Ein Seminar, in welchem ich mit vielen anderen Teilnehmern an u-förmig gestellten Tischen sitze. Dozent ist mal wieder Reich-Ranicki, jedoch ist diesmal auch seine Frau dabei. Es geht um Literatur und irgendwie spielt außerdem im ganzen Traum meine Kurzgeschichte "In fremden Schuhen" eine Rolle, da sie noch wichtig für den Verlauf des Traumes wird. Reich-Ranicki doziert sehr leidenschaftlich und polemisch, dann übergibt er allerdings seiner Frau das Zepter. Und diese ist noch einen Zahn schärfer als er. Wie ein Feldwebel stolziert sie vorne herum und brüllt fast ihre Anweisungen. Ich sitze am oberen Balken des U, Reich-Ranicki hat einen Platz unter den Studenten am seitlichen Flügel eingenommen. So kann ich ihn von hinten ein wenig beobachten. Er sieht sehr alt aus, älter als sonst, und seine spärlichen Haare sind so lang gewachsen, daß er sie mit einer schmalen Haarklemme festgesteckt hat. Jetzt springt er auf und stellt sich seiner Frau in den Weg, um sie, relativ freundlich und witzig, um ein wenig Mäßigung zu bitten. Er ist ja gar nicht so schlimm, seine Frau ist schlimmer, eindeutig.
In einem Zwischenstück des Traumes geht es um konzentrierte Textarbeit. Diese findet so statt, daß Sätze und Wörter wie Puzzlestücke herumgeschoben werden, um einen ganz bestimmten bildlichen "Bogen" zu erreichen, welcher wiederum der Schlüssel ist, um etwas zu finden.
Im dritten Traumfragment befinde ich mich mit meiner Seminargruppe in einem Fußgängertunnel. Wir veranstalten hier Grabungen im Untergrund von Berlin und ich finde irgendwo hinter der Wand aus grünen Kacheln, die an einer Stelle aufgestemmt wurde, ein Paar Schuhe. Die Schuhe sehen neu aus, wie selten oder nie getragen, sind dunkelbraun oder schwarz, knöchelhoch und flach, also eine Art Boots, man sieht aber an der relativ schmalen Fußform, daß es sich um Frauenschuhe handelt. Außerdem klappert es in dem einen. Ich drehe ihn deshalb um und halte meine Hand darunter. Vier wunderschön leuchtende Steine fallen in meinen Handteller und bedecken ihn fast vollständig. Aufmerksam betrachte ich sie. Die Steine sind ungeschliffen, fein durchscheinend und haben vier verschiedene Farben. Der eine ist weiß und hat quarzähnliche kubische Auswüchse, so daß es eventuell ein Bergkristall sein könnte. Der zweite ist wässrig türkis, sieht aber nicht wie ein Türkis aus, sondern wie die selteneren Laminare, der dritte ist leicht rosa und der vierte violett, aber in einem so schillerndem, daß die Fläche des Steines bei jeder Handbewegung anders leuchtet, wie eine Art von violettem Perlmutt. Ich bin mir während des Betrachtens der Steine nicht sicher, ob das tatsächlich ungeschliffene Edelsteine sind oder vielleicht auch nur schillerndes Glas. Irgendwie vermute ich, daß sie wohl nicht besonders wertvoll sind, aber trotzdem einfach märchenhaft schön. Vielleicht waren diese vier Steine und die neuen Schuhe der kleine Schatz einer Person aus dem zweiten Weltkrieg, der hier in der Wand versteckt wurde. Doch plötzlich erkenne ich im Traum den absurden Zufall, daß ich fremde Schuhe gefunden habe und meine Kurzgeschichte "In fremden Schuhen" heißt. Aber für Zufall kann ich es nicht mehr halten, es erscheint mir geradezu gespenstisch und ich laufe mit dem einen Schuh zum Grabungsleiter, um ihn zu fragen, was er davon hält. Dieser (er ähnelt dem Bezugbetreuer eines Klienten von mir) ist hochgewachsen und schlank, könnte mit seinen halblangen Haaren jedoch auch als Frau durchgehen. Und in meiner Aufregung spreche ich ihn mit "Frau" an, was mir so peinlich ist, daß ich, bevor ich sprechen kann, erst einmal einige Minuten gleichzeitig lache und weine. Ich möchte von ihm wissen, ob er es nicht ebenfalls sehr seltsam findet, daß ich ausgerechnet zum jetzigen Zeitpunkt diese Schuhe gefunden habe und das in einem Fußgängertunnel. Für mich jedenfalls scheint es wie eine Botschaft mit einer wichtigen Bedeutung, geradezu unglaublich. Die Antwort erfahre ich nicht mehr.
Bemerkung: Bei den vier Steinen muß ich zum einen an die vier edlen Wahrheiten des Buddhismus denken, und zum anderen an die Redewendung von den "ungeschliffenen Diamanten".
Laminar
Noch ein Schatz im Fußgängertunnel
Außerdem könnte ich mal wieder ein paar Edelstein-Traumexperimente machen. Die habe ich sträflich vernachlässigt.
Ein winziger kleiner Vogel verirrt sich durch die Balkontür in mein Zimmer. Er scheint hungrig und verwirrt zu sein, vielleicht gerade frisch geschlüpft. Während er herumtaumelt wird er immer kleiner, bis er eine Baby-Mücke ist, die zwischen meine Finger fliegt. Wahrscheinlich sucht sie Nahrung und will mich stechen. Tiefes Mitleid überkommt mich mit dieser kleinen, hungrigen und verirrten Kreatur. Für einen Moment überlege ich sogar, mich stechen zu lassen. So ein Mückenstich ist ja kein Hit und ein bißchen Blut kann man jederzeit abgeben. Doch nein, ich entscheide anders. Selbst aus Mitleid werde ich mich nicht von ihr stechen lassen, deshalb verscheuche ich sie aus meiner Hand. Sie fliegt an die Zimmerwand und es ist deutlich zu erkennen, wie sie mit ihrem Stechrüssel versucht, in den Putz zu stechen. Die Arme! Jetzt versucht sie schon in der Wand Nahrung zu finden, so verwirrt und hungrig ist sie. Das wird sicher nicht gelingen. Doch plötzlich quillt rotes Blut aus der Wand. Ist es wirklich aus der Wand oder von der Baby-Mücke? Nein, von der Mücke kann es nicht sein, sie ist ja nur groß wie ein Strich und hat noch gar nichts gefressen. Es muß tatsächlich aus der Wand kommen. Doch es hilft ihr nicht, denn die Baby-Mücke läßt sich nach hinten fallen und hängt jetzt kopfüber an der Wand. Es sieht aus, als ob sie tot ist.
