Dienstag, 13. November 2007

Verräucherte Geisterstunde

Es sind Geister aus dem Computer lebendig geworden und erschienen. Daß es Geister sind, ist mir nicht gleich klar. Es wird mir erst bewußt, als ich versuche, mit ihnen wie mit normalen Menschen zu sprechen. Ich befinde mich in einem Gebäude, das ein bißchen wie ein Krankenhaus wirkt, mit langen Gängen und einzelnen Zimmern. In einem dieser Zimmer haben sich die Geister versammelt. Was sie dort genau tun, kann ich nicht mehr erinnern. Ich versuche sie zu verjagen, indem ich ihnen erst bestimmt sage, daß sie gehen sollen, und dann etwas handgreiflich werde, was aber beides keinen Erfolg zeigt. Die Geister sind völlig unbeeindruckt. Ich greife einfach durch sie hindurch. Da fallen mir einige Methoden ein, die ich in schlechten Exzorzistenfilmen gesehen habe. Ich gehe also, um Weihrauch oder Räucherstäbchen zu holen. Das mit dem Weihrauch gestaltet sich schwierig, da ich nicht weiß, wie ich ihn so schnell zum Brennen bekommen soll und auch kein Gefäß dafür finde. Also greife ich in aller Eile nach Räucherstäbchen und hoffe, daß es Weihrauchstäbchen sind, bin mir dessen aber nicht sicher, ebensowenig, ob andere Räuchermittel ebenso wirksam sind. Versuchen kann man es ja mal. Immerhin bekomme ich sie schnell angezündet, sie sehen allerdings eher aus wie Zeichenkohle - ein Stäbchen schmal und schwarz, das andere ziemlich dick und ungleichmäßig, als wären mehrere Stäbchen umeinander gedreht. Mit den beiden brennenden Stäbchen in den Händen gehe ich zurück in das Zimmer, fuchtel damit vor den Geistern herum und sage irgendwas, was mit gerade einfällt, wie : Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes (übrigens drei) - Geister verschwindet! Amen! Dabei ziehe ich ein Kreuz in die Luft. Doch auch das beeindruckt die Geister nicht sehr. Sie schauen mich nur etwas pikiert an und ich komme mir reichlich albern vor. Ich versuche es mit noch ein paar anderen "Zaubersprüchen", doch dann erlahmt mein Widerstand langsam, als ich merke, daß anscheinend alles ziemlich fruchtlos ist und ich mich vor den Geistern nur zum Clown mache. Ich ziehe mich deshalb in den Gang zurück, aber auch da laufen jetzt überall Geister herum, genauso wie in den anderen Zimmern. Es scheint ganz normale Normalität zu sein und ich hab da wohl irgendwas über Geister falsch verstanden. Na gut, dann muß ich mich eben damit abfinden.

Bemerkung: Als hätte ich es in der Nacht schon geahnt, daß ein Fotograf der fc und seine Kollegin heute Unmengen von Geistern in meinem verzauberten Heidschnuckenfell finden würden. Inzwischen hätten wir eine nackte Frau, eine Frau mit Rock, ein Gesicht, eine Frau mit Kopfkissen, den Golem und ich sehe inzwischen auch dauernd ein Liebespaar, das da vorher noch nicht war. Hilfe!

Montag, 12. November 2007

Die Liebesbotschaft und der Wohnungseinbruch

Ich habe irgendwelchen Unterricht, wo mein ehemaliger Mitschüler R. aus meiner Abiturklasse der Dozent ist. Wir erhalten eine Klausur zurück. Auf meiner Klausur steht als Bewertung drunter die "Note 3" , was mich etwas enttäuscht, und daneben, abgegrenzt durch ein "privat" - als würde es so niemand anderes lesen können -: Ich hab dich lieb.

Zu Hause in meinem Bett. Plötzlich kommen Frau H., eine Nachbarin, und eine fremde Frau mit Staubsauger zur Tür herein. Vor Schreck stehe ich wie eine Eins und decke schnell ein wenig Kram zu, der herumliegt. Die Frau will bei mir staubsaugen, denn neuerdings ist dieses Sache des Vermieters und der schickt dafür eine Putzkraft. Sie war auch schon zweimal da, allerdings nervt mich gewaltig, daß sie einfach so Zutritt zu meiner Wohnung hat und vorher weder klingelt noch klopft. Zum einen erschrecke ich jedes Mal und zum anderen ist es mir auch etwas peinlich, daß es nicht immer ganz ordentlich bei mir ist. Heute geht es zum Glück. Außer, daß der ganze Couchtisch voller Schokoladenostereier liegt, ist es relativ aufgeräumt. Trotzdem bin ich durch meinen Schreck ziemlich aufgebracht und wütend, so daß ich den beiden Frauen unmißverständlich klar mache, daß sie verschwinden sollen und daß ich sie in meiner Wohnung nicht mehr sehen will. Dabei überlege ich bei mir, daß ich wohl ab jetzt den Schlüssel von innen in der Tür stecken lassen muß. Als sie durch den Korridor zum Ausgang gehen, bestätigt die Putzfrau noch einmal, daß es auf meine Art ja recht ordentlich in der Wohnung ist.

Bemerkung: Erstaunlich diese Träume. Da hatte ich gestern mal wieder den mehrmals im Jahr obligatorischen großen "Keiner-mag-mich"- Jammer und erhalte dann solche Traumbotschaften. Für bessere Noten scheint es aber nicht zu reichen, wobei mir jetzt endlich auffällt, daß die 3 in letzter Zeit ziemlich häufig in meinen Träumen vorkommt. Die dreigeteilte Wohnung, die drei Hunde, drei Putzfrauenbesuche und die Note 3. Anscheinend mußte ich schwarz auf weiß darauf gestoßen werden und noch immer hab ich keinen Schimmer, was mir die 3 sagen soll.
Der zweite Traum erinnert mich an den Traum mit der staubsaugenden Katze und jedesmal, wenn mir der Traum in Erinnerung kommt, könnte ich mich wieder wegschmeißen vor Lachen.

Sonntag, 11. November 2007

Bäckereisuche, Lammfellhaare und Romanidee

Es ist vormittags und ich habe noch etwas Zeit, um durch die Straßen zu gehen und mir vielleicht irgendwo vom Bäcker frischen Kuchen zu holen. Erst bin ich am S-Bahnhof, laufe drumherum und lande irgendwie in der Straße meiner Kindheit. Ich weiß nicht so recht, in welche Richtung, überall gibt es was zu sehen, dann biege ich ab und laufe in Richtung meines jetzigen Kiezes. Doch je weiter ich komme, um so mehr verändern sich die Straßen. Ich erkenne sie jetzt nicht mehr wieder und frage mich, wo ich bin, denn sowas habe ich hier noch nie gesehen. Die Häuser werden immer älter und schöner, schließlich fast rokokoartig, Rosenspaliere und Gärten sieht man an verschiedenen Ecken, alte Laternen, Säulen, runde Dachkuppeln - es kann doch nicht sein, daß ich hier in der Nähe wohne und davon gar nichts weiß? Schließlich schaue ich auf eine prachtvolle Allee mit hohen alten Bäumen, die allerdings nur auf einer Seite stehen, während sich auf der anderen Seite verzierte Hausfassaden reihen. Den Fotoapparat habe ich natürlich nicht dabei und ein Bäcker findet sich hier auch nicht.
In der S-Bahn steht ein Mann mit einer riesigen lammfellartigen Mähne an der Tür, die gleiche Farbe, lang und etwas filzig. Auf einmal überkommt mich von einem Moment zum anderen eine tiefe Leidenschaft, weniger für den Mann, als vielmehr für die Haare. Fast möchte ich mich in sie hineinkuscheln wie in einen Lammfellteppich, aber als ich wieder zur Tür blicke, hat der Mann plötzlich eine Glatze.
Im nächsten Traumfragment kommt mir die Idee für einen neuen Roman, indem ich die Handlung direkt vor mir sehe, zuschaue, was passiert und denke: ja, genauso müßtest du es aufschreiben. Das meiste davon habe ich vergessen, aber es ging um einen Mann, der einer Frau irgendeine Aufgabe gab und ihr heimlich folgte und sie beobachtete, ob sie das auch wirklich so tut.
Schließlich liege ich zu Hause in meinem Bett und mir fällt ein, daß ich noch immer keinen Bäcker gefunden habe. Ich überlege mir, daß ich im Notebook nachschauen könnte, welches auf dem Tisch steht, doch als ich aufstehen will, merke ich, daß ich gelähmt bin und mich nicht bewegen kann. Gut, denke ich, anscheinend schlafe ich noch und bin nicht wirklich so wach, wie ich dachte, also warte ich, bis ich richtig wach bin. Ich liege also da und warte. Irgendwann hebe ich den Kopf und sehe am Fußende des Bettes ein in ein Netz gesponnenes Tier, das wie eine grün-gezuckerte Lakritzstange aussieht. Es sieht zwar nicht so gefählich aus wie eine Spinne, trotzdem möchte ich nicht, daß es vielleicht auf mir rumkrabbelt. Deshalb werde ich jetzt zappeliger und möchte mich endlich bewegen können, was aber immer noch nicht gelingt, bzw. nur ein bißchen mit Kopf und Händen. Irgendwie dauert das alles ziemlich lange und langsam werde ich panischer, weil ich mich noch immer nicht bewegen kann. Dann, mit unmenschlicher Anstrengung, ich schaffe es gerade einmal, mit meinen Händen etwas zu wedeln, erwache endlich tatsächlich aus dem Traum.

Samstag, 10. November 2007

Kettenkarussell-Akrobatik und schwarze Hunde

Nur kurze Fragmente: Ich habe irgendwo von irgendjemanden gelernt, akrobatische Kunststücke an einem Kettenkarussell bzw. einer Schaukel zu präsentieren. Ich werde gefragt, ob ich diese mal vormachen möchte, allerdings bin ich mir nicht sicher, ob ich es noch kann und das auch noch auf einer richtig gut besuchten Kirmes. Mir fällt jetzt nämlich wieder ein, daß ich das in Polen gelernt habe, auf einem wenig besuchtem Volksfest.
Später gehe ich einen Weg entlang, auf welchem ich einen Mann mit drei schwarzen Hunden begegne - einem großen, einem mittleren und einem kleinen. Der große Hund wirkt ziemlich gefährlich und er interessiert sich gleich für mich, läuft auf mich zu. Ich bleibe stehen in der Hoffnung, daß er nur schnuppern will. Der Mann pfeift ihn zurück, aber der Hund will nicht recht hören. Ich befürchte ein wenig, daß der Hund mich mobben oder gar beißen könnte, da er so stürmisch ist, doch dann hört er doch auf sein Herrchen und hält sich zurück. Ich dagegen lache jetzt über den ganz kleinen Hund, weil der so lustige Purzelbäume in der Luft macht, wobei seine langen Ohren fliegen. Schließlich, als sie vorbei sind, fällt mir ein: Natürlich, der Hund hat sich deshalb so für mich interessiert, weil er mich kennt. Er hat mich wiedererkannt und war deshalb so aufgeregt. Das Herrchen hat mich aber nicht wiedererkannt, obwohl ich auch ihn kenne, und hat nicht auf seinen Hund gehört, der ihn darauf aufmerksam machen wollte. So kann es gehen. Manchmal sind die Hunde schlauer als die Menschen.

