Der Kanal
Mein altes Elternhaus, L-förmig. Im längeren Flügel liegt unser Bad. Als ich hineingehe und aus dem Badfenster schaue, sehe ich schräg oben, im obersten Stockwerk des kurzen Flügels, einen halbnackten jungen Mann sich rasieren. Er sitzt direkt am Fenster auf der Fensterbank und es ist, wie mir im Traum bewußt wird, eigentlich das Fenster meines früheren Spielfreunds. Schnell mache ich das Licht im Bad aus, damit er mich nicht ebenfalls sehen kann, und grüble, ob M., mein Spielfreund, dort jetzt nicht mehr wohnt. Wieder zurück im Wohnzimmer, welches mehr wie mein jetziges aussieht, lege ich mich auf die Couch und fühle mich von einer tiefen Depression überwältigt. Schwarze Gedanken jagen mir durch den Kopf. Nach einiger Zeit schaue ich aus dem Fenster und stelle zu meiner Verwunderung fest, dass genau am längeren Flügel des Hauses entlang, durch den Hausflur des kürzeren Flügels hindurch, ein breiter Wasserkanal fließt. Sogar Schiffe und Schleppkähne fahren darauf. Mit einigem Überlegen wird mir klar, dass man wohl zwei Spreearme durch einen künstlich angelegten Kanal verbunden hat, der genau an unserem Haus liegt. Seltsam, dass ich von den Bauarbeiten nichts mitbekommen habe. Neugierig verlasse ich das Haus mit dem Gedanken, dem Kanal zu folgen und zu schauen, wohin er führt. Ich wende mich nach links und schon nach kurzer Zeit erreiche ich ein größeres, unregelmäßig in hellem Gestein geformtes Wasserbecken. Es wirkt wie ein natürlicher See, könnte aber auch künstlich angelegt sein. In und an diesem See tummeln sich hunderte von kleinen niedlichen Tiger- und Pantherbabys. Ich bin hin und weg, sie sind alle so putzig. Ich kann mich gar nicht satt sehen und auch die Landschaft, sonnenüberflutet, gibt was her. Die Tigerbabys sind orange gestreift und die Panther seltsamerweise nicht schwarz, sondern weiß. Einer kommt neugierig angetappelt und schnuppert an meiner Hand. Ich streichel ihm über das Köpfchen, streiche durch das weiche Fell, er macht die Augen zu und purzelt dann wieder zu den anderen. Zwischendurch, während ich mich dort beschäftige, fällt mir kurz auf, dass meine schwarzen Gedanken verflogen sind und von einer Depression nichts mehr zu spüren ist. Aha, denke ich, ich muss also bloß mal vor die Tür gehen und mir einen schönen Platz suchen. Ich fühle mich energetisiert und begeistert.
Tierträume - Mittwoch, 17. Oktober 2007, 09:49










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