Eine Hardrock-Musik-Veranstaltung, bei welcher junge, noch unbekannte Bands auftreten. Die Räumlichkeiten sind nicht groß, etwa so wie eine größere Disco. Ein neues Lied wird gleich gespielt und ich werde extra vorgewarnt: "Achtung, es wird laut!" Wird es aber gar nicht und auch sonst ist es eher ein leiser Traum, in dem ich mich nun in enger Umarmung mit Billy Idol wiederfinde. Wir sind auf einer Tanzfläche allein, nur umstanden von einigen neugierigen Zuschauern. Vielleicht tanzen wir, vielleicht stehen wir auch einfach so da, man weiß es nicht. Sicher ist jedoch, daß wir ein Paar sind und viel mehr darüber hinaus. Es ist nicht nur, als seien wir körperlich miteinander verwachsen, sondern unsere Empfindungen und Schmerzen ebenfalls. Wir gehen denselben Leidensweg, denn Billy Idol hat tägliche quälende Rückenschmerzen. Und dies macht aus uns etwas, wie man es lapidar "ein Herz und eine Seele" nennt, etwas, das aus einer tiefgreifenden Verbundenheit jeder Zelle, jeden Gefühls und Gedankens heraus nicht zu trennen ist. Im Hintergrund läuft aus der Konserve eines seiner Lieder, welches aber ausschließlich als eine fast lautlose Melodie zu hören ist und dabei wie die Vision eines Filmes auf einer Leinwand vorüberschwebt. Es erzählt von Sommer und es scheint beinahe, als sei es unser gemeinsames Abschiedslied, da der Weg, den wir zusammen gehen, zusammen zu gehen beschlossen haben, uns von diesem Leben wie wir es jetzt führen, fortführt.
Meine Mutter ist vorübergehend in ein großes Hotelzimmer mit hoher Decke gezogen. Da es renovierungsbedürftig ist, hat sie meinen Cousin gebeten, es zu renovieren und auch ich helfe dabei mit. Allerdings kann ich nicht wirklich nachvollziehen, wieso sie das Zimmer, wenn sie bald wieder auszieht, auf eigene Kosten renovieren will, wenn eigentlich das Hotel dafür zuständig ist, aber egal. Ich habe die letzte Nacht im noch baustellengleichen Zimmer verbracht, in einem Bett, das bereits in die Ecke gestellt worden ist, und trage ein pinkfarbenes T-Shirt mit einem dunkelblauen Druck, dazu ein passendes dunkelblaues Armband an meinem linken Handgelenk. Mein Cousin kommt ins Zimmer und um mich zu ärgern setzt er sich auf mich drauf und imitiert mit seinen Augen ein Zucken, so wie es wohl an meinen Augen zu sehen ist, wobei ich ihm meine Faust in die Seite stemme. Während der kleinen Rangelei habe ich Gelegenheit, genauer sein Gesicht betrachten. Es mutet fast türkisch an, mit einem gepflegten schwarzen Vollbart, dabei sind seine Augen jedoch statt braun, wie normalerweise, so grün wie meine. Etwas später sind wir alle gemeinsam auf den Weg in ein Restaurant, da wir nach der Arbeit Hunger haben. Unterwegs werde ich von einem Ordnungshüter angehalten, der mich fragt, ob ich auch die vorgeschriebenen Waffen bei mir trage. Ab einem gewissen Alter ist dies nämlich Pflicht und die Waffen dafür gibt es auf Rezept aus der Apotheke. Blöderweise habe ich zwar das Rezept für Pfefferspray eingesteckt, es aber noch nicht eingelöst. Der Ordnungshüter will Ärger machen und meint, daß wir im vor uns liegenden Restaurant ohne die Waffe sicher keinen Einlaß finden, aber der Inhaber des Hauses ist überraschend kulant und meint, es ginge auch ohne Pfefferspray. Auf dem Hinterhof der Gaststätte suchen wir uns ein Plätzchen im Freien und rücken einige Garten-Klappstühle an einen Tisch. Da die Stühle lange nicht benutzt wurden, tummeln sich jedoch an den Lehnen Schnecken, seltsame Moränen und ähnliches Getier. Ich wage mich nicht hinzusetzen und nehme Abstand, dabei bemerke ich in der Luft etwas, das wie ein Glühwürmchen aussieht, aber viel größer und aus echter leuchtender Glut. Ehe ich mich versehe, fliegt es zu mir und fällt genau auf meinen Kopf.