Bemerkung: Seltsam ist, daß ich in letzter Zeit dauernd irgendwas träume, daß mir im Traum schon bekannt scheint, so als hätte ich davon bereits geträumt. Interessant außerdem, was ich gestern über die Deutung von Hunden in Träumen las. Vermutlich hatte ich nur deshalb den Traum mit den Hunden.

"Ein Hund im Traum weist dich auf die Gefangenschaft in der Kausalität hm. Die Hunde, heißt es in den alten Mitteilungen, verhindern, daß Israel aus Ägypten auszieht. Kausal ist der Auszug unmöglich. Daher wird gesagt: Beim Auszug aus Ägypten bellt kein Hund, und kein Hund fletscht die Zähne. Wenn der Hund, die Fixierung aufs kausal Bedingte, nicht mehr hindert, beginnt der Glaube; du siehst, spürst, empfindest dann das andere. Dann wird die Kausalität zum Spielfeld, verliert allen Zwang.
Wie erscheint dir der Hund im Traum? Wenn er sich führen läßt oder wegläuft, jedenfalls als dir sich unterordnend gebärdet, dann, heißt es, ist es »gut«. Wenn er dir aber den Weg verstellt, dich angreift, dir Angst einjagt, dann - sagt eine Mitteilung in der alten Traumdeutung - sprich diesen Vers aus der Bibel: »Kein Hund fletscht die Zähne euch gegenüber« (2. Mose 11,7).
Der »Hund« hindert dich m deinem Leben daran, daß du dich von der Kausalität befreist. Es geschieht doch oft, daß man gegen sich selbst argumentiert oder durch die Argumente anderer gerade an dem Punkt angegriffen wird, der seinem Wesen nach einer kausalen Erklärungsmöglichkeit unzugänglich ist. So »treu«, könnte man sagen, ist der »Hund« dem Menschen. Er läßt ihn nicht in Ruhe, er läßt ihn nicht ausziehen. - Man soll den Hund ruhig mitnehmen, die Kausalität soll nicht im Wege stehen."(aus "Die Kabbala im Traumleben des Menschen")

Donnerstag, 8. November 2007

Auszüge aus "Die Kabbala im Traumleben des Menschen" von Friedrich Weinreb - Teil 2 - die vier Schichten des Träumens, Traumdeutung Prüfungsangst

Wir sehen also eine Entwicklung: Zu Beginn spricht Gott selbst mit dem Träumer; dann entfernt sich die Deutung gleichsam immer mehr und kommt beim Pharao auf dessen ausdrückliche Frage via die Traumdeuter und den Schenken, der sich erinnert, »von jenseits«. Joseph, der Jenseitige, gibt ihm eine Deutung, die nicht nur für Ägypten, sondern für alles entscheidend ist, was die weitere Geschichte erzählt....

...Die 7 Träume gliedern sich in 4 Gruppen: Jakob, Joseph, Bäcker und Schenke, Pharao. Wir finden also auch hier die 4heit wieder, die unsere Welt bestimmt in den 4 Elementen, den 4 Exilen, den 4 Himmelsrichtungen usw. Die 4heit im Traum erscheint als Stufung. Die vierte Schicht, Pharao, ist uns am nächsten; dort heißt es: »Ich habe geträumt und will eine Deutung.« Bäcker und Schenke sind von uns schon weiter entfernt; nur deren verstimmte, traurige, gedrückte Gesichter »sprechen«. Joseph - wieder eine Stufe tiefer, also noch weiter entfernt - sucht keine Deutung; er erzählt nur den Traum, und die anderen werden dadurch unruhig und irritiert, als ob es sie anginge. Und in der tiefsten Schicht, bei Jakob, ist Traum und Leben eine Einheit; Jakob nennt dann auch den Ort mit dem Stein, an dem er geträumt hat, »bethel «, »Haus Gottes«....

...Der Ort der Verbindung zwischen Himmel und Erde, die Leiter, auf der Engel auf- und herabsteigen, ist Ursprung und Wurzel des Traums. In einer alten, in aramäischer Sprache abgefaßten Mitteilung wird gesagt, der Traum solle in vier Schichten gedeutet werden. Weiteres steht dort allerdings nicht, weder werden die 7 Träume genannt, noch wird eine Anleitung gegeben, wie mit den vier Schichten umzugehen sei. Es wird - und das ist sehr charakteristisch für alle Mitteilungen des alten Wissens - als selbstverständlich vorausgesetzt, daß man die 4 Schichten in sich kennt und erlebt.... ....In der tiefsten Schicht wird, wie man sagt, für den Menschen die »Leiter« sichtbar. Dann ist er wirklich der Freie, hat keinen Zwang mehr, weil er spürt und weiß, daß überall dort, wo er ist, die Wohnung Gottes ist....

....Er träumt aber nur, wenn er den anderen flieht, Esau im Stich läßt, fortgeht. Das Unsichtbare im Menschen begibt sich woandershin, deshalb kann der Mensch träumen. Im Schlaf, erzählt das alte Wissen, verläßt die »neschamah«, das Göttliche der Seele, den Körper und erfährt den Traum. Bist du als Mensch imstande, dich vom nur Werdenden zu distanzieren, dann erfährst du den Traum und die Deutung in einem. Hat sich der Mensch aber in seinem Sein noch nicht erkannt, ist er noch nicht bis zur Kernschicht durchgedrungen, dann meldet sich der Traum......
Diesem »Traum im Kern« gegenüber steht Pharaos Traum in der äußersten Schicht hier. Pharao ist sein Traum bewußt, und er weiß, daß er ihn nicht deuten kann....

...Im bunten Rock und allen seinen Farben können alle Situationen des Lebens zu gleicher Zeit sein: Sein und Werden in einem. Der Fingerabdruck, die Schrift, das Horoskop und alles, was man sonst vom Menschen kennen und erklären kann, reicht nur bis zur 10. Dann kommt das andere, wovon gesagt wird, daß es kausal und rational auf keine Art bestimmbar ist. Das 11te spottet aller Tests und verhält sich »antihoroskop«. Die Astrologie gilt für alles, heißt es, nur nicht für Israel im Menschen; Israel steht über den Sternen. Beim Auszug aus Ägypten stehen die Sterne für Israel - so die Überlieferung - ganz schlecht. Israel aber entzieht sich dem Zwang der Sterne, etwas im Menschen durchbricht das Gesetz des Kausalen.....

...Der Haß der Brüder auf Joseph will sagen: Wir, unser eigenes kausales Denken, ertragen das andere bei uns nicht. Gerade heute gibt es viele Versuche, es kausal eingängig zu machen, zum Beispiel mit Hilfe der Parapsychologie. Man versucht, das andere zu messen, zu wägen, zu photographieren, im Glauben, dadurch erst werde es salonfähig, universitätsbekannt und damit wissenschaftlich. Auch in einer solchen Form kann sich der Haß der Welt auf das andere äußern. Es handelt sich hier nicht um Schlechtigkeit, vielmehr: In uns lebt ständig dieser Haß; nur wenn wir träumen, können wir das ganze Bild des Menschen in uns erfahren. Vielleicht verstehen Sie jetzt auch, daß das alte Wissen einen, der nicht träumt, einen »rascha«, einen »Bösen« nennt (wobei wir wissen, daß man durchaus träumen kann, ohne sich daran zu erinnern). Kranke oder Menschen, die in Not sind, träumen sehr viel und intensiv. Man könnte sagen, Joseph reklamiert in ihnen und meldet, daß er lebt. Wenn man sich klar an die Träume erinnert, ist es ein Zeichen dafür, daß man die Traumwelt nicht dergestalt mit dem Leben in Verbindung bringen kann, daß es sich lebt nach dem Traum. Du mußt dann erst den Traum erfahren, und nach dem Verstehen der Deutung kannst du es leben.....

...Mensch kann er erst sein, sagen die alten Mitteilungen, wenn er den Josephs-Traum hat, wenn er spürt: Alles um mich herum hat in und zu mir Beziehung, lebt durch mich; wie ich alles in mir habe, so - und genauso - lebt es auch außerhalb....Der Mystiker allein vernichtet die Welt, auch der Politiker oder Wissenschaftler allein vernichtet sie. Joseph träumt dort, wo der Mensch beide in einem erfährt. Dort erfährt er auch, daß er sich nicht nur unwichtig fühlen kann; gewiß, du bist unwichtig, gleichzeitig aber bist du der Wichtigste von allen. Beides ist wahr. Im selben Maße, in dem du dich unwichtig erfährst, rufst du hervor, daß du wichtig bist. Du mißt dich an der anderen Seite....

....Die alte Traumdeutung sagt dazu: Wenn einer dir keine Träume erzählen kann, macht das gar nichts. Es tut sich ja auch im Leben. Schau also, wo dieser Mensch ohne Zwang lebt. Danach frage ihn gleichsam. Das soll dir sein Traum sein, denn weil er es träumt, tut es sich...

...Ich möchte jetzt dazu übergehen, Traumsituationen zu besprechen, die den meisten Menschen vertraut sind. Beginnen will ich mit einer Situation, die wohl jeder im Traum wie im Leben erfährt: der Prüfungs- oder Examensangst. Man sieht sich vor ein Prüfungsgremium gestellt und hat Angst, entweder weil man nichts weiß oder weil man alles wieder vergessen hat oder weil man überhaupt das Gefühl hat, einer Willkür ausgeliefert zu sein. Eine derartige Lage ist eng mit der kausalen Seite des Menschen verknüpft, mit dem starren Glauben an Ursache und Wirkung. Jeder wache Mensch kennt diese Angst und lebt in Unsicherheit, denn er weiß nie, wie sein Planen sich auswirken wird. Etwas in uns ist so überzeugt von Ursache und Wirkung, daß es uns ständig einredet, es gäbe gar nichts anderes als das. Daher glaubt man, viel wissen zu müssen, um bestehen zu können. In der Meinung, alles sei abhängig von dem Moment, in dem man vor den Prüfern steht, setzt man alles daran, einen guten Eindruck zu machen. Wir hatten schon von den beiden Wirklichkeiten gesprochen, die zum Menschen gehören; die eine nannten wir die kausale, die andere — die Kausales und Akausales m einem enthält - die akausale Wirklichkeit. Zwischen beiden besteht die Spannung, daß man jeweils m betonter Einseitigkeit entweder glaubt, nichts tun zu können, da es doch komme, wie es kommt, oder alles tun zu müssen, da sonst nichts geschehe......

Angst also kommt dem Menschen, wenn eine Einengung des Lebens aufs Kausale stattfindet. Prüfungs- oder Examensträume - unter dieser Bezeichnung fasse ich der Einfachheit halber eine Vielzahl von Traumsituationen zusammen - weisen den Menschen auf sein Weltbild hin; im Traum zeigt es sich, wie es wirklich ist, da kann man sich nichts mehr vormachen. Solche Träume drücken das Gefangensein im Glauben an eine kausale Weltmacht aus. Es mag schon sein, daß du viel von Wundern sprichst, der Traum aber zeigt, daß du eigentlich nicht daran glaubst. Typisch für diese Träume sind die Gefühle von Beengung und Bedrängung, ihr Angelpunkt ist: Du kannst auf das Leben keine Antwort finden, jeder Versuch hat den Charakter des Sich-selbst-etwas-Vormachens, eines Sotuns, als ob alles kausal zusammenhinge. Der Traum zeigt die Vergeblichkeit..