Es ist mein Geburtstag und ich bekomme von den Gästen Geschenke. Von jedem eines. Schön. Noch ist alles normal. Eines gefällt mir überhaupt nicht und blöderweise rutscht mir das in einer Bemerkung heraus. Doch da legt die entsprechende Person mit einem Mal immer mehr Geschenke auf den Tisch bis der Tisch mit einem Berg Geschenke bedeckt ist. Das ist mir sehr peinlich, das kann ich doch alles gar nicht annehmen. Doch sie besteht darauf. Meine Mutter tritt an den Tisch heran, um den schon andere herumstehen, und fragt, da sie ja ebenfalls Geburtstag hat, ob die Geschenke für sie sind. Doch sofort erhält sie ein lautes 'Nein' von den Umstehenden. Das ist alles für mich. Herrje, dann werde ich mich mal ans Auspacken machen.
Bemerkung: "Geburtstagsgeschenke
Volkstümlich:
(europ.) : - schöne Überraschungen verheißen große Erfolge und der arbeitenden Bevölkerung gute Geschäfte"
Nun ja, ich zähle mich zur arbeitenden Bevölkerung.
Tierträume - Samstag, 25. April 2009, 15:08
Ein undefinierter Ort, an welchem ich mich anscheinend mit dem Malen beschäftige, denn ich stehe an einem Wasserhahn und spüle eine Farbtube, die mit himmelblauer Farbe bekleckert ist, und einen Pinsel ab. Die Tür geht auf und Richard Gere kommt herein. Das wundert mich gar nicht, denn ich weiß im Traum, daß er sich ebenso wie ich schon länger hier aufhält und wir uns seitdem kennen. Genaugenommen hat Richard Gere einen Narren an mir gefressen und innig väterliche und freundschaftliche Gefühle für mich entwickelt. Ich empfinde seine Nähe und Fürsorglichkeit ebenfalls als sehr angenehm, wir fühlen eine tiefe Sympathie füreinander, allerdings habe ich auch ein starkes Verlangen nach mehr körperlicher Nähe, während er in diesem Punkt eher distanziert bleibt. Ich denke mir, es liegt daran, daß ich so jung bin und er in mir eher eine Tochter, allerhöchstens platonische Freundin sieht. Außerdem entnehme ich einer Bemerkung von ihm, deren genauen Wortlaut ich vergessen habe, daß er wohl dem Sex abgeschworen hat und eine ganz persönliche Strategie zur Befriedigung notwendiger körperlicher Bedürfnisse verfolgt, indem er es "einfach laufen läßt". Dies stört oder interessiert mich jedoch nicht weiter, da ich nicht auf Sex aus bin. Es geht nur um eine stärkere körperliche Nähe, da ich mich, je näher sein noch immer athletischer Körper mir ist, um so wohler fühle. Jetzt gerade, als er zur Tür herein gekommen ist, hat er mir ein Geschenk mitgebracht. Es ist zusammengerollt und er breitet es, vor mir hockend, auf einer Liege aus. Es ist ein Handtuch, welches mit einem Landschaftsgemälde bedruckt wurde, im Hintergrund blauer Himmel, vielleicht Berge, im Vordergrund ein einsamer kahler Baum im dunklen Kontrast. Ein klitzekleines bißchen bin ich ja enttäuscht, denn ich denke mir, würde er in mir nicht nur eine kindliche Freundin sehen, sondern vielleicht die Geliebte, hätte er mir sicher etwas anderes geschenkt. Evtl. Schmuck, einen Ring, mindestens eine Kette. Es geht mir dabei nicht um das Geschenk an sich, sondern darum, was es über die Art der Beziehung aussagt. Trotzdem rührt mich diese kleine liebevolle Geste und ich würdige das Handtuch auch gebührend, indem ich sage, wie schön es ist. Gleichzeitig mache ich mich still an die Arbeit, meinen Status bei ihm aufzuwerten, indem ich ihm stetig näher komme, ihn berühre und ihm schließlich keine andere Wahl mehr lasse, als mich zu küssen. Wahrscheinlich hat er gewußt, daß er meinen Berührungen nicht widerstehen kann und sich deshalb so zurückgehalten, denn jetzt fallen spürbar alle Schranken und moralischen Bedenken. Der Kuß ist lang und zärtlich. Als wir daraus auftauchen, liegen wir nackt nebeneinander auf einem Bett, ohne daß etwas geschieht. Ich liege einfach nur in seinen Armen und lasse meine Blicke über seinen Körper wandern, begutachte die schon grauen Härchen, die wie ein leuchtender Flaum seinen Körper bedecken. Hier, in seiner Umarmung, fühle ich mich wunderbar sicher und geborgen.
