Kurzträume und Fragmente
Eine Frau zieht mich auf eine öffentliche Toilette, um mir da ihr Intimpiercing zu zeigen. Dazu setzt sie sich mit gespreizten Beinen oben auf die Trennwand, so daß ich direkt ihre Vagina sehe. Diese sieht auf den ersten Blick merkwürdig aus. Bei genauerem Hinsehen stelle ich fest, daß die kleinen Schamlippen mit Piercings geradezu übersät sind, so daß kein Stückchen Haut mehr hervorblitzt. Allerdings sind die Piercings nicht einfach Ringe, sondern an den Ringen sind noch Gardinenklammern wie an einer Gardinenleiste befestigt. Man könnte an den Piercings also jederzeit ein Stück Stoff aufhängen.
Weiter träumte ich von einem ganz besonderem Buch, welches es nur in einer Ausgabe gibt und welches durchgehend allein mit meinen Fotos illustriert ist. Das Buch handelt von einer bestimmten Region, dortigen Sehenswürdigkeiten und Veranstaltungen. Die Texte sind nicht von mir. Es ist ganz exklusiv gestaltet, mit einem gepolsterten Hardcover-Textileinband in Hellblau mit bunten Ranken gemustert. Es hat sogar statt eines Goldschnitts an den Seiten an den Schnittkanten ebenfalls den Druck eines hellblauen Hintergrunds mit Ranke. Das sieht äußerst edel aus.
In der Region scheint man besonders viel Rollschuh zu laufen, denn ich sehe viele Bilder mit rollschuhlaufenden Menschen, auch in großen Massen auf Veranstaltungen. Außerdem gibt es eine doppelseitige Kartenübersicht der Region, die, wie es scheint, die Form einer liegenden Acht hat, und ganz oben in die rechte Ecke ist das Bild einer springenden Asiatin hineinmontiert. Es sieht aus, als würde sie in diese Region wie in ein Wasserbecken hineinspringen.
Kurzträume und Fragmente - Samstag, 21. Februar 2009, 14:34
ist die Tatsache, daß ich seit dem Tod meines Vaters nicht ein einziges Mal von ihm geträumt habe, während ich es in der Zeit davor unnatürlich oft tat. Ich bin mir noch nicht schlüssig darüber, ob dies ein gutes oder ein schlechtes Zeichen ist.
Kurzträume und Fragmente - Freitag, 6. Februar 2009, 20:16
Ich stelle fest, daß das Arbeitszimmer von Herrn Books sich gleich neben dem Zimmer befindet, in welchem ich mich aufhalte. Die Tür steht einen kleinen Spalt offen und ich kann ihn durch den Spalt im Zimmer herumgehen sehen. Ich wage allerdings nicht zu stören oder hineinzugehen, sondern schleiche an der Tür vorbei wieder in mein Zimmer. Dort überlege ich, wie seltsam es doch ist, daß wir die ganze Zeit unsere Blogs lesen und schreiben und gar nicht wissen, wie wenige Schritte wir nur auseinander sind. Jetzt betritt Herr Books mein Zimmer und unterhält sich mit anderen darin. Mich erkennt oder sieht er nicht und ich mache auch nicht auf mich aufmerksam. Sein Gesicht ist nicht zu sehen, da hinter einem Blatt Papier versteckt, von dem er etwas vorliest. Er trägt einen edlen, glänzenden Morgenmantel, der an das viktorianische Zeitalter erinnert. Und da, an einer Stelle auf dem Morgenmantel entdecke ich die Bahn einer Träne, welche den seidigen Stoff vom Hals abwärts bis hinunter zur Taille kreuzte. Nanu?
Kurzträume und Fragmente - Freitag, 16. Januar 2009, 21:23
Es ist erst Mai und ich liege bereits auf einer grünen Wiese an einem See und genieße die Sonne. Dabei denke ich, super, das wird dieses Jahr ein richtig langer Sommer.
Ein Symbol auf einem Schild erscheint vor meinem Fenster. Mich wundert, daß das Schild bis in den vierten Stock hineinreicht. Es ist rechteckig, mit hellgrauem Untergrund und einem waagerechten weißen Strich darauf. Es wurde neben einem kleinen Teich aufgestellt und bedeutet wahrscheinlich auch "Wasser", vermute ich.
Alle Geschwister meines Vaters bei mir zu Hause oder bei Mutter. Tante R. hat sogar einen Schlüssel. Ich trage schwarz.
Kurzträume und Fragmente - Samstag, 3. Januar 2009, 12:34
Eine petrolblaue Spinne hängt an einem Faden von meiner Nasenspitze herunter und krabbelt nach oben. Wahrscheinlich ist ihr Ziel mein Nasenloch. Ich eile deshalb zu einer Arzthelferin, damit sie mir die Spinne abnehmen kann, bevor sie es erreicht hat. Das tut diese vorsichtig mit einer Pinzette und dann schreibt sie einen lateinischen Namen auf, irgendetwas mit U.... beginnend. Das ist wohl der Name der Spinne.