....Der Prüfungstraum meldet dir: Dein Weltbild ist voller Drängnis, daß du nicht bestehen wirst. Der Traum zeigt es dir untrüglich, wenn du auch im Bewußten glaubst, eine ganz andere Weltansicht zu haben. Diesem Zwang steht die Möglichkeit der Überraschung gegenüber: Daß es eine akausale Kraft gibt, die nicht an Ursache und Wirkung gebunden ist, sondern die dich unvermutet überrascht. Träume, die das zum Ausdruck bringen, nennt man im alten Wissen Elia-Träume.....Der Elia-Traumtypus ist dem zuvor besprochenen genau entgegengesetzt; er zeigt, daß eine vollkommen unerwartete Überraschung eintritt.....Nach den Erkenntnissen der Psychologie kommt der Typus der Elia-Träume heutzutage in der westlichen Welt sehr selten vor. Häufig dagegen sind Träume, die auf Weltbildern beruhen, welche das andere Leben als eine Art Gerichtshof vorstellen....

In der Enge des kausalen Weltbildes verhält man sich dem Himmel gegenüber, wie man sich vor einer strengen Prüfungskommission verhält: angstvoll und in Unsicherheit, vielleicht doch der falschen Gruppe oder Religion anzugehören. Man glaubt an eine Macht, die sozusagen rechnet und Buchhaltung führt, und weiß nie genau, ob das, was man einzahlt, dort dasselbe wert ist wie hier; hier kennt man die Währung, aber dort...? Durch Jahrhunderte, ja, vielleicht Jahrtausende hat sich dieses Weltbild immer stärker herauskristallisiert und jenes von der Überraschung, der »guten Nachricht« fast völlig verdrängt....

....Es ist immer die Einseitigkeit, die zu Besessenheit führt. Vom Wahnsinn Besessene würden alle kausal-bedingten Vernünftigen einsperren, weil sie ihr Weltbild störten. Im Dritten Reich zum Beispiel fingen viele kausal-bedingte Vernünftige an, wahnsinnig zu reden und sich besessen zu verhalten. Sie schrien, bis sie heiser waren. Der Wahnsinn war Norm geworden, die Vernunft war ausgebannt. - Kausal- bedingte Vernunft läßt den Menschen an der einen Seite zugrunde gehen und Wahn an der anderen Seite. Wir müssen einsehen, daß wir unseren Tag nicht in Stunden der Rationalität und Stunden für die Mystik einteilen können. Wir können nicht entweder Verantwortung tragen oder verantwortungslos sein. Das Merkwürdige ist: Du trägst Verantwortung und bist verantwortungslos. Wenn man vom Menschen »im Bilde Gottes« spricht, meint man auch: Das, was der Mensch tut, ist bei Gott. Sieht man das Sprichwort »Hilf dir selbst, dann hilft dir Gott« im kausalen Sinn, dann ist es eine Blasphemie; versteht man es im kausalen und akausalen Sinn, dann bedeutet es: Was du tust, wird getan. Es wird getan, aber wir müssen tun. Unser Tunmüssen ist an der anderen Seite die Freiheit vom Tun. Unser Gesetz hier ist die Freiheit dort, unsere Bewegung hier die Ruhe dort. Es ist nicht entweder Bewegung oder Ruhe. Es ist das gleiche. Wir tun, atmen, essen, trinken, schlafen, -weil es mit uns getan wird. Wir können nichts dafür, werden schläfrig, das Atmen geht von selbst, die Peristaltik beim Schlucken auch. Erst in dem Moment, in dem du es selbst und bewußt tun willst, geht's nicht mehr, verschluckst du dich, kommt die Nervosität und die Angst, daß du ersticken könntest.

Dienstag, 6. November 2007

Auszüge aus "Die Kabbala im Traumleben des Menschen" von Friedrich Weinreb

Viele glauben, sie seien nur normal, wenn sie wach sind und aus wachem Bewußtsein denken, sprechen und handeln. Die Überlieferung aber sieht gerade darin das Nichtnormale. Wer so denkt, von dem heißt es, daß er als Mensch nicht funktionieren kann, denn er hat die andere Wirklichkeit bei sich getötet, erstickt, still gemacht. Er ist dann nur ein halber Mensch. In meinem Esther-Buch habe ich von diesem König Achaschwerosch erzählt, dem König der Meder und Perser, der nur ein König der halben Welt ist, nicht der ganzen. Von ihm wird auch gesagt, daß er der König des halben Menschen ist, nicht des ganzen. Das gleiche aber gilt auch vom Mystiker, der sagt: »Ich versenke mich nur in Mystik, alles andere ist mir nicht so wichtig.« Der ist auch nur ein halber Mensch, denn wozu ist dann »alles andere«, diese Welt und diese Wirklichkeit? Viele sagen auch: Das sind zwei Dinge, die man gut auseinanderhalten muß wie Geschäft und Privatleben, Alltag und Ferien. Manchmal komme ich in Meditation und bin dann sehr gesammelt und in einer höheren Welt; dann wieder mache ich gute Geschäfte, gönne mir Luxus und bin auch sehr zufrieden dabei, nämlich wieder »normal«. - So aber geht es nicht, die Einheit fehlt, es ist eine Trennung da. Eine störende Unehrlichkeit, die so tut, als sei der Genuß der »höheren Sphären« am Festtag, was im Alltag als gelungener Geschäftsabschluß befriedigt. Das Heilige und das In-der-Welt-Sein ist aber eins...

...Ich möchte mythologische Begriffe von einer ganz anderen Seite her darstellen und versuchen, aus den sehr alten Quellen neues Leben hervorströmen zu lassen. Die Traumbilder können uns dann Wichtiges mitteilen, vor allem auch in unserem Wachsein, wo doch das Doppelte auch da ist. Wir fragen uns dann vielleicht eher: Warum habe ich jetzt diese Phantasie? Phantasie steht in der heutigen Zeit nicht sehr hoch im Kurs. Kinder sollen nicht phantasieren, sondern rechnen lernen. Im Hebräischen ist »rechnen« und »denken« das gleiche Wort: kausal funktionieren. Gewiß, man muß auch kausal funktionieren. Wird es aber überbetont oder gar ausschließlich gefordert, entsteht eine schreckliche Langeweile, weil alles gebunden wird. Kausalität ist ein Zwang. Die Menschen führen heute so viele Zwangshandlungen aus, weil sie soviel denken müssen. Denken Sie doch nur, woran Sie alles denken müssen, wenn Sie umziehen oder Ihre Steuererklärung ausfüllen oder Ihren Urlaub vorbereiten! So kommen Sie in Zwang, weil alles kausal ist, und es öffnet sich nichts im Leben nach einer anderen Seite...

...Im Hebräischen hat das Wort für Krankheit die gleiche Wurzel wie das Wort für normal, und das Wort für Gesundheit hat die gleiche Wurzel wie das Wort für Schöpfung und schöpferisch. Norm heißt: gebunden, Zwang. Der Norm muß man entsprechen. Schöpferisch heißt: Ich durchbreche ständig den Zustand, ich schöpfe, erschaffe Neues. Wenn der Mensch also immer nur denkt und gut rechnet, dann ist er in einem krankhaften Zustand. Ist er schöpferisch, dann empfindet er keinen Zwang, fühlt sich gesund, ohne darauf bedacht zu sein. Eigentlich geht die Welt des Zwanges immer vor lauter Langeweile unter. Man denke nur an die zwanghaften Förmlichkeiten der Konversation und der Gesellschaftskleidung. Der Mensch will auch im Wachsein gern frei sein, gern phantasieren, gern träumen - viel mehr, als wir denken. Da will er gern, wie auf Chagalls Bildern, eine Figur in der Luft herumschweben lassen, die eigentlich auf den Boden gehört. Träumen sollten wir also nicht nur als Nachtgeschehen sehen....

...Sie kennen die Geschichte »vom Sündenfall«, wie das theologisch so schön heißt - die Bibel kennt keinen Sündenfall, nur die Theologie; wenn der Mensch vom Baum der Erkenntnis genommen hat, sieht er, daß er nackt ist. Er bekommt dann ein »Fell«, wie es in der Übersetzung heißt; in der Ursprache steht »or«, »Haut«. Es könnte auch Fell heißen, Tierfell. Die alten Kommentare sagen auch: Die Haut des Menschen ist ein Tierfell, er ist sozusagen ein Tier geworden, er ist begrenzt worden. Jedenfalls bekommt er diese Haut, und es fängt an, was man den »Weg des Menschen « nennt. Der Mensch beginnt seinen Weg durch sein Leben, durch die Geschichte, durch die Welten. Es beginnt nun das, was er als Entwicklung, als Wachstum erfährt, wo er fortwährend Änderungen erlebt. Stillstand ist unmöglich, der Weg zwingt zum Weitergehen. Erstarren würde bedeuten, der Weg ist zu Ende, d. h., eine Seite im Menschenleben ist ausgeschaltet. Ständig ist das ganze Leben in dieser Gefahr. Die Schlange bringt den Menschen also auf den Weg. Nun wird gesagt: Wenn dir eine Schlange erscheint, bedeutet das, du erlebst den Weg des Menschen. Du erlebst dann auch das Gesetzmäßige des Weges, denn Weg bedeutet: Ursache - Wirkung...

...Ich hoffe, diese einführenden Beispiele zeigen schon, daß Träumen und Wachsein eins sind. Weder kann man den Traum deuten und dann für das Wachsein benutzen, noch ist der Traum eine Folge deiner Handlungen im Wachsein. Vielmehr: Du erlebst beides, weil Träumen und Wachsein dein Leben sind. Im Träumen: das Leben im Sein, im Wachsein: das Leben im Werden. Aber das Sein enthält das Werden, und das Werden enthält das Sein - nur der Nachdruck ist verschieden...

....Der Mensch, der ständig im Bann des Gefühls lebt, er müsse dies und jenes erreichen, der in einem Netz von »Versicherungen« zappelt, erträgt das Leben nicht, weil er nicht mehr richtig träumen kann. Die alten Mitteilungen - und auch neuere Erkenntnisse - sagen, daß der Mensch so träumt, wie er tagsüber lebt, und so lebt, wie er träumt. In unserer Zeit träumt er rational, es treten kaum mehr Engel oder mythologische Wesen auf. Man träumt von Autos, Flugzeugen, Häusern, Zusammenstößen usw. Bis in den Traum hinein soll es stimmen! Vielleicht kommt es daher, daß uns der Traum diesen stimmenden, rationalen Tag in die Nacht bringt und nicht mehr einen anderen Tag, in dem die Freiheit der Phantasie herrscht....

...Es heißt, der Traum, an den man sich erinnert, meldet sich, weil etwas nicht ganz in Ordnung ist. So träumen zum Beispiel Menschen, die mit den Nerven fertig sind, sehr viel. Das viele Träumen - keineswegs nur auf nervliche Erschöpfungszustände beschränkt - signalisiert, daß etwas nicht stimmt. Ist ein Mensch zum Beispiel zu rational, dann meldet sich das andere wie eine Krankheit, Kopfweh oder Magenverstimmung. Es meldet sich und sagt: »Hier stimmt etwas nicht. So geht es nicht.« Es kann aber auch sein, daß ein Mensch sich der alltäglichen Welt entzieht, sie für einen Fehler in der Schöpfung hält, keinen Sinn in ihr sieht und nur in »höheren Welten« leben will, in Meditation und Versenkung zum Beispiel. Auch dann meldet es sich im Träumen: »Laß das. Hier ist keine Einheit, die Einheit von Tag und Nacht fehlt.«...