Bemerkung: Ok, ok, schon klar. Statt an Marcel Reich-Ranicki sollte ich mich besser an Richard Gere halten. Allerdings könnte ich echt bessere Ratschläge von meinem Traumratgeber gebrauchen, da ich weder mit dem einen, noch mit dem anderen jemals in solch eine Situation kommen werde. :-/
Marcel Reich-Ranicki soll zu uns zu Besuch kommen. Er wird, wenn er da ist, eine Runde zum Karl-Marx-Denkmal, zum Lenindenkmal und zum Stalindenkmal machen und dann jeden einzelnen von uns begrüßen. Bevor er eintrifft erfahre ich durch Zufall, daß er mein Buch (Gedichtband?) "Perlen weiblicher Vorhänge" gelesen hat und meinte, es hätte nie veröffentlicht werden dürfen. Natürlich hätte es nie veröffentlicht werden dürfen! Das sollte es eigentlich auch gar nicht. Wie konnte das nur geschehen? Ich bin geschockt und vermute in meiner Mutter den Übeltäter. Jetzt ist er endlich da und schüttelt jedem die Hände. Er ist dabei sehr herzlich, umarmt sogar jeden und drückt meiner Mutter sein Beileid aus. Nur mich ignoriert er vollständig. Es scheint so, daß er mich nicht leiden kann. Über die Gründe dafür kann ich nur spekulieren. Trotzdem finde ich es ziemlich unhöflich.
Die Tibeter glauben, dass Traum- und Wachbewusstsein nur zwei Pole des menschlichen Geistes sind und wir folglich nicht nur mit dem, was wir im Wachzustand tun, sondern auch mit unserem Verhalten im Traum altes Karma bereinigen oder neues Karma entstehen lassen können.
(aus "Mönche, Magier und Schamanen" von J.H.Brennan)
Zitate und Tips - Dienstag, 14. April 2009, 10:39
Ich befinde mich in einer Klinik, wo mich ein junger Arzt unter seine Fittiche genommen hat. Er ist besonders nett und läßt mir extra viele Behandlungen angedeihen, weil ich eine Art Forschungsobjekt für ihn bin. Jetzt ist wieder eine Behandlung oder Untersuchung an der Reihe, wofür er mich erstmal über verschiedene Sitzgelegenheiten schleift, bis er die passende gefunden hat, wo ich sitzen bleiben soll, auf dem Rand einer Liege. Dann sticht er mir eine Nadel tief in das Fleisch, und zwar am Becken im Übergang zum Rücken, aber seltsamerweise auf der linken Seite. Darüber kann ich erstmal gar nicht nachdenken, weil es sehr weh tut und ziemlich lange dauert, bis die Nadel ganz drin ist. Mehrmals rufe ich protestierend "Aua!". Als die Nadel im Muskel steckt, überklebt er sie mit einem Polsterverband. Anscheinend soll sie auch vorerst drin bleiben und der Polsterverband ist dazu da, daß ich auf der Stelle liegen kann, ohne daß es drückt. Besonders sympathisch finde ich das nicht, weil ich trotzdem noch ein ständiges feines Stechen merke. Ich frage mich nun, warum er in die linke Seite gestochen hat, obwohl der Schmerz doch hauptsächlich in der rechten Beckenseite sitzt, aber ok, er wird ja hoffentlich wissen, was er macht. An der Seite der Liege steht ein Wagen mit Apparaturen, an denen er sich zu schaffen macht. Schließlich meint er mit erhobenem Ok-Daumen, daß alles bestens ist und sagt außerdem: "Hundertmeterlauf". Dazu zeigt er eine Skala mit vier quadratischen Abschnitten, in welcher die Fitnessverfassung anhand von Sportsymbolen angezeigt wird und "Hundertmeterlauf" ist wohl gut. Schön zu wissen, aber wie passt das? Es kommen andere Ärzte in den Raum, die es anscheinend nicht so gerne sehen, daß er sich so ausführlich mit meiner Behandlung befaßt. Deshalb sagen sie ein wenig vorwurfsvoll in Hinsicht auf das Untersuchungsergebnis, daß ich schon so viele teure Tabletten bekommen hätte. Wahrscheinlich meinen sie, wenn das Ergebnis so gut ist, hätte man sich die geldintensiven Vorbehandlungen sparen können. Ich bin verunsichert und fühle mich etwas schuldig, da ich angeblich laut Apparatur gesund bin, aber trotzdem Schmerzen habe. Der junge Arzt allerdings läßt sich nicht beirren und will die Behandlung weiter fortführen. Er fragt mich, ob wir wieder zur Frau gehen wollen und ich verstehe gleich richtig, daß er damit fragt, ob ich bereit für eine nächste Nadel bin. Das bin ich allerdings nicht. Es war doch zu schmerzhaft, so daß ich für heute genug von Nadeln habe. Das sage ich ihm so und er hat Verständnis, legt seinen Arm um mich und drückt mich. So führt er mich hinaus und ich bin mir nicht mehr sicher, ob er sagte, daß ich schlafen gehen soll.
Zwischendurch mache ich einen Ausflug mit meiner Tante, meiner Mutter und einem Mädchen, das anscheinend meine Tante mitgebracht hat und die vielleicht ebenfalls zur Familie gehört. Allerdings ist sie etwas schwierig, ständig am Nörgeln, will dies und will jenes. Jetzt will sie Stiefel kaufen gehen, zu denen ich "Boots" sage. Wir tun ihr den Gefallen und als sie etwas abseits läuft, entschuldigt sich meine Tante und erklärt, daß es sicher nicht so ist, wie wenn sie meinen Cousin mitgenommen hätte. Das stimmt. Wenn mein Cousin bei Ausflügen dabei war, herrschte immer Harmonie pur. Und meine Tante weiß natürlich, wie gut wir uns verstehen. Aber ok, so schlimm ist das mit dem Mädel nun auch nicht.
