - ich muß sie töten. Ich beginne erst einmal die zweite Schlange zu jagen, die sich unter dem Bett versteckt, und nach einigem hin- und her, kann ich sie tottrampeln. Jetzt schaue ich in den Karton mit der ersten Schlange. Unter dem anderen Krempel hat sie schon ein Stück von sich herausgewunden. Ich muß aber vorsichtig sein, daß sie mich nicht beißt, deshalb warte ich auf eine bessere Gelegenheit, sie irgendwie zwischen ein großes Stück Pappe zu bringen. Dazu muß sie ganz herauskriechen. Während ich warte und beobachte, fällt mir ein abgedecktes Loch in meinem Fußboden auf, das in irgendwelche tiefe weiße Schächte unter dem Haus führt. Ich weiß zwar nicht, wozu diese Schächte gut sind, aber ich überlege, ob ich die Schlange einfach lebend dort hinunterschleudern könnte. Doch nein, so könnte ich auch nicht ruhig schlafen, denn ich weiß ja nicht, ob sie nicht irgendwie wieder hochkommt. Im Traum fällt mir der Begriff "Schlangengrube" ein. Irgendwann gelingt es mir dann, auch die erste Schlange zwischen einem geknifften Pappstück zu zerquetschen und das ganze Stück Pappe mitsamt der toten Schlange in die Grube zu werfen. Nun wache ich auch erleichtert auf, da ich mir keine Sorgen mehr machen muß.
Im zweiten Traum bin ich in Berlins Mitte unterwegs, wo es kalt und verschneit ist. Der Schnee ist aber nicht mehr frisch, sondern teilweise vereist und grau. Eigentlich müßte ich zu irgendeinem Unterricht, aber ich will nicht zum Unterricht und beschließe zu schwänzen. Mit mir scheinen noch ein paar andere Leute zu sein. Doch so richtig weiß ich auch nicht, was sonst mit der Zeit beginnen. Ich könnte fotografieren - ich sehe ein paar tolle neblige Motive um den Alexanderplatz, aber habe leider keine Kamera dabei. Da komme ich auf die Idee, mit dem rechten Fuß auf einem Stück Blech herumzuschlittern. Zuerst geht es noch ein wenig wacklig, doch dann immer schneller und besser. Irgendwann befinde ich mich in der Wohnstraße meiner Kindheit, an der Ecke zum früheren Konsum, bin ich vom Alex bis hierher geschlittert? Im rasanten Tempo schlittere ich wie auf einem Roller mit einem Bein die Straße entlang, die fast vollständig mit großen und kleinen Blumenvasen voller Blumen zugestellt ist. Anscheinend hat sich hier ein Blumengeschäft ausgebreitet. Doch mir gelingt es in schlafwandlerischer Sicherheit, zwischen den Blumen wie in einem Slalom zu manövrieren und auch die Ecke nehme ich sehr gekonnt und elegant. Wow! Macht das einen Spaß! Erstaunlich wie ich das so schnell gelernt habe und wie gut ich das jetzt kann!
Nur kurze Fragmente: Ich habe irgendwo von irgendjemanden gelernt, akrobatische Kunststücke an einem Kettenkarussell bzw. einer Schaukel zu präsentieren. Ich werde gefragt, ob ich diese mal vormachen möchte, allerdings bin ich mir nicht sicher, ob ich es noch kann und das auch noch auf einer richtig gut besuchten Kirmes. Mir fällt jetzt nämlich wieder ein, daß ich das in Polen gelernt habe, auf einem wenig besuchtem Volksfest.
