Träume von Urlaub und Reisen
Mit einem Reisebus unterwegs, erreiche ich eine Landschaft, in welche ein winziges Dorf eingebettet liegt. Ich kann es ein wenig aus der Luftperspektive betrachten. Eigentlich ist es ziemlich langweilig. Es hat nur ein paar Häuser, welche man an einer Hand abzählen kann und genau zwei Brunnen, einen neuen und einen alten. Ich frage mich, ob man sich dort noch immer aus den Brunnen mit Wasser versorgt, Wasserleitungen scheint es nicht zu geben. Viel lieber als das langweilige Dorf würde ich eine atemberaubende Landschaft betrachten, die es hier aber ebenfalls nicht gibt.
Mit anderen an einem Tisch sitzend. Es wird geschrieben und darüber geredet. Rechts neben mir eine ehemalige Mitschülerin. Ziemlich vorwurfsvoll wirft sie in die Runde, es sollte aber auch irgendwann mal ein Abdruck aus dem Gehirn dabei herauskommen. Mit Abdruck aus dem Gehirn meint sie einen Text. Da hat sie recht, doch weil ich schon mehr als genug Texte fabriziert habe, fühle ich mich von dieser Bemerkung nicht weiter angesprochen. Jetzt sehe ich einen Computerbildschirm vor mir mit einer Word-Datei. Darin lese ich "Word verschied". Huch, Word verschied? Das kann ja wohl nicht stimmen. Seit wann sagt man von einem Computerprogramm "es verschied"? Ich habe mich bestimmt verlesen. Und tatsächlich - beim nochmaligen Lesen erkenne ich das Wort "verschwand". Ok, "Word verschwand", das paßt schon eher, allerdings bleibt mir die Bedeutung dieser Aussage unklar.
Bemerkung: Ich sollte langsam wieder damit aufhören, Texte zu redigieren. Inzwischen tue ich es bereits im Traum. Dieser "Word verschied"-Lesefehler ist vielleicht ein verschlüsselter Hinweis in eben diesem Sinne.
Träume von Urlaub und Reisen - Freitag, 10. April 2009, 15:01
Im Dorf meiner Großeltern im Spreewald. Obwohl ich dort bin, bin ich seltsamerweise auch auf dem Hof meines früheren Elternhauses in Berlin. Es fällt mir zwar im Traum kurz auf, irritiert mich aber nicht weiter. Es ist, als würden sich beide Orte überlagern und gegenseitig durchdringen. Auf den Dächern des Elternhauses und der Kirche ist mächtig viel los. Auf dem Giebel des Hauses sehe ich einen Mann balancieren, der in jeder Hand eine Antenne hält, die er wie ein Seiltänzer auf dem Seil zum Halten des Gleichgewichts von sich streckt. Da ich das nicht ansehen möchte, gehe ich zum Hof hinaus und zur Kirche hinüber. Doch auch da tummeln sich Leute, diesmal Frauen, auf den Dächern und auf dem Turm. Sind denn alle verrückt geworden? Doch nein, sie steigen nicht zum Spaß da herum, sondern bringen anscheinend Kreuze und Figuren an, die vielleicht restauriert worden sind oder machen Reparaturen. Zugucken möchte ich da aber auch nicht, deshalb beschäftige ich mich jetzt mit irgendwelchen Büchern in Regalen. Beim Aufräumen fällt mir das Kinderbuch "Der Struwelpeter" in die Hände, welches ich in einem Regalfach gleich massenhaft in jeder Größe finde. Dann scheine ich plötzlich eine alte, private Filmaufnahme zu sehen. Diese spielt am Jugendturm, zumindest vermute ich dies, da sich im Hintergrund über und über mit eingeritzten Namen versehene Backsteine befinden. Im Vordergrund sieht man mich selbst mit dem Rücken zur Kamera. Ich trage Klamotten, die früher mal modern waren, deshalb die Vermutung, daß es sich um eine alte Filmaufnahme handelt. Und neben mir ein junges Mädchen. Sie scheint eine Freundin zu sein, aber irgendwie kann ich mich an sie überhaupt nicht erinnern. Ihr Gesicht ähnelt Leni Riefenstahl als blutjunges Mädchen und mir will kein Name einfallen. Vielleicht ist das ja ein Kind, mit dem ich früher im Dorf gespielt habe. Wieder bei den Büchern greife ich eines und finde ganz vorne darin eine Widmung, die genau von dieser Freundin ist. Das verwirrt mich. Wie hat sie es denn geschafft, an dieses Buch heranzukommen? Hat sie es heimlich herausgenommen, etwas hineingeschrieben und dann das Buch zurückgestellt? Ich höre auf zu grübeln, weil ein junger rothaariger Mann eine Party macht und auf dieser Party seinen Besuchern eine Kahnfahrt bietet. Der Hofweg, der am Haus vorbeiführt, ist dabei der mit Wasser gefüllte Spreearm. Mit den anderen Gästen sitze ich im Kahn, während der Rothaarige mit dem Rudel hinten steht und den Kahn stakt. Allerdings scheint er nicht viel Lust zu haben, denn er verwendet eine Technik, mit der er mit einem Abstoß so eine Geschwindigkeit auf den Kahn kriegt, daß dieser wie ein Geschoß den Kanal hinunterbrettert. Er ruft