....In Indien sagte man mir: Nur unseren schon sehr weit fortgeschrittenen Schülern erzählen wir das Geheimnis von dem einen Gott, denn die vielen Götter sind alle in dem Einen. Wir aber können nur die Vielheit sehen und erfahren. Wir sind nicht imstande, von hier aus den Einen zu erfahren. Daher ist auch in unseren heiligen Schriften von ihm nicht die Rede. Im Hebräischen steht das Wort für Gott, »elohim«, in der Mehrzahl; aber auch Götter heißt »elohim«. Man müßte also aus dem Kontext erschließen, ob der Eine oder die Götter gemeint sind....

....Eine der alten Mitteilungen sagt, daß gerade die Ruhigen, Guten und Gerechten - die Zaddikim - von bösen Träumen heimgesucht werden. Auch die also, die während des Tages weder etwas Böses tun noch erleben, tragen das Leid der Welt....

...Wenn du in der Welt bist, hast du auch die Verantwortung für die Welt. Du hast doch die Umhüllung von Licht, wo Zeit und Raum nicht existieren, und die Umhüllung von Haut, die beschränkt, an einen Ort und an einen Moment bindet (vgl. S. 30ff.). Beides ist da. Dann gilt die Verantwortung auch für dich in der Umhüllung von Licht, in der du Raum und Zeit beherrschst, also die Verantwortung für die ganze Welt hast; gleichzeitig trägst du Verantwortung für den Moment jetzt und hier, die Verantwortung für dich...

...Bei Tage dagegen, im Lichte der Sonne, im Lichte der Wahrnehmungen, kann alles nur kausal sein. Dort nur besteht die Enge, die Beschränkung, weil das Kausale nicht zuläßt, daß zwei zugleich am selben Ort sind, oder daß du hier und an einem anderen Ort zugleich bist. Bei Tage bist du gefangen im Entweder-Oder; in der Nacht dagegen bist du frei. Tag und Nacht - es ist eine Zweiheit im Menschen da. Diese Zweiheit ist auch mit den Begriffen der beiden Bäume zu Beginn der Genesis gemeint. Der Baum des Lebens, so heißt es, enthält das Werden und das Sein, das Akausale; der Baum der Erkenntnis dagegen hat nur das Werden, die endlos verpflichtende Reihe von Ursache und Wirkung, die Kausalität. Beide Bäume haben eine Wurzel. Die Sünde des Menschen, wird gesagt, besteht darin, daß er diese Wurzel durchtrennt. Also kann man auch sagen: Die Sünde des Menschen ist es, Tag und Nacht in seinem Leben zu trennen. Wir haben schon gesagt, daß der Traum erlösend ist, wenn man sich nicht an ihn erinnert. Dann wirkt der Traum am Tag so, daß das Leben am Tag Spiegel vom Leben der Nacht ist. Dann spiegelt das Kausale das Akausale, wie der Mensch am Ende seines Weges sich selbst gegenübersteht. Dann ist Tag und Nacht eine Einheit, wie die zwei Cherubim auf dem Deckel der Bundeslade einander ansehen und eine Einheit sind. Der Traum aber, der sich meldet, meldet sich immer in einer Geschichte, die irgendwie kausal aussehen muß, da das Bild sonst gar nicht erinnert werden könnte. Und da es sich kausal zeigen muß, bedeutet es: Hier ist etwas krank, nicht in Ordnung. »Krank« meint »nicht heil«, »nicht ganz«, »nicht eins«. In diesem Sinn kranke Leute träumen sehr viel. Wer gesund ist, hat auch den Traum, aber er weiß nichts davon, sein Leben bei Tag ist Widerspiegelung seines Lebens in der Nacht. Dann ist die Wurzel heil und ganz, die Wurzel der beiden Bäume, die Wurzel von Tag und Nacht. Ist die Wurzel heil, kannst du den Traum weder kennen noch erklären....

...Nachdem Jakob von Esau fort ist, glaubt man, er habe einen langen Weg, bis er an den Ort kommt, wo er den Traum hat. Aber die Überlieferung sagt: ganz im Gegenteil! Die Erde geht ihm sogar entgegen, plötzlich ist er am Ort, wo er sein sollte. - Wir glauben doch auch immer, wir müßten, wenn wir das Kausale verlassen, eine lange Schule durchmachen, um das Akausale zu lernen, Meditation, Yoga und dergleichen. Alle möglichen Theorien und Praktiken gibt es, um uns glauben zu machen, es sei ein langer Weg. (Erfolgreich vor allem für die Lehrer, die einem das einreden.) In Wirklichkeit aber ist es so, daß die Erde förmlich entgegenkommt. Es geht so schnell, die Erde rennt unter ihm weg, und er ist schon am Ort. Dort, heißt es, sind 12 Steine. Die Zahl 12 meint hier ganz allgemein »viele«. Und wie er die vielen Steine hinlegt, werden sie ein Stein: Die Vielheit wird eins. Plötzlich öffnet sich dem Menschen das andere. Das ist die Erfahrung wirklicher Meditation. Eine Erfahrung, die man immer spüren könnte, den ganzen Tag über, und eben nicht Pseudomeditation für einen exklusiven Kreis durch mühevolle Rituale Eingeweihter! Der Alltag ist Meditation, ist genauso Geheimnis. Daher heißt es, die vielen Steine werden eins, der Himmel öffnet sich, und Gott spricht mit ihm. Es geschieht ganz plötzlich; nur der Zwang des Kausalen läßt uns glauben, es sei ein weiter Weg...

....Sie kennen doch die Geschichte von der Vertreibung des Menschen aus dem Paradies, nachdem er vom Baum der Erkenntnis gegessen hat. Nun ist das, wie Sie wissen, kein historischer Vorgang, der sich irgendwann einmal ereignet hat, sondern eine immerwährende Situation im Menschen. Der Mensch nämlich kann es nicht lassen, vom Baum der Erkenntnis zu nehmen, das heißt, Gut und Böse nach seiner Wahrnehmung zu beurteilen. Wer das Böse sieht, ist irritiert und denkt: »Das sollte doch gar nicht sein.« Und schon hat man ein Urteil von hier aus gefällt, von der Sichtbarkeit her, in der man lebt. Nun gibt es den vielbenutzten Ausweg, das Böse dem Menschen oder dem Teufel zuzuschieben; Gott jedenfalls habe es nicht gewollt. Das hieße dann aber, daß es eine selbständige Macht gäbe, die imstande wäre, Gottes Allmacht zu brechen. Dem aber wird immer ausdrücklich entgegengehalten: Du kannst nicht zwei Herren haben; du hast einen Herrn, und das ist der Herr von Gut und Böse. So heißt es auch beim Propheten Jesaja, wo Gott von sich sagt: »Ich, der Herr, und keiner sonst, der ich das Licht bilde und die Finsternis schaffe, der ich Heil wirke und Unheil schaffe, ich bin's, der Herr, der dies alles wirkt« (Jes. 45,6-7). Es will also sagen: »Ich erschaffe das Böse und bringe das Gute« - beides von einem aus...

....Es heißt, daß für Adam die Nacht unerträglich wird, und zwar gerade dann, wenn die Nacht so tief ist, daß sie schon fast zu Ende ist. Gerade dann kann man es nicht mehr ertragen. Gerade dann ist der Mensch sehr schwach, wie wir auch aus der Statistik wissen, denn gerade dann, wenn es bald Morgen ist, sterben die meisten Menschen. »Halte doch noch ein wenig aus«, möchte man sagen, »dann ist es vorüber.« Das aber kann der Mensch gar nicht glauben im Zustand der tiefsten Finsternis, in seinem schwersten und schwächsten Moment. Deshalb ist das hebräische Wort für Morgen das gleiche wie für »schwarz«: »schachar«....

...Der Zustand der Nacht, der Angst im Menschen, gipfelt im Moment der Mitternacht. Dem einen ist es der point of no return, dem anderen die Wende; der eine glaubt, daß jetzt alles zugrunde geht, der andere weiß, daß der Schrecken zu Ende ist. (Behalten wir gegenwärtig, daß der eine und der andere in uns sind.) Deshalb heißt es auch, daß die Erlösung immer um Mitternacht stattfindet, dann also, wenn die Nacht am tiefsten ist. Wer von der Erlösung weiß, für den ist die zweite Hälfte der Nacht ein Erwarten des Kommenden. Auch die Nacht also erfahren wir als Zweiheit...

...Dann entsteht das Leben im Zwang mit seinen Zwangshandlungen. Immer denkst du dann: »Wenn ich's nicht tue, wird's nicht geschehen, wird keiner es tun, und es wird vielleicht verlorengehen.« Es kommt die ständige Unsicherheit dann und das Gefühl, daß nichts im Leben richtig ist. Das ist die Gefahr, wenn der Mensch Tag und Nacht, Absicht und Absichtslosigkeit trennt. Leben im Paradox hat aber das Merkwürdige, daß du zwar Feder und Papier suchen und schreiben mußt, aber doch auch weißt: Es ist schon da und schreibt sich selbst. Wir spüren, da ist etwas da im Leben, das wir nicht verstehen können. Und das ist es eigentlich, was kreativ ist. Sobald das im Menschen lebt, ist er kreativ. Wenn dieses Gefühl des Paradoxen im Leben ist, hast du das Gefühl des Durchbruchs. Es heißt: Abend und Morgen - zusammen erst der Tag. Im Menschen braucht es diese Einheit. Und der Mensch ist oder wird krank, wenn er nur eine Seite hat. Er ist dann traurig und untröstlich, weil er glaubt, von ihm müsse es gemacht werden; oder aber er ist traurig, weil er glaubt, alles ist schon da und er kann gar nichts tun. Der Mensch kann weder nur im Mysterium noch nur im Kausalen leben, beide Male ist die Einheit zerbrochen....

...Unser Leben des wachen Bewußtseins ist die Nachthälfte, denn wir kommen in der Übersicht nicht weit. Immer werden wir sofort wieder gebremst, können nicht durchdringen. Wir leiden unter der Beschränkung, bekommen Kopfweh, werden nervös. Wir leiden wie Adam, als er sieht, daß ihm das Paradies, das er kannte, verlorengegangen ist, und der nach der Vertreibung die Nacht schwerer und schwerer auf sich lasten fühlt. Das ist das Schreckliche: Er versteht es nicht und glaubt doch, nach der Art seines Wahrnehmens urteilen zu müssen. In der Nacht aber, heißt es, sollst du schlafen, träumen. Es bedeutet, daß du es in der Nacht sein läßt, daß du aufhörst, Erklärungen und Deutungen mit der Sicht der Nachtwelt aufzubauen. In der Nacht sollst du die ganze Wahrnehmung lassen...