Später gehe ich einen Weg entlang, auf welchem ich einen Mann mit drei schwarzen Hunden begegne - einem großen, einem mittleren und einem kleinen. Der große Hund wirkt ziemlich gefährlich und er interessiert sich gleich für mich, läuft auf mich zu. Ich bleibe stehen in der Hoffnung, daß er nur schnuppern will. Der Mann pfeift ihn zurück, aber der Hund will nicht recht hören. Ich befürchte ein wenig, daß der Hund mich mobben oder gar beißen könnte, da er so stürmisch ist, doch dann hört er doch auf sein Herrchen und hält sich zurück. Ich dagegen lache jetzt über den ganz kleinen Hund, weil der so lustige Purzelbäume in der Luft macht, wobei seine langen Ohren fliegen. Schließlich, als sie vorbei sind, fällt mir ein: Natürlich, der Hund hat sich deshalb so für mich interessiert, weil er mich kennt. Er hat mich wiedererkannt und war deshalb so aufgeregt. Das Herrchen hat mich aber nicht wiedererkannt, obwohl ich auch ihn kenne, und hat nicht auf seinen Hund gehört, der ihn darauf aufmerksam machen wollte. So kann es gehen. Manchmal sind die Hunde schlauer als die Menschen.
Bemerkung: Seltsam ist, daß ich in letzter Zeit dauernd irgendwas träume, daß mir im Traum schon bekannt scheint, so als hätte ich davon bereits geträumt. Interessant außerdem, was ich gestern über die Deutung von Hunden in Träumen las. Vermutlich hatte ich nur deshalb den Traum mit den Hunden.
"Ein Hund im Traum weist dich auf die Gefangenschaft in der Kausalität hm. Die Hunde, heißt es in den alten Mitteilungen, verhindern, daß Israel aus Ägypten auszieht. Kausal ist der Auszug unmöglich. Daher wird gesagt: Beim Auszug aus Ägypten bellt kein Hund, und kein Hund fletscht die Zähne. Wenn der Hund, die Fixierung aufs kausal Bedingte, nicht mehr hindert, beginnt der Glaube; du siehst, spürst, empfindest dann das andere. Dann wird die Kausalität zum Spielfeld, verliert allen Zwang.
Wie erscheint dir der Hund im Traum? Wenn er sich führen läßt oder wegläuft, jedenfalls als dir sich unterordnend gebärdet, dann, heißt es, ist es »gut«. Wenn er dir aber den Weg verstellt, dich angreift, dir Angst einjagt, dann - sagt eine Mitteilung in der alten Traumdeutung - sprich diesen Vers aus der Bibel: »Kein Hund fletscht die Zähne euch gegenüber« (2. Mose 11,7).
Der »Hund« hindert dich m deinem Leben daran, daß du dich von der Kausalität befreist. Es geschieht doch oft, daß man gegen sich selbst argumentiert oder durch die Argumente anderer gerade an dem Punkt angegriffen wird, der seinem Wesen nach einer kausalen Erklärungsmöglichkeit unzugänglich ist. So »treu«, könnte man sagen, ist der »Hund« dem Menschen. Er läßt ihn nicht in Ruhe, er läßt ihn nicht ausziehen. - Man soll den Hund ruhig mitnehmen, die Kausalität soll nicht im Wege stehen."(aus "Die Kabbala im Traumleben des Menschen")
Mein altes Elternhaus, L-förmig. Im längeren Flügel liegt unser Bad. Als ich hineingehe und aus dem Badfenster schaue, sehe ich schräg oben, im obersten Stockwerk des kurzen Flügels, einen halbnackten jungen Mann sich rasieren. Er sitzt direkt am Fenster auf der Fensterbank und es ist, wie mir im Traum bewußt wird, eigentlich das Fenster meines früheren Spielfreunds. Schnell mache ich das Licht im Bad aus, damit er mich nicht ebenfalls sehen kann, und grüble, ob M., mein Spielfreund, dort jetzt nicht mehr wohnt. Wieder zurück im Wohnzimmer, welches mehr wie mein jetziges aussieht, lege ich mich auf die Couch und fühle mich von einer tiefen Depression überwältigt. Schwarze Gedanken jagen mir durch den Kopf. Nach einiger Zeit schaue ich aus dem Fenster und stelle zu meiner Verwunderung fest, dass genau am längeren Flügel des Hauses entlang, durch den Hausflur des kürzeren Flügels