nur kurz "Achtung!" und dann geht es auch schon los, ohne Möglichkeit des Lenkens. Nun ist der Hofweg nicht sehr lang und geht in einem rechten Winkel nach links ab. Auch da ist überall Wasser, allerdings ragen außerdem die kahlen Äste von umgekippten Bäumen aus dem Wasser. Mit Karacho rammt das Boot daran vorbei und ich kann gerade noch den Kopf einziehen, damit ich die Äste nicht gegen die Birne bekomme. Der Kahn wendet nun und brettert zurück. Ich überlege mir, daß er wohl aus dem offenen Hoftor hinaus auf die Straße schießen wird und daß man ihn, wenn er erstmal draußen ist, nicht mehr stoppen kann. Deshalb greife ich am Ende des Hofweges das letzte Stück Maschendrahtzaun und halte den Kahn so an. Im gleichen Augenblick ruft mir auch der Rothaarige eine Aufforderung derselben Art zu und nickt zufrieden, weil ich bereits in den Zaun gegriffen habe. Da hat er aber Glück gehabt, daß ich mitgedacht habe. Hätte ich erst auf seine Aufforderung hin versucht, den Zaun zu greifen, hätte ich es wohl nicht mehr geschafft. Es wird klar, daß die Kahnfahrt zu Ende ist und ich bin etwas enttäuscht. Das waren im Ganzen vielleicht vielleicht vierzig Meter. "War das schon alles?" frage ich deshalb laut. "Ja", antwortet der Rothaarige schulterzuckend.
Träume von Urlaub und Reisen - Donnerstag, 19. März 2009, 14:51
Durch irgendwen erfahre ich, daß ich jetzt von Berlin aus mit der S-Bahn bis nach Frankreich fahren kann. Das ist aber praktisch! Sollte ich direkt mal probieren und einen kleinen Ausflug machen. Am Alex gehe ich einen U-Bahn-Tunnel hinunter. Der Tunnel ist leer, bis auf einen einzigen Mann, der vor mir läuft und überall an die Seiten des Tunnels rote Kreuze malt. Aus irgendeinem Grund möchte ich ihn nicht überholen und schließlich gehe ich wieder zurück und eine schmalere Treppe nach oben. Hier bin ich richtig, denn hier ist der Bahnsteig, der nach Frankreich führt. Auf der Anzeigentafel steht groß "Troite de Stete". Dieser Ort ist mir unbekannt, es muß ein kleinerer sein. Doch bevor man in die S-Bahn steigt, muß man eine Sonderfahrkarte an einem Schalter lösen. Ich überlege mir, daß ich eigentlich doch keine Lust habe, dorthin zu fahren. Da ist ja kein Meer. Was soll ich irgendwo, wo kein Meer ist? Also lasse ich es und verlasse den Bahnhof wieder. Anscheinend weiß ich nicht wohin und streune völlig durchnäßt und heimatlos um den Alex herum. Später im Traum streune ich wieder durch Berlin, diesmal aber mit ganz anderem Gefühl. Ich habe eine Freundin, eine junge Frau kennengelernt. Diese trägt über normalen Feinstrumphosen Netzstrumpfhosen, deren Löcher so groß sind, daß es an den Beinen nur noch wie schwarze Paketschnüre aussieht. Etwas abgefahren, aber ich kann sie gut leiden. Mir ist klar, daß sie jünger ist und sich noch in einer anderen Phase befindet, die ich schon hinter mir habe. Arm in Arm schlendern wir nachts durch die Straßen von Berlin, um uns die Lichter der Stadt. Auf einer bogenförmigen Brücke legen wir uns mit dem Rücken mitten auf den Weg und schauen in die Sterne. Es ist ein tolles Gefühl, mit ihr durch Berlin zu spazieren. Das Empfinden von Heimatlosigkeit ist einem Empfinden von Vertrautheit, Entspannung und Abenteuer gewichen. Und ich sage zu ihr: "Es macht richtig Spaß mit dir nachts durch die Stadt zu streifen!"
Beim Aufwachen hatte ich diesen neuen Song, der immer auf einem Fernsehsender gespielt wird, im Kopf:
"Wir sind wie Eisblumen, wir blühen in der Nacht...."
Träume von Urlaub und Reisen - Samstag, 17. Januar 2009, 11:15
Auf einer Urlaubsreise außerhalb von Berlin in einem sehr preiswertem Hotel, welches wie früher zu DDR-Zeiten eingerichtet ist. Alles ist dort etwas billiger, schäbiger und etwas kaputter. Zur Begrüßung gibt es keinen Sekt, sondern ein anderes Getränk, das mit S... beginnt. Es erinnert an Apfelmost. Das Zimmer ist eine Art Schlafsaal wie in einer Jugendherberge. Der Schlafssaal ist unterteilt in den eigentlichen großen Saal und einen Vorraum, in welchem ich schlafe. Unter der Liege an der Wand finde ich einen Lichtschalter, für den Fall, daß ich nachts raus muß. Wir wohnen dort mit Halbpension und meine Mutter schmiert ständig dicke Salamibrote für alle (ungarische Salami?). Ein Mann klettert auf die Heizung und fast aus dem Fenster hinaus, um einen der großen Plattenbau-Fensterflügel zu reparieren, der irgendwie klemmt oder nicht richtig schließt. Ich kann gar nicht hinschauen, da ich denke, er stürzt gleich raus.
