Samstag, 28. Juni 2008

Aufwachtraum mit Exzorzismus

Ich erwache in meinem Bett und stehe auf, um durch die Wohnung zu laufen. Schon bald wird mir klar, daß irgendetwas nicht stimmt. Dies muß ein Traum sein. Um diese Feststellung zu untersuchen, betrachte ich nun genau alle kleinen Details in der Wohnung. Ja, bestimmte Details stimmen nicht mit der Realität überein, also träume ich. Plötzlich schwebe ich unvorbereitet und mit so viel Schwung nach oben, daß ich mit dem Kopf gegen die Decke stoße. Diese gibt wie Gummi nach, so daß auf der anderen Seite wohl eine Beule zu sehen war. Merkwürdig. Es ist zwar ein Traum, aber gummiartige Wände scheinen mir selbst hier etwas deplaziert zu sein. Leider schwebe ich weiter zwischen Fußboden und Decke, ohne daß ich etwas dagegen unternehmen kann. Inzwischen habe ich im Rücken eine Wand und schwebe etwas niedriger, aber meine Füße hängen immer noch zu weit über dem Fußboden, als daß ich ihn erreichen könnte. Ich bekomme es mit der Angst zu tun, da ich absolut keine Kontrolle über die Situation habe und das Gefühl, einer unsichtbaren Macht absolut ausgeliefert zu sein. Diese Macht hebt mich in die Luft und läßt mich da baumeln, selbst mit aller Anstrengung gelingt es mir nicht, auf den Boden zu kommen. Allerdings fühle ich nicht, daß mich irgendjemand anpackt - ich spüre, während ich hänge, ganz genau an meinem Körper nach -, es ist eher, als würde ich in sehr tragendem Wasser schweben. Panisch überlege ich, wie ich der Situation entkommen kann, denn daß ständige Schweben wird mir immer unheimlicher, außer Beten fällt mir allerdings nichts ein. Nun verdächtige ich jedoch im Augenblick gerade Gott, der Übeltäter zu sein, weshalb ich mich frage, ob es überhaupt Sinn macht jetzt zu beten, wenn er solche Spielchen mit mir spielen will. Gleichzeitig fallen mir aber auch die Exzorzisten-Filme ein. Schweben die Besessenen da nicht auch in der Luft rum? Da ich absolut keine andere Idee habe und mir Beten in manchen Situationen schon oft geholfen hat, beschließe ich, es einfach zu tun. Erschreckt murmle ich ein paar Gebetsformeln und werde augenblicklich sanft auf dem Fußboden abgesetzt. Erst hinterher wird mir bewußt, daß ich in meiner Aufregung gar nicht zu Gott, sondern zu Maria gebetet habe. Upps.
Vor mir steht jetzt meine Haushaltsleiter, auf welcher eine seltsame Gestalt in langem, jägergrünem Gewand und schwarzem Hut hängt und mir den Rücken zukehrt. Hängen ist das richtige Wort dafür, denn eigentlich wirkt es so, als wären nur ein Hut und ein Gewand auf der Leiter drapiert, Trotzdem spüre ich, daß eine Kreatur darin steckt. Diese wendet sich nun unendlich langsam zu mir um. Ich vermute den Tod darin und fürchte mich vor dem Anblick des Gesichtes, denn dieser hat mich schon einige Male besucht und war nie besonders schön anzuschauen. Trotzdem schaue ich nicht weg, sondern ganz genau hin, schließlich möchte ich wissen, mit wem ich es zu tun habe. Doch ein ganz normales männliches Gesicht blickt mich jetzt an und sagt etwas zu mir. Ich habe vergessen, was gesagt wurde und wer das war.
Wieder gehe ich in der Wohnung umher und bin mir nicht sicher, ob ich inzwischen aufgewacht bin, oder ob dies immer noch ein Traum ist. Erneut versuche ich dies an den Details der Wohnung zu erkennen. Mein Blick fällt aus dem Fenster auf eine Straße, die von einer Allee von Bäumen gesäumt ist. An den Bäumen hängen unzählige schimmernde Objekte, es scheinen Glocken zu sein, welche aus einem weiß schimmernden Gespinst nur in den Umrissen flächig und zart dargestellt sind. Es ist ein überirdischer und zauberhafter Anblick. Ist denn etwa Weihnachten? Nein, es ist mitten im Sommer und das Leuchten der Objekte stammt nicht von Elektrizität. Dies kann nur ein Traum sein. Also träume ich immer noch.
Jetzt befinde ich mich mitten in einem Besuchskreis bei meiner Mutter. Ich kenne die Leute alle nicht, aber zu dieser Feier gehören auch zwei geschlossene Särge, die im Zimmer stehen. Es klingelt an der Tür, ein neuer Besucher kündigt sich an. Meine Mutter möchte, daß wir uns alle mitsamt der Särge in einem zweiten großen Zimmer, welches in der Wohnung etwas geheim liegt, verstecken. Anscheinend darf der neue Besucher uns nicht erblicken. Mit den Gästen meiner Mutter sitze ich nun in einem Schulungsraum an mehreren Computern. Ich werde darauf hingewiesen, daß ich drei Websites unbedingt wiederfinden und lesen soll. Diese scheinen ungemein wichtig zu sein und Hinweise oder Adressen dazu werden mir mitgeteilt. Ich finde die Websites und speichere sie als Favoriten. Dabei hoffe ich, sie nicht wieder zu verlieren, denn sie sind anscheinend für eine mir übertragene Aufgabe unabdingbar.