hindurch, ein breiter Wasserkanal fließt. Sogar Schiffe und Schleppkähne fahren darauf. Mit einigem Überlegen wird mir klar, dass man wohl zwei Spreearme durch einen künstlich angelegten Kanal verbunden hat, der genau an unserem Haus liegt. Seltsam, dass ich von den Bauarbeiten nichts mitbekommen habe. Neugierig verlasse ich das Haus mit dem Gedanken, dem Kanal zu folgen und zu schauen, wohin er führt. Ich wende mich nach links und schon nach kurzer Zeit erreiche ich ein größeres, unregelmäßig in hellem Gestein geformtes Wasserbecken. Es wirkt wie ein natürlicher See, könnte aber auch künstlich angelegt sein. In und an diesem See tummeln sich hunderte von kleinen niedlichen Tiger- und Pantherbabys. Ich bin hin und weg, sie sind alle so putzig. Ich kann mich gar nicht satt sehen und auch die Landschaft, sonnenüberflutet, gibt was her. Die Tigerbabys sind orange gestreift und die Panther seltsamerweise nicht schwarz, sondern weiß. Einer kommt neugierig angetappelt und schnuppert an meiner Hand. Ich streichel ihm über das Köpfchen, streiche durch das weiche Fell, er macht die Augen zu und purzelt dann wieder zu den anderen. Zwischendurch, während ich mich dort beschäftige, fällt mir kurz auf, dass meine schwarzen Gedanken verflogen sind und von einer Depression nichts mehr zu spüren ist. Aha, denke ich, ich muss also bloß mal vor die Tür gehen und mir einen schönen Platz suchen. Ich fühle mich energetisiert und begeistert.
Mein Kumpel macht den Vorschlag, einen Kurzbesuch in Vietnam für einen Tag zu machen. Er möchte dazu schnell mal über die Grenze "springen". Vietnam ist ja nicht so weit weg. Ich finde das merkwürdig. Liegt Vietnam nicht ganz woanders, nicht gleich neben Deutschland? Ein Blick in den Atlas zeigt mir, Vietnam liegt doch mitten in Europa, südlich von Deutschland. Na dann, warum nicht? M. möchte an einem 8. rüber und ich sage zu, mitzukommen. Kaum sind wir drüben, interessiert er sich mehr für die vietnamesischen Mädels als für mich. Na gut, muss ich mich eben allein beschäftigen. Aber warum hat er mich dann überhaupt gefragt, ob ich mitkomme?
Später im Tierpark auf dem "Adlerausguck", einem kleinen Berg. Es ist Weihnachtszeit und alles auf dem Berg ist mit Lichtern geschmückt, so dass er hell erstrahlt. Oben auf der Spitze (wo eigentlich die Kolkraben sind) scheint ein kleines Haus zu stehen, aus welchem ich nun durch das Fenster herausschaue. Die Tiere laufen frei herum und man sieht sie überall auf dem Berg - Steinböcke, Ziegen, Rehe usw. Ein schwarzes Muttertier fällt mir auf, weil es zwei schwarze Jungen an ihren Zitzen hinter sich her zieht. Die laufen nicht, sondern hängen einfach nur parallel an den Zitzen und lassen sich ziehen. Sieht irgendwie merkwürdig aus, wie zwei überflüssige Beine. Ein Hirsch mit einem mächtigem Geweih erscheint von vorne vor meinem inneren Auge. Von diesem Blickwinkel sieht das Geweih wie ein schwarzer Scherenschnitt aus.
~Warum willst du mit ihm hadern, weil er auf Menschenworte nicht Antwort gibt? Denn auf eine Weise redet Gott und auf eine zweite; nur beachtet man's nicht. Im Traum, im Nachtgesicht, wenn der Schlaf auf die Menschen fällt, wenn sie schlafen auf dem Bett, da öffnet er das Ohr der Menschen...~
(Hiob 33,13-16)
~Ich träumte, ich sei ein Schmetterling, hin und her flatternd, mit allen Absichten uns Zielen eines Schmetterlings. Plötzlich erwachte ich, und lag da wieder ich selbst. Nun weiß ich nicht, war ich ein Mensch, der träumte, er sei ein Schmetterling, oder bin ich ein Schmetterling, der jetzt träumt, er sei ein Mensch?~
(Tschuangtse, chinesischer Philosoph)
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Zuletzt aktualisiert: 21. Jan, 14:01