...Im Leben in der Nachtwelt müßten wir Verbindung suchen zum Schlaf. Schlaf ist doch ein Über-sich-kommen- Lassen. Man sollte keine technischen Mittel - Konzentrationsübungen oder pharmazeutische Mittel - benutzen müssen, um schlafen zu können, sondern sich einfach im Leben hingeben - dem Schicksal und allem, was begegnet -, dann kann man auch schlafen. Wer zwingen will, braucht auch Zwang zum Schlaf....

...Ist der Tag eine Projektion dessen, was in der Nacht geträumt wird, dann ist der Mensch - so sagt es das alte Wissen - ausgeglichen, königlich, göttlich, menschlich; dann ist der Mensch »kascher«, was man mit »richtig«, »recht« übersetzen kann und was mit »kascher«, »recht zum Essen« identisch ist. Dem ausgeglichenen Menschen geschieht während des Tages, was er in der Nacht geträumt, »gesehen« hat; nicht im Sinne einer Kausalität, sondern im Sinne einer Spiegelung: Am Tag spiegelt sich, was in der Nacht ist. Es sind die zwei Seiten des Lebens, die, wie die zwei Cherubim, einander gegenüberstehend und sich anschauend, ein Fundament haben. Es sieht aus wie ein Gegensatz, ist aber eins, wie Tag und Nacht im Menschen eins sind. So ließe sich auch sagen: Weil du am Tag richtig bist, ist die Nacht ausgeglichen. Beides ist aus dem Paradox in einem....

...Der Mensch kommt in die Form, damit er ist. Wie Christus in die Welt kommt, um zu sein. Was alles dann geschieht, soll man aus dem Sein verstehen. Er kommt nicht mit der Absicht, dies und jenes zu tun. Er ist da, und dann geschieht schon manches. Die Natur, die Gewächse und Tiere sind entspannt. Nur beim Menschen, im Kontakt mit dem Menschen, werden Hunde, Katzen, Pferde, ja sogar Vögel neurotisch. Ausdruck der Spannung des Menschen ist auch die Architektur der Städte; man fährt »aufs Land«, um zu entspannen...

...Hier lebt der Mensch nun in der Welt der vier Grundlagen, der vier Elemente. Das alte Wissen spricht auch von den vier Reichen, den vier Exilen. Immer ist hier eine Vierheit, wie es auch die vier Richtungen des Kreuzes zeigen. Das erste Exil heißt das Exil von Babel, das zweite das von Persien und Medien, das dritte ist das Exil von Jawan (Griechenland), und das vierte ist das Exil von Edom (Rom). Das Hinuntersteigen endet auf der Erde, die das vierte Element ist und wie Edom, das vierte Exil, auf »tönernen Füßen« steht. Das Bild wird beim Propheten Daniel im 2. Kapitel gegeben: ganz oben Gold, dann Silber, dann Kupfer, ganz unten aber Ton, Erde für den Töpfer. Durch die vier Welten steigt der Mensch, wie erzählt wird, hinunter. Die Welt nahe bei Gott, die erste, heißt auf Hebräisch »aziluth«. Dann folgen die Welt der Schöpfung, »bria«, und die Welt der Formwerdung, »jezira«. Die vierte, unsere Welt des Tuns und Begehrens, heißt »assia«; aber in dieser vierten Welt sind alle anderen auch mit da, erscheinen mit. Hier unten leben wir in der Welt der vier Exile. Durch alle vier Exile müssen wir hindurch, bis wir zur Erde kommen, zum Ton. Das Bild bei Daniel zeigt, daß alles auf dem Ton fußt, auf »tönernen Füßen« steht. Die vier Exile zeigen dem Menschen: So ist dein Leben, es ist wie die Nacht. Exil bedeutet Gefangensein unter Mächten, die man nicht verstehen kann....

...Man sagt, wie man Krankheiten heilen muß, so muß man auch den Traum heilen, der von einem Bruch herrührt. In der Überlieferung nennt man einen Traum deuten eine Krankheit heilen. Die Deutung des Traumes wäre, daß du den Traum, der sich meldet, ins Leben hinüberbringst. Der Traum wird dabei wieder Leben, das Gleichgewicht, die Harmonie, wird wiederhergestellt....

....Das Sichmelden eines Traumes wurde als unvollkommene Kommunikation zwischen dem Erscheinungsbereich (Leben des wachen Bewußtseins, Leben im Kausalen) und dem Traumbereich (Leben aus dem Nichtkausalen) charakterisiert. Lebte der Mensch, wie er eigentlich gedacht ist, käme der Traum kaum vor. Sein Leben ist aber wie das Gehen, das mit linkem und rechtem Bein abwechselnd geschieht, nie ist dabei nur Gleichgewicht. Daher melden sich Träume oft. Wir wollen versuchen herauszufinden, was die Bilder aus der akausalen Welt hier bedeuten. Immer besteht dabei die Neigung, diese Bilder kausal, also »gescheit« zu erklären; damit allerdings werden sie auch gleich getötet, denn sie sind eben Ausdruck eines Bereiches, von dem kausal nichts erklärt werden kann. Eine Welt, die betont der naturwissenschaftlichen Denkweise huldigt, verbaut sich oft selbst den Weg zu Möglichkeiten, die ihr gegeben wurden. Das wird zum Beispiel auch deutlich, wenn man das alte Wissen von den Sternen mit der modernen Astrologie vergleicht.

....Das hebräische Wort für Schöpfung hat denselben Stamm wie das Wort für Gesundsein. Darin zeigt sich ein wichtiger Zusammenhang. Was ist schöpferisch? Wenn du etwas hier zur Erscheinung bringst, was zuvor nur im verborgenen, im Kopf, in der Idee - wie wir sagen - da war. Hier weise ich auf das Wort »Bereschith« hin, mit dem die Bibel beginnt; übersetzt wird es mit »im Anfang«, wörtlich bedeutet es aber »im Haupt« oder in der »Haupt-Sache«. Wenn ein Künstler eine Zeichnung macht, dann bringt er das, was im Kopf, im Kern da ist, aufs Papier; was ihn zeichnen läßt, ist im verborgenen Kern da. Dieses In-Verbindung-Bringen des Verborgenen mit dem Erscheinenden ist »schöpferisch «. Schaffen heißt Imstandesein, aus der Wirklichkeit des Verborgenen ewas hervorzubringen, das tatsächlich Verbindung hat. Eine Zeichnung kann natürlich auch verbindungslos sein, nur etwas Äußerliches, Dekoratives zeigen; andererseits kann in ganz wenigen Strichen sofort der Zusammenhang sehr stark empfunden werden. Schöpfen verbindet die beiden Wirklichkeiten. Wenn das geschieht, spricht man von Gesundheit. Nicht dem Entweder- Oder verfallen, sondern beide Möglichkeiten leben. Kranksein bedeutet ein Zerbrochensein, eine Gespaltenheit. Heilen aber meint immer ein Zusammenbringen, ein Ganzmachen....

...Auch die alten indischen Überlieferungen kennen dieses Doppelte des Weges. Indem er hinaufgeht, heißt es dort, geht er hinab. Das Wissen vom Zusammenhang von Ursprung und Ziel ist in den heiligen Schriften vieler Kulturen ausgedrückt. Weil wir einen Weg haben, erscheinen uns Anfang und Ende getrennt. Die Überlieferung aber spricht »vom Anfang, wo kein Anfang ist, zum Ende, wo kein Ende ist«....

Bootsfahrt mit zwei Bloggerinnen

In einer Art verkürztem Spreewaldkahn auf der Spree durch Berlin. Mir gegenüber sitzen zwei jüngere Frauen, anscheinend Freundinnen, und irgendwoher weiß ich sicher, daß sie ebenfalls Bloggerinnen sind und ich ihre Blogs lese. Wir kennen uns nicht persönlich, trotzdem sprechen sie mich mit "Sanne" an, was mich aber nicht weiter wundert. Aus ihren Gesprächen bekomme ich mit, daß die eine - blond und mit Brille - Silvana heißt. Den Namen der anderen, dunkelhaarig, habe ich vergessen. Unzweifelhaft ist für mich aber, daß sie meine eigene Blogidentität keinesfalls kennen. (Sie würden sich wahrscheinlich ziemlich wundern, mit wem sie "in einem Boot sitzen".) Das ist auch sehr gut so. Ich habe nicht vor, dies zu ändern.

Sonntag, 4. November 2007

Schlafes Geheimnis

Seite zur gleichnamigen Dokumentation, die heute auf 3sat lief:
https://www.3sat.de/hitec/magazin/115004/index.html

