Beziehungsträume
Auf dem Balkon eines Hauses westlich der Pfarrkirche der väterlichen Gemeinde. Ich sitze, bzw. liege im Balkon wie in einem Liegestuhl und er ist genauso wackelig, schwankt unter meinem Gewicht bei jeder Bewegung hin und her. Es ist bereits völlig dunkel, da wird meine Aufmerksamkeit plötzlich auf bunte, funkelnde Lichter am Himmel östlich über und hinter der Kirche gelenkt. Was ist das denn? Ein Feuerwerk? Langsam erkenne ich es. Es ist ein Riesenrad! Zwar nicht ganz so hoch wie der Kirchturm, aber ebenfalls ziemlich groß. Es muß um die Kirche herum ein Weihnachtsmarkt aufgebaut worden sein. Das ist an diesem Platz neu. Normalerweise lassen mich ja Weihnachtsmärkte kalt, aber so von oben auf die vielen funkelnden Lichter zu schauen ist ein tolles Erlebnis - bei dieser schwankenden Höhe allerdings auch riskant. Was für ein Ausblick!
In einer therapeutischen Einrichtung. Ich befinde oder befand mich in einer Gruppe, in welcher kreative Tätigkeiten zur therapeutischen Behandlung genutzt werden. Wir sind ca. zehn Leute in der Gruppe. Mit einer Frau bin ich etwas enger befreundet. Ich nenne sie Ch. K., wie eine Klientin von mir. Außerdem gibt es in der Gruppe einen Mann, mit dem ich nicht so viel zu tun habe, der aber immer wieder Kontakt zu uns sucht. Er ist geistig behindert und stottert, beachtet habe ich ihn bisher kaum. Eines Tages erklärt man mir bei einer Aussprache, daß ich eine große, verwerfliche "Sünde" begangen hätte und man mich deshalb aus der Gruppe ausschließt. Ich kann mich zwar nicht mehr erinnern, worum es ging, allerdings bin ich mir weder dieser speziellen Schuld bewußt, noch empfinde ich die entsprechende Sache tatsächlich als so verwerflich. Ich versuche deshalb darüber eine Diskussion zu führen und spreche einzelne Leute an, warum sie so denken, doch die Meinungen stehen felsenfest, wenn auch für mich unverständlich. Dann wende ich mich an Ch. K., sie weiß genau, daß der Vorwurf nicht stimmt und kann es bestätigen. Aber statt zu sagen, was sie weiß, schließt sie sich der Meinung der anderen an und erklärt, wenn die es sagen, müsse es stimmen.
Seltsam ist die umfassende innere Ruhe bei dieser Szene. Weder bin ich verärgert, noch enttäuscht, traurig, erschrocken oder sonst etwas. Ich bemühe mich zwar ernsthaft, den Vorwurf zu entkräften, doch ähnelt es mehr den liebevollen Bemühungen, das Denken der anderen für eine neue Betrachtungsweise, einen anderen Blickwinkel zu öffnen, und dazu, die tieferen Gründe für ihre Meinung zu hinterfragen. Erfolglos, wie ich irgendwann feststelle.
Also ziehe ich mich allein in mein Heimzimmer zurück und bemerke überrascht, daß von jemandem überall an die weißen Wände kleine Zettelchen gespickt wurden. Es sind winzige Kopien meiner Werke, Zeichnungen, Bilder und sonstigen kreativen Erzeugnisse. Nanu? Wer hat dies getan und wozu? Da erscheint der geistig behinderte Mann und lüftet das Rätsel. Er ist völlig überzeugt davon, daß mir Unrecht getan wurde und möchte sich für mich einsetzen, aber vor allem, da er wahrscheinlich ebenfalls nichts erreichen kann, möchte er mir eine Freude machen, die mich wieder aufmuntert. Dazu hat er sich überlegt, alle meine Werke schön gerahmt auf diesen Wänden zu präsentieren. Die Anordnung hat er bereits festgelegt, und um sie sich nicht zu vergessen, die kleinen Kopien mit Reißzwecken an der entsprechenden Stelle befestigt. Zuerst bin ich völlig überwältigt und sprachlos. So etwas Schönes hat sich noch niemand für mich ausgedacht. Dann kommen wir ins Gespräch. Je mehr ich mich mit ihm unterhalte, um so stärker empfinde ich hinter seinem äußeren "Idiotentum" eine unglaubliche innere Schönheit. Ich spüre sie so körperlich und faszinierend, daß sich das spontane und starke Bedürfnis meldet, ihn zu umarmen. Da wir bisher, halb sitzend, halb liegend auf einer Couch geredet hatten, jeweils einen Arm aufgestützt, muß ich ihn erst etwas ungelenk mit einer Berührung seiner Schulter und einer entsprechenden Bemerkung auf meinen Wunsch aufmerksam machen. Wir ändern die Sitzposition so, daß wir uns umarmen können und ich drücke ihn fest und lange. Danach erheben wir uns und er kommt irgendwann mit einem Brief wieder, den er mir reicht. Es ist ein Brief, den er geschrieben hat, um sich für mich einzusetzen. Ich versuche ihn zu entziffern, aber es ist fast unmöglich, denn er strotzt vor Rechtschreibfehlern und die einzelnen Wörter erscheinen in einer völlig absurden Lautsprache, die man mehrmals langsam wiederholen muß, um zu erraten, was es heißen soll. Anscheinend ist er also auch Legastheniker. Im ersten Moment entgeistert, muß ich gleich darauf schon lächeln. Es ist sowas von egal und völlig bedeutungslos, genauso wie seine geistige Behinderung. Es macht den Menschen etwas anderes aus.