Einige Zwischenfragmente des Traumes fehlen und ich weiß nicht mehr, ob ich noch in der Klinik bin. Ich bin jedoch in einem Gebäude, wo durch ein Versehen (meines oder von jemanden anders?) überraschend alle Fenster und Türen automatisch mit Gittern und Brettern verriegelt werden. Erst jetzt merke ich, daß dies ein früheres Gefängnis sein muß. Am Fenster fällt eine schwere Büste der englischen Königin als Gewicht herunter und schließt dieses mit einer Art massiven Rolladen, welchen sie mit sich zieht. Also muß es wohl ein englisches Gefängnis sein. Plötzlich ändert sich der Schauplatz und ich befinde mich in einem riesigen alten Schloß, wo ein Schwarzweißfernseher läuft. Mir ist, als sei ich diesem, bzw. dem Film gerade entstiegen, deshalb vielleicht das englische Gefängnis. Und obwohl der Film ziemlich gruselig ist, möchte ich ihn gerne bis zu Ende anschauen, dabei ist die Spannung allerdings so groß, daß ich in dem großen Saal ständig hin- und herlaufe. In ihm befinde ich mich allein. Auf einer Seite geht ein dunkler Gang zu den Schlafzimmern ab, und auf der anderen Seite ist der Saal durch eine Diele mit einem zweiten, im rechten Winkel liegenden Saal verbunden. In diesem zweiten Saal findet gerade eine Feier statt, bei der viele Menschen wie in einem Gottesdienst sitzen und einer Rede zuhören. Ich bemerke jetzt auch, daß ich noch ein Kind bin. Eigentlich dürfte ich gar kein Fernsehen mehr schauen und schon gar nicht allein, aber ich hoffe, daß es wegen der Feier niemand merkt. Doch der Fernseher ist so laut, daß sich aus den Schlafzimmern jemand gestört fühlt und aus dem Gang kommt. Ich schlendere zur Diele hinüber, wo jetzt mehrere Leute herumstehen. Eine fremde männliche Stimme, jenseits des Geschehens, kommentiert das, was er sieht, als ein Drama um menschliche Beziehungen. Ich selbst als Kind im Geschehen drin, höre diese Stimme, finde aber, daß sie ziemlich übertreibt. Zum Beispiel wechsel ich kurz ein paar Worte mit meinem Spielfreund M., der ebenfalls als Kind unter den Leuten ist, doch wir gehen gleich wieder auseinander. Die Stimme kommentiert dies als Sehnsucht nach Liebe. Ich selbst denke bei mir, daß ich nicht gleich eine Liebesbeziehung mit meinem Spielfreund habe, nur weil ich ein paar Worte mit ihm austausche oder weil er mein Spielfreund ist. Die Feiernden setzen sich wieder auf ihre Plätze und ich gehe zurück in den großen Saal, um den unheimlichen Film weiter zu schauen. Da kommt ein alter Mann aus dem zweiten Saal auf mich zu - er hat weiße Haare, trägt eine Brille und erscheint mir irgendwie seltsam bekannt und vertraut, aber mir will absolut nicht einfallen, wer er ist. Halb als Aufforderung, halb als Frage sagt er leise und gütig zu mir: "Du gehst jetzt aber schlafen!?"
Träume von Krankheit und Heilung - Freitag, 27. März 2009, 14:54
Ich befinde mich zufällig für einen Tag in meinem Büro, obwohl ich krank geschrieben bin. Was ich da mache, weiß ich selbst nicht genau - wahrscheinlich einfach vorbeischauen. Beide Schreibtische sind seltsamerweise absolut leer. Nicht einmal die Schreibunterlage liegt noch darauf. Wo sind die Sachen und die Akten geblieben? Nur auf dem Praktikantentisch liegen zwei bis drei Dinge, unter anderem ein Stapel Papiere, die mit Aquarellfarben bemalt sind. Mit den Aquarellfarben wurde über die Schrift drüber gemalt und das teilweise sehr kunstvoll. Den Papieren sieht man jedoch eine Steigerung an: erst wurden einfache Vierecke in Aquarell gemalt und dann steigert sich dies Blatt für Blatt in ornamentale und figürliche Darstellungen. Da war die Praktikantin aber wirklich fleißig. Jemand von der Büroleitung kommt ins Zimmer, um uns mitzuteilen, daß es im Gebäude mehrere Tote gibt, da ein Anschlag stattfand. Das ganze Haus steht unter Quarantäne und wir sollen uns alle in einem bestimmten Raum für weitere Anweisungen einfinden. In den nächsten Tagen wird kein Dienst stattfinden. Daß ich auch in diesen Raum muß und nicht einfach gehen kann, das nervt mich. Schließlich bin ich nur durch Zufall hier und die nächsten Tage eh krankgeschrieben. Ich überlege, mich zu drücken, aber gehen kann ich ja nicht, da wir unter Quarantäne stehen. Ich frage mich, ob das wohl ein Anschlag mit Krankheitserregern ist. Dann ist die Chance, sich in diesem Raum bei den anderen damit anzustecken, noch größer. Ich gehe zwar in den Raum, setze mich aber so weit wie möglich von den anderen weg. Durch das Gerede im Raum erfahre ich, daß man sich vor einem bestimmten Geruch in acht nehmen soll, weil der ein giftiges Gas anzeigt. Es ist der Geruch einer speziellen Straße. Ja, ich habe ihn gerochen und sofort diese Straße erkannt. Die Versammlung wird aufgelöst, ich gehe aber noch nicht, sondern bleibe so lange im Gebäude, bis ich die letzte bin. Es ist schon dunkel draußen und Licht brennt im Zimmer. Ein Pförtner schaut vorbei und fragt, weil ich noch da bin, wie es mir geht. Als ich gehe, verlasse ich meine frühere Fachhochschule. Ich versuche, einen Weg hinaus zu finden, wo ich nicht auf das Gas treffe. Bei der Tür treffe ich auf einen jungen Mann aus meiner Gruppe, der ziemlich ruhig ist und mit dem ich noch nicht viel gesprochen habe. Jetzt kommen wir durch das Ereignis ins Gespräch, während wir die Straße hinuntergehen. Ich müßte mich nun verabschieden, um zur U-Bahn zu gehen, möchte aber ungern allein nach Hause fahren. Deshalb frage ich, wo er hin muß. Er erklärt mir, daß er mit der Straßenbahn Nr. 13 fährt. Hm, wo fährt die denn hin, möchte ich wissen. Hält die vielleicht irgendwo, wo ich umsteigen kann. Oh ja, er nickt eifrig. Die fährt zu den Wiesen und von da könne ich mit dem Bus fahren. Zu den Wiesen? Ach herrje, das ist ja schon fast außerhalb von Berlin. Das ist mir dann doch ein zu langer Umweg.