Bemerkung: Gestern sah ich auf arte einen Beitrag über ein Hotel in Berlin, das in einem alten Plattenbau eingerichtet und vollständig mit Dingen wie zu Ostzeiten ausgestattet ist.
Träume von Urlaub und Reisen - Mittwoch, 31. Dezember 2008, 11:09
Eine ehemalige Schulkameradin, K.Th., die ziemlich alt aussieht, flüstert mir etwas ins Ohr. Es ist ein Geheimnis, das sie gehört hat. Ich muß mehrmals nachfragen, bevor ich es verstehe, da es ringsum so laut ist. Sie sagt, daß man mich als Journalistin auf der Strecke zwischen Pankow und Schönefeld einsetzen will. Potz Blitz! Wer kommt denn auf solchen Schnack? Ich bin gar kein Journalist und habe nicht den leisesten Schimmer, was ich als solcher auf dieser Strecke machen soll. Die Sache beschäftigt mich gedanklich so sehr, daß ich mich von einem Moment zum anderen in Köpenick befinde. Das muß irgendwo auf der Strecke sein. Soll ich jetzt bis nach Schönefeld wandern? Dürfte ein wenig weit sein. Zufällig ist mein Kumpel mit und dieser zeigt mir jetzt einen Eck-Laden, in welchem es etwas geben soll, das es woanders nicht gibt. Wir gehen hinein und stöbern in den Regalen. Eigentlich sehe ich hier nur Gemüse, Obst und Süßigkeiten herumliegen. Was ist denn nun das Besondere? Er reicht mir eine Art gerollter Praline aus Rotkohl, von der ich abbeißen soll. Das tue ich auch. Hm, na ja, was daran so toll sein soll...
Mein Kumpel bezahlt schon Rotkohlpralinen, einige haarige Bohnen und Bananen, die er mit in meinen Einkaufswagen wirft und sagt, er wartet draußen. An der Kasse steht eine auffallend gutaussehende junge Frau mit langen blonden Haaren. Eilig versuche ich das Zeug von meinem Kumpel aus dem Einkaufswagen auszusortieren und erkläre ihr, daß dieses schon von meinem "Kollegen", der gerade hinausgegangen ist, bezahlt wurde. Sie nickt und verschwindet, während ich noch sortiere. Eine ganze Weile warte ich, daß sie wiederkommt. Neben mir stehen inzwischen zwei bärige Glatzenmänner, welche mir immer mehr auf die Pelle rücken und immer dichter neben mir sind. Erst denke ich mir nichts dabei, wahrscheinlich ist es voll im Laden, doch als sie mich dann so gegen die Wand gedrängt haben, daß ich zwischen ihnen und der Wand regelrecht eingekeilt bin, wird mir klar, daß die Typen anscheinend zum Laden gehören und mich hinausekeln wollen. Der Grund ist mir ein Rätsel und ich habe ja auch die Sachen noch gar nicht bezahlt. Ich fange jetzt an zu diskutieren, doch sie machen mir unmißverständlich klar, daß ich hier nicht erwünscht bin. Also lasse ich alles stehen und liegen und verlasse den Laden. So nötig brauche ich das Zeug daraus auch nicht, daß es sich lohnt, sich dafür zu prügeln.
Mein Kumpel ist verschwunden. Ich gehe zu einer Straßenbahnhaltestelle in der Nähe, wo sein Auto steht. Vielleicht wartet er da auf mich, er läßt sich allerdings nicht blicken. Es muß vom Wagen aus aber einen Ausgang in eine Art unterirdischen Bunker geben, denn ich bemerke, daß ich von einem Glasschlitz aus, der sich neben dem Wagen im Gehsteig befindet, beobachtet werde. Ich tue so, als sei mir nichts aufgefallen, vielleicht will er mich ja erschrecken oder heckt irgendeinen Spaß aus. Ich stehe weiter auf der Straßenbahnhaltestelle und schaue auf die Uhr. Es ist zehn Minuten vor Zwölf, aber merkwürdig dunkel, so als würde es gleich einen unglaublichen Wolkenbruch oder Schneeeinfall geben.