Bemerkung: Der zauberhafte und überirdische Schmuck an den Bäumen ist wahrscheinlich auf den gestrigen Anblick dieser Fotos von Licht zurückzuführen.

Sonntag, 15. Juni 2008

Falsche Nordlichter

Am Nachthimmel beobachte ich eine prächtige Wand bunter, pixeliger Farben, rot, gelb, blau, welche ständig ihr Erscheinungsbild ändern. Zuerst halte ich dies für Nordlichter, aber Nordlichter sehen doch ganz anders aus, meine ich mich zu erinnern. Mir kommt der Verdacht, daß diese Erscheinung durch Radioaktivität, vielleicht durch einen Reaktorunfall verursacht sein könnte. Damit liege ich wohl ziemlich richtig, denn auch Hitler ist in Sorge und denkt scheinbar dasselbe. Vermutlich weiß er mehr als ich.

Mittwoch, 11. Juni 2008

Versäumte Entschuldigung (totaler Albtraum)

Mit meiner früheren Chefin C. gerate ich in einen Streit, weil ich es wage, irgendetwas an der Arbeit oder den Zuständen im Büro zu kritisieren. C. findet das unmöglich von mir, was mich erst recht wütend macht, da ich nicht verstehe, wieso man nichts sagen darf und immer so tun muß, alles wäre alles in bester Ordnung und man selbst mit allem einverstanden. C. findet, daß ich mich nicht hinnehmbar aufführe und bestimmt, daß ich zur Strafe zu einer festgesetzten Zeit bei ihr im Büro erscheinen soll, um mich bei ihr zu entschuldigen. Ich reagiere darauf zunächst mit Bemerkungen wie "Kindergarten" und bin so in Rage, daß ich daran denke, den Arbeitsplatz auf der Stelle zu verlassen. Ich springe auch tatsächlich auf und tue so, als würde ich alles hinschmeißen und gehen wollen, doch mir wird klar, daß ich dann wohl nicht mehr wiederzukommen brauche. Will ich das? Diese Vorstellung jagt mir Angst ein, ebenso wie die Vermutung, bei meiner Chefin wegen dieser Sache jetzt ganz unten durch zu sein. Ich beschließe deshalb, meinen Ärger hinunterzuschlucken und mich gehorsam zu entschuldigen. Leider bin ich so in Arbeit eingespannt, daß ich kaum eine Minute Zeit habe, um mich loszueisen. Erst suche ich zwei Klienten, die ich abfange bevor sie einen Sitzungssaal betreten, um ihnen zu sagen, daß beim Jugendamt Vormundschaftsakten existieren. Diese Mitteilung scheint wichtig zu sein, wenn mir auch nicht ganz klar ist, weshalb. Dann muß ich einem älteren Herrn versprechen, daß er mich in einer Stunde noch einmal anrufen kann, was ebenfalls wichtig zu sein scheint. Im Hinterkopf habe ich zwar den Termin bei der Chefin, aber ich komme hier irgendwie nicht weg und ich kann ja die Leute auch nicht einfach sitzen und warten lassen.
Bevor ich mich versehe, ist der Zeitpunkt auch schon verstrichen und ich voller Gewissensbisse und Befürchtungen. C. muß doch eigentlich gewußt haben, daß ich hier nicht weg kann, oder bekommt sie von der Basis schon gar nichts mehr mit? Doch ich bekomme eine zweite Chance. Meine Chefin bestimmt einen anderen Termin, an dem ich bei ihr erscheinen und mich entschuldigen soll. Ich nehme mir ganz fest vor, diesen einzuhalten, aber es ist genauso wie beim ersten Mal - ich finde vor lauter Arbeit und Hektik keine Möglichkeit, diesen Termin einzuhalten. Das wird sie mir sicher nicht mehr verzeihen, sondern es als Rebellion auffassen. Auch weiß ich nicht, wie ich ihr glaubhaft erklären könnte, daß es nicht an mir lag. Wahrscheinlich wird sie mir nicht glauben, sondern denken, ich will mich herausreden und meutern.
Meine Anspannung ist jetzt so groß, daß ich meinen Kummer unbedingt loswerden muß und auf eine Kollegin einrede. Diese geht mit mir ein Stückchen auf dem Heimweg zusammen und ich werde immer panischer und lauter, habe mich vor Aufregung kaum noch unter Kontrolle. Sie hört sich die Situation an und scheint auf meiner Seite zu stehen. Über die Chefin und ihre Forderung schüttelt sie nur den Kopf, allerdings meint sie auch, daß ich, wenn ich diese Termine nun eh versäumt habe, nicht versuchen sollte, das irgendwie zu erklären. Stattdessen sollte ich, wenn es sowieso passiert ist, das als beabsichtigte Meuterei ausgeben. Das hätte mehr Würde und auch einen gewissen Sinn. Kann ich das machen? Einfach so tun, als würde ich rebellieren? Meine Chefin würde mich in der Luft zerreißen und sich sonst etwas ausdenken. Ich würde keine Sonne mehr in meinem Job sehen. Vollkommen panisch und schwer atmend wache ich auf.