Brandstiftung, Sternschnuppen, Vogelgruppenfoto und eine Falle für Graf Dracula

Im ersten Traum möchte ich aus irgendeinem Grund ein Feuer in meinem Büro legen (den Grund ahne ich, aber sowas mache ich natürlich nur im Traum *gg*). Dazu verwende ich Blumentöpfe mit Pflanzen, u.a. Hibiscus, wie ich ihn auf dem Schreibtisch zu stehen habe, und fülle statt der Erde in sie eine Brennpaste, die wohl aus reinem Alkohol besteht. Es sind ziemlich viele Blumentöpfe, vielleicht sechs oder noch mehr, und als ich sie alle mit einem Mal tragen will, beginnen sie mir wegzurutschen. Da jemand dabei ist (ist es schon Graf Dracula?), bitte ich ihn, mir schnell einige abzunehmen. Im Büro stelle ich erst einmal einen auf den Fußboden, zünde ihn aber noch nicht an, denn mir fällt ein, daß ich ja noch einige Sachen von mir aus dem Büro mitnehmen müßte, auf jeden Fall meine Handtasche und einigen Nippes vom Schreibtisch. Dann beginne ich jedoch zu grübeln, ob das später nicht auffällt, wenn gar keine Sachen von mir verbrannt sind, weil ich die vorher schon mitgenommen habe. Die Polizei würde mich sicher fragen, wie ich vorher wissen konnte, daß es brennen würde und schon hätte ich mich verraten. Ach egal! Ich nehme einfach meine Handtasche und ein paar Sachen mit und wenn ich Glück habe und alles zu Asche verbrannt ist, fällt das gar nicht weiter auf.
Im nächsten Traum befinde ich mich im elterlichen Wohnzimmer und bin gerade dabei, Graf Dracula, der sich in der Wohnung aufhält, eine Falle zu stellen. Dazu arrangiere ich die Gardinen am großen Fenster, d.h. ich öffne sie erst und schließe sie dann wieder. Es ist eine helle Vollmondnacht, zwar nicht taghell, aber es ist doch alles draußen gut sichtbar und der Mond erstrahlt in einem blendend weißem Licht. Dann ist der Mond verschwunden und auf einmal sehe ich am Himmel Unmengen kleiner Sternschnuppen, die wie ein Feuerwerk dort entlangfliegen und verglühen. Es sind so viele, daß ich sie nicht zählen kann. In diesem Moment ist mir bewußt, daß ich träume, allerdings denke ich sofort, daß ich aufgewacht bin und die Sternschnuppen wirklich sehe, nachdem ich das andere vorher geträumt habe. Doch es bleibt keine Zeit, um lange den Himmel zu bestaunen. Ich schließe die Gardinen und gehe zum ehemaligen Dienstmädchenzimmer der Wohnung. Dort wartet Graf Dracula in Bademantel und mit einem Handtuch um seine Schultern. Obwohl er im Dienstmädchenzimmer sitzt, rufe ich ihn mit "Herr!", so als sei ich ein Dienstmädchen. Er kommt in das Wohnzimmer und ich drücke mich etwas ängstlich hinter die andere Seite des Tisches, den ich gerne zwischen uns lassen möchte. Seelisch und moralisch habe ich mich auf Angriff und Kampf eingestellt, doch er geht wie gewünscht auf der gegenüberliegenden Seite des Tisches zum Fenster, obwohl ich vergessen hatte, die Stühle aus dem Weg zu räumen, und öffnet die Gardinen. Ein gleißendes Licht fällt in den Raum, denn unerklärlicherweise ist es nun draußen heller Tag. Ich weiß selbst nicht, wie das geschehen konnte.
Im dritten Traum sehe ich einen Schwarm von Vögeln auf dem Boden herumspazieren. Es sind keine Enten oder Gänse, denn sie haben spitze Schnäbel, aber Hühner sind es auch nicht, dazu sind sie zu groß. Wenn sie die Hälse recken, sind sie so groß wie ein Mensch, aber das witzigste ist, daß ihre Körper wie Sofakissen aussehen, denn sie haben dort eine Zeichnung von schwarzen Blumenranken auf weißem Grund. Außerdem gebärden sie sich auch witzig, zum Beispiel stellen sie sich so auf und strecken ihre Hälse, als wollten sie ein Gruppenfoto von sich machen lassen. Mein Vater stellt sich aus Spaß dazu, da die Vögel auf einem Tisch stehen, ist er sogar kleiner als sie und das sieht so lustig aus, daß ich sage, er soll so stehen bleiben und meinen Fotoapparat hole. Dieser befindet sich in meiner Tasche nahe den Vögeln, doch als ich darin herumkrame, laufen die Vögel auseinander und umpicken mich neugierig. Ich bin ringsherum von ihnen umgeben. Einer ist so neugierig, daß ich seinen Kopf und Schnabel mit der Hand festhalte. Dabei erwarte ich, daß er mir vielleicht mit dem spitzen Schnabel etwas schmerzhafter in die Hand pickt, aber das passiert nicht.
Weitere Traumfragmente: In der Straße der elterlichen Wohnung treffe ich auf eine Bushaltestelle des Busses, der eigentlich in meiner richtigen Wohnstrasse fährt. Ich schaue auf den Fahrplan und stelle fest, daß die Haltestellen jetzt anders benannt werden, und zwar in der Regel nicht mehr nach unbekannten Straßen, sondern nach den nächstgelegenen U- und S-Bahnstationen. Das finde ich sehr gut (ist aber doch eigentlich längst schon so).
Im Büro. Herr N. hat einige Sachen von mir fein säuberlich und in akkurater Anordnung auf dem sehr breiten Fensterbrett abgelegt. Ich frage mich, was das soll und meine mich zu erinnern, daß er das schon einmal gemacht hat. Einige Dinge liegen so weit vom Fenster entfernt, daß ich vielleicht auf das Fensterbrett klettern muß, um heranzureichen, und das, wo ich nicht schwindelfrei bin. Es macht mich wütend, aber glücklicherweise kann ich doch alles wieder einsammeln, ohne aus dem Fenster steigen zu müssen und dann kann ich auch darüber lachen.
Der Satz, sehr klar in meinem Kopf wie von einer Stimme gesagt: Du gehst den Weg allen menschlichen Fleisches, aber die Seele ist frei.

Bemerkung: Am interessantesten finde ich den zweiten Traum. Ich glaube, er ist so eine Art Fortsetzung des gestrigen Traumes, in welchen ich ebenfalls schon mit meinen Ängsten konfrontiert wurde. Da ich mich in letzter Zeit weder mit Vampiren noch mit Graf Dracula beschäftigt habe, sehe ich ihn hier als eine Art Symbol für solche Dinge, die mir Energie abziehen. Dies können neben anderem auch Ängste sein. Und wenn ich ihn mit "Herr!" anrede, bedeutet das wohl, daß ich mich von ihnen beherrschen lasse, statt ihnen den Platz zu geben, der ihnen gebührt - nämlich im kleinen Dienstmädchenzimmer als dienendes, durchaus auch hilfreiches Gefolge. Da es erst Nacht (Unbewußtes) ist und dann plötzlich das Licht des Tages auf Graf Dracula fällt, kann ich wohl annehmen, daß einige Schatten und Ängste stärker, vielleicht sogar plötzlich, in das Bewußtsein dringen und damit durchschaubarer und vielleicht kontrollierbarer werden. Da das alles in der Wohnung der Kindheit stattfindet, sind es wohl auch Dinge aus dieser Zeit. Ich bin im Traum auf Kampf eingestellt, doch dieser findet nicht statt. Leider habe ich aber nicht gesehen, ob sich Graf Dracula im Tageslicht gänzlich aufgelöst hat. *gg*

Samstag, 3. November 2007

Die Preisverleihung

Es findet die Preisverleihung für irgendeinen Film-Förderpreis statt und ich sitze unter den Zuschauern. Mit einem Mal wird mir bewußt, daß ich nur deshalb hier sitze, weil ich zu den Nominierten gehöre. Man hat mich hierher gelockt! Kalte Panik bricht in mir aus und der Gedanke, vielleicht auf die Bühne zu müssen, ist unerträglich. Meine ängstlichen Überlegungen überschlagen sich und enden schließlich in dem mich wieder ruhiger werden lassenden Fazit, daß es eh vollkommen unwahrscheinlich ist, daß ich den Preis bekomme. Außerdem ist es wohl kein vielbeachteter Preis, denn Zuschauer sind nicht wirklich sehr viele da. Einige Stuhlreihen sind noch frei. Vorsichtshalber stehe ich auf und setze mich weiter hinten auf einen anderen Platz, wo ich mich sicherer fühle, als könnte ich dort hoffentlich auch als Nominierter gänzlich übersehen werden. Ein farbloser korpulenter Herr mit Brille sitzt neben mir. Er wendet sich mir zu und sagt irgendetwas, aber ich verstehe ihn bei bestem Willen nicht. Er spricht anscheinend einen deutschen Dialekt, der für mich wie eine Fremdsprache klingt. Könnte das Bayrisch sein?

Freitag, 2. November 2007

Das Vogelbuch und die reziproke Frage der Bewußtheit

Ich erinnere mich an Schnee. Eine hohe Schneedecke durch die ich stapfte. Mir ist auch, als wäre in diesem frühen Traum ein Tier anwesend gewesen, ich weiß aber nicht mehr, welches es war.
Später erhalte ich ein Päckchen mit zwei Büchern. Zum einen eine Anthologie, in welche eine Geschichte von mir aufgenommen wurde, aber auch noch ein anderes dünnes broschiertes Büchlein, welches ausschließlich Sachen aus meinem Weblog enthält, nämlich über Vögel. Das mit dem zweiten Buch kommt überraschend, der Verlag hat mich nicht vorher darüber informiert. Eigentlich steht in diesem Buch auch nicht viel drin. Auf dem Titel ist ein Rotkehlchen zu sehen und auf den Seiten steht jeweils nur ein einzelner Satz von mir und darunter, kursiv gesetzt und in einem gepunktetem Rahmen, ein Kommentar meiner Leser dazu. Trotzdem ist es schon irgendwie niedlich gemacht, wenn ich mich auch frage, wer das lesen oder kaufen soll. In meinem Weblog schreibe ich ja nun weiß Gott nicht viel über Vögel. Das alles spielt sich in der elterlichen Wohnung ab und ich zeige das Büchlein meinem Vater, der darin blättert und Fragen stellt. Merkwürdig an dem Traum ist, daß ich das Gefühl habe, dieses Buch, bzw. eine aufgeschlagene Seite daraus, schon gesehen zu haben, so als hätte ich bereits einmal davon geträumt. Auch der Satz auf dieser Seite kommt mir bekannt vor, aber nicht, weil ich ihn im Weblog gelesen habe, sondern weil ich ihn genau so schon einmal in diesem Buch gesehen habe.
Ich ziehe mich in mein Zimmer zurück, werde aber durch irgendetwas (ein Geräusch?) wieder herausgelockt. Es brennt überall Licht, aber mein Vater ist nirgends zu sehen. Ich suche und rufe ihn und finde ihn schließlich nackt im hinteren Korridor auf dem Fußboden liegend. Sofort beginne ich ihn anzusprechen und zu rütteln, um zu sehen, was mit ihn ist. Erst reagiert er nicht, doch dann sagt er mir, daß er nichts hören kann von dem, was ich sage. Klar, er ist ja schwerhörig. Das hatte ich vergessen. Aber er ist bei Bewußtsein und es scheint auch nichts ernsthaftes zu sein. Er fragt mich nur dauernd, warum ich nachts immer so schreie. Ich und nachts schreien - davon weiß ich nichts. Und wieso hört er mich schreien, wenn er schwerhörig ist? Was meint er nur? Ist er verwirrt oder bin ich es? Kann ich mich vielleicht nicht erinnern, daß ich schreie, weil ich mir dessen nicht bewußt bin? Ich beginne, an mir selbst zu zweifeln und der Traum verändert sich. Jetzt befinde ich mich woanders und statt meines Vaters ist Herr N. da. Die Situation kehrt sich um. Ich sage ihm, daß er dieses oder jenes getan hätte und er antwortet, daß er davon nichts weiß. Schließlich fragt er mich, ob er dabei bewußt gewesen sei.

Erinnert an diesen Traum.

Donnerstag, 1. November 2007

Zarte Annäherungsversuche unter roten Fallschirmen und der blaublumige Terrazzoboden