Und mitten im Traum die Erkenntnis: Die Kreativitäts-Therapie bekommt mir gut. Ich sollte meinen Arzt unbedingt davon überzeugen, mir weitere Verordnungen zu geben.
Beziehungsträume - Montag, 12. Oktober 2009, 00:20
Ich habe meinen Ex K. zu einem Stelldichein ins Schwimmbad gebeten. Er ist auch gekommen, wir befinden uns in den Duschräumen. Ich in meinem Jeans-Bikini stehe unter der Dusche, während er um mich herumläuft und mir Vorträge darüber hält, was an mir nicht in Ordnung ist. Schon im Traum frage ich mich, warum er überhaupt gekommen ist, wenn er nur an mir herumzumäkeln hat. Oder ist er gerade deshalb gekommen, weil es ihm so viel Spaß macht? Und was sollte eigentlich diese bekloppte Idee, mich wieder mit ihm zu treffen?
Beziehungsträume - Freitag, 25. September 2009, 22:00
Eine nicht näher definierbare Veranstaltung in einem weitläufigen Gebäude. Ich stehe an einem Geländer, auf welches ich mich ab und an setze. Um mich herum drei gutaussehende junge Männer, mit denen ich im Gespräch bin. Eine angenehm kribbelnde Flirtspannung liegt in der Luft, gepaart mit einem Wohlgefühl im Zusammensein. Welcher von den Dreien würde mir gefallen? Einer der Männer zieht sich zurück. Ich sehe ihn mit einer jungen Frau auf einer Treppenstufe sitzen, wo die beiden sich hingebungsvoll küssen. Sie wirken dabei seltsam farblos, fast durchscheinend. Also ist dieser schon vergeben und steht nicht mehr zur Auswahl, na gut. Die anderen beiden finde ich sowieso attraktiver, wobei sie sich erstaunlich ähnlich sind - beide schlank, groß und dunkelhaarig - , fast wie Brüder, nur mit dem Unterschied, daß der eine glattrasiert ist und der andere, was ich für dieses Alter ziemlich außergewöhnlich finde, einen dichten, aber gepflegten Vollbart trägt. Der Bart steht ihm erstaunlich gut und gibt ihm etwas Verwegenes und Abenteuerliches. Dies scheint sich allerdings auch auf sein Temperament zu übertragen, denn er ist tatsächlich recht forsch, während der Glattrasierte ruhiger und zurückhaltender agiert. Ich komme dem Bärtigen körperlich immer näher, irgendwann trägt er mich schon fast in den Armen. Zwischendurch stehe ich kurze Zeit etwas abseits, da die beiden weggegangen oder anderweitig beschäftigt sind, und ein sehr junger Mann links von mir, Brillenträger, versucht ziemlich linkisch, unauffällig an mich heranzurobben, wobei er aber irgendwie rudernde, ausholende Bewegungen mit den Armen macht. Rechts von mir fühle ich den Blick eines älteren Herrn auf uns ruhen, der wohl die Situation beobachtet. Ich fühle mich sehr unwohl und schutzlos. Weder möchte ich "bepirscht", noch angestarrt werden. Aus dieser unangenehmen Klemme befreie ich mich, indem ich wieder näher zu den beiden Flirtpartnern rücke, die jetzt nicht weit von mir stehen. Sofort fühle ich mich willkommen, wohl und sicher. Meinen Arm habe ich jetzt um den Nacken des Bärtigen geschlungen, in der Hand eine Salzbrezel. Ich kann mich nicht entscheiden, sie zu essen, beiße dann aber doch ab. Beide reden davon, noch irgendwo anders hinzuwollen und möchten mich mitnehmen. Was ich über diesen Club höre, entspricht eigentlich wenig meinem Geschmack, aber mein Gott, mit den beiden würde ich überall hingehen und es wird bestimmt schön. Ich erwache, es ist ca. 3 Uhr.