Träume von Urlaub und Reisen - Samstag, 27. Dezember 2008, 11:28
Wieder ein Familienausflug, diesmal, so meine ich mich dunkel zu erinnern, nach Königs-Wusterhausen. Auch jetzt sehe ich die Stadt von oben, als würde ich darüber schweben. Die Häuser sehen wie Puppenhäuser aus, auffällig klein, aber groß genug, um auf den Dächern mit den Füßen herumzuspringen, von Haus zu Haus. Dies tue ich jetzt mit meiner Mutter und meiner Schwägerin. Wir springen über die Dächer hinweg wie Kinder über Kissen und trotzdem ist es, als würden wir die Stadt von viel weiter oben sehen, da sie so klein wirkt. Aber vielleicht haben wir ja auch so lange Beine? Schließlich landen wir auf einem Bahnsteig, der nun wieder normal groß ist. Auf einer Sitzbank sitzen nebeneinander Menschen und irgendwoher weiß ich, daß diese Sitzbank gleichzeitig ein Grab darstellt. Jemand ist darin begraben. Da die Bank aber sehr flach ist, wie ich feststelle, kombiniere ich logisch, daß wohl nicht die Gebeine darin begraben sind, sondern die Asche des Toten. Außerdem wirkt diese Szenerie auf mich sehr ägyptisch, obwohl ich mir nicht erklären kann, woran das liegt. Später befinde ich mich in einer Halle, wo Bilder aus den 50iger oder 60iger Jahren wie in einem Film vor mir ablaufen. Zwei Männer laufen hintereinander die Straße hinunter. Der erste hat rötlich-blonde Haare, trägt eine Brille und eine schwarze Lederjacke. Ich erkenne in ihm einen Onkel von mir in jungen Jahren. Er wirkt jugendlich recht attraktiv. Stolz sage ich deshalb zu jemandem neben mir: "Mein Onkel sieht richtig cool aus!"
Bemerkung: Da der Cousin meines Vaters in Königs-Wusterhausen lebt und am ehesten in seiner Jugend so ausgesehen haben könnte, nehme ich einmal an, daß er gemeint war und nicht einer meiner Onkel.
Nach dem Aufwachen fiel mir sofort ein, daß das Bild der Sitzbank mit den Menschen darauf genau das Gegenstück dieses Bildes von Gauguin war:
Deshalb kam mir die Szenerie wahrscheinlich ägyptisch vor, da die Körperhaltungen in dem Bild den ägyptischen Wandmalereien nachempfunden sind. Außerdem hätte mir schon heute morgen einfallen sollen, daß ein Haltestellengrab nur bedeuten kann, daß ich mir eine halbe Stunde an der Haltestelle den A.... abfrieren werde.
Träume von Urlaub und Reisen - Mittwoch, 19. November 2008, 20:29
Ein Familienausflug in eine Stadt mit Wasserfall. Meine Mutter, meine Schwägerin, mein Bruder und meine Tante sind dabei. Ich sehe die Stadt zuerst von oben, als würde ich über ihr schweben. Man sieht den sogenannten Rheinfall, einen sehr großen Wasserfall, sogar der Größte in Europa, wie ich im Traum weiß. Über diesem Rheinfall hängen zur Vergnügung runde, reifenartige Schaukeln, in welche man sich setzen kann. Sie sind angeordnet wie ein großes Mobile, schlenkern hin und her oder drehen sich um sich selbst. Zum Schluß kann man von der Schaukel abspringen, direkt in den Wasserfall hinein. Meine Schwägerin ist sofort begeistert und möchte das machen. Sie sagt, wir brauchen nur ein paar Boote, falls jemand nicht schwimmen kann. Noch einmal werfe ich einen Blick von oben auf die Stadt. An drei Stellen leuchtet ein Licht, als wären einige Häuser riesige Lampen. Unter anderem fällt mir eine langgestreckte Halle auf, die wohl schon aus früheren Jahrhunderten stammt. Sie ist ebenfalls stark beleuchtet und trägt zwei Kuppeln, die einen warmen, gelblichen Schein ausstrahlen. Nun befinden wir uns mitten in der Stadt. Zuerst halten wir uns in einem Lokal auf, welches eigentlich nicht geöffnet hat, aber trotzdem offen steht. Es ist Tradition, daß sich dort müde Gäste an den Tischen ausruhen und ihre mitgebrachten Stullen essen können. Ein Streit bricht zwischen zwei Männern aus und es geht hoch her. Wir ziehen weiter durch die Gassen der Altstadt. Diese Gassen sind wirklich sehr eng und beiderseits an den Häusern befinden sich alte schmiedeeiserne Schilder, ab und zu auch Marktstände, an denen man sich vorbeidrängeln muß. Bald haben wir einen Aufsichtspunkt auf Treppen erreicht, links von uns die langgestreckte, große Halle. Von hier hat man einen sehr schönen Blick auf die Stadt und ich mache Fotos vom Panorama, zuerst mit der Digitalkamera, aber ich habe auch die analoge Pentacon mitgeschleppt, mit der ich nun die gleichen Bilder machen möchte. Leider habe ich den Film noch nicht eingelegt und das jetzt auf der Tteppe zu machen, ist mir irgendwie zu fummelig, weshalb ich die Kamera resigniert zuklappe. Allerdings habe ich in ihr noch ein Stückchen belichteten und entwickelten Film gefunden. Genau drei Negative, welche Zwillinge (?) zeigen. Bin ich der eine Zwilling? Die Bilder müssen uralt sein. Ich beachte sie nicht weiter. Jetzt wird wieder der Rheinfall aktuell. Wir betreten das Gebäude, von dem aus es zu den Schaukeln und zum Wasser geht. Man läuft hier über erhöhte Gänge und schaut seitwärts hinunter auf riesige Badewannen mit Wasser. Die Badewannen sehen wie ganz normale weiße Badewannen aus, scheinen aber für haushohe Riesen gemacht worden zu sein. Man bekommt das Gefühl, daß jeden Moment solch ein Riese herbeikommt und sich in eine der Badewannen legt. Dabei sind diese eigentlich für die Besucher gedacht. Eine ist zum Tauchen, eine zum Sprudeln usw. Nur daß hier nirgendwo ein Besucher zu sehen ist. Wir sind die Einzigen in diesem Haus und mein Bruder zeigt begeistert auf die einzelnen Wannen, während ich skeptisch bleibe und mir der Gedanke unangenehm ist, in einer dieser Badewannen zu schwimmen oder zu tauchen. Wir verlassen das Gebäude wieder und landen in einem Shop, in welchem ganz besonderes Zeichenpapier in Stapeln aufgeschichtet ist. Es ist Bambuspapier und man bekommt es in vielen Variationen und Größen, auch mit zarten Tönungen. Mir gefällt besonders das Papier mit zartgrüner Tönung. Eigentlich habe ich ja das Zeichnen aufgegeben, aber diese reinen, leeren Papierblöcke reizen mich. Ob ich einen mitnehmen sollte?