Nachdem ich erneut eingeschlafen war, wurden die Träume nicht besser. Ich war schwer krank und lag in einem Krankenhausbett, anscheinend pflegebedürftig, vielleicht durch einen Schlaganfall. Schmerzen hatte ich keine, war aber bewegungsunfähig. Die ehemalige Mitschülerin C. S. besucht mich an meinem Bett und beginnt mich auch noch zu füttern. Irgendwie erstaunt es mich ja, daß sie sich so um mich kümmert, zumal wir kaum miteinander geredet haben, allerdings befürchte ich, daß sie den anderen Mitschülern erzählt, was mit mir ist, und dann alle herkommen. Oh je, und ich kann noch nicht einmal flüchten! Uranus schwebt als Gedanke im Raum.


Bemerkung: Da erträgt man Geiselnahmen, Schießereien, Weltuntergänge, Vampire, Maschinenmonster und Mutationen ohne mit der Wimper zu zucken, aber bei so einem Traum ist man völlig von der Rolle. Der Traum hat ein schlechtes Gefühl den ganzen Tag lang zurückgelassen.

Dienstag, 10. Juni 2008

Die zerrissene Kette des Todes

Ich halte einen Teil einer zerrissenen goldenen Kette in meiner Hand. Da ich nicht weiß, ob ich meinen Augen trauen kann, vergewissere mich, daß sie wirklich zerrissen ist, indem ich die Glieder mit den Fingerspitzen entlangfahre und tastend nach dem Abschluß suche. Die Kette habe ich von einem Verstorbenen und so lange ich sie besitze, kann der Tod auch mich finden. Ich beschließe deshalb, sie weit weit weg von meinem Zuhause irgendwo unbemerkt auf die Straße fallen zu lassen, um den Tod von mir abzulenken. Vor meinem ehemaligen Elternhaus treffe ich eine Frau, die gerade aus der Tür getreten ist. Sie trägt schwarze Kleidung und ein schwarzes Kopftuch, aus welchem ihr bleiches weißes Gesicht hervorschaut. Offensichtlich ist sie in Trauer, vielleicht wegen des Verstorbenen, von dem ich die Kette besitze. Es ist nun Nacht und ich laufe kreuz und quer durch eine Stadt. Ich glaube, es ist Moskau. Seltsamerweise hat man einen recht freien Blick auf den Horizont und am Himmel kann man wunderbare golden bis flammendrote Lichter erblicken. Erst halte ich das für ein Feuer, aber nein, es brennt nichts. Der Lichterschein geht von verschiedenen Dingen, wie Hügeln, Häusern und Menschen aus, fremdartig und schön. Ich möchte fotografieren, aber bevor ich dazu komme, bin ich schon fast durch die Stadt hindurch gelaufen. Auf der Straße, die zum Stadttor hinausführt, liegt Schnee und mit Schlittschuhen oder Gleitern sause ich ziemlich rasant an anderen Läufern vorbei die abschüssige Straße hinab.
Vor dem Stadttor führt ein anderer Weg leicht ansteigend wieder in die Stadt hinein. Neugierig betrete ich ihn. Der Weg ist einsam und von Büschen umsäumt. Nur ein bunter Waschbär trottet mir entgegen und läßt sich durch mich gar nicht stören.
Nach einigen Erinnerungslücken befinde ich mich mit einem Begleiter in einer Menschenansammlung. Es scheint ein Biergarten, Festival oder ähnliches sein. Ich suche meinen Kumpel. Irgendwo muß er hier mit seinen Bekannten sein. Ah, da sehe ich ihn. Allerdings kann ich mich nicht bemerkbar machen und komme auch nicht durch die vielen Leute durch, die dicht an dicht sitzen. Deshalb setze ich mich ebenfalls und warte geduldig. Mein Begleiter beginnt mit mir zu schäkern, indem er mir lustige Schmatzer ins Gesicht gibt. Es ist ein ehemaliger Mitschüler aus den unteren Schulklassen, der nicht sehr lange bei uns war.

Bemerkung: Hab ich die Kette nun eigentlich entsorgt oder hab ich es vergessen? Mein Kumpel hat im Moment wenig Zeit und ist vor lauter Events und Terminen so im Stress, daß sich auch schon andere Freunde von ihm beschwert haben, weil er es erst nach einem halben Jahr geschafft hat, ihren Bowlingabend zu organisieren. Kein Wunder, daß ich da nicht mehr durchdringe.

Sonntag, 8. Juni 2008

Das wunderbare Licht und der zerstörte Reichstag

Von all den Träumen der letzten Nacht ist mir vor allem ein Zimmer mit besonderem Licht in Erinnerung geblieben. Die Tür steht nur leicht angelehnt offen und ich öffne sie. Das Zimmer dahinter ist menschenleer, doch ein wunderbares warmes, gemütliches Licht herrscht hier. Sofort will ich dahinterkommen, wie dieses Licht entsteht, deshalb schaue ich mich genau um.
Linksseitig stehen auf einer niedrigen Anrichte drei Stehlampen, von denen alle eingeschaltet sind. Deckenbeleuchtung gibt es nicht, doch auffällig sind die Wände. Diese haben anscheinend eine Beschichtung mit glänzenden Brokatfarben, welche das Licht golden reflektieren und besonders schön schimmern. Das kann aber nicht alles sein, denke ich, und tatsächlich sehe ich jetzt auf Tischen in der Mitte des Zimmers viele kleine goldene Tischlampen in sehr moderner Form. Von ihrer Mitte aus entspringen einige Strahlen, die am Ende eine winzige Glühbirne haben, welche allein nicht besonders hell ist, aber in der Masse ein nicht zu grelles Licht macht. Mir wird bewußt, daß ich wieder gehen muß, denn eigentlich kam ich in das Zimmer, um jemanden zu suchen. Nur widerwillig schließe ich die Tür - ich wäre gerne noch geblieben.