Ich befinde mich auf der Liege des Physiotherapeuten, nur daß ich nicht auf dem Bauch liege, sondern diesmal wie eine Katze zusammengerollt auf der linken Seite. Mein Arm ist um meinen eigenen Nacken geschlungen. Die Liege steht in einem sehr viel größeren Haus, wo sich im Erdgeschoß der Empfang befindet. Ich spüre einen Schmerz im mittleren Rücken, sowohl rechts als auch links. Ich muß mich kurz vorher stark verspannt haben. Die Hände des Physiotherapeuten streichen über meinen Rücken. Ich mache ihn auf den Schmerz aufmerksam, wobei ich betone, daß er nicht nur links, sondern ebenfalls rechts ist, damit er keine Seite vernachlässigt. Die Behandlung ist so sanft und angenehm, daß ich immer müder werde, entspanne und wohl auch weggedämmert bin, denn als das Bewußtsein wiederkommt, liege ich noch immer auf der Liege, aber der Physiotherapeut sagt: "Ich habe Sie gar nicht mehr atmen gehört." Oh, dann muß ich wohl wirklich eingeschlafen sein. Doch statt dessen antworte ich: "Ich schlafe auch gleich ein." Seltsamerweise macht sich der Physiotherapeut nicht mehr am Rücken zu schaffen, sondern an meinem Gesicht, wo er erstaunlich schnell meine rechte Augenbraue zupft. Nanu? Gibt es jetzt eine Kosmetikbehandlung mit dazu? Eigentlich nicht schlecht, allerdings fliegen ziemlich viele Härchen umher und ich fürchte, daß die Augenbraue zu dünn wird, weshalb ich erschrocken rufe: "Nicht so viel!" und schützend meine Hand über das Auge lege. Der Physiotherapeut läßt ab und ich versuche mit dem Finger meine Augenbraue zu erfühlen. Als er hinunter zum Empfang geht, stelle ich mich vor den Spiegel und muß zu meinem Schreck sehen, daß er in meine rechte Augenbraue genau am Ansatz ein großes Loch gezupft hat. Beiden Brauen sind nun total ungleichmäßig und es sieht furchtbar aus. So kann ich keinesfalls auf die Straße gehen. Ich bin hin und her gerissen, obn ich mir schnell eine Pinzette greifen soll, um die Brauen selbst aneinander anzupassen, wobei ich beide leider stark ausdünnen müßte, was ich eigentlich vermeiden wollte, da es mir nicht steht, oder ob ich, wütend wie ich bin, sofort hinunterlaufen soll, ihm das zeige und ärgerlich frage, ob er das mit Absicht macht (in Hinblick auf die eine, ebenfalls mißglückte Behandlung). Ich kann mich nicht entscheiden, aber fest steht, an meine Augenbrauen lasse ich ihn nicht mehr.
Ich versuche in die Kirche meiner Kindheit zu gelangen. Anscheinend wird direkt in der Kirche jetzt auch Krankenpflege betrieben, zumindest gibt es ein Zimmer mit einem Schwerstkranken. Das Betreten ist verboten, doch da ich im Rollstuhl sitze, denke ich mir, ich könnte mich als Rollstuhlfahrer einfach in den Krankenpflegeraum stellen und so tun, als ob ich da hin gehöre. Vielleicht fällt es ja nicht auf. Der andere Kranke liegt in einem Bett und ist wohl schon halb tot, zumindest nicht ansprechbar. Kaum stehe ich im Zimmer, kommt ein Pfleger herein und sieht mich. Doch nicht nur das, mit ihm strömt außerdem eine Menschenmenge in Rokokokostümen und mit gepuderten Perücken durch den Raum, um ihn auf der anderen Seite zu verlassen. Ich mische mich unter sie und lande hoch oben auf irgendeiner Plattform, von der man sich in einem Gefährt, das an einem Seil befestigt ist, kilometerweit hinunterfallen lassen kann. So eine Art rudimentäre Vergnügungsanlage.
Beziehungsträume - Samstag, 19. September 2009, 22:06
Herr N. ist für längere Zeit bei mir zu Besuch, etwa zwei Wochen. Es läuft erstaunlich gut, obwohl er seine eigenen festen Lebensprinzipien hat. Er unterläßt irgendwelche Verbesserungen in meiner Wohnung und läßt mich so leben, wie ich es sonst tue, und er darf ebenfalls im Rahmen meines Zuhauses so leben wie er es gewohnt ist. Es ist zwar ziemlich eng in der kleinen Wohnung, aber auf diese Weise funktioniert es bestens. Eines abends bin ich, am Tisch sitzend, bei einem Chopin-Klavierkonzert, welches im Fernsehen läuft, eingeschlafen. Ich erwache, als er mit seinem Gepäck an mir vorbei kommt und sich verabschieden will. Durch den Schlaf ist irgendwie mein linker Arm taub und ich kan mich nur linkisch und halb am Tisch umdrehen, um mit dem rechten Arm zum Abschied zu winken. Etwas später gehe ich durch die Wohnung und finde eine große Bodenvase, die mir nicht gehört. Das muß seine sein. Hat er die vergessen oder wollte er sie als Gastgeschenk hier lassen? Ich weiß es nicht, aber das ärgert mich jetzt. Wenn er mir ein Gastgeschenk machen wollte, hätte er ja auch etwas sagen können. So muß ich ihn noch einmal darauf ansprechen.
Später im Traum erschien in Zusammenhang mit einem Bart aus Milch das Wort "Vollbartmondreiter".
Beziehungsträume - Sonntag, 12. Juli 2009, 00:13
Erstes Traumfragment:
Ich verbringe das Wochenende zusammen mit Herrn N. in einem fremden Appartement. Es ist morgens und ich liege noch im Bett, bekomme im Halbschlaf aber mit, daß Herr N. bereits aufgestanden ist, die Fenster öffnet und aufräumt. Ich habe das Gefühl, daß er mich dabei betrachtet, deshalb lasse ich die Augen geschlossen und tue so, als ob ich fest schlafen würde. Und ich habe tatsächlich vor, noch eine Weile zu schlafen, denn es ist Wochenende und ich denke nicht daran, schon aufzustehen, ich habe keine Lust dazu. Wahrscheinlich macht es einen schlechten Eindruck auf Herrn N., wenn ich so lange faul im Bett liege, während er aufräumt, aber egal. Soll er doch denken, was er will. Ganz leise spüre ich jedoch das schlechte Gewissen nagen - ich bin faul, träge und egoistisch, jawohl.