Ich kenne ihn irgendwo her und kenne ihn auch nicht. Ist er ein Kumpel meines Bruders? Wenn er der ist, an den ich denke, kann er es aber nicht sein, weil dieser graue Haare hat und nicht dunkle. Ich komme einfach nicht dahinter, woher ich ihn kenne. Alles beginnt damit, daß ich ein Museum besichtige. Es erinnerte mich von den Räumlichkeiten her an das Schloß des Fürsten Pückler. Als ich es verlassen will, bleibe ich mitten im Türrahmen stehen und unterhalte mich auf einige Entfernung mit einem jungen Mann. Da kommt er dazu, stellt sich neben mich und legt seinen Arm um meinen Rücken. Er fragt mich, ob ich Lust habe, mit ihm abends in ein bestimmtes Lokal zu gehen. Ich habe keine Lust und antworte deshalb nur, daß ich nicht kann. Das reicht ihm aber nicht, auf etwas ironische Art will er wissen, warum ich nicht kann. Ich sage deshalb genauer aber falsch, daß ich schon etwas anderes vor habe. Er fragt nicht weiter, nimmt aber auch nicht seine Hand von meinem Rücken. Statt dessen schiebt er sie weiter, bis er damit meine, ihm abgewandte Hand erreicht und ergreift sie. Kein Wort fällt mehr. Unsere Händen spielen zärtlich miteinander, umfassen sich und trennen sich wieder, um sich erneut ineinander zu verhakeln. Es ist, als ob sie miteinander sprechen würden, während wir schweigen. Von meiner Seite aus ein wenig halbherzig, da ich eigentlich nicht so vertraulich mit ihm werden möchte, aber andererseits finde ich diese Nähe irgendwie sehr angenehm. Jetzt fällt mir auch wieder ein, was ich an ihm nicht mochte und mich abschreckte - er war in meiner (Traum)Erinnerung ziemlich manipulativ und dabei besitzergreifend, ohne daß wir jemals zusammengewesen wären. Ich spürte, daß er nicht frei ist, daß er nicht liebt, sondern aus Ängsten und Eigennutz heraus handelt. Und da er nicht frei ist, würde er es mich ebenfalls nicht sein lassen. Ob sich das inzwischen geändert hat?
Wir befinden uns nun bei irgendeiner Gartenparty in einer Reihenhaussiedlung. Der Garten der Gastgeberin ist groß, aber anscheinend ist das in der Siedlung nicht üblich und nur eine Ausnahme. Jedenfalls erfahren wir dies, als wir den Garten verlassen und eine kurzhaarige blonde Frau treffen, mit der wir uns unterhalten. Während ich mich umschaue, bemerke ich, daß die Gärten vor den Reihenhäusern tatsächlich klein wie Handtücher sind. Abgegrenzt sind sie jedoch nicht durch Zäune, sondern nur durch in den Boden eingefurchte Linien. Es ist hier wohl noch nicht alles fertig. In einem der kleinen Gärten steht ein grau geflecktes Pferd. Kein sehr großes, aber auch kein Pony, vielleicht so eine Shetland-Rasse. Dafür ist es aber um so ungestümer und kaum zu bändigen. Ein Mädchen reitet darauf, und für die ungestüme Kraft des Pferdes ist der handtuchgroße Garten natürlich viel zu klein. Ruckzuck hat es in wilder Geschwindigkeit die Begrenzungslinie übersprungen. Oh je! So geht das aber nicht, höre ich schon die Eltern des Mädchens und die Nachbarn sagen.
Wir haben hinter den Gärten eine grüne Wiese mit rot belaubten Bäumen gefunden. Zumindest halte ich das Terrakotta-Rot der Bäume für Herbstlaub, auch wenn es mich wundert, daß es so gleichmäßig ist. Der Himmel hat sich etwas verdunkelt, da es Abend wird. Wir haben uns auf der Wiese niedergelassen, aber auch das Pferd hat die grüne Fläche jetzt entdeckt. Im wilden Galopp rast es auf mich zu und springt über mich hinweg. Du meine Güte! Da ich mich eh schon flach gemacht habe, strecke ich mich jetzt auf dem Rücken aus und blicke in den Himmel. Die beiden anderen legen sich neben mich und so liegen wir zu dritt auf der Wiese und schauen in den Himmel. Während ich so schaue, bemerke ich, wie sich das Rot der Bäume langsam zu kleinen rechteckigen Fallschirmen aufbläht. Zart schimmert der Himmel durch terrakottarote Organzastoffbahnen. Anscheinend ist ein Wind aufgekommen. Die Fallschirme sind mit Schnüren jeweils am Baum befestigt und heben sich in den Himmel, ohne jedoch wegzufliegen. Gleichzeitig denke ich auch über ihn nach, der jetzt neben mir auf der Wiese liegt und überlege, ob ich eine Affäre mit ihm anfangen soll. Bevor ich zu einer Entscheidung komme, richtet er sich auf und beginnt an einem Bild herumzukritzeln. Ich richte mich ebenfalls auf und sehe mit Erstaunen, daß es ein von mir gemaltes Bild ist. Er muß es von irgendwoher mitgenommen und dann reproduziert haben. Es befremdet mich ein wenig, daß es in seinem Besitz ist und noch mehr, daß er darin herummalt. Das Bild zeigt zum Teil ein Publikum, welches aus dem Bild und zwei Vorhängen herausschaut, so als wären die Betrachter des Bildes auf einer Bühne. Mir fällt auf, daß er nicht nur in den Gesichtern und Details herumgemalt hat, sondern sogar ein Paßfoto von sich ausgeschnitten und mitten unter die Zuschauer geklebt hat. Was soll ich davon nur halten?

In einem anderen Traumfragment stehe ich auf meinem grau-schwarzen Terrazzo-Küchenfußboden und bemerke verwundert, daß er auf einmal ein unregelmäßiges, aber reizvolles Muster aus großflächigen, dekorativ gerankten blauen Blüten enthält. Allerdings waren weder Handwerker da, noch habe ich selbst irgendwas an dem Fußboden gemacht. Ich vermute, daß dieses Muster von unten durch den Boden gedrungen ist, genauso, als wären die Blumen aus Erde hervorgewachsen. Vielleicht eine neue Technologie, um Fußböden von unten, bzw. der anderen Seite aus zu legen oder wachsen zu lassen?

Bemerkung: Das zweite Fragment erinnert mich zum einen an die Geschichte aus meiner Kindheit, als ich den guten Linoleumfußboden meiner Eltern mit Blümchen bemalte, die nicht mehr zu entfernen waren, und zum anderen an die gestern gelesene Aussage aus dem Buch über den Lichtkörperprozeß, daß man in höheren Dimensionen in aus Gedanken geschaffenen Räumen wohnt, welche nur mit Gedankenkraft umgestaltet werden.

Sonntag, 28. Oktober 2007

Schnee an der Grenze zwischen Tag und Traum

Durch viele Träume hindurch, die ich wieder vergessen habe, begleitet mich wie ein Mantra der Satz "Trauen Sie sich doch!", den ich ständig im Hintergrund zu hören scheine. Schließlich befinde ich mich in einem Lokal, das mich von den Verwinkelungen und Durchgängen her ein wenig an meine ehemalige Stammdisko erinnert. Nur gibt es hier nicht Tanz und Musik, sondern überall kleine Minikameras, ausgelegt auf Tischen und dünn wie ein Papierblättchen, mit denen man sich selbst filmen kann, wenn man möchte. Ich trinke sehr leckere (alkoholfreie?) Cocktails und schlendere durch die vielen Räume, setze mich nirgends hin. Dabei öffne ich eine Tür, die anscheinend zu den Toiletten führt, denn vor mir sehe ich eine Reihe Toilettenabteile. Allerdings höre ich hinter den Abteilen Männerstimmen, deshalb vermute ich, dass ß dies die Männertoilette ist, schließe die Tür und schaue auf das Schild. Es ist zwar ein Männchen zu sehen, aber ein sehr eigenartiges, es ist irgendwie verknotet oder springt gerade, jedenfalls trägt es keinen Rock. Ich finde noch eine zweite Tür mit einem Männchen, auch dieses trägt keinen Rock, aber ich bin mir jetzt sicher, dies muß die Frauentoilette sein. Ich gehe jedoch nicht hinein, sondern vorbei in die Küche. Eine sehr freundliche Frau dort begrüßt mich und bietet mir ein großes, kostenloses Glas Saft an. Sie haben noch welchen übrig, der weg muß. Wow, das ist ja nett! Aber ich winke erst ab und sage, ich wolle sowieso gleich nach Hause gehen. Die Frau antwortet, daß sie sich das schon gedacht hat und irgendwie halte ich dann doch das Glas Saft in der Hand. Das Getränk ist sehr erfrischend. Ich gehe mit dem Glas vor die Tür, dorthin, wo sonst Tische stehen. Jetzt sind sie alle eingeräumt, da es zu kalt geworden ist, um draußen zu sitzen. Mir fällt auf, dassß ich hier erhöht stehe, wie auf einem Berg. Es gibt auch keine andere Straßenseite mit Häusern, sondern ich kann bis zum Horizont eine weite Landschaft überblicken. Gerade geht die Sonne auf (oder geht sie unter?), ein einzelner roter Ball am fast noch schwarzen Himmel und der Anblick, der sich mir jetzt bietet, ist wirklich atemberaubend. Ich bemerke jetzt, daß es geschneit hat, die ganze Landschaft vor mir leuchtet weiß im Halblicht der Sonne, während der Horizont noch im Dunkel liegt. Es ist wunderschön, dauert aber nicht lange, denn kaum wird es heller (oder dunkler), bietet sich wieder ein fast normaler Anblick, der zwar auch schön ist, aber nicht mehr so besonders leuchtet. Ich nehme mir fest vor, hier noch einmal mit dem Fotoapparat vorbeizukommen. Allerdings muß ich dazu die richtige Zeit abpassen und auf einmal bin ich mir nicht sicher, ob das nun ein Sonnenaufgang oder ein Sonnenuntergang war und wie spät es überhaupt ist. Es ist, als hätte ich jegliche Zeit und das dazugehörige Zeitgefühl verloren, was mich leicht verwirrt. Ich denke mir dann aber, daß es jedenfalls die Grenze zwischen Tag und Nacht sein muß, von welcher Seite aus gesehen, dürfte wahrscheinlich egal sein. Jetzt treffe ich im Lokal eine ehemalige Kollegin von mir. Sie trinkt einen Cocktail und will gleich wieder weiter. Wir stellen uns draußen vor das Lokal, wo ich die schöne Aussicht hatte, und unterhalten uns. Während sie ihr Glas hält, fällt mein Blick einige Male auf einen breiten silbernen Ring, den sie am Finger trägt. Schließlich zieht sie weiter und ich sehe sie von oben nur noch als winzig kleine Gestalt auf der Straße unter mir laufen. Sie zieht einen Rolli hinter sich her und trägt einen sehr breiten und sehr langen Poncho mit mexikanischen bunten Mustern. Er reicht fast bis auf den Boden und darunter schauen nur ihre nackten Füße hervor. Mir fällt auf, daß sie sehr schlanke Fesseln hat. Der Poncho ist mir vorher gar nicht aufgefallen.

Bemerkung: Der Anblick der leuchtenden Landschaft erinnert mich im unteren Teil ein wenig an dieses Foto, welches ich gestern in einer Dokumentation über den Fotografen Rene Groebli sah.

