Kurzträume und Fragmente

Freitag, 11. September 2009

Kartenlegen

Im Traum lege ich meinem Cousin J. die Karten. Keine Zigeunerkarten, sondern das Waite-Tarot. Diesmal ist es auch nicht die Legung mit vier Karten, die ich sonst bevorzuge, sondern eine fünfte Karte liegt in der Mitte. Meine Tante kommt unerwarteterweise zurück nach Hause. Wir müssen die Legung verstecken, denn meiner Tante würde es nicht gefallen, daß wir so etwas tun. Sie hält davon nichts und wird ungehalten sein. Schnell breite ich ein hellgraues Tuch über die Karten, werfe vorher aber noch einen flüchtigen Blick darauf. Ich meine unter ihnen den 'Narr' gesehen zu haben.

Bemerkung: Meine Tante legt selbst Karten, aber mit normalem Skatdeck.

Sonntag, 16. August 2009

Fernsehserie

Ein Traum in der Art einer Twin-Peaks-Fernsehserie. Ich laufe darin herum, schaue mir an, was dort so passiert, ohne selbst direkt beteiligt zu sein, und plötzlich denke ich: "Hey, hier hat doch einer eine neue Fernsehserie gemacht und sich von Twin Peaks inspirieren lassen! Genau! Ich hatte mich schon gewundert, was das alles für komische Leute sind. Ist allerdings nur halb so gut wie das Original."

Später auf einer Straße unter einem schmalen Häusersims. Es beginnt zu regnen und eigentlich müßte ich wie alle schnell meine trockene Wohnung aufsuchen. Das möchte ich aber nicht. Ich möchte draußen bleiben und den Wind und den Regen in meinem Gesicht spüren. Durch den schmalen Sims über mir bin ich etwas geschützt, es reicht aber noch, um genug von den Elementen abzubekommen. Auf einem steinernen Vorsprung rolle ich mich zusammen, barfuß wie ich bin. Nicht das Wetter ist mir unangenehm, sondern das Bewußtsein, daß mich, so wie ich barfuß im Regen liege, wahrscheinlich jeder, der vorübergeht, für eine Obdachlose und Landstreicherin halten wird. Deshalb wünschte ich mir, ich wäre hier zu zweit mit jemandem. Zu zweit würde man sich nur noch halb so sonderbar fühlen.

Gleiche Schuhe

Aus ziemlich "bewegten" Träume, die anscheinend die bevorstehende Geburtstags-Kurzreise vorweggenommen haben, ist nur eine Erkenntnis haften geblieben: Mein Bruder und ich tragen die gleichen Schuhe. Im Traum waren dies bequeme olivfarbene Sneakers, von denen sich ein klitzekleines bißchen schon die Sohle löste.

Samstag, 18. Juli 2009

Justizentscheidung

Entscheidung der Justiz: Das Werfen von Schuhen aus dem Fenster ist nicht gestattet. Auch nicht für Personen mit Brustimplataten.
Schlafen im Traum. Während des Schlafes ist ein Teil meines Bewußtseins wach und ertappt mich laut lachend im Schlaf. So laut, daß es auch andere mitbekommen. Meine Mutter setzt sich an mein Bett und streicht mir über die Wange. Sie wundert sich wahrscheinlich ebenfalls, daß ich im Schlaf lache.

Samstag, 11. Juli 2009

Drei Haare

Drei dunkle lange Haare sind mir als Büschel am Kinn gewachsen. Na sowas!

Bemerkung: Gab es da nicht so ein Märchen mit den drei Haaren vom Teufel? Aber ich glaube, die waren golden...

Freitag, 15. Mai 2009

Die Vision

Mitten im Traum, während ich mit dem Rücken auf dem Boden liege, um mich herum eine Art Jahrmarkt, habe ich eine Vision. Die Farbe der Vision ist Sepia. Eine Frau steht über mir und läßt ein Beil auf meinen Hals hinuntersausen. Als es diesen trifft, wird es schwarz. Ich habe wohl den Kopf verloren.

Sonntag, 3. Mai 2009

Jahrmarkt

In der ganzen Nacht auf Jahrmärkten herumgetrieben, kandierte (grüne!) Äpfel, Zuckerwatte, Pommes, Kuchen und mehr gegessen. Zwei kandierte Äpfel steckte ich in eine Tüte, um sie mit nach Hause zu nehmen und ich überlegte, ob man sich wohl auch Zuckerwatte einpacken lassen kann, um sie mitzunehmen.