Im Traum sehe ich eine städtische Skyline mit einem ziemlich hohen, alten Haus, welches andere überragt und wie ein quadratischer Klotz aussieht, dabei schon sehr abgenutzt. Mir ist, als würde ich es kennen. Habe ich darin nicht einmal eine Wohnung besichtigt? Und konnte man von den Fenstern aus nicht bis hier herüber zu mir schauen, obwohl es in der Mitte von Berlin liegt? Das Haus zieht mich an, deshalb laufe ich in seine Richtung. Es ist nicht weit vom Alex entfernt, den ich jetzt überquere. Ich sehe die Kongresshalle und andere bekannte Gebäude. Außerdem treffe ich Kollegen, die auf dem Weg zur Arbeit sind und sich wundern, daß ich in die andere Richtung gehe. Oh je, ich müßte jetzt eigentlich auch zur Arbeit, um nicht zu spät zu kommen, aber das Haus finde ich viel interessanter. Es ist mir egal, was die denken, dann komme ich eben zu spät und sage, ich hab verschlafen. In der Ferne sehe ich durch den Zugang zu einer breiten Straße hindurch die zerstörte Kuppel des Reichstages, von welcher nur noch einige eiserne Streben übrig sind, die in die Luft ragen. Das gesamte Bild des Reichstages ist in schwarz/weiß, wie ein altes Foto, und deshalb vermute ich zuerst, daß jemand ein Foto vom alten zerstörten Reichstag riesengroß mitten über die Straße montiert hat. Werbeflächen sind ja oftmals ebenfalls haushoch. Allerdings kommt mir das doch ein wenig unwahrscheinlich vor, weil ja damit dann die Straße blockiert wird. Eigentlich würde ich mir das gerne mal aus der Nähe anschauen, aber ob meine Zeit dafür reicht? Dann komme ich wohl heute gar nicht mehr zur Arbeit.

Dienstag, 3. Juni 2008

Reich-Ranicki

Letzte Nacht erneut von Reich-Ranicki geträumt - nichts angenehmes -, von meiner alten Nachbarin und Körben, die ich fein säuberlich sortiert in den Keller gestellt habe.

Ich hoffe, Reich-Ranicki wird jetzt nicht mein täglicher Albdruck.

Montag, 2. Juni 2008

Wie ich von Reich-Ranicki zur Schnecke gemacht werde und die rasante Kartoffelbreiabfahrt

Ich befinde mich in einem sehr überfülltem Seminar, welches von Reich-Ranitzki als Dozent geleitet wird. Es scheint allerdings kein Literaturseminar zu sein, sondern hat wohl mehr etwas mit Musik zu tun. Reich-Ranitzki stellt immer wieder Fragen, wobei er gerne mich herannimmt, und ist mit meinen Antworten nie zufrieden. Stattdessen macht er vor allen Teilnehmern klar, daß meine Antworten völlig daneben sind. Nun sollen auch noch drei Leute aus dem Seminar singen, unter anderem natürlich ich. Ich bin als letztes an der Reihe und meine Stimme klingt vollkommen unausgebildet und piepsig. Wie peinlich! Wahrscheinlich wußte er das und hat mich deshalb ausgesucht, um mich den anderen als unmögliches Beispiel vorzuführen. Während des Singens schaut er mich die ganze Zeit mit einer Mischung aus Interesse und Spott an, als ich geendet habe, sagt er nur ein paar schlagkräftige, verächtliche Sätze, die ich vergessen habe, und macht mich damit vor allen zur Schnecke. Danach beachtet er mich nicht mehr.
So langsam reicht mir das. Ich habe mir über viele Seminare hinweg von ihm Sprüche anhören müssen und mich fertig machen lassen. Ich habe es hingenommen, weil ich seinen Unterricht schätzte und weil ich mir sagte, er ist halt so, es hat nichts mit mir zu tun. Ich hätte auch zu anderen Dozenten gehen können, aber ich wollte zu ihm. Ich bin ruhig geblieben, habe mich nie aufgeregt und seine Launen an mir abprallen lassen, auch wenn er mich lächerlich gemacht hat. Allerdings scheint er das nur bei mir so zu machen - so langsam bekomme ich das Gefühl, daß er mich nicht leiden kann. Oder sollte dies etwa seine besondere Art sein zu zeigen, daß er jemanden mag? Nee, das ist wohl eher unwahrscheinlich. Ich sollte der Wahrheit ins Auge sehen.