Zweites Traumfragment:
Eine große Straßenkreuzung in meinem Kiez. Der U-Bahn-Eingang liegt im Traum spiegelverkehrt zum realen Eingang, halt der Traumeingang. Dort steht ein Mann, den ich aus meiner Gegend vom Sehen her kenne. Er hat lange weiße Haare, einen weißen Vollbart und trägt immer eine schwarze Baskenmütze, nur sieht er jetzt so abgerissen aus wie ein Obdachloser. Außerdem habe ich irgendwie den Eindruck, daß er hier am U-Bahn-Eingang bettelt, obwohl er einen Pinsel in der Hand hält. Doch die Staffelei dazu liegt umgekippt auf dem Boden. Außerdem fällt mir auf, daß er verblüffend klein wirkt. Wenn ich genau hinschaue, ist er eigentlich nur so groß wie eine Puppe. Ich will an ihm vorbeigehen, da fällt er plötzlich vor meinen Augen um und liegt leblos am Boden. Du meine Güte! Ist hier nicht irgendwer, der ein Handy hat, um den Arzt zu rufen? Etwas hilflos beuge ich mich über ihn, den kleinen Puppenkörper, und rufe wiederholt: "Hallo? Hören Sie mich?" Zu meiner Erleichterung öffnet er die Augen und bejaht meine Frage lächelnd. Was nun? Es macht irgendwie nicht den Eindruck, als sei er sehr beunruhigt oder als ginge es ihm schlecht. "Brauchen Sie etwas?" frage ich und er nickt sofort. "Ja, eine Baskendecke." Herrjeh, eine Baskendecke und überhaupt jede Art von Decke habe ich nun gerade nicht bei mir. Eigentlich bin ich mir nicht einmal sicher, was eine Baskendecke ist. Die Situation nervt mich, ich möchte weiter, will denn Mann aber auch nicht allein lassen, wenn er wirklich Hilfe braucht. Als einzige Lösung fällt mir die Geldbörse ein. Ich schaue hinein und finde nur einen 5 Euro-Schein. So ein Mist! Nicht einmal Geld habe ich dabei. Ich nehme den 5 Euro-Schein und drücke ihm diesen in die Hand. Er scheint enttäuscht und auch ich bin nicht glücklich mit der Situation. 5 Euro um mich freizukaufen ist nicht gerade besonders großzügig. Andererseits kann er sich nicht beschweren. Ich habe getan, was in meinen Möglichkeiten lag. Doch eine Passantin, die sich nun ebenfalls über ihn beugt, beendet meine selbstbeschwichtigenden Gedanken, indem sie vorwurfsvoll den Kopf schüttelt und eine verächtliche Bemerkung über meine "Hilfe" macht. Und da ist es wieder, das personifizierte schlechte Gewissen.
Drittes Traumfragment:
Ein Zimmer, "mein" Zimmer, in einem alten Schloß. Mir fällt auf, daß die großen Fensterscheiben seltsam uneben sind. Wenn ich mit dem Finger darüber streiche, fühle ich Rillen und Beulen im Glas, so als wäre es an manchen Stellen dicker und an anderen dünner. Dann weiß ich auf einmal: Die Fensterscheiben wurden neu eingesetzt, da die alten zerbrochen waren, und aus Gründen des Denkmalschutzes muß das Glas die gleiche Qualität haben wie jenes, das ursprünglich in diesem alten Schloß verwendet wurde. Und das Glas aus früheren Jahrhunderten ist anscheinend unregelmäßig.