In der nächsten Traumsequenz finde ich in meinem Zimmer einen Grünfinken. Ich vermute, daß er sich einfach verflogen hat und ganz schnell flüchten wird, aber überraschenderweise trippelt er stattdessen auf mich zu. Er kommt so nah, daß er meinen Schuh berührt und ich halte ihm einen Finger hin. Vorsichtig pickt er daran herum, als suche er Kontakt und streicht mir jetzt fast wie eine Katze um die Beine. Ich beginne ihn zu streicheln und er scheint es tatsächlich zu mögen. Könnte es sein, daß der Grünfink mein Haustier sein möchte? Ich bekomme fast den Eindruck, er legt es darauf an.
Bemerkung: Aus der Wikipedia habe ich gerade gelernt, daß es wirklich einen Rheinfall gibt und dies tatsächlich der größte Wasserfall in Europa ist. Ich schwöre, ich habe das bisher nicht gewußt. Stattdessen habe ich an meinem Traum gezweifelt und gedacht, na ja, wer weiß, vielleicht der größte Wasserfall Deutschlands oder so (dabei liegt er aber gar nicht in Deutschland). Da sieht man mal wieder, daß auf Träume Verlaß ist. Ich staune aber auch jedesmal, an welchen Orten ich mich nachts so herumtreibe, die ich eigentlich gar nicht kenne und die es dann wirklich gibt. Kyritz habe ich ebenfalls so kennengelernt. Jetzt frage ich mich nur noch, was es mit diesen Schaukeln über dem Wasserfall auf sich hat. Die wird es ja wohl in Wirklichkeit nicht geben.
Träume von Urlaub und Reisen - Mittwoch, 5. November 2008, 21:17
Ich bin eine vergessene Romanfigur aus meinem eigenen Roman, sitze an einem Tisch und grüble. So ganz weiß ich noch nicht, wer ich bin, doch als neben mir eine schwarzhaarige Frau auftaucht, glänzende Kastanien auf einen anderen Tisch legt und mich völlig kalt läßt, fällt es mir wieder ein: Ich bin ein arroganter, kaltblütiger und impotenter Mann, der kein Interesse an Frauen hat und ganz am Anfang des Romans vergessen wurde, nie wieder auftauchte. Doch nein, so ganz stimmt das nicht - meldet sich jetzt mein Autoren-Ich. Denn dieses weiß sicher, da es das Ende schon kennt, daß er wieder auftauchen wird, und zwar gegen Schluß des Romans. Wenn der Text fertig ist, wird er perfekt ausgewogen sein, denn jede Person wird genau zweimal darin vorkommen.
Im nächsten Traumbild bin ich auf einer Kinomesse unterwegs. Eigentlich hoffe ich, kostenlos eine DVD zum Anschauen abzustauben, doch die werden alle gut bewacht und dürfen nur unter Glasvitrinen betrachtet werden. Wie langweilig! Ich komme an einem Tisch vorbei, an dem jemand saß und auf welchem ein aufgeschlagenes Buch liegt. Neugierig blättere ich darin. Jedem Kapitel ist ein kurzes Wörterbuch vorangestellt, da das Buch anscheinend in mehreren Sprachen bunt durcheinander geschrieben wurde. Ich drehe es um, um auf den Titel zu schauen. Es hat einen dunkelbraunen Einband. Darauf kann ich den Namen Theresa von Avila erkennen, sowie einen, wie mir scheint, französischen Titel, welcher mit "La po...." beginnt. Ich überlege, ob ich das Buch mitnehmen soll, aber erstens habe ich noch genug Lesestoff und zweitens weiß ich auch nicht, ob es mir erlaubt ist, das Buch einfach einzustecken. Also lasse ich es auf dem Tisch liegen.
Irgendwo während meines weiteren Herumstreunens treffe ich auf meinen Bruder. Dieser lädt mich in eine Schreberlaube zu einem gemeinsamen Kurzurlaub ein. Die Laube befindet sich am Rande von Berlin und spontan begeistert sage ich sofort zu und schon befinden wir uns auf dem Weg dorthin.