Später befinde ich mich mit mehreren Fotografen zusammen auf einem Fotografentreffen(?). Wir steigen in einen Zug mit oben offenen, kleinen Waggons, ähnlich einer Achterbahn, und los geht eine rasante Talfahrt. Ich sitze ganz vorne und überlege, ob ich irgendwas machen müßte, um zu lenken, allerdings gibt es nichts, was ich machen könnte. Die Waggons lassen sich nicht einmal eine Winzigkeit steuern, sondern schlittern ohne Halt und Richtung auf einer gelben Pampe ins Tal hinunter. Ein wenig erinnert es an eine Schlittenfahrt, nur daß die gelbe Pampe Kartoffelbrei ist. Eine seltsame Fortbewegungsart - wer sich das wohl ausgedacht hat? Da ich die Waggons weder anhalten noch steuern kann, versuche ich mich mit der Überlegung zu beruhigen, daß der Kartoffelbrei sicher nur auf vorbestimmten Bahnen angehäuft wurde und die Waggons so völlig automatisch in der Spur bleiben.

Sonntag, 1. Juni 2008

Die Reise an die Ostsee und die Erziehungszwickmühle

Im Zug entdecke ich meine Tante an einem Fensterplatz und lasse mich auf den Sitz neben ihr fallen. Sie sagt irgendetwas, als wäre ihr das nicht so recht, ich antworte jedoch sofort: "Keine Angst, ich quatsche dich nicht voll." Sie lacht, beginnt aber dann ihrerseits mich vollzuquatschen und hört gar nicht mehr auf. Wir reden über das tolle Wetter - blauer Himmel und Sonnenschein begleiten uns durch das Zugfenster -, da sehe ich weiter vorne im Waggon eine blonde Frau mit Zopf, die eifrig schreibt. Sie gehört ebenfalls zu unserer Reisegruppe, denn wir verreisen nicht zur Erholung, sondern mit einem Fernsehteam, daß irgendeinen Contest aufzeichnen will. Diese junge Frau ist diejenige, die sich das Skript ausdenken soll, was sie jetzt im Zug anscheinend eifrig macht. Kurzzeitig scheint es mir, als hätte sie Tränen in den Augen, weint sie etwa? Seltsamerweise habe ich jetzt auch Tränen in den Augen, obwohl ich nicht weiß weshalb. Sie sieht es und vielleicht ist ihr ja das ein Trost, daß es mir wie ihr geht. Etwas später liegt sie allerdings vor Lachen auf dem Boden. Aha, dann hatte sie also Lachtränen in den Augen, na umso besser...
Am Bestimmungsort angekommen wird ein Schreibmaschinentippwettbewerb eingerichtet. Unter anderem soll dabei eine uralte Frau mitmachen, was wohl die besondere Attraktion ist. Sie trägt ein geblümtes Kleid mit weißem Kragen und baut auf ihrem Tisch um die Schreibmaschine Fotos und allen möglichen Nippes auf. Ich bewundere es ja, daß sie in diesem Alter noch an einem Wettbewerb teilnimmt, habe aber ein bißchen den Eindruck, daß sie gar nicht weiß, wo sie sich befindet, weil sie jetzt erst anfängt, die Fotos liebevoll mit ihrem Taschentuch zu polieren, während die anderen schon tippen. Dann nimmt sie einen Bleistift und tippt damit im Ein-Finger-System auf den Tasten herum. So wird das aber nichts, denke ich bei mir. Mit dabei sind jetzt auch meine Schulfreundin A., der ich große Chancen einräume, da sie Schreibkraft gelernt hat, und meine Kollegin Fr. K., welche aber nicht mitschreibt, sondern neben mir an einem Tisch sitzt. Mir fällt auf, daß ihre sonst feuerroten Haare ziemlich bleich, fast blond aussehen. Das ist mir vorher bereits an einer blonden Frau aufgefallen, die vorher auch sattere Haare hatte. Deshalb sage ich zu ihr, daß bei dieser Reise wohl nichts wie früher zu sein scheint und sie gibt mir recht. Es ist tatsächlich nichts wie früher, insbesondere die Haarfarben. Sie verabschiedet sich jetzt und mir gegenüber steht ein kleiner Junge, welcher dreckige weiße Socken in der Hand hält. Er will mir die Socken überhelfen, damit ich sie für ihn wegbringe und versucht es erst, indem er behauptet, es wären meine. Ich schüttel den Kopf und sage, daß ich meine Socken gerade schon weggebracht hätte, es also nicht meine sein können. Doch das interessiert ihn gar nicht, ich soll einfach nur machen, was er will, weshalb er auf rotzfreche Art immer weiter versucht, mich dazu zu bringen. Anfangs kontere ich noch ziemlich ruhig und überlegt, doch langsam komme ich durch seine unverständige und quengelige Art in Rage bis ich ihn schließlich anherrsche: "Bist du ein bißchen dumm, oder was?" Im gleichen Moment tut es mir schon wieder leid, das gesagt zu haben, denn eigentlich ist das etwas, was ich zu Kindern nicht sagen möchte und ich schäme mich fast dafür. Andererseits ist mir auch klar, daß ich meine Unsicherheit den Kleinen nicht spüren lassen darf, sondern konsequent bleiben muß. Neben uns sitzen seine Eltern und ich schaue zu ihnen hinüber, weil ich mich frage, was sie wohl zu meinem Ausrutscher sagen. Die Frau erinnert an meine verstorbene Mitschülerin und beide scheinen etwas gelangweilt, liegen mit den Köpfen auf den Tischen, geben mir aber zu verstehen, daß sie voll hinter mir stehen. Ich solle ihm ja nur gut Paroli geben, der Kleine sei ständig unausstehlich. Ich erkläre ihnen - wobei ich sofort meine Stimme senke, damit der Junge es nicht hört -, daß ich ja eigentlich nicht so bin, sondern eher gutmütig. Es ist eine Art Hilferuf, in der Hoffnung, daß die Eltern dann miteingreifen, da ich fürchte, nicht mit dem Jungen fertigzuwerden. Die denken aber gar nicht daran, sondern nicken nur. Oh je...