Viertes Traumfragment:
Ich befinde mich mit meinem Kumpel M. in einem winzigen und relativ offenem Hotelzimmer. Eigentlich ist es nur eine Ecke mit Bett und Fernseher, hinter dem Bett, auf dem wir nebeneinander sitzen, eine Fensterwand. Wir haben uns zu einem Fernsehabend getroffen, doch M. greift plötzlich meine Hand und spielt an meinen Fingern, wobei er einen (den Daumen?) auffällig ausläßt. Ich frage ihn danach und er behauptet, ich hätte gesagt, daß dieser Finger schmerzt, bzw. verletzt ist. Seltsamerweise kann ich mich selbst gar nicht daran erinnern. Dann umarmt er mich und mir wird klar, daß es wohl wieder darauf hinausläuft, miteinander zu schlafen. Das haben wir schon öfters gemacht. Im Traum halte ich diese Traumbegegnungen für Realität, reale Vergangenheit, und freue mich insgeheim, daß es uns tatsächlich gelingt, miteinander zu schlafen, ohne daß es unserer Freundschaft Abbruch tut, oder wir uns verlieben. Ich finde das sehr schön so, allerdings ärgert mich ein bißchen, daß er, wie mir vorkommt, Treffen und Aktionen manchmal nur wegen des Sex initiiert. Ich könnte ja heute einfach mal sagen, ich hätte keine Lust. Sozusagen aus Trotz. Während ich noch überlege, gleitet meine Hand über seinen Oberkörper. Überraschend spüre ich einen weichen Hügel unter seinem Hemd. Upps, er hat eine Brust bekommen! Na ja, manche Männer neigen im Alter dazu. Meine Hand ruht weiter auf seiner weiblichen Rundung und er macht eine stolze Bemerkung über schöne weibliche Brüste. Ein wenig finde ich es übertrieben, daß er seine anscheinend gleich mit dazuzählt. Meine Aufmerksamkeit wird durch grelle Blitze abgelenkt, die hinter den Fenstern am Nachthimmel zucken. Es blitzt unaufhörlich und die Blitze werden immer leuchtender und heller. Beinahe wie Feuerbälle blenden sie unsere Augen. Gleichzeitig regnet es in Strömen. An den Fenstern neben uns, die in eine andere Himmelsrichtung zeigen, läuft das Wasser wie ein Wasserfall herunter. An unseren Fenstern ist merkwürdigerweise kein Wasser, so daß wir gut hinausschauen können. Wir sehen dabei von ziemlich weit oben auf ein kleines Dorf. Dadurch, daß es so tief unter uns liegt, wirken die Häuser wie kleine Puppenstuben und teilweise kann man auch genausso hineinschauen. Aus einem der Häuser strömen viele Menschen. Und wir bemerken den Rauch, der über einem anderen Haus liegt. Der Blitz hat dort eingeschlagen! Mein Gott! Deshalb strömen die Menschen alle dort hin, um zu helfen. Die Feuerwehr kommt ebenfalls bald. Bisher ist nur Rauch zu sehen und kein Feuer. Ich frage mich, ob der Blitz wohl auch in das Hotel eingeschlagen hat. Aber dieses dürfte ja hoffentlich einen Blitzableiter haben. Sicher bin ich mir allerdings nicht, als mir auffällt, daß die Leute um uns aus den Räumlichkeiten hinausdrängen. Schnell greife ich nach meinen Schuhen. Wir müssen raus! Es kommen kurz darauf viele neue Leute wieder herein. Also doch nicht. Ich kann wohl davon ausgehen, daß das Hotel nicht brennt. Entspann dich!
Bemerkung: Den Mann mit der schwarzen Baskenmütze und den weißen Haaren sehe ich öfters auf der Straße. Ich habe keine Ahnung, wer das ist oder was er macht, aber er wirkt auf mich wie der Prototyp eines alten Künstlers, insbesondere eines Malers, deshalb habe ich ihn im Traum wahrscheinlich mit dessen Attributen ausgestattet.
Beziehungsträume - Samstag, 20. Juni 2009, 00:04
(Sonne tr Opposition Neptun r, Neptun tr Opposition Sonne r, bei Neptun r Quadrat Sonne r)
Im Büro nach Feierabend. Herr N. und ich sind noch nicht weg, sondern gehen in dieses oder jenes Zimmer und sprechen mit anderen Leuten. Unter anderem stehe ich an einem Tisch, wo meine Gruppenleiterin anscheinend einen Antrag für mich ausfüllt, als wäre ich ein Klient. Unter anderem fragt sie nach meiner Wohnung und ich gebe an, daß ich in einer Zehn-Zimmer-Wohnung lebe. Allerdings betone ich gleich, daß es nicht meine eigene Wohnung ist, sondern ich nur eines der Zimmer bewohne. Ansonsten würde es wohl Ärger geben, weil die Wohnung zu groß ist. Doch bei mir würde sie vielleicht auch mal ein Auge zudrücken, oder? Herr N. und ich verlassen gemeinsam das Bürogebäude, wobei er ständig um mich herumscharwenzelt und mir alles mögliche erzählt. Auf einmal sagt er mittendrin, daß er mich seit zwei Wochen liebt. Huch, das kommt jetzt aber sehr überraschend. Im ersten Moment bin ich völlig perplex und frage mich, warum ausgerechnet seit zwei Wochen. Gerade jetzt hätte ich mich in mich überhaupt nicht verliebt, davor hätte ich es verständlicher gefunden. Die Sache beschäftigt mich so, daß ich von ihm wissen will, was denn der Auslöser dafür gewesen ist, daß er meint, mich plötzlich zu lieben. Darauf antwortet er, er hätte die Woche so toll gefunden, als der Senat im Haus war. Ich erinnere mich, es gab in der Woche Schaumküsse und ich hatte weißen Schaum auf meiner Nase und war mit weißem Schaum bekleckert. Überhaupt kam in dieser Zeit sehr viel Weiß vor, was ich in verschwommenen Bildern vor mir sehe. Hm, komisch, daß er sich ausgerechnet deswegen in mich verliebt. Während ich noch grüble, sagt Herr N. "Komm her, Mäuschen!" und nimmt mich in die Arme. Sowas kenne ich gar nicht von ihm, weshalb ich kurz etwas erschrocken bin, aber, ähm, sooo unangenehm ist es nicht. Wir gehen dann weiter die Straße entlang und mir ist die Situation etwas peinlich. Angestrengt überlege ich, ob ich ihm gleich eine Abfuhr geben oder erst einmal gute Miene zum Spiel machen soll. Noch immer springt er um mich herum und erzählt munter, scheinbar überhaupt nicht verlegen über die Situation. Wir setzen uns nebeneinander auf einen steinernen Vorsprung an der Straße. Da ich weiterhin angestrengt überlege und mich frage, wie ich nach dieser Situation morgen mit ihm arbeiten soll, kehrt Schweigen ein. Lange sitzen wir schweigend nebeneinander und ich frage, mich, was ich hier eigentlich tue, warum ich immer noch hier sitze, und....upps....warum ich mich eigentlich an seine Schulter lehne. Herr N. unterbricht nun wieder mit plötzlicher Munterkeit und zieht neben sich eine kleine Colaflasche hervor, die er öffnet und mir reicht. Ich weiß zwar nicht, wo er die aufgetrieben hat, aber da er selbst sowas nicht trinkt, hat er das wohl ganz allein für mich gemacht, weil er weiß, daß ich gerne Cola trinke. Also wenn das keine Liebe ist...ich bin beeindruckt.