In einem Zimmer dieser Laube erwache ich gegen Morgen aus dem Schlaf der ersten Nacht. Etwas unangenehm fällt mir die kahle weiße Wand neben mir auf. Das ganze Zimmer, in dem ich allein liege, ist relativ spartanisch gehalten. Allerdings bemerke ich, daß es von den Abmessungen nicht ganz dem entspricht, was ich genau in dieser Nacht von dem Zimmer geträumt habe. Anscheinend war ich abends zu müde gewesen, um es genau mit allen Einzelheiten zur Kenntnis zu nehmen und habe deshalb "falsch" davon geträumt. Während ich noch im Bett liege schwirrt ein Schwarm schwarz-weißer Insekten herein. Es scheinen Fliegen mit einem tiefschwarzen Vorderteil und strahlend weißem Hinterteil zu sein. Sowas habe ich ja noch nie gesehen! Als sie mir zu nahe kommen, verscheuche ich sie schnell und sie ziehen sich zur Zimmermitte unter der recht niedrigen Decke zurück. Dort werden aus den Insekten plötzlich Puzzlestücke, welche im Raum schweben, sich dabei drehen und wenden, und sich völlig von allein, wie in einem Reigen, ineinandergreifend zu einem Bild anordnen. Das Bild besteht aus einem schwarzen Hintergrund mit darauf gezeichneten weißen Linien. Zuerst halte ich es für ein schief liegendes Porträt eines Menschen mit sehr breitem Kopf. Seltsamerweise ist der Kopf fast ebenso breit wie die Schultern und auch der Hals ist nicht so recht auszumachen. Da fällt es mir wieder ein: Es scheint eines dieser Raumfahrerbilder zu sein, wie Erich von Däniken sie auf alten Zeichnungen der Maya oder anderen Völkern gesehen haben will. Merkwürdig, daß das Puzzle ausgerechnet diese Abbildung zeigt.
Das Puzzle entschwindet meinem Bewußtsein und ich denke nun daran, aufzustehen. Dabei bemerke ich, daß ich völlig vergessen habe, irgendetwas mitzunehmen, weder Zahnbürste, noch Handtuch, noch Klamotten zum Wechseln. Ich habe nur das, was ich auf dem Leib trug, als ich hierher kam. Na ja, für die paar Tage wird es schon irgendwie gehen. Wasser ist ja da. Schließlich betrete ich zum Frühstück durch den Garten die extra gelegene großzügige Küche und muß feststellen, daß ich gar nicht allein mit meinem Bruder in der Laube bin, sondern sich sein gesamter Freundeskreis hier aufhält, das bedeutet mindestens dreißig Menschen. Dies läßt meine Stimmung etwas sinken, denn nun fühle ich mich verloren zwischen all den Menschen, die ich kaum kenne und zu denen ich auch aus verschiedenen Gründen nicht viel Kontakt bekomme. Ich nehme schnell ein kleines Frühstück zu mir, wobei ich mich ziemlich unwohl fühle und gehe wieder hinaus in den Garten. Dort werde ich ab und an von jemanden angesprochen, wechsle ein paar belanglose Worte, fühle mich aber trotzdem fehl am Platze und als Außenseiter. Irgendwie ist das genau so eine Situation, wie ich sie hasse, aber andererseits, nach Hause deshalb zu fahren, habe ich auch keine Lust. Sicher wird es mir niemand übel nehmen, wenn ich mich einfach absetze und ein paar lange Spaziergänge in die Gegend unternehme, wenn ich schon einmal hier bin. Kaum ist mir dieser Gedanke gekommen, springe ich bereits auf, um einem von zwei Wegen zu folgen, die fast parallel aus dem Garten hinausführen. Der Weg steigt sanft an, als würde ich einen Hügel besteigen und mit einem Mal hat es den Eindruck, als würde der Weg enden, denn ich befinde mich direkt auf der höchsten Spitze der Anhebung. Ich bleibe stehen, schaue in die Runde und mein Herz will vor Glück fast zerspringen, als ich das Meer sehe. Zwar weiß ich nicht, was das Meer hier macht, denn sooo weit kann ich eigentlich nicht gelaufen sein, aber ich habe keine Geduld, lange darüber zu grübeln. Stattdessen renne ich die Anhebung herunter auf das Meer zu, wie man zu einem Geliebten läuft, und lasse mich noch mit voller Bekleidung direkt in die Brandung fallen. Es ist schon herbstlich kühl, ich trage lange Hosen und eine Strickjacke, alles wird klatschnaß werden und schwer wieder trocknen, aber egal! Das Wasser ist relativ stürmisch und bewegt, ich lasse mich von der Brandung hin- und her schleudern. Weder schwimme ich, noch kämpfe ich gegen die Brandung an, noch habe ich Angst, weiter hinaus ins Meer geschwemmt zu werden. Ich lasse mich einfach mitreißen, lachend und weinend gleichzeitig vor Glück, bis ich das Gefühl habe, selbst das Meer zu sein.
Bemerkung: SO vom Meer träumen, kann man sicherlich nur, wenn man VÖLLIG hysterisch ist.