Mein Bruder, ich und viele Bücher
Eine ehemalige Kollegin vom alten Arbeitsplatz (D.B.) mit der ich bei irgendeinem großangelegtem Rätselspiel mit Schnitzeljagd mitmache.
Ein ganz wundervoller großer Schrank, der in meinem Dienstgebäude steht. Er ist bunt wie der Regenbogen und über und über mit leuchtenden Intarsien und Schnitzereien verziert. Vielfarbige Schmetterlinge, Papageien, Pflanzen und Ranken gehen ineinander über. Links trägt er drei kleine rechteckige Spiegel. Was für ein phantasievoller, schöner Anblick. Ich will diesen Schrank fotografieren, doch als ich dies später tue, stelle ich fest, daß ein Großteil des farbigen Lebens verschwunden ist. Nur noch ein kleiner Teil an der linken Seite "blüht". Der Rest wurde zerstört und grau überstrichen. Was für eine Schande! Die Leute aus meinem Büro und mein Arbeitgeber machen auch vor gar nichts Halt!
Bemerkung: Ich kann mich des Gefühls nicht erwehren, daß dieser bunte Schrank ich bin.
Kurzträume und Fragmente - Donnerstag, 1. Januar 2009, 11:23
Wieder einmal gehe ich durch Dutzende von Türen und durchquere Räume. In jedem Raum finden sich andere Personen und alle wollen mich küssen. Manche schauen mich nur sehnsuchtsvoll an, einige kommen auf mich zu. Mir ist das suspekt, ich weiß nicht, warum die mich unbedingt küssen wollen und dann noch so viele auf einmal. Das nervt mich richtig. Deshalb gehe ich den Leuten lieber aus dem Weg, laufe schnell an ihnen vorbei und versuche, sie nicht zu beachten. Keinesfalls lasse ich mich von ihnen dabei aufhalten, weitere Türen zu öffnen und neue Räume zu durchqueren.
Kurzträume und Fragmente - Donnerstag, 11. Dezember 2008, 22:50
Ich sitze gerade im alten Badezimmer meiner Eltern, anscheinend ist es früh am Morgen, auf dem Klo und verrichte ein großes Geschäft, als die Tür aufgeht und meine Mutter hereinkommt. Mist, ich habe vergessen, die Tür zu verriegeln! Trotzdem fühle ich mich meiner Mutter gegenüber sehr unbefangen, schließlich hat sie mich schon als Kind auf den Topf gesetzt, also warum sollte ich mich jetzt genieren. Deshalb rufe ich sie auch zurück, als sie gehen will, weil mir gerade etwas auffällt. Während ich sitze, schaue ich direkt aus dem Badfenster in das Nachbarhaus. Dort ist ein Fenster geöffnet und ich erkenne plötzlich das Bild von Chagall, das immer in unserem Wohnzimmer hing. Auf dieses zeige ich und meine Mutter ist ebenso fasziniert wie ich. Während wir schauen, verwandelt sich das Bild. Aus einem Hochformat wird ein Querformat, und aus den typischen Blau-Weiß-Chagallfarben werden zarte Braun- und Rottöne. Auffällig ist, daß das Bild ganz genau so groß wie das Fenster zu sein scheint und auch dieselbe Form hat, so daß das Fenster wie ein Rahmen dazu wirkt. Außerdem kommt es mir so vor, als sei es mit Absicht genau an diese Stelle an der Wand hinter dem Fenster gehängt worden, damit es das Fenster ausfüllt und jeder es sehen kann. Das scheint ein sehr schlauer und geheimer Feng-Shui-Trick zu sein, denn das Bild im Fenster zieht geradezu magisch in die Wohnung hinein und verbreitet schon von draußen eine zauberhafte und angenehme Stimmung. Das sollte ich mir merken.
Etwas später sitze ich nicht mehr im Badezimmer auf dem Klo, sondern mitten auf einem öffentlichen Platz. Hier fühle ich mich schon reichlich unwohler und habe das Gefühl, daß die Leute mich seltsam oder sogar böse anstarren. Anscheinend kommt die öffentliche Verrichtung der Notdurft nicht so gut an. Ich versuche mich damit abzulenken, daß ich meine Umgebung genau beobachte. Da wird der Himmel auf einmal schwer und dunkel und es beginnt zu hageln. Ein Unwetter, und was für eines! Hoffentlich komme ich bei diesem Unwetter noch zur Arbeit!