Bemerkung: Irgendwie war ich sehr froh, als ich erwachte und feststellte, daß alles nur ein Traum gewesen ist. Keine Zwickmühle, kein Gefühlschaos, auch wenn man es nicht unbedingt einen Alptraum nennen kann.
Beziehungsträume - Montag, 18. Mai 2009, 00:11
K. sitzt am Tisch in meiner Küche. Ich spüre ein unwiderstehliches Verlangen jetzt und sofort hinaus an die Luft, auf die Straße zu gehen, mit K. spazierenzugehen. K. ist allerdings gar nicht begeistert. Er scheint meinen Vorschlag als ziemlich daneben zu empfinden. Ich umschlinge von hinten mit meinen Armen seinen Hals, um ihn so mit Körperkontakt und etwas schmollendem Betteln zu überreden. Er reagiert nur grantig. Ich habe den Eindruck, daß ich ihm völlig egal bin und er sich deshalb extrem genervt durch mich und meinen Wunsch fühlt. Doch der Grund dafür dürfte nicht allein der Wunsch an sich und die Hartnäckigkeit, mit der ich ihn durchzusetzen versuche, sein. Es erscheint mir mehr wie eine Ablehnung meiner Person, um so rätselhafter ist es, daß K. überhaupt in meiner Küche sitzt. Ebenso rätselhaft ist aber auch, daß mir diese Ablehnung gar nichts aus macht und mich nicht weiter berührt. Trotz seiner Grantigkeit bleibe ich weiter liebevoll, als würde das alles an mir vorbeigehen, gebe jedoch nicht auf. Mir wird zwar klar, daß es gerade geregnet hat und die Straße draußen aus kniehohen Pfützen und Schlamm besteht, wirklich nicht der ideale Zeitpunkt für einen Spaziergang - das macht die Unlust von K. schon etwas verständlicher, aber ich habe es mir in den Kopf gesetzt. Mich stören Schlamm und Pfützen nicht und nicht nur das, der Wunsch ist so stark, hinauszugehen, lebendige Luft zu atmen, daß er schon mehr einem elementaren Bedürfnis gleicht, von welchem mein Wohlbefinden, vielleicht sogar meine Gesundheit abhängt.
Etwas später allein auf der Straße vor meinem Haus. Es hat geschneit und alles liegt still unter einer weißen Schneedecke. Genau gegenüber meiner Haustür entdecke ich einen völlig neuen Weg, den ich noch nie gesehen habe. Er schlängelt sich durch eine Gartenkolonie und der frische Schnee läßt ihn ungemein märchenhaft und verheißungsvoll wirken. Diesen Weg muß ich unbedingt einmal bis an das Ende gehen, welches im Moment im tiefen, schneeschweren Himmel nicht zu erkennen ist.