Bemerkung: Meine Tante reist heute oder morgen tatsächlich mit ihrem Enkel an die Ostsee. Ich hoffen nur für sie, daß der kleine Junge aus dem Traum nicht ihren Enkel darstellt.

Donnerstag, 29. Mai 2008

Matratzenselbsthinrichtung und Matratzenzirkus

Eine junge Frau möchte sterben und mir wird im Traum ausführlich von anderen erklärt, wie sie das anfangen kann oder angefangen hat, so daß es absolut sicher ist, ohne daß sie selbst Hand an sich legen muß oder die Helfer. In zwei übereinanderliegenden dicken Matratzen wird eine Höhlung geschnitten, in die sie genau reinpasst. Die Matratzen ähneln dabei einer Abgußform. Bevor sie sich da rein legt, nimmt sie dreierlei Tropfen: Tropfen, die das Herz ruhigstellen und verlangsamen, Tropfen, die schläfrig machen und den Muskeltonus herabsetzen (Clonazepam?) und noch irgendwas anderes, an das ich mich nicht mehr erinnere. Wenn sie jetzt in der Matratze liegt, hat sie keine Chance mehr, lebendig herauszukommen, zumal sie da drinnen auch keine Luft bekommt. Während mir das erklärt wird, bin ich ein wenig skeptisch. Sie könnte doch einfach die Matratze anheben, aber nein, mir wird gesagt, das könnte sie wegen der Tropfen dann nicht mehr. Hm, ich finde es ja ein wenig aufwendig und grausam, zwischen zwei Matratzen zu ersticken. Aber zumindest wenn es funktioniert, umgeht es die Situation, daß man selbst Hand an sich legen muß oder andere, die sich dabei strafbar machen.

In der Ferne sehe ich eine Veranstaltung, auf welcher Menschen auf Matratzen in der Luft herumgewirbelt werden. Schließlich landen die Matratzen - es ist ein erstaunlicher Stapel von ziemlicher Höhe, fast wie ein Turm - und eine junge Frau steht darauf. Durch das Gewirbel ist sie wohl ziemlich aus dem Gleichgewicht, weshalb sie rücklings herunterfällt und mit so geknicktem Kopf aufprallt, daß ich schon vermute, sie hätte sich das Genick gebrochen. Aber nein, sie lebt noch. Ich und mein Kumpel wollen jetzt auch bei diesem Zirkus mitmachen, besser gesagt, ich bin mir nicht wirklich sicher, lasse mich aber überreden. Doch dann dürfen gar nicht alle mitmachen und mein Kumpel landet im Publikum, während ich mit anderen zusammen in Reihen auf dem Fußboden sitze. Vorne befindet sich eine Wandtafel und bevor der ganze Zirkus losgeht, müssen wir sechsunddreißig nummerierte Songs von der Tafel abschreiben. Manche kenne ich davon nicht, kann mich aber noch an Jethro Tull erinnern. Irgendwie fällt mir das Abschreiben enorm schwer, weil ich das da vorne nicht lesen kann. Ich muss immer wieder einen jungen Mann neben mir fragen, der mir auch bereitwillig Auskunft gibt. Mir ist mulmig, wenn ich an den bevorstehenden Zirkus denke, wo ich durch die Luft geschleudert werde, aber anscheinend geht es immer noch nicht los, sondern jetzt müssen die Kandidaten alleine einen der Songs singen und interpretieren. Auch das noch! Wäre ich nur nie hierher gekommen! Ich kenne ja nicht mal die Texte von den Songs. Soll ich meinen Kumpel fragen, ob er mit mir tauscht? Ich weiß aber nicht, ob das möglich ist. Jeder, der einen Song gesungen hat, gibt eine zerknüllte McDonald-Tüte an einen anderen weiter, der dann als nächstes singen muß. Zum Glück geht die zerknüllte Tüte knapp an mir vorbei.

Im obersten Stockwerk eines Hauses, das ein Kaufhaus zu sein scheint. Im obersten Stockwerk ist aber alles leer. Nur ein schimmernder blauer Fußboden ist vorhanden. Meine ehemalige Mitschülerin C. erzählt etwas über meinen ehemaligen Mitschüler R. Sch., nämlich daß dieser so lichtempfindlich gewesen sei. Dies sagt sie in sehr herablassendem und spöttischem Tonfall, was mich dazu bringt, völlig ernst zu erklären, daß ich ebenfalls sehr licht- und lärmempfindlich bin. Dies stimmt ja auch, allerdings betone ich es extra, um zu zeigen, daß es etwas normales bei manchen Menschen ist und nichts, worüber man sich lustig machen muß.

