Der überlebenswillige Falter und das Alzheimer-Date

Unter dem Schreibtisch in meinem früheren Jugendzimmer finde ich beim Staubsaugen einen sterbenden Falter. Er kann weder fliegen noch krabbeln und zuckt nur noch ein wenig mit den Flügeln. Kurzentschlossen sauge ich ihn mit dem Staubsauger auf. Er bleibt allerdings gleich am Eingang des Rohres hängen und scheint sich verzweifelt wieder hervorkämpfen wollen. Ich lasse den Staubsauger weiter saugen und denke, daß es ein leichtes für den sein müßte, den Falter mit dem Sog mit hinunterzureißen. Doch stattdessen schafft es der Falter tatsächlich, sich gegen den Sog nach draußen zu arbeiten. Erst kommt das Köpfchen hervor und dann der ganze Falter. Unglaublich, was dieser Falter für einen Überlebenswillen hat und das, obwohl er doch kaum noch Chancen hat, lange weiterzuleben, wenn er schon nicht mehr fliegen kann.

Mit einer Frau in einem eigentümlichen Hotel. Das Zimmer ist sehr klein, aber vollgestellt mit Möbeln aus einem früheren Jahrhundert. Im Traum identifiziere ich sie als Möbel aus der Renaissance, bin mir aber nicht sicher, ob sie nicht doch aus dem Barock sind. Vielleicht aus der Zeit des Überganges von Renaissance in Barock. Das Zimmer gleicht einem Museum, aber wird bewohnt und wir legen uns jetzt in das große Doppelbett, um zu schlafen. Es ist extrem unbequem, wahrscheinlich weil es schon so zerlegen ist. Die Jahrhunderte haben die Matratze, die eventuell nur aus Stroh ist, sich verformen lassen, so daß ich ständig das Gefühl habe, ich rutsche aus dem Bett heraus und irgendwie schief zu liegen.

Später wieder in der elterlichen Wohnung, wobei ich weiß, daß meine Kollegin A. L. ein Date für mich mit einem Lokalbesitzer ausgemacht hat. Ich soll um 18:30 h im Lokal sein, um ihn kennenzulernen und eventuell auch ein wenig auszuhelfen. Eigentlich habe ich gar keine Lust dazu und frage mich, warum ich überhaupt zugesagt habe. Die Vorbereitungen zum Date ziehen sich schleppend hin, immer wieder muß ich etwas suchen oder es kommt etwas dazwischen, wie zum Beispiel Gäste, die in meinem Zimmer herumsitzen, während ich hektisch nach irgendetwas suche. Dabei finde ich zwei Fotos, eines von A. und eines von mir, auf denen wir beide rückenfrei von hinten fotografiert wurden, als wir durch das Lokal liefen. Mir fällt jetzt ein, daß wir schon mehrere Male in diesem Lokal gefeiert haben. Mein Rücken wirkt sehr zart und verletzlich, während der Rücken von A. sonnengebräunt und stämmig ist. Außerdem hat sie ein Tattoo (Schlange?) genau zwischen den Schulterblättern. Das wußte ich noch gar nicht. Jetzt muß ich mich aber wirklich beeilen! Wie spät ist es überhaupt? Ach du meine Güte - 18:30 h! Na, das schaffe ich jetzt nicht mehr pünktlich. Mitten im Schreck fällt mir ein, daß der Lokalbesitzer ja draußen vor der Tür wartet. Er wollte mich abholen. Na dann ist es vielleicht nicht so schlimm, aber er wundert sich sicher warum es so lange dauert. Noch immer suche ich ewig nach dies und jenem, es wird immer später. Kurz vorm Gehen fällt mir ein, daß ich die Zahnbürste vergessen habe. Aber ich kann jetzt unmöglich auch noch die Zahnbürste suchen! Es muß auch mal so gehen! Ich stürme hinaus, wo der Lokalbesitzer auf einer Art Transportwägelchen sitzt und wartet. Ich rufe: "Entschuldigung, daß es so lange gedauert hat!", doch er scheint weder verärgert noch verunsichert, sondern begrüßt mich sehr freundlich. Außerdem ist er sehr attraktiv, groß, dunkelhaarig und so ein Macher-Typ. Glücklicherweise scheint er aber nicht zu erwarten, daß andere genauso sind, wie es bei diesen Leuten oft der Fall ist. Beim Durchqueren des Hofes verliert er einen seiner Schuhe, seltsamerweise trägt er Pantoffeln. Ich hebe den Schuh auf und trage ihm den hinterher, allerdings sage ich zu mir, mache ich das nur, weil ich ihn habe so lange warten lassen. Als Wiedergutmachung sozusagen. Wir gehen nebeneinander her und unterhalten uns, als er nach meiner Hand greift und mich ein kurzes Stück die Straße hinunter führt. Die plötzliche Nähe ist mir erst etwas unangenehm und ich sperre mich seine Hand zu greifen, bis ich langsam die Scheu verliere. Doch vor einem Gebäude, kaum um die Ecke von meinem Haus, hält er plötzlich an, stellt sich vor mich hin und verabschiedet sich von mir. Ich weiß nicht so recht, was das bedeuten soll, und sage deshalb nichts. Er gibt mir erst einen Kuß auf die Wange, dann einen sanften auf den Mund und sagt: "Bis Montag!"
Ich stehe versteinert und versuche mir die Überraschung nicht anmerken zu lassen. Bis Montag???? Sind wir denn Montag verabredet? Warum kann ich mich daran nicht erinnern? Ich weiß ja nicht einmal, wo und wann wir Montag verabredet sind. Allerdings getraue ich mir auch nicht, etwas zu sagen oder nachzufragen, weil mir das peinlich ist, daß ich anscheinend die Verabredung am Montag völlig vergessen habe. Nicht daß der noch denkt, ich habe Alzheimer, oder so. Und wenn wir Montag verabredet sind, warum hat er dann heute die ganze Zeit vor der Tür gewartet, nur um mich bis eine Straßenecke weiter zu bringen? Völlig verwirrt erwache ich.

Bemerkung: Hier wimmelt es wieder einmal von verbildlichten Redewendungen - schief liegen, die Pantoffeln hinterhertragen...

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~Warum willst du mit ihm hadern, weil er auf Menschenworte nicht Antwort gibt? Denn auf eine Weise redet Gott und auf eine zweite; nur beachtet man's nicht. Im Traum, im Nachtgesicht, wenn der Schlaf auf die Menschen fällt, wenn sie schlafen auf dem Bett, da öffnet er das Ohr der Menschen...~ (Hiob 33,13-16)

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~Ich träumte, ich sei ein Schmetterling, hin und her flatternd, mit allen Absichten uns Zielen eines Schmetterlings. Plötzlich erwachte ich, und lag da wieder ich selbst. Nun weiß ich nicht, war ich ein Mensch, der träumte, er sei ein Schmetterling, oder bin ich ein Schmetterling, der jetzt träumt, er sei ein Mensch?~ (Tschuangtse, chinesischer Philosoph)

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