Beziehungsträume - Montag, 6. April 2009, 14:59
Ein kleiner Friedhof mitten in einer großen Stadt. Es ist eine ausländische Stadt, vielleicht sogar in Amerika, und irgendwie wundere ich mich ein bißchen darüber, daß so ein stiller, grüner Friedhof direkt in einer Großstadt liegen kann. Man müßte doch etwas davon merken! Ich prüfe deshalb noch einmal die Umgebung und sehe große Häuser, unter anderem ein weißes Haus mit spitzem Giebel und riesigem Balkon. Doch, das hier muß eine Stadt sein. Auf dem Friedhof befindet sich die Familiengrabstätte unserer Familie. Sie umfaßt genau vier Gräber, wobei jeweils zwei eine Teil-Grabstätte bilden und von einer kleinen Hecke umfaßt sind. Es ist auch schon genau festgelegt, wer an welcher Stelle liegt. Mein Vater hat seine Stelle inzwischen eingenommen. Er liegt außen, ich innen, so daß neben mir meine Mutter zu liegen kommt, die in der zweiten Grabstätte ebenfalls innen liegt. Außen neben ihr ist der Platz für meinen Bruder vorgesehen. Irgendwie mißfällt mir diese Aufteilung. Es erscheint mir richtiger, wenn mein Bruder und ich zusammen liegen, am besten innen. Außerdem würde ich ihn gerne neben mir haben. Er wirkt etwas abgeschottet dort außen. Mutter und Vater müßten theoretisch eigentlich nebeneinander liegen. Nur weil sie nicht neben ihm liegen will, müssen wir jetzt darunter leiden und mein Bruder ist ausgeschlossen. Ich weiß nicht warum, aber es erschien mir im Traum, als ob er nur durch mich, bzw. mich an der Seite, eine Verbindung zur Familie hätte. Etwas ärgerlich die Aufteilung, aber wohl nicht mehr zu ändern, da alles schon fest reserviert ist. Erneut bewußt werde ich etwas später auf einer mit Herbstlaub bedeckten Wiese des Friedhofs liegend. Gleichzeitig mit dem Wissen, wo ich mich befinde, wird mir auch die Zeit bewußt. Ich muß endlos lange auf dieser Wiese gelegen haben, genaugenommen kam es mir vor wie eine Ewigkeit. Doch nun auf die Uhr schauend stelle ich fest, daß es nur eine Stunde war. Eine frühe Stunde an einem Sonntagmorgen. Normalerweise ist so eine Stunde gar nichts. Doch anscheinend, wenn man sich in einen Zustand ohne Zeit- und Raumgefühl versetzen kann, nur ganz im jeweiligen Augenblick lebend, kann man die Zeit ausdehnen. Das sollte ich mir merken und öfters machen. Allerdings bemerke ich jetzt auch die Kreuzspinnen im Herbstlaub. Darauf liegen möchte ich nicht mehr, um zu vermeiden, daß sie an mir herumkrabbeln, und stehe auf. Aber trotzdem, das raum- und zeitlose Ruhen auf der Wiese war so schön, daß ich es wahrscheinlich trotz der Spinnen wiederholen würde.
Bemerkung: Der Traum kommt mir vor wie eine geträumte Familienaufstellung, in welcher die Beziehungen zwischen den Mitgliedern bildhaft dargestellt werden. Die Parallelen sind auffallend:
Mein Bruder und mein Vater waren sich immer spinnefeind. Beide liegen am weitesten entfernt voneinander. Zwischen mir und meinem Bruder steht stets unsere Mutter auf eine trennende Art. Ich befinde mich zwischen meinen Eltern, hier aber als Verbindungsstück, der Kitt sozusagen.
Und jetzt sehe ich plötzlich, daß diese Aufteilung vielleicht nur deshalb so ist, weil meine Mutter meinen Bruder ebenso manipuliert hat wie mich und dabei auch vollen Erfolg hatte. Mich und meinen Vater hat sie gerne gegeneinander ausgespielt, mich auf ihre Seite gezogen usw. Als ich klein war, hat das noch funktioniert. Erst spät ist mir die subtile Beeinflußung von ihrer Seite aus bewußt geworden. Ab diesem Zeitpunkt konnte ich manche Verhaltensweise meines Vaters besser verstehen, wobei ich mir nie ganz klar darüber geworden bin, ob er die Manipulationen direkt wahrnahm oder diese nur ein unbestimmtes ungutes Gefühl in ihm wach riefen, welches hilflose Aggressionen auslöste. Nachdem ich gewisse Verhaltensweisen meiner Mutter durchschaute, führte dies vermehrt zu Konflikten mit ihr, weil sie ja nun nicht mehr auf diese versteckt subtile Art ihren Willen durchsetzen konnte. Wenn sie nun genau dasselbe mit meinem Bruder gemacht hat und damit bis heute Erfolg hatte (was daran liegen könnte, daß mein Vater mich bevorzugte), würde das auch erklären, warum er so unversöhnlich gegenüber dem Vater ist und meiner Mutter dagegen vollkommen blind ergeben. Aber es ist wohl so, wie im Traum dargestellt - ändern wird sich jetzt an dieser Platzierung nichts mehr. Je mehr von uns unter der Erde liegen, um so weniger.
Beziehungsträume - Freitag, 27. Februar 2009, 14:39
Bei irgendeinem Besuch oder Treffen hat mich ein alter Mann mit grauen Haaren auf seinen Schoß gezogen und stellt mir nun komische Fragen, in der Art, wie man mit Kindern spricht. Meine linke Hand liegt auf seinem Schwanz unter der Hose. Das ist mir unangenehm und ich würde sie gerne da wegnehmen, das geht aber nicht, weil er mich so fest an sich drückt, daß ich den linken Arm nicht bewegen kann. Es scheint ihn nicht zu stören und langsam bekomme ich den Verdacht, daß er das mit Absicht macht, denn obwohl ich höflich auf seine Fragen antworte, stellt er immer wieder dieselben "Kinderfragen", als würde er überhaupt nicht zuhören. Auch mein Vater, der daneben in seinem Bett liegt, bemerkt, daß mich der alte Mann in Bedrängnis bringt und ruft verärgert: "Na was soll denn das?", doch der alte Mann reagiert nicht darauf. Stattdessen dreht er mein Gesicht zu sich und versucht mich auf den Mund zu küssen. Jetzt wird es mir zu bunt und in einem kurzen Kampf, da er nicht locker läßt, reiße ich mich los und gehe.
