KIndsmörderin
Es ist Krieg und der Feind rückt näher. Ich müßte eigentlich flüchten, aber ich habe ein Kind, das sehr krank ist und zu schwach für eine Flucht. Ich weiß auch nicht mehr, wovon ich uns ernähren soll. Wir haben nichts zu essen und hungern. Der Feind rückt immer näher und ich bin total verzweifelt, weil ich nicht weiß, was ich tun soll. Ich möchte mein Kind nicht verlassen und es auch nicht in die Hände der feindlichen Armee fallen lassen. Aus Verzweiflung beschließe ich, mein Kind mit Zyankali zu vergiften. Es liegt in seinem Bettchen und es geht ihm nicht gut. Es ruft nach mir: "Mami, Mami!" Ich tröste es und flöße ihm das Gift ein, wobei ich sage, daß ich ihm Medizin gebe, damit es schnell wieder gesund wird. Es vertraut mir vollkommen, schluckt die "Medizin" und schmiegt sich an mich. Es fühlt sich bei mir sicher, beschützt, geborgen und glaubt, daß alles wieder gut wird, weil ich, seine Mami, es ihm ja verspreche. Auf einmal windet es sich in Krämpfen, röchelt und ruft unaufhörlich nach mir. "Mami, Mami, Mami......" Ich höre seine Rufe und sein ersticktes Röcheln. Es ist so furchtbar für mich, das mitanzusehen und zu hören, daß ich glaube, selbst zu sterben. Um es nicht mehr hören und sehen zu müssen, halte ich mir die Ohren zu und renne mit dem Kopf immer wieder gegen die Wand. Dabei weine ich, bis ich schließlich aufwache.
Das war einer der wenigen, wirklich sehr schlimmen und extrem emotionalen Alpträume, die ich bisher in meinem Leben hatte.
Das war einer der wenigen, wirklich sehr schlimmen und extrem emotionalen Alpträume, die ich bisher in meinem Leben hatte.
Träume von Verfolgung und Gewalt - Freitag, 15. März 1996, 00:00