Mittwoch, 28. Mai 2008

Der Zauber

Außerhalb von Berlin, auf dem Weg in eine Diskothek. Mein Ex-Freund wartet mit Bekannten an irgendeiner Ecke, um mich abzufangen. Oder ist es vielleicht umgekehrt? Gehe ich dort entlang, damit er mich sieht? Er - groß und athletisch -, ist von einem Moment zum anderen ein winziger Zwerg mit dicker schwarzer Brille, der an meinen Hosenbeinen herumklettert. Nanu, wie ist das denn passiert? Oh Gott, jetzt fällt es mir ein. Ich muß ihn verhext haben. Allerdings hat der Zauber wohl etwas zu stark gewirkt. Ihn in einen Zwerg zu verwandeln war keineswegs meine Absicht. Schnell weg hier! Dum di dum.....

Bemerkung: Ich verwandle Männer in Zwerge mit dicker Hornbrille - jetzt wird mir einiges klar. Das sind alles verwunschene Prinzen und ich bin schuld.

Samstag, 24. Mai 2008

Die verhinderte Bootsfahrt und Paketschnur an den Füßen (Die Achtziger sind abgefahren)

Mit einer Gruppe von Gleichaltrigen an einem See. Der See ist relativ klein und wird wie ein Zimmer durch Wände begrenzt. Hinter mir am Ufer ist eine Wand, in der sich auch die Tür befindet, und an beiden Seiten ebenso. Nur nach hinten zu scheint der See offen zu sein. Direkt am Ufer liegen mehrere Boote auf dem Wasser. In einigen von ihnen sitzen schon junge Frauen. Eines ist leer und fast mit Wasser überflutet. Ich sage, daß wir uns am besten alle in die Boote setzen, wobei ich das selbst ebenfalls vorhabe. Ich beschließe, das überflutete zu nehmen. Es dürfte trotzdem noch tragfähig sein. Doch sobald ich meinen Plan umsetzen will, muß ich feststellen, daß das Boot so weit nach hinten abgetrieben ist, daß ich keinesfalls mehr heranreiche. Nun ja, dann muß ich wohl doch am Ufer bleiben. Ist vielleicht auch besser, wer weiß, ob das gut geht auf dem Wasser. Während dieser Überlegungen stelle ich fest, daß ich um jedes Fußgelenk eine doppelt geschlungene Paketschnur trage, allerdings nicht als Fessel, sondern locker wie ein Schmuckkettchen. Ich finde das ganz normal. An die hintere Wand des Ufers gelehnt, beobachte ich die Leute auf den Booten, rechts neben mir eine andere junge Frau und links neben mir ein junger Mann, den ich für R. Sch. halte, einen ehemaligen Mitschüler, der aber völlig anders aussieht. Er hat feuerrote Haare, die vorne in einer großen Tolle aus einem Hut hervorquellen, wie ihn Boy George in den Achtzigern getragen hat. Auch seine Augen sind etwas geschminkt, aber nicht ganz so stark wie bei Boy George. Er scheint direkt den Achtzigern entstiegen zu sein, aber vielleicht befinden wir uns ja sogar mittendrin und Paketschnur an den Füßen ist der neueste Punk. Ich unterhalte mich mit der Frau neben mir, welche die Bemerkung macht, daß hier wohl viele Kinder spielen und auf das flache Wasser am Rand des Sees zeigt, in welchem jede Menge vergessenes Spielzeug und bunte Kinderbilder liegen. Ich nicke und sage, daß von mir ganz bestimmt auch noch was im See liegt, man findet gewiß kleine bemalte Zettel aus dem Kindergarten von mir im Wasser, denn wir haben hier ebenfalls gespielt. Dabei schaue ich zu R. Sch., mit dem ich meine, zusammen in den Kindergarten gegangen zu sein. R. Sch. sucht auffällig meine körperliche Nähe, steht ganz eng bei mir und hört mir interessiert zu. Dabei lächelt er mich immer wieder an und scheint mit mir flirten zu wollen. Dann sagt er zu mir: "Weißt du, daß du wirklich eine geile Sau bist?" Ich bin leicht irritiert, zumal der Ausdruck "geile Sau" vielseitig interpretierbar ist. Was meint er damit? Sexy, anziehend, versaut, oder will er mich einfach ärgern? Er schaut mich dabei allerdings so verliebt und bewundernd an, daß er es wohl vollkommen ernst meint, was mich aber, wie jede übermäßige Bewunderung für mich, ebenfalls irritiert. Deshalb frage ich neugierig nach: "Hm, warum findest du das?" Zu einer richtigen Antwort kommt es jedoch nicht mehr, statt dessen geht das Gespräch in eine Kabbelei über, in welcher ich ihm scherzhaft versuche, den Arm umzudrehen. Schließlich verlassen wir in der Gruppe und einträchtig nebeneinander trottend den Raum mit dem See.

Bemerkung: Das Boot ist abgefahren? Das Boot der Achtziger ist abgefahren? Die Achtziger sind abgefahren?
Ich habe in den Achtzigern niemals Paketschnur getragen, wohl aber Lederbänder und Sicherheitsnadeln.