Auf einem Foto sehe ich mich als Kind mit blauem Faltenrock und Kniestrümpfen auf einer Wiese sitzen. Dieses Foto kenne ich noch gar nicht! Es öffnet ich jetzt wie in einer Szenerie und mein Bruder geht hinein. Er serviert in einem kreisrunden Pavillion, auf einem kreisrunden Tisch, an dem noch niemand sitzt, Gebäck mit Brombeergelee. Der Tisch hat ca. zehn Gedecke.
Ich gewinne einen Blumentopf, bzw. zwei. Ein Revolverheld überreicht sie mir und hält dabei eine Rede über meine besonderen Verdienste. Ich will einfach nur die großen Blumentöpfe mitnehmen und denke deshalb ungeduldig, ohne wirklich hinzuhören, "Ja, ja, nu mach hinne." Mein Vater ruft mir eine Warnung zu. Will er, daß ich sie nicht nehme? Ich denke nicht dran. Sobald ich die Blumentöpfe habe, entferne ich ein paar Stengel welker Blumen aus einer Vase. Die sind anscheinend von meinem Vater, haben aber eine spezifische Bedeutung, sind nicht einfach nur Blumen. Zu mehr hat es nicht gereicht. Doch auch wenn ich die verwelkten Blumen wegwerfe, trage ich ihm nichts nach, sondern weiß, daß er einfach nicht anders konnte, so wie wir alle manchmal nicht anders können und gefangen in uns sind. Ich werde ab jetzt immer frische Blumen hineinstellen und ich werde es für ihn tun, auch wenn es nicht mehr seine sind.
Beziehungsträume - Samstag, 10. Januar 2009, 21:42
Leere weitläufige Arbeitsräume, in welchen da und dort Liegen stehen, auf denen Menschen geheilt werden. Anscheinend passiert das durch mich in Verbindung mit Kollegen, die sich ebenfalls in den Räumen befinden. Wir machen dazu irgendwie nichts anderes, als neben den Liegen zu sitzen. Während einer Pause stehe ich am Fenster und schaue hinaus. Auf einmal preßt sich ein männlicher Körper drängend gegen meinen Rücken und mein Becken, umfaßt mit kräftigen Händen meinen Hals. Ich spüre erregten Atem in meinem Nacken und das harte Glied an meinen Schenkeln. Eigentlich erwarte ich den üblichen schnellen "Traumsex", wobei ich mir voll bewußt bin, daß dies ein Traum ist, deshalb überrascht es mich einigermaßen, als der Fremde unverhofft zärtlich wird. Mit seinen Händen zaust er meine Haare, berührt und streichelt Nacken und Hals, biegt in sanft nach hinten und küßt ihn. Dies tut er mit einer Ausdauer, leidenschaftlich und gleichzeitig so liebevoll, daß ich mich frage, ob der Fremde hinter mir vielleicht kein Fremder ist, sondern jemand, den ich kenne. Allerdings kann ich nicht lange darüber nachdenken, da die bestimmte Sanftheit seiner Hände so unglaubliche Lustgefühle in mir auslöst, daß ich mich nur noch kurz darüber wundern kann, bevor mir jegliche Fähigkeit zu Denken abhanden kommt. Ein Großteil der erotischen Begegnung spielt sich sozusagen die Schultern und den Hals aufwärts statt und dies mit einer Intensität, die mich erstaunt und wie ich sie noch nie erlebt habe. Seine Hände sind sensationell, egal wo sie sich befinden, ob sie nun Nacken und Hals streicheln oder die Innenseiten meiner Oberschenkel. Ich kann nicht genug von ihnen bekommen, möchte ihn jetzt aber auch in mir spüren. Es kommt zu einer heftigen Vereinigung im Stehen, danach bleibt er weiter hinter mir und wandert mit den Händen über meinen Körper. Jetzt werde ich allerdings neugierig und möchte wissen, wer er ist. Doch jedesmal, wenn ich versuche, mich umzudrehen, hält er mich so fest, daß dies nicht möglich ist, bzw. wenn es mir doch gelingt, einen Blick hinter mich zu werfen, ist er auf der Stelle verschwunden. Sobald ich wieder nach vorne schaue, ist er erneut dicht hinter meinem Rücken. Irgendwann, als es mir gelingt, mich richtig im gesamten Raum umzuschauen, sehe ich zwar jede Menge Männer durch das Zimmer gehen, aber alle wirken völlig teilnahmslos und uninteressiert. Meine prüfenden und musternden Blicke scheinen sie zu verwundern und sie ziehen mürrische Gesichter. Von denen kann es wohl niemand gewesen sein. Da ich mehr von seinen Händen möchte, stelle ich mich nun wieder demonstrativ mit dem Rücken zum Zimmer. Dies versuche ich mehrmals, doch bedauernd muss ich feststellen, der Mann, der hinter mir stand, ist und bleibt verschwunden, ohne dass ich weiß, wer er war.
Bemerkung: Das erinnert mich irgendwie an ein Märchen aus meiner Kindheit. Ich glaube, es hieß „Lebenswasser“ und wenn man dieses Wasser holte, durfte man sich nicht umschauen, egal was hinter einem passiert. Scheint so, als hätte ich aus den Märchen nichts gelernt.
Beziehungsträume - Donnerstag, 25. Dezember 2008, 20:28