Bemerkung: Die Szene, in welcher der Pförtner ins Zimmer kommt, erinnert mich an die Szene im Film "Zeit des Erwachens", den ich gestern abend sah, in welcher ein Reinigungsmann den Patienten am Fenster fragt, ob es ihm gut geht.
Träume von Verfolgung und Gewalt - Mittwoch, 18. März 2009, 14:49
Eine Kathedrale aus Engelsflügeln spannt sich hoch im Halbrund über mein Bett. Von den Engeln ist allerdings nichts zu sehen. Vielleicht befinden sie sich hinter den Flügeln auf der anderen Seite der Kathedralenkuppel, dort, wohin mir der Blick durch die Flügel verwehrt wird. Doch ich bin ziemlich sicher, daß sie da sind. Und daß ihre Körperhaltung hinter der Kuppel, um ihre Flügel so über- und nebeneinanderzulegen, daß ein ganzes Bauwerk entsteht, ganz schön unbequem sein muß.
Bemerkung: Sowas passiert, wenn man Filme über Kathedralen schaut und theologische Bücher über Engel liest.
Kurzträume und Fragmente - Montag, 16. März 2009, 14:48
Kunstunterricht im Fachraum der POS, allerdings mit dem früheren Kunstlehrer von der EOS. Zur gestellten Aufgabe habe ich einen tollen Einfall, wie ich meine. Ich sehe das Bild förmlich schon vor mir. Arbeiten möchte ich diesmal auch mit Stroh. Dazu muß ich es aber erst einweichen. Brauche ich heißes Wasser oder geht es auch mit kaltem? Ich schätze mal (und hoffe), es geht mit kaltem. Kaltes Wasser haben wir im Raum. Ich greife so viel Strohhalme, wie ich sie gerade umfassen kann und tue sie in eine Schüssel voll Wasser. Danach muß das Stroh auf das Papier aufgebracht werden, doch es wird noch dauern, bis es soweit ist. Der Kunstlehrer macht nun eine Zeitvorgabe und mit Erschrecken muß ich feststellen, daß die Zeit niemals reichen wird. Ich habe immer noch ein leeres Blatt, während andere schon jede Menge gemalt oder geklebt haben. Warum mußte ich mir nur so einen Schwachsinn mit dem Stroh einfallen lassen? Mir hätte doch eigentlich klar sein müssen, daß wir nicht stundenlang Zeit haben. Der Kunstlehrer kommt immer wieder zu meinem Platz getigert und schmuhlt auf meine Arbeit. Er hat hohe Erwartungen in mich und ist anscheinend sehr neugierig. Um so peinlicher ist es mir, ihn enttäuschen zu müssen. Und enttäuscht ist er bestimmt, wenn ich zum Schluß ein halb leeres Blatt abgebe. So ein Mist! Und natürlich ist es auch deshalb peinlich, weil ich als einer der besten Schüler in Kunst gelte, aber bei dieser Aufgabe auf voller Linie versagt habe. Damit wenigstens etwas auf dem Papier ist, wenn ich es abgebe, schneide ich jetzt Formen aus Landkarten und klebe sie auf das Blatt. Etwas verloren wirken sie auf dem vielen Weiß und sind eigentlich nur Notbehelf. Das mit dem Stroh kann ich vergessen.
Bemerkung: Das erinnert mich an meine "schriftliche" Kunstprüfung. Wir bekamen die Aufgabe, zu einem vorgegebenen Thema ein Plakat zu entwerfen. Ich kann mich dunkel erinnern, daß ich aus irgendwelchen Landkarten o.ä. eine runde Erde bastelte. Diese erhielt ein Gesicht und Hände. Bevor ich die Arme und Hände malte, kam der Kunstlehrer und fragte neugierig, was ich vorhabe. Ich erklärte es und er "ermahnte" mich dann mehr oder weniger scherzhaft, ich solle jetzt aber keine Strichhände malen. Das hatte ich eh nicht vor, allerdings kann ich mich nicht erinnern, ob die "Comic"-Hände besser bei ihm angekommen sind. Es kann jedoch nicht sehr schlimm gewesen sein, da ich auch in den Prüfungen, wie immer in Kunst, nur Einser bekam.
Schulträume - Samstag, 14. März 2009, 14:47
Ein großes Mehrfamilienhaus, an das alte Elternhaus erinnernd, in dem alle Fenster weit geöffnet sind. Es gibt sowohl große als auch kleine Fenster, was wohl abhängig von den Wohnungen ist. Durch die geöffneten Fenster kann man ziemlich gut in die Wohnungen hineinschauen und fast überall sehe ich an den Fenstern Leute stehen, die sich die Zähne putzen. Irgendwie finde ich es etwas seltsam, daß sich so viele Menschen genau zum gleichen Zeitpunkt die Zähne putzen. Ich habe zwar nicht das Gefühl, daß es am Morgen ist, beschließe aber, daß es wohl doch morgens sein muß, dies würde dieses Phänomen nämlich am ehesten erklären.
Mit meinem Kumpel warte ich an einer Straßenbahnhaltestelle in der Schönhauser Allee. Es kommt auch eine Straßenbahn angefahren, aber zum einen sieht sie merkwürdig anders aus als die normalen Straßenbahnen - in einem unangenehmen Design aus Schwarz und Gelb, sowie völlig undurchsichtig - zum anderen fährt sie einfach an der Haltestelle vorbei und hält hundert Meter weiter. Ich renne los und rufe auch meinem Kumpel zu, daß er rennen soll, damit wir die Bahn noch kriegen. Im letzten Moment springen wir hinten in die letzte Tür, geschafft! - doch kaum bin ich drin, fällt mir auf, daß die Straßenbahn in die entgegengesetzte Richtung zu der fährt, wo wir eigentlich hin wollen. Irgendwie muß ich das jetzt meinem Kumpel beibringen und das ist mir ziemlich peinlich, schließlich bin ich es ja, der losgerannt ist und gesagt hat, daß er rennen soll. Verlegen lachend gestehe ich das Malheur.