Raumfahrer
Träume von Urlaub und Reisen - Sonntag, 12. Oktober 2008, 11:52
Einige Tage vor Beginn einer neuen Staffel, wird das Big-Brother-Haus für die Allgemeinheit als eine Art Herberge geöffnet. Ich bin mit anderen Leuten auf Reisen, und da wir kein Hotel mit freien Zimmern mehr gefunden haben, kommen wird dort unter. Das Merkwürdige ist, daß ich dort alles verkehrt herum mache. Ich schlafe am Tag und bin nachts auf, ja, ich liege sogar mit dem Kopf am Fußende des Bettes und mit den Füßen am Kopfende. So jedenfalls wache ich spät am Tag auf. Es ist schon Nachmittag und ich frage mich, was man wohl von mir denken wird, wenn ich so lange schlafe. Plötzlich habe ich das Gefühl, nackt im Bett zu liegen. Sollte ich etwa aus Gewohnheit nackt schlafen gegangen sein, ohne daran zu denken, daß ich beobachtet werde? Wie peinlich! Vorsichtig taste ich unter der Bettdecke vor und glücklicherweise trage ich doch einen Schlafanzug, dessen dünne Spaghettiträger jedoch von den Schultern gerutscht sind. Umständlich ziehe ich sie unter der Bettdecke wieder hoch. Dann bleibe ich noch ein bißchen liegen. Mir ist dabei bewußt, daß ich, egal auf welche Seite ich mich wende, nirgends unbeobachtet bin. Es wurden vor der neuen Staffel extra neue Spiegel und Kameras eingebaut, die jetzt wirklich von allen Seiten und Winkeln filmen. Ziemlich lästig das. Schließlich springe ich aus dem Bett und suche meinen Koffer. Ich finde ihn erst, nachdem ich etwas planlos im Schlafzimmer herumgelaufen bin, neben der Tür. Beim Anziehen streife ich die Jeans über die Schlafshorts. Das wirkt zwar sicher etwas seltsam, aber Ausziehen tue ich die hier nicht. Zum Glück reisen wir heute schon wieder ab. Die restliche Zeit bis zur Abreise versuche ich mir irgendwie zu vertreiben, wobei ich gleich neben der Eingangstür ein Regal voller Kosmetikartikel wie im Kaufhaus finde. Ich stöbere ein bißchen und stelle fest, daß es haufenweise Sets für falsche Fingernägel enthält. Ich nehme das eine und andere in die Hand, schaue kurz drauf, mehr um die Zeit totzuschlagen denn aus wirklichem Interesse, und lege sie gelangweilt wieder zurück. Falsche Fingernägel scheinen hier die einzige Beschäftigungsmöglichkeit zu sein. Wie gut, daß ich nicht mehr lange hier bin.
Bemerkung: Mich beschäftigten, nachdem ich die Doku zum Berliner Schloss gesehen habe, die Abhör- und Videokabel für eine ganze Kleinstadt, die in den unterirdischen Gängen gefunden wurden, die zum Palast der Republik führten. Schließlich bin ich zwar nicht oft, aber doch einige Male dort gewesen.
Träume von Urlaub und Reisen - Sonntag, 5. Oktober 2008, 13:18
Im letzten Licht des Tages betrachte ich das Meer. Es dunkelt schon, doch auf dem Wasser selbst liegt ein zauberhaftes Leuchten, rosa und silberhell changierend. Die Möwen über dem Wasser dagegen sind in der Ferne nur noch als schwarze Silhouetten auszumachen, erst wenn sie näher kommen, beginnen ihr Gefieder und ihre Augen mondfarben zu schimmern. Eine Möwe nach der anderen segelt über mich hinweg, wobei sie gefährlich tief fliegen, so daß ich jedesmal meinen Kopf einziehe in der Befürchtung, sie könnten dagegenprallen. Ihre Bäuche leuchten wie der Vollmond in der Nacht. Da sie so nah sind würde ich sie gerne mit dem Fotoapparat einfangen. Ich knipse verschiedene Bilder vom Meer und versuche auch die Möwen auf das Bild zu bekommen. Auf einmal werden es so viele, daß sie Himmel und Meer verdunkeln, eine riesige schwarze Wand, die über mich hinwegzieht. Ich hocke mich hin, die Hände schützend über dem Kopf und schaue nach unten, ebenfalls zum Schutz. Tief streift der Schwarm über mich hinweg, fast kann ich ihre Flügel an meinen Haaren spüren und der Lärm, den sie machen, ist ohrenbetäubend. Ich fühle mich an "Die Vögel" von Hitchcock erinnert, glücklicherweise greifen sie aber nicht an, auch wenn sie nicht viel Rücksicht auf Hindernisse nehmen. Dies geht minutenlang so, im Traum schätze ich eine Viertelstunde - es müssen Millionen von Möwen sein. Langsam verebbt der Lärm und das Meer liegt wieder leuchtend und still vor mir. Nur einige Zurückgebliebene kreisen noch darüber. Wieder versuche ich zu fotografieren, befürchte aber, daß es jetzt zu dunkel ist und suche das Nachtprogramm an der Kamera. Auf dem Display erkenne ich nicht nur das Meer und die Möwen, sondern auch den Schattenriß einens Segelschiffes. Klasse!