Kurzträume und Fragmente - Freitag, 28. November 2008, 08:57
Ein Freibad der etwas anderen Art. Das labyrinthartige Konstrukt besteht aus vielen kleinen verwinkelten Becken, die durch Kanäle miteinander verbunden sind. Da die Höhen und Tiefen der Becken unterschiedlich sind, funktionieren manche Kanäle wie Wasserrutschen. Jedes Becken ist auch gleichzeitig ein Blog eines Blogbesitzers. Man kann in die Becken hineinspringen, hinabtauchen, sie durchschwimmen und schließlich über die Kanäle in andere Blogbecken schlittern. Leider ist das Freibad sehr überlaufen. Zu bestimmten Zeiten drängen sich die Leute dicht an dicht im Wasser, weshalb ich nur noch vormittags hingehe. Ich erfahre dabei, daß
Traumzeit einen dritten Blog mit oder unter dem Namen "Kron" führt. Außerdem höre ich in einem deutlichen Satz, daß bei ihr ein Stau herrscht. Ein Stau inwiefern? Ist das Becken verstopft? Zu viele Leute? Es geht auch um zwei männliche Internetbekanntschaften von Traumzeit. Dies erinnert mich an meine eigene Internetbekanntschaft. Dieses dunkle Wasser möchte ich nicht noch einmal durchschwimmen. Jenem Becken halte ich mich lieber fern. Auf den Plätzen neben den Becken kann man jetzt Bettwäsche sehen, weiße und weiß-rot karierte. Die Bettwäsche gehört verschiedenen Leuten. Ich meine mich zu erinnern, daß in Träumen immer Spinnen auftauchen. Dies ist doch auch ein Traum, also findet sich hier sicherlich ebenfalls eine Spinne. Sorgfältig untersuche ich jede einzelne Falte der Bettwäsche, nirgendwo eine Spinne in Sicht, nirgends ist eine versteckt. Das kann doch gar nicht sein! In Träumen findet man immer Spinnen und meistens dann, wenn man sie nicht erwartet!
Kurzträume und Fragmente - Sonntag, 16. November 2008, 13:30
Ich besuche Herrn Luchterhand im Gefängnis. Blaß sitzt er an einem Tisch und schaut mich anklagend an. Ich habe ein ungutes Gefühl. Will er sich vielleicht rächen, weil ich ihn hinter Gitter gebracht habe? Ok, ich habe es noch nicht getan, denn ich bin noch nicht ganz so weit, aber ich habe es vor. Doch als Romanfigur hat er eigentlich gar nichts zu melden, schließlich bin ich der Autor. Ich fühle mich etwas schuldig. Aber ich kann ihn ja nicht auf die Karibik schicken, nur damit er ein besseres Ende nimmt. Er schiebt ein Buch zu mir herüber. Es ist nicht sein Tagebuch, sondern eines, dessen fester Einband rundum mit einem Sepiabild bedruckt ist. "Da fehlt was!" sagt er. Huch! Da fehlt etwas? Was meint er?
Bemerkung: Hm, da fehlt etwas? Etwa das Ende? Das ist klar, daß das noch fehlt. Irgendwie nervt es mich, von meinen eigenen Romanfiguren zu träumen. Die haben immer so viel zu meckern.
Kurzträume und Fragmente - Samstag, 15. November 2008, 12:38
Einen grünen Apfel (wahrscheinlich Granny Smith - meine Lieblingssorte) gegessen, Bissen für Bissen. Den süß-sauren saftigen Apfelgeschmack noch nach dem Aufwachen im Mund gespürt.
Ich erhalte von
Traumzeit einen Kommentar in meinem Weblog, der von Stalin handelt. Erst wundere ich mich darüber. Habe ich überhaupt jemals über Stalin geschrieben? Ich lese meinen Eintrag selbst noch einmal. Ich habe ihn flüchtig nur für mich hingerotzt und er enthält nicht den Namen "Stalin". Trotzdem hat sie den Inhalt wohl richtig erraten. Auch der Kommentar an sich ist recht interessant. Weniger wegen des Inhalts als wegen seines Aufbaus. Er beginnt mit einer Frage. Danach schreibt sie, daß sie nicht bewaffnet ist, bzw. sich entwaffnet hat und dies als sehr wohltuend empfindet, wenn sie Kommentare gibt. Erst danach beginnt der eigentliche Kommentar. Ich denke bei mir, daß sie die Sache ziemlich raffiniert angeht, denn diese Art, Kommentare zu beginnen, ist sozusagen entwaffnend.
Meine Mutter enthüllt mir, daß sie Krebs hat, Brustkrebs. Sie gesteht auch, daß sie es bereits eine ganze Weile weiß, es mir gegenüber aber bisher verschwiegen hat. Ich frage nach Stand der Dinge, Behandlung usw. Angeblich ist sie in Behandlung. Sie trägt ein schmutzigweißes Oberteil. Über ihrer linken Brust zeichnet sich ein kleiner, bräunlich nässender Fleck ab. Auch die Konsequenz für mich wird mir klar - also nicht nur meine Großmutter.
In einem Park mit einem verwitterten altertümlichen Haus. Das Haus hat zwei Balkone, einen links und einen rechts an der Fassade, wobei der linke nicht ganz so weit hervorsteht wie der rechte. Ich stehe genau unter einem der Balkone und frage mich, ob der wohl noch trägt oder womöglich jeden Moment herunterkommt. Aber nein, das Haus sieht zwar verwittert aus, aber nicht verfallen. Der Balkon dürfte also keine Gefahr darstellen. Ungewöhnlich ist, daß ich, wenn ich hochblicke, eine eingemeißelte Schrift auf der Unterseite des Balkonbodens erkennen und entziffern kann. Auch der zweite Balkon ist "beschriftet". Leider habe ich mir die Worte nicht gemerkt.
Kurzträume und Fragmente - Freitag, 7. November 2008, 20:12