Der dünne Vater
Im Elternhaus (das alte?) sehe ich meinen Vater am Esstisch sitzen. Er sagt irgendwas zu mir, ich glaube, er will, dass ich ihm etwas Bestimmtes bringe oder suche. Zuerst ist es eine ganz normale Szene, doch dann fällt mir plötzlich ein, dass mein Vater eigentlich im Pflegeheim liegt und nicht mal sitzen kann. Im ersten Moment verwirrt mich diese Feststellung, aber statt zu merken, dass ich träume, fängt mein Verstand an zu arbeiten und fragt sich, ob er wohl entlassen wurde und es tatsächlich geschafft hat, wieder auf die Beine zu kommen. Es erscheint mir unglaublich, fast wie ein Wunder, zumal das Wissen, dass er es geschafft hat auch mit der Vorstellung verbunden ist, dass er dies nur konnte, weil er sich selbst, bzw. sein Denken verändert hat. In Hinsicht auf sein Alter erscheint mir das kaum möglich, aber da ich ihn vor mir sitzen sehe, schlußfolgere ich, dass es wirklich so sein muss. Ich sage endlich zu ihm: "Du kannst ja wieder sitzen!", wobei ich ihn mit der Hand leicht an der Schulter berühre, und er antwortet etwas, an das ich mich ebenfalls nicht erinnere. Mir fällt nun sehr deutlich auf, dass er vollkommen ausgemergelt ist. Er sieht aus wie eines der KZ-Opfer, die man manchmal in Filmen sieht, sein Oberkörper ist dabei seltsamerweise dünner als sein Unterkörper, seine Arme und Schultern sind nur Haut und Knochen, die Schulter wirkt geradezu spitz und eckig. Trotzdem denke ich im Traum zuversichtlich, dass er dies jetzt auch noch überwinden wird. Im Nachhinein ärgert es mich, dass ich im Traum so in meinen eigenen Gedanken gefangen war, dass ich mir nicht gemerkt habe, was er zu mir sagte.
Alle anderen Träume - Donnerstag, 7. September 2006, 19:37










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