Die vorletzte Nacht

war ziemlich seltsam. Erstaunlicherweise habe ich relativ gut und fest geschlafen, obwohl es die Nacht vor dem ersten Arbeitstag nach zwei Wochen war und ich dann meist vor Horror vor den Bergen auf dem Schreibtisch kaum schlafen kann. Ich habe auch nicht direkt geträumt, sondern mehr irgendwie gedacht. Dabei hatte ich aber immer das Gefühl, A. zu sein, bzw. A.s Gedanken zu denken. Dann erwachte ich und war total verwirrt, weil ich dachte ich sei A., bis mein Identitätsgefühl langsam wiederkehrte. Was ist das denn? Das sind doch nicht A.s Gedanken, sondern meine. Sobald ich wußte, wer ich bin, fragte ich mich, wie ich darauf komme, A. zu sein, zumal ich doch den Tag zuvor nicht einmal an ihn gedacht hatte? Sogar bei der Legung der Zigeunerkarten ist er mir nicht eingefallen, dafür fielen mir jetzt aber die Karten ein und das Ganze wurde noch unbegreiflicher, da auf gewisse Weise zu meinen Wünschen passend, aber auf eine andere reale Weise so überhaupt nicht. Ist die Illusion von der Illusion die wahre Illusion?

Montag, 16. März 2009

Engel+Kathedrale=

Eine Kathedrale aus Engelsflügeln spannt sich hoch im Halbrund über mein Bett. Von den Engeln ist allerdings nichts zu sehen. Vielleicht befinden sie sich hinter den Flügeln auf der anderen Seite der Kathedralenkuppel, dort, wohin mir der Blick durch die Flügel verwehrt wird. Doch ich bin ziemlich sicher, daß sie da sind. Und daß ihre Körperhaltung hinter der Kuppel, um ihre Flügel so über- und nebeneinanderzulegen, daß ein ganzes Bauwerk entsteht, ganz schön unbequem sein muß.

Bemerkung: Sowas passiert, wenn man Filme über Kathedralen schaut und theologische Bücher über Engel liest.

Freitag, 13. März 2009

Falsche Richtung

Ein großes Mehrfamilienhaus, an das alte Elternhaus erinnernd, in dem alle Fenster weit geöffnet sind. Es gibt sowohl große als auch kleine Fenster, was wohl abhängig von den Wohnungen ist. Durch die geöffneten Fenster kann man ziemlich gut in die Wohnungen hineinschauen und fast überall sehe ich an den Fenstern Leute stehen, die sich die Zähne putzen. Irgendwie finde ich es etwas seltsam, daß sich so viele Menschen genau zum gleichen Zeitpunkt die Zähne putzen. Ich habe zwar nicht das Gefühl, daß es am Morgen ist, beschließe aber, daß es wohl doch morgens sein muß, dies würde dieses Phänomen nämlich am ehesten erklären.

Mit meinem Kumpel warte ich an einer Straßenbahnhaltestelle in der Schönhauser Allee. Es kommt auch eine Straßenbahn angefahren, aber zum einen sieht sie merkwürdig anders aus als die normalen Straßenbahnen - in einem unangenehmen Design aus Schwarz und Gelb, sowie völlig undurchsichtig - zum anderen fährt sie einfach an der Haltestelle vorbei und hält hundert Meter weiter. Ich renne los und rufe auch meinem Kumpel zu, daß er rennen soll, damit wir die Bahn noch kriegen. Im letzten Moment springen wir hinten in die letzte Tür, geschafft! - doch kaum bin ich drin, fällt mir auf, daß die Straßenbahn in die entgegengesetzte Richtung zu der fährt, wo wir eigentlich hin wollen. Irgendwie muß ich das jetzt meinem Kumpel beibringen und das ist mir ziemlich peinlich, schließlich bin ich es ja, der losgerannt ist und gesagt hat, daß er rennen soll. Verlegen lachend gestehe ich das Malheur.

Unter einem Tisch stehend finde ich mehrere alte, vertrocknete Blumentöpfe. Doch was ist das? Zwischen den Blumentöpfen schauen knackige grüne Blätter hervor. Eine totgeglaubte Porzellan-Pflanze hat im Dunkeln ausgetrieben und ist gewachsen. Dabei muß sie doch uralt sein.

Bemerkung: In meinem Kinderzimmer hatte ich früher eine Porzellan-Pflanze. Wenn sie blühte, mußte sie immer hinausgehängt werden, weil der Duft so schwer und intensiv ist. Und tropfen tut sie auch, wenn ich mich recht erinnere.

Das verborgene Buch der Träume

...und andere gesammelte Schätze aus den Tiefen des Seelenmeeres

Träume

~Warum willst du mit ihm hadern, weil er auf Menschenworte nicht Antwort gibt? Denn auf eine Weise redet Gott und auf eine zweite; nur beachtet man's nicht. Im Traum, im Nachtgesicht, wenn der Schlaf auf die Menschen fällt, wenn sie schlafen auf dem Bett, da öffnet er das Ohr der Menschen...~ (Hiob 33,13-16)

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~Ich träumte, ich sei ein Schmetterling, hin und her flatternd, mit allen Absichten uns Zielen eines Schmetterlings. Plötzlich erwachte ich, und lag da wieder ich selbst. Nun weiß ich nicht, war ich ein Mensch, der träumte, er sei ein Schmetterling, oder bin ich ein Schmetterling, der jetzt träumt, er sei ein Mensch?~ (Tschuangtse, chinesischer Philosoph)

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