Unter einem Tisch stehend finde ich mehrere alte, vertrocknete Blumentöpfe. Doch was ist das? Zwischen den Blumentöpfen schauen knackige grüne Blätter hervor. Eine totgeglaubte Porzellan-Pflanze hat im Dunkeln ausgetrieben und ist gewachsen. Dabei muß sie doch uralt sein.
Bemerkung: In meinem Kinderzimmer hatte ich früher eine Porzellan-Pflanze. Wenn sie blühte, mußte sie immer hinausgehängt werden, weil der Duft so schwer und intensiv ist. Und tropfen tut sie auch, wenn ich mich recht erinnere.
Kurzträume und Fragmente - Freitag, 13. März 2009, 14:46
Ein kleiner Friedhof mitten in einer großen Stadt. Es ist eine ausländische Stadt, vielleicht sogar in Amerika, und irgendwie wundere ich mich ein bißchen darüber, daß so ein stiller, grüner Friedhof direkt in einer Großstadt liegen kann. Man müßte doch etwas davon merken! Ich prüfe deshalb noch einmal die Umgebung und sehe große Häuser, unter anderem ein weißes Haus mit spitzem Giebel und riesigem Balkon. Doch, das hier muß eine Stadt sein. Auf dem Friedhof befindet sich die Familiengrabstätte unserer Familie. Sie umfaßt genau vier Gräber, wobei jeweils zwei eine Teil-Grabstätte bilden und von einer kleinen Hecke umfaßt sind. Es ist auch schon genau festgelegt, wer an welcher Stelle liegt. Mein Vater hat seine Stelle inzwischen eingenommen. Er liegt außen, ich innen, so daß neben mir meine Mutter zu liegen kommt, die in der zweiten Grabstätte ebenfalls innen liegt. Außen neben ihr ist der Platz für meinen Bruder vorgesehen. Irgendwie mißfällt mir diese Aufteilung. Es erscheint mir richtiger, wenn mein Bruder und ich zusammen liegen, am besten innen. Außerdem würde ich ihn gerne neben mir haben. Er wirkt etwas abgeschottet dort außen. Mutter und Vater müßten theoretisch eigentlich nebeneinander liegen. Nur weil sie nicht neben ihm liegen will, müssen wir jetzt darunter leiden und mein Bruder ist ausgeschlossen. Ich weiß nicht warum, aber es erschien mir im Traum, als ob er nur durch mich, bzw. mich an der Seite, eine Verbindung zur Familie hätte. Etwas ärgerlich die Aufteilung, aber wohl nicht mehr zu ändern, da alles schon fest reserviert ist. Erneut bewußt werde ich etwas später auf einer mit Herbstlaub bedeckten Wiese des Friedhofs liegend. Gleichzeitig mit dem Wissen, wo ich mich befinde, wird mir auch die Zeit bewußt. Ich muß endlos lange auf dieser Wiese gelegen haben, genaugenommen kam es mir vor wie eine Ewigkeit. Doch nun auf die Uhr schauend stelle ich fest, daß es nur eine Stunde war. Eine frühe Stunde an einem Sonntagmorgen. Normalerweise ist so eine Stunde gar nichts. Doch anscheinend, wenn man sich in einen Zustand ohne Zeit- und Raumgefühl versetzen kann, nur ganz im jeweiligen Augenblick lebend, kann man die Zeit ausdehnen. Das sollte ich mir merken und öfters machen. Allerdings bemerke ich jetzt auch die Kreuzspinnen im Herbstlaub. Darauf liegen möchte ich nicht mehr, um zu vermeiden, daß sie an mir herumkrabbeln, und stehe auf. Aber trotzdem, das raum- und zeitlose Ruhen auf der Wiese war so schön, daß ich es wahrscheinlich trotz der Spinnen wiederholen würde.
Bemerkung: Der Traum kommt mir vor wie eine geträumte Familienaufstellung, in welcher die Beziehungen zwischen den Mitgliedern bildhaft dargestellt werden. Die Parallelen sind auffallend:
Mein Bruder und mein Vater waren sich immer spinnefeind. Beide liegen am weitesten entfernt voneinander. Zwischen mir und meinem Bruder steht stets unsere Mutter auf eine trennende Art. Ich befinde mich zwischen meinen Eltern, hier aber als Verbindungsstück, der Kitt sozusagen.
Und jetzt sehe ich plötzlich, daß diese Aufteilung vielleicht nur deshalb so ist, weil meine Mutter meinen Bruder ebenso manipuliert hat wie mich und dabei auch vollen Erfolg hatte. Mich und meinen Vater hat sie gerne gegeneinander ausgespielt, mich auf ihre Seite gezogen usw. Als ich klein war, hat das noch funktioniert. Erst spät ist mir die subtile Beeinflußung von ihrer Seite aus bewußt geworden. Ab diesem Zeitpunkt konnte ich manche Verhaltensweise meines Vaters besser verstehen, wobei ich mir nie ganz klar darüber geworden bin, ob er die Manipulationen direkt wahrnahm oder diese nur ein unbestimmtes ungutes Gefühl in ihm wach riefen, welches hilflose Aggressionen auslöste. Nachdem ich gewisse Verhaltensweisen meiner Mutter durchschaute, führte dies vermehrt zu Konflikten mit ihr, weil sie ja nun nicht mehr auf diese versteckt subtile Art ihren Willen durchsetzen konnte. Wenn sie nun genau dasselbe mit meinem Bruder gemacht hat und damit bis heute Erfolg hatte (was daran liegen könnte, daß mein Vater mich bevorzugte), würde das auch erklären, warum er so unversöhnlich gegenüber dem Vater ist und meiner Mutter dagegen vollkommen blind ergeben. Aber es ist wohl so, wie im Traum dargestellt - ändern wird sich jetzt an dieser Platzierung nichts mehr. Je mehr von uns unter der Erde liegen, um so weniger.