Mittwoch, 24. Oktober 2007

Auf der Suche nach dem Schlafzimmer

Ich finde mich in einer mir unbekannten großen Wohnung wieder, von der ich realisiere, dass es wohl meine eigene neue Wohnung ist. Allerdings bin ich mir noch nicht sicher, ob sie mir tatsächlich schon gehört oder ob ich sie erst besichtige. Außerdem liegt sie wohl in meinem ehemaligen Elternhaus und ich frage mich, warum man mir wohl dort eine Wohnung geben sollte, denn schließlich arbeite ich ja nicht bei der Kirche. Doch ich stehe in dieser Wohnung und je mehr ich sehe, um so sicherer bin ich, dass ich sie unbedingt haben will. Der Wohnraum, den ich jetzt überblicke, ist riesig. Vielleicht liegt es auch daran, dass die Möbel so klein sind, sie sehen richtig etwas verloren darin aus. Ich überlege mir, dass ich bei so viel Platz auch noch einen Eßtisch mit Stühlen hineinstellen könnte. Neben dem großen Zimmer liegt ein sehr viel kleineres, in welchem ich meinen Schreibtisch unterbringen möchte. Dann fällt mir auf, dass ich noch gar kein Schlafzimmer gesehen habe. Sollte es etwa gar kein anderes Zimmer mehr geben? Außerdem beunruhigt es mich ein bißchen, dass ich bisher keine Verbindung zur Natur gefunden habe, weder etwas Grünes noch einen Balkon. Ich weiß nicht, ob ich so auf Dauer leben könnte. Ich suche in dem großen Wohnzimmer nach weiteren Türen zu anderen Zimmern und werde fündig. Dabei bemerke ich eine Meise, die gegen das Wohnzimmerfenster fliegt. Also gibt es hier wohl zumindest Vögel. Durch die neue Tür gelange ich in einen riesigen Gang, von dem ich erst meine, dass er anscheinend nicht mehr zur Wohnung gehört, denn er wirkt wie ein Hausflur. Dann entscheide ich aber mehr oder weniger, dass er doch zur Wohnung gehört. Vom Gang geht eine Tür ab, hinter der ich hoffe, das Schlafzimmer zu finden. Was ich hinter der Tür entdecke überrascht mich. Es ist eine Art offener Wintergarten. Die Wand am anderen schmalen Ende des Zimmers fehlt gänzlich und der Raum geht nahtlos in eine große Terrasse über. Das Zimmer selbst ist wie ein verwunschener Garten mit grünen Pflanzen und dekorativen Ruinenresten eingerichtet. Griechische Säulen ragen zerbrochen in die Luft. Um den Garten zu betreten muss man einige flache Steinterrassen hinunterschreiten. Wow, wie klasse! Nun bin ich mir absolut sicher, dass ich diese Wohnung will, egal ob mit Schlafzimmer oder ohne. Zurück auf dem Gang bemerke ich, wie eine Gestalt schattenhaft an mir vorbeihuscht. Ich drehe mich um und sehe noch eine zweite Gestalt vorbeigehen. Latschen hier etwa fremde Leute durch meine Wohnung? Ich rufe ihnen etwas hinterher und sie wenden sich mir zu. Leider kann ich mich nicht erinnern, was sie antworteten. Auffällig ist ihre Kleidung. Es sind lange bunte Gewänder und auf dem Kopf tragen sie eine Art flachen Turban. Sie wirken irgendwie altertümlich.

Bemerkung: Kein Wunder, dass ich das Schlafzimmer nicht finde. Ich schlafe ja eh nicht mehr. *fg*

Montag, 22. Oktober 2007

Feuerlauf

(M)Ein nackter Fuß springt furchtlos in ein züngelndes Feuer um darin zu verweilen. Das Feuer wird ihn wie Wasser kühlen und erfrischen. Ein Gefühl von Begeisterung, Abenteuerlust und Dankbarkeit verbunden mit einer wunderbaren Leichtigkeit erlebe ich. Doch plötzlich lande ich wieder im Tagesbewußtsein und erinnere mich nun dessen sofort, dass Körper im Feuer brennen. Schlagartig ist das Gefühl der Leicht(füß)igkeit verflogen.

Samstag, 20. Oktober 2007

Irrwege, Papptreppen und die Frage: Wo geht es hier zur Rezeption?

Ich bin auf einer Reise in Polen, bei unseren polnischen Bekannten und zusammen mit meiner Mutter. Es ist schon der letzte Tag, heute wollen wir wieder abreisen. Vorher befinden wir uns mit den Bekannten in einem Gebäude, in welchem sich riesige Markthallen erstrecken. Die Hallen erinnern ein wenig an den Polenmarkt in Kostrzyn. Unsere Bekannten möchten uns noch ein Abschiedsgeschenk kaufen. Ich betrachte eingehend Töpfe mit exotischen kleinen Pflanzen, unter anderem einer mit wunderschönen dunkelroten Blüten, welche außerdem auch noch kleine Kugeln an den Stengeln trägt (wie beim Korallenbäumchen), die sie sich irgendwann "selbst abbeißt". So steht es auf dem Verkaufsschild, gesehen habe ich es aber nicht und ich kann mir auch nicht so recht vorstellen, wie das funktionieren soll. Danach gehen wir wohl wieder zur Wohnung unserer Bekannten. Es ist ein Haus mit vielen Stockwerken und im obersten wohnen sie. Ich stehe jetzt allein vor der Eingangstür des Hauses, mit mir hinein schlüpft aber noch ein junger Mann mit Zickenbart, der etwas eigenartig ist. Ich vermute, er ist geistesgestört. Während ich die Treppe hinaufsteige, wird mir bewußt, dass diese nur aus Pappkartons besteht und extrem wackelig ist, man muss stets auf die dünnste und gleichzeitig stabilste Längsseite der Pappe steigen und darauf den richtigen Punkt und die richtige Belastung finden, damit sie nicht knickt oder zusammenbricht. Je höher ich komme, um so wackliger wird die Angelegenheit und mir langsam schwindlig, da es mehr etwas von einer Turmbesteigung hat und es neben mir mehrere Stockwerke nach unten geht. Wahrscheinlich ist der Schwindel und die zunehmende Zittrigkeit auch der Grund, dass die ganze Papptreppe plötzlich wie ein Kartenhaus zusammenfällt. Unversehrt lande ich in einem Haufen Pappkartons. Zwischendurch fehlen dem Traum immer mal einige Fragmente. Jetzt ist es soweit, dass wir unsere Koffer schon irgendwo aufgegeben haben und zum Zug wollen, um nach Hause zu fahren.
Während meine Mutter mit den polnischen Bekannten vor dem großen Markthallengebäude steht und sich mit ihnen unterhält, fällt mir eine Kirche auf, die sich an einem Weg befindet, den wir schon mehrmals entlanggelaufen sind, ohne aber die RÜCKSEITE der Kirche zu sehen. Auf einmal interessiert mich brennend ihre Rückseite und ich meine zu wissen, dass man von hinten eigentlich in eine Gruft müsste schauen können. Die Neugier treibt mich und ich denke mir, dass wir ja noch einige Minuten Zeit haben, deshalb schleiche ich um die Kirche zur Rückseite, den Fotoapparat im Anschlag. Kaum bin ich auf dem hinteren Hof der Kirche angekommen, höre ich eine Lautsprecherdurchsage, welche ich zwar nicht gänzlich verstehe, aber in welcher mein Nachname und das Wort "Rezeption" genannt wird. Sofort kombiniere ich - ach du Schreck, sie suchen mich schon und warten anscheinend nicht mehr an derselben Stelle. Ich soll mich wohl bei der Rezeption melden. Ich habe nur keinen Schimmer, wo sich diese befindet. Wieder vor dem riesigen Hallengebäude angekommen, frage ich jemanden, wo ich die Rezeption finde und man erklärt mir, ich solle dort in die Markthalle gehen und mich dann immer links halten. Ich durchquere also die Markthalle und komme danach in einen anderen großen Hallenteil, der wohl zu einer Schule gehört, weil da jugendliche Menschen wie die Rabauken entlangstürmen. Die einzelnen Strecken sind durch Schutzgitter voneinander abgetrennt, damit sie sich nicht gegenseitig über den Haufen trampeln. Ich lasse mich mit der Menge treiben und gelange durch immer neue Gänge, Hallen und Orte. Irgendwann komme ich zu einem hohen Kirchenraum, der sich anscheinend innerhalb der Gebäudes befindet. Das Gebäude macht fast den Eindruck einer eigenen kleinen Stadt, da Schule, Markt, Kirche und Wohnungen darin integriert sind. Hier bei der Kirche scheint es mir, als würde der Weg nicht mehr weitergehen, denn auf meiner Seite komme ich in eine Sackgasse. Doch weit und breit nichts von einer Rezeption zu sehen. In der Kirche hat gerade ein Gottesdienst stattgefunden und die Besucher strömen gegenüber dem Eingang, durch welchen ich hineinschaue, zu einer Tür hinaus. Aha, also geht der Weg vielleicht dort weiter. Ich durchquere den Kirchenraum und lasse mich mit der Menge zur anderen Seite hinaustreiben. Der Weg geht hier tatsächlich weiter und nach einigem Umherirren lande ich in einer schummrigen und vollbesetzten Bar. Ich möchte erneut nach dem Weg fragen und suche mir dafür die Bardame, die allerdings ziemlich abgelenkt scheint. Sie zeigt in eine Richtung und ich verlasse die Bar, um dieser Richtung zu folgen. Wieder irre ich durch einige Gänge und durchquere schließlich anscheinend eine Wohnung, aber es ist der einzige Weg, der weiterführt und die Wohnung steht auch offen. Die Bewohnerin kommt herein und ich entschuldige mich schnell und sage, dass ich die Rezeption suche. Die Bewohnerin winkt ab und sagt, das sei sie schon gewohnt, denn es gäbe keinen anderen Weg als durch ihre Wohnung, so dass hier ständig fremde Leute hindurchkommen würden. Dann sagt sie mir, wie ich mich weiter zu halten habe, damit ich zur Rezeption komme. Erneut durchquere ich einige Hallen bis ich plötzlich wieder vor dem Gebäude stehe. Dort gibt es zwar einige Backwarenstände, aber nirgendwo eine Rezeption. Die Verkäuferin an einem der Stände schaut mich nur pikiert an, als ich frage, ob hier die Rezeption ist. Inzwischen bin ich mir sicher, dass der Zug wahrscheinlich längst abgefahren ist, entweder mit meiner Mutter oder zumindest mit unseren Koffern. Mit einem wütenden Aufstampfen des Fußes und dem Schrei: "Man, hier gibt es ja immer noch keine Rezeption!" erwache ich völlig entnervt und schon etwas den Tränen nahe.

Wieder eingeschlafen, schlendere ich mit dem Fotoapparat durch Prenzlauer Berg und entdecke einen idyllischen Hinterhof, von dem man seltsamerweise nach hinten raus über weite flache Felder und den Himmel schaut. Aber auch die Balkone auf dem Hof gefallen mir sehr gut. Einer im Paterre sieht mit einer struppigen Gruppe von Sonnenblumen sehr lauschig aus. Ich finde tausend Motive, die ich fotografieren möchte, aber jetzt kommen Bewohner des Hauses auf den Hof und beäugen mich mißtrauisch. Erst lasse ich mich dadurch nicht stören, doch es werden immer mehr und sie stellen sich so ins Bild, dass vom Motiv nichts mehr zu sehen ist. Mir wird klar, dass sie das wohl mit Absicht machen, weil sie nicht wollen, dass ich hier fotografiere. Also stecke ich den Fotoapparat unverrichteter Dinge ein und gehe. Im gleichen Moment beginnt es zu regnen, was mich aber nicht davon abhält, weiter durch die Straßen zu schlendern.

Bemerkung: Interessant die mehrfache Bedeutung des Begriffes "Rezeption" (oder Rezipieren - lateinisch recipere „aufnehmen“):

-Rezeption (Betreuung), einen Empfangstresen im Vorraum eines Gebäudes oder Raumes
-Rezeption (Kommunikation), jeder Empfang einer Botschaft in Kommunikationsprozessen
-Wahrnehmung, den Vorgang der bewussten Aufnahme von Informationen über die Sinne

(Synonyme: [1] Empfang
[3] Aufnahme, Wahrnehmung )

Ich frage mich, zu welcher Rezeption ich wohl tatsächlich gerufen wurde.

Das verborgene Buch der Träume

...und andere gesammelte Schätze aus den Tiefen des Seelenmeeres

Träume

~Warum willst du mit ihm hadern, weil er auf Menschenworte nicht Antwort gibt? Denn auf eine Weise redet Gott und auf eine zweite; nur beachtet man's nicht. Im Traum, im Nachtgesicht, wenn der Schlaf auf die Menschen fällt, wenn sie schlafen auf dem Bett, da öffnet er das Ohr der Menschen...~ (Hiob 33,13-16)

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