Donnerstag, 22. Mai 2008

Das Puschel-Stuhlkissen

Meine verstorbene Katze und ein flaches, flauschiges Stuhlkissen auf einem Stuhl im Wohnzimmer, das verdächtig an Puschel erinnert. Sie springt hinauf und breitet sich auf dem Kissen aus, langgestreckt, die Augen geschlossen, Die Pfötchen zucken vor Behaglichkeit. Oh, denke ich, hat sie jetzt etwa einen neuen Lieblingsplatz? Sonst liegt sie doch immer an ganz anderen Orten, aber nie auf Stuhlkissen. Sie läßt sich von meinen Überlegungen nicht stören und gibt sich genußvoll der Verbesserung ihres Schlafnestes hin, indem sie da und dort mit den Pfötchen zieht oder gräbt. Ich kann nicht aufhören, ihr sinnliches Behagen zu beobachten. Da klappt auf einmal ein Stück Stoff-Rückenlehne nach vorne und begräbt sie unter sich, wie in einer Höhle. Erschrocken kriecht sie rückwärts heraus, vergißt dabei die Stuhlkante und rutscht mit dem Hintern zuerst am Stuhl hinunter auf den Boden. Ich muß laut lachen, sie dagegen hat ihren Schreck unten angekommen schon wieder vergessen und beginnt erneut die Höhle auf dem Stuhl zu erkunden. Lachend wache ich auf.

Bemerkung: Spüre ich da irgendwas von Eifersucht auf Puschel?

Mittwoch, 21. Mai 2008

Was von den Träumen der letzten Nacht übrig blieb



Das aber hartnäckig...

Montag, 19. Mai 2008

...

Denn ein überladener Magen macht es einem selbst in den Morgenstunden unmöglich, das Wahre zu schauen. Um Träume in ihrer vollen Reinheit aufzunehmen, war es geboten, den Körper von störenden Einflüssen, z.B. Überladung des Magens, zu bewahren. Setzt der Mensch, so folgert Platon (Staat 9, 571E – 572B), den begehrlichen Seelenteil weder dem Mangel noch der Übersättigung aus, wird er am besten die Wahrheit erfassen und reine Traumerscheinungen schauen.) ...
...Bei den Traumgesichten, die verstümmelt sind und die man sozusagen nicht in den Griff bekommt, ist eine gewisse Kombinationsgabe vonnöten, ganz besonders bei denen, in welchen etwas Geschriebenes geschaut wird, das keinen selbstständigen Gedanken enthält, oder nur ein sinnloses Wort; hier kann durch Umstellung, Änderung oder Zugabe von Buchstaben oder Silben, zuweilen auch durch Auffinden eines gleichwertigen Wortes der Zusammenhang geklärt werden. (Griechisch Isopsepha; da die griechischen Zahlen durch Buchstaben dargestellt werden, kann man jedes Wort als die Summe von Ziffern ansehen. So kann man jedes beliebige Wort durch Addition der Buchstaben in einen Zahlenwert umwandeln. Dabei können ganz verschiedene Wörter den gleichen Zahlenwert ergeben. Diese Isopsepha setzt die Traumdeutung auch sachlich gleich und gewinnt auf diese Weise neue Auslegungsmöglichkeiten. Siehe auch "Lebensalter", "Wiesel" usw.) ...
....Berücksichtige ferner, daß Leute, die einen guten und gesitteten Lebenswandel führen, weder Träume noch irgendwelche sinnlosen Trugbilder bekommen, sondern ausschließlich Traumgesichte, und zwar meistenteils theorematische; denn ihre Seele wird weder durch Befürchtungen noch durch Hoffnungen verwirrt, und dann sind sie auch Herr über die sinnlichen Leidenschaften. Kurz und gut, einem verantwortungsbewußten Menschen erscheint weder ein Traum noch sonst ein sinnloses Trugbild. Damit du dich aber nicht täuscht, so wisse, daß die große Menge nicht dieselben Träume hat wie jene, die sie zu deuten vermögen....
....Erstens gehen theorematische Traumgesichte auf der Stelle und sehr bald in Erfüllung, allegorische dagegen erst nach Ablauf einer längeren oder kürzeren Zeitspanne.
(aus der Oneirokritika von Artemidorus Daldianus)

Das verborgene Buch der Träume

...und andere gesammelte Schätze aus den Tiefen des Seelenmeeres

Träume

~Warum willst du mit ihm hadern, weil er auf Menschenworte nicht Antwort gibt? Denn auf eine Weise redet Gott und auf eine zweite; nur beachtet man's nicht. Im Traum, im Nachtgesicht, wenn der Schlaf auf die Menschen fällt, wenn sie schlafen auf dem Bett, da öffnet er das Ohr der Menschen...~ (Hiob 33,13-16)

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~Ich träumte, ich sei ein Schmetterling, hin und her flatternd, mit allen Absichten uns Zielen eines Schmetterlings. Plötzlich erwachte ich, und lag da wieder ich selbst. Nun weiß ich nicht, war ich ein Mensch, der träumte, er sei ein Schmetterling, oder bin ich ein Schmetterling, der jetzt träumt, er sei ein Mensch?~ (Tschuangtse, chinesischer Philosoph)

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Zuletzt aktualisiert: 21. Jan, 14:01

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