Beziehungsträume - Freitag, 27. Februar 2009, 14:39
Gestern abend wollte ich noch ein wenig lesen, schlief aber schon nach zwei Sätzen tief ein, um erst nach anderthalb Stunden vom Licht wieder wach zu werden (ca. 2:15 h). In dieser Zeit träumte ich das erste Mal nach seinem Tod von meinem Vater:
Ich befinde mich an einem Ort, der an meinen früheren Hof und Kinderspielplatz erinnert, aber doch irgendwie anders ist. Ich bin darauf mit allen möglichen Dingen beschäftigt, insbesondere auch mit seltsamen, schwarz-braunen Tieren, die mit ihren zwei langen Zähnen vorne Biber ähneln. Sie sind mir unheimlich und unangenehm, was mich aber nicht davon abhält, sie zu dressieren und im Befehlston wie Hunde hin und her laufen zu lassen. Im Prinzip mache ich das, um sie gar nicht erst auf dumme Ideen kommen zu lassen und sie zu beschäftigen. Das lenkt von mir selbst ab. Während ich also alles mögliche treibe, fühle ich mich plötzlich beobachtet und wende meinen Blick zu einem kleinen Haus hinter dem Zaun des Kinderspielplatzes. Es erinnert von der Lage und Größe her an das Küsteramt, hat aber eine schwarze Fassade und auch hinter der großen Fensterscheibe ist es schwarz und kein einziges Licht zu sehen. Nur ein kaum wahrnehmbares Gesicht ist hinter dem Fenster als hellerer Fleck zu erkennen. Es schaut zu mir herüber und beobachtet mich. Sofort weiß ich, daß es mein Vater ist. Er ist auf irgendeine Art in dieses Haus eingeschlossen, nicht so, daß die Tür verschlossen wäre, aber so, daß er es trotzdem nicht verlassen kann. Es ist mehr wie eine Art Bann oder etwas, was in ihm selbst liegt. Deshalb steigt er jeden Tag traurig auf dünnen Beinen eine kleine Stiege hinauf und setzt sich an das Fenster, weil von dort das einzige bißchen Licht hereinfällt. Allerdings muß er sich sehr nah an das Fenster setzen, denn das Licht reicht nicht weit in die Dunkelheit des Hauses hinein. Von dort beobachtet er den Hof und anscheinend auch mich. Mein Gewissen sagt mir, daß ich eigentlich in das Haus hineingehen und mich um ihn kümmern müßte. Andererseits möchte ich nicht in dieses Haus. Es ist so dunkel und trostlos. Selbst hineinzugehen wäre aber die einzige Möglichkeit, wenn er nicht hinauskann. Immer noch mit meinem Gewissen kämpfend, fällt mir plötzlich siedend heiß ein, daß ich geweint habe und er es wahrscheinlich gesehen hat. Das finde ich deshalb so erschreckend, weil ich denke, daß es seine Situation noch verschlimmert, egal ob es um ihn ist oder wegen etwas anderem, denn das weiß er ja nicht, wenn er mich nur aus der Ferne beobachten kann - und das möchte ich auf keinen Fall. Ich darf künftig keinesfalls mehr weinen.
Nach dem erneuten Einschlafen träumte ich von einem Glockenturm und großen gußeisernen Glocken, welche eine Art Griff oder Halterung in Form eines Schriftzuges hatten. Ich entzifferte den Namen seiner früheren Gemeinde und Kirche.
Bemerkung: Nicht gerade ein Traum, der beruhigt.
Träume von Verstorbenen - Dienstag, 17. Februar 2009, 14:31
Eine Eule trägt mich in einer großen schwarzen Umhängetasche fort, fliegt mit mir über die Stadt. Ich sitze in der Tasche und schaue hinunter auf die Häuser und Straßen. Dunkel meine ich mich zu erinnern, diese Tasche, sehr schwer gefüllt mit irgendwas, in einem vorigen Traum selbst getragen zu haben. Zuerst halte ich die Eule, warum auch immer, für Ch., die verstorbene Freundin meiner Mutter, und erwarte, daß sie mit mir zu ihrer Wohnung fliegt. Doch überrascht registriere ich, daß sie mit mir bis über den Mauerstreifen hinausfliegt. Sie läßt mich in einem Gebüsch nieder, wo ich auf dem Gras liegen bleibe. Doch dann bemerke ich plötzlich, daß ich mich mitten im Raum eines Seminars befinde. Schnell rappel ich mich vom Boden auf und setze mich auf einen Stuhl, um kein Aufsehen zu erregen. Eigentlich hatte ich nicht vor, einem Seminar beizuwohnen, ich weiß noch nicht einmal, ob es mir überhaupt erlaubt ist, da die Leute hier teilweise etwas seltsam aussehen. Vielleicht wird man sauer sein, daß ich mich eingeschmuggelt habe, aber wenn ich jetzt gehe, fällt es noch mehr auf. Eine ehemalige Kollegin, A.L., ist ebenfalls anwesend und trägt schwarze Kleidung, sowie einen ulkigen breitkrempigen Hut. Sie sieht aus wie eine schwarze Hexe. Das sage ich auch spontan zu ihr, doch sie reagiert nicht weiter darauf, so daß ich denke, ich hätte sie beleidigt und mich schnell entschuldige. Doch auch darauf reagiert sie nicht groß. Überhaupt tragen manche Leute hier merkwürdige Kleidung und ich höre einiges Geflüster über die Seminarleiterin und diese Veranstaltung, nämlich, daß sie eine "Gothika" sein soll und die Veranstaltung nicht ganz "sauber" ist, sondern mehr ein rituelles Treffen. Ach herrje, wo bin ich denn hier hereingeraten? Es behagt mir nicht besonders, falls ich im Treffen einer Sekte oder religiösen Gemeinschaft gelandet sein sollte, egal welcher Art. Die Seminarleiterin tritt ein und verwundert stelle ich fest, daß es meine Physiotherapeutin ist. Na sowas, das hatte ich nicht gewußt, daß sie zusätzlich noch Seminare gibt. Sie steht etwas erhöht auf einem Podest und beginnt damit, daß sie einzelne Leute im Raum anspricht und auffordert, über ihr Problem zu sprechen. Jemand neben mir berichtet über sein Alkoholproblem, während ich krampfhaft überlege, welches Problem ich habe, mir aber vor Schreck keines einfallen will. Endlich beschließe ich, daß ich, sollte sie mich ansprechen, einfach sage, daß ich dies lieber unter vier Augen besprechen möchte. Normalerweise kann mir das ja niemand verübeln. Die Seminarleiterin schreitet nun vom Podest hinunter und trägt jetzt den Talar und das Beffchen einer Pfarrerin, aber dazu außerdem ebenfalls so einen großen breitkrempigen schwarzen Hexenhut. Das finde ich nicht richtig. Hier ist etwas faul. Ich sollte auf der Hut (Hexen-Hut?) sein.
