Geräuschkulisse
Lautes Stimmengewirr und Geräusche im Hintergrund stürzen auf mich ein. Ein Telefon klingelt, ich hebe ab und Kollege M. K. ist am anderen Ende. Er hat irgendeine Bitte an mich, doch durch die Geräuschkulisse kann ich ihn kaum verstehen. Ich fühle mich von den vielen Stimmen und Geräuschen überfordert, es ist als würde mir die Kontrolle über meine Sinne und die Situation entgleiten, das äußere Chaos zu einem inneren führen, was mich panisch und gereizt werden läßt. Auf nicht gerade sehr freundliche Art, sondern eher ungeduldig, versuche ich ihm klarzumachen, daß ich ihm jetzt nicht zuhören kann, da es zu laut ist und ich nichts verstehe. Im Nachhinein tut mir meine ruppige Art selbst leid und eigentlich hätte ich ihm gern zugehört und seine Bitte erfüllt, aber den auditiven Umständen war ich nicht gewachsen. Ich hoffe sehr, daß er jetzt nicht schlecht von mir denkt oder mir das übel nimmt. Doch anscheinend ist es genau so. Er wirft mir in einem späteren Gespräch vor, daß er viel für mich getan hätte und ich aber wohl kein Interesse hätte, auch etwas für ihn zu tun. Ich sei egoistisch und undankbar. Es tut mir weh, daß er so über mich denkt, denn ich fühle mich mißverstanden, meine, es lag allein an dieser Überforderungssituation, daß ich so reagiert habe und nicht, weil ich keine Lust hatte, etwas für ihn zu tun und mich drücken wollte. Das versuche ich jetzt zu erklären, bin mir aber ziemlich sicher, daß er es nicht wirklich versteht, weshalb meine Erklärungen auch immer leiser und zaghafter werden.
Kurzträume und Fragmente - Freitag, 8. Februar 2008, 17:08










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