Nun befinde ich mich in einem Bus, der durch den Spreewald fährt, und siedend heiß fällt mir ein, daß ich dadurch, daß ich mich so lange am Meer aufgehalten habe, wahrscheinlich die Station verpasst habe, wo ich aussteigen wollte, als wäre dieses ganze Erlebnis mit den Möwen im Bus geschehen. Gerade jetzt hält der Bus an einer Haltestelle und im letzten Moment springe ich hinaus. Ich habe vor, zurückzulaufen, allerdings weiß ich gar nicht genau, wo ich mich befinde. Auf einer Schautafel lese ich "Stadt Kärchen". Die kenne ich gar nicht und weiß auch nicht, wie weit sie vom Dorf meiner Großeltern entfernt ist, wo ich eigentlich hin möchte. Hm.
Ich wandere die Straße weiter, die der Bus gekommen ist - sie beschreibt jetzt eine recht enge Kurve - und tausend Gedanken gehen mir durch den Kopf. Was ist, wenn ich mich verlaufe und die Strecke nicht mehr wiedererkenne, die der Bus gefahren ist? Was ist, wenn ich noch durch mehrere Dörfer muß und dazwischen durch Wald und Flur, obwohl dann schon die Nacht hereingebrochen ist? Ich befürchte, daß es eine dumme Idee war, zurücklaufen zu wollen, und daß es besser wäre, an der Haltestelle, wo ich ausgestiegen bin, nach einem Bus zu schauen, der zurückfährt. Entschlossen mache ich kehrt und überquere die Straße direkt an der Kurve, was sich als recht gefährlich erweist, denn es ist jetzt keine Straße mehr, sondern eine Bahntrasse und ein blauer Zug brettert direkt hinter mir um die Kurve, so daß ich erschrocken auf den Gehsteig springe. Die linke Seite des Gehsteiges ist mit einer hohen Holzpalisade begrenzt, welche über und über mit blauen Clematisblüten übersät ist, die wie Trauben daran hängen. Ich halte jetzt Ausschau nach Bushaltestelle oder Bahnhof, aber selbst, als ich meine, an den Punkt zurückgekehrt zu sein, wo ich ausgestiegen bin, kann ich nichts derartiges erkennen. Meine Unruhe steigert sich. Hier irgendwo muß doch etwas sein, wo ein Zug oder Bus hält. Der Gehsteig geht in eine seltsame hölzerne Plattform über und überall sind Geländer. Ein tiefergelegtes Häuschen, welches ein Bahnhof sein könnte, entpuppt sich als leere Fahrerkabine, auch wenn mir nicht klar ist, was diese mitten auf dem Gehsteig macht. Ich gehe um ein Geländer herum und auf der anderen Seite finde ich Wasser, das gegen einen schrägen Kai schwappt. Noch immer habe ich keine Idee, wo ich mich befinde, aber mein Bruder steht plötzlich da, zeigt auf das Wasser am Kai und fragt: "Erinnerst du dich noch daran, als das Wasser viel höher stand?" Ich nicke, ja, ich erinnere mich, aber ich habe jetzt andere Sorgen. Noch immer schaue ich aufgeregt umher, um eine Bushaltestelle oder einen Bahnhof zu finden. Mein Bruder beobachtet mich dabei und erklärt schließlich: "Nun komm doch endlich mit rein. Wir sind hier auf einem Schiff und können damit ganz gemütlich bis nach Potsdam schippern. Es gibt auch Schlafmatten." Ui, wir sind hier auf einem Schiff? Erst jetzt fällt es mir wie Schuppen von den Augen. Und die Vorstellung mit einem Schiff auf Hängematten bis nach Potsdam zu schippern, hat was. Das ist super! Puh, da bin ich aber froh, daß ich keinen Bus und keinen Weg mehr suchen muß, sondern sozusagen schon angekommen bin. Meine Unruhe ist verflogen. Ich fühle mich jetzt ruhig und sicher, und gehe ins Schiff hinein. Dort erwartet mich auf einem Stuhl sitzend meine verstorbene Großmutter, dieselbe, die in dem Spreewalddorf wohnt, wo ich hin wollte. Sie ist also auch hier und grinst schelmisch, während sie eine rosa Flüssigkeit in ein Likörglas mit Stiel gießt. Dann zieht sie ein dummes Gesicht und dreht das Glas mit einem Ruck um, so daß die Öffnung nach unten zeigt. Aber das Erstaunliche ist, daß kein Tropfen Flüssigkeit hinausläuft. Die rosa Flüssigkeit schimmert weiterhin im Glas und scheint fest wie Gel. Das wiederholt sie, noch einmal ein besonders dummes Gesicht ziehend, so als wüßte sie überhaupt nicht, wie sowas sein kann, und ich beginne lauthals zu lachen, zeige mit dem Zeigefinger auf das Glas, als mein Bruder eintritt. Das muß doch bestimmt irgendein Scherzlikör sein, solchen Unfug hat sie ja schon immer gerne getrieben. Es stehen jetzt vier Gläser mit rosa Likör bereit und ein Mann kommt zu uns dreien hinzu. Vielleicht mein Großvater, aber ich erkenne ihn nicht als diesen, es scheint ein Fremder zu sein. Meine Großmutter reicht mir und den anderen ein gefülltes Likörglas und wir vier stoßen feierlich zusammen auf die Schiffsreise an.
Träume von Urlaub und Reisen - Sonntag, 10. August 2008, 12:46