Bemerkung: Witzig ist, daß ich von meiner Physiotherapeutin, als ich sie selbst noch gar nicht kannte, bereits träumte, daß sie Eidotter als rituelles Opfer den Göttern schenkt, um sie milde zu stimmen. Mich würde mal interessieren, wieviel an diesen Träumen wirklich dran ist, allerdings sehe ich sie nicht mehr. Und ich schwöre, ich habe keinen Harry Potter gelesen oder gesehen.
Tierträume - Sonntag, 15. Februar 2009, 14:26
Wirre Träume, in denen ständig irgendwo Tiger drin vor kamen, erst einzeln, dann zu dritt. Schon im Traum wunderte mich das, denn normalerweise treffe ich nicht so viele Tiger.
Im ersten Traum werde ich aus meinem Schlaf geweckt, weil ein Mann in meinem Zimmer steht und dort irgendwas baut. Ich springe aus dem Bett - glücklicherweise trage ich im Traum einen Schlafanzug und schlafe nicht nackt wie sonst. Das verblüfft mich im Traum und ich denke mir, es war wohl eine Art Vorahnung, daß ich den Schlafanzug angezogen haben. Es ist eine rosa Schlaghose mit weißen Streublümchen und ein weißes Shirt mit rosa Streublümchen. Der Stoff der Hose erinnert mich an einen Rock, den ich in der Kindheit trug. Sofort gehe ich den Mann aggressiv an, was er in meiner Wohnung sucht und erfahre, daß der Vermieter beschlossen hat, mit Baumaßnahmen zu beginnen. Den Mietern wird vorher erst gar nichts davon gesagt, da der Vermieter wohl zu jeder Wohnung einen Schlüssel hat und diese auch bisher schon fleißig genutzt hat. Es ist ungeheuerlich! Mein ganzes kleines, intimes Reich beschnüffelt, besetzt und auseinandergenommen von Fremden. Ich bin wütend, da ich aber im Moment überhaupt nichts machen kann - die Handwerker sind mir kräftemäßig eindeutig überlegen -, füge ich mich erstmal, beobachte aber die Vorgänge in der Wohnung mit Argusaugen. Auch im Bad wird jetzt gebaut. Als ich hereinkomme, steht eine Kloschüssel im Weg. Die alte Kloschüssel wurde gegen eine neue, bessere ausgetauscht. Ich frage mich, ob sie wohl auch das alte Waschbecken austauschen. Das könnte ich schon gebrauchen, es macht aber nicht den Anschein. Deshalb spreche ich den etwas grobschlächtigen Monteur direkt darauf an und zeige auf das alte, ziemlich abgenutzte Waschbecken. Und er scheint mir da entgegenkommen und eine Ausnahme machen zu wollen, vielleicht findet er noch ein neues Waschbecken, das er anbringen kann.
In weiteren Traumfragmenten träume ich von Kollege J.L., der zum einen genervt ist, da er beim Erzählen über irgendwas nicht genug Aufmerksamkeit erhält. Er übergibt mir ein hübsch eingepacktes, flaschenförmiges Paket. Ausgepackt ist es eine unansehnliche einfache Plastikflasche im einem seltsamen Aufsatz. Wozu das gut sein soll, das weiß ich nicht.
Im nächsten Traumfragment und einige Tiger weiter, träumte ich von einem grauen Tigerkätzchen, das ich im Traum Puschel nannte. Eine größere Katze, vielleicht ein Luchs, verbeißt sich in das Kätzchen und wiederum eine größere Katze verbeißt sich in den Luchs. Es ist ein einziges Katzenknäuel und etwas abseits schaue ich zu, wie das Katzenknäuel wegrollt. "Puschel! Puschel!" rufe ich noch hinterher. Als sie ganz verschwunden sind, mache ich mich auf die Suche nach ihr, überquere Straßen, gehe einige Wege entlang und finde sie auf einer Steintreppe, auf dem Rücken liegend. Jetzt erkenne ich auch, warum sie auf dem Rücken liegt. In ihrer Brust klafft ein Loch, das bis hinunter auf den Rücken führt. Es sieht aus, als hätte man ihr das Herz herausgerissen. Auf dem Rücken liegt sie, damit sie nicht noch andere Organe aus dem Körper verliert, aber sie lebt, das sehe ich an ihren Augen. Ganz vorsichtig nehme ich sie in meine Hände, darauf achtend, daß das Loch oben bleibt und will sie irgendwo hinbringen, wo man ihr vielleicht helfen kann. Doch eine kleine Unaufmerksamkeit, ein winziges Wackeln der Hände führt dazu, das noch etwas aus ihrem Körper rutscht und plötzlich zerfällt das ganze Kätzchen in meinen Händen zu einem chaotischen Berg von Überresten, Haut, Organe, Knochen, Augen - alles durcheinander und auseinandergefallen. Leben tut sie jetzt nicht mehr.
Bemerkung: Einfache Traumregel: sch... Träume - sch... Tag
Tierträume - Dienstag, 10. Februar 2009, 13:32