Bemerkung: Ich weiß zwar nicht, welches Lied von Billy Idol es war, aber dieses würde am besten passen und ich kannte es bisher noch nicht - Summer Running
Dämmerung in der Straße, ich liege auf dem Bürgersteig vor der Bushaltestelle. In einiger Entfernung ist links von mir eine kleine Gestalt zu sehen. Von anderen Leuten, die in meiner Nähe stehen, erfahre ich, daß es der Tod ist, ein kleiner, abgebrochener, aber energischer und drahtiger Mann. In der Dunkelheit scheint er sich von mir weg zu bewegen, aber das war wohl nur eine optische Täuschung, denn bei genauerer Betrachtung wird klar, daß er doch in meine Richtung geht. Vielleicht hat ihn auch etwas dazu bewogen, auf dem Weg umzukehren. Die Leute neben mir flüchten und es scheint, daß der Tod hinter ihnen her ist. Ich bleibe still liegen, kann oder will mich nicht bewegen und schließe die Augen, in der Hoffnung, daß er mich, wenn ich ganz still und klein bin, übersieht und an mir vorbeiläuft. Mit den Ohren lausche ich in die Nacht und tatsächlich höre ich Schritte, die an mir vorbeigehen. Allerdings habe ich das Gefühl, daß die Gestalt stehen bleibt und mich von der anderen Seite aufmerksam betrachtet. Ich erwache in meinem Bett und noch ehe die Schlafstarre von mir abfällt, nehme ich im Augenwinkel eine Gestalt wahr, den Tod, der im Zimmer sitzt und anscheinend auf mich wartet, vielleicht daß ich aufwache. Doch ich tue so, als würde ich weiterschlafen und wende den Kopf ab, damit ich die unheimliche sitzende Gestalt nicht sehe. Irgendwann schaue ich doch wieder und er ist verschwunden, ebenso der Stuhl und die vorhergehende Einrichtung. Wahrscheinlich war es nur ein Traum. Wenig später befinde ich mich im Büro, wo ich wohl nach einem Schlaganfall recht schnell wieder arbeite, allerdings nur leichte Hilfstätigkeiten, wie Botengänge oder stupide Bewegungsabläufe mit den Händen. Es scheint beinahe, daß die Tätigkeiten eigentlich nur dazu gedacht sind, die Beweglichkeit der Hände wiederherzustellen und eigentlich keinen großen Sinn haben. Danach befinde ich mich bei einem älteren Herrn, einem Notar, bei dem ich mir eine neue Uhr mit Handy aussuchen soll. Eine Auswahl von Handys, die meisten schwarz (Klavierlackoptik), sind auf einem Tisch ausgebreitet. In ihnen befindet sich gleichzeitig eine Art Armbanduhr, die das Wichtigste daran ist. Denn ich benötige sie, weil normale Uhren von nun an für mich nicht mehr relevant sind oder wie man auch sagen könnte, die Zeit ab jetzt für mich anders geht. Außerdem überreicht er mir eine Tüte mit bunten Perlen, eine letzte Erbschaft meiner Eltern, die er in einer Schublade aufgehoben und noch nicht mit dem normalen Erbschaftsverfahren verwaltet hatte.
Bemerkung: Nein, ich brauche keine neuen Krankheiten und ich möchte auch nicht von ihnen träumen.
Mit meiner Schulfreundin auf einer ausgedehnten Schnitzeljagd. Es hat uns in einen Krankenhausflur verschlagen, wo wir nach Hinweisen zur Lösung eines Rätsels suchen müssen. Die Hinweise, so erinnere ich dunkel, haben etwas mit historischen Kostümen zu tun. Ich entdecke drei Zeichnungen an der Wand. Eine ist eine Modezeichnung mit verschiedenen historischen Kleidern, auf der zweiten befindet sich nur noch ein Kleid und auf der dritten ist ein Skizze des Stoffes hingeworfen, aus welchem der Rock besteht - Schwarz- und Grautöne in verschiedenen opulenten Dekoren. Das müssen die Hinweise sein! Wir haben nicht mehr viel Zeit, denn hinter der Ecke nähern sich einige Krankenschwestern. Beide zögern wir kurz, doch meine Freundin greift schließlich zu und nimmt die Zeichnungen von der Wand. Ich eile bereits zum Ausgang, während sie noch etwas länger in der Klinik bleibt, und werde an der Auffahrt von einem Auto erwartet. Es sieht aus wie ein futuristisches Elektroauto und ist in hellem Grau lackiert. Ich werfe mich auf einen der Rücksitze und will eigentlich auf meine Freundin warten, aber das Auto setzt sich ganz von allein und ohne Fahrer in Bewegung. Nach der ersten Überraschung denke ich mir, daß es wohl, so wie es aussieht, auch eine moderne Fahr- und Navigationsautomatik hat, die wahrscheinlich auf den nächsten Ort der Schnitzeljagd eingestellt ist. So weicht der Schrecken neugieriger Erwartung.
J. ist zwar etwas mürrisch und störrisch, aber bestimmt kein schlechter Kerl. Bei einer Fortbildungsveranstaltung in einem großen Saal, bei der jeder in einem Bett unter seiner eigenen Steppdecke liegt, sind wir uns näher gekommen. Ich liege nun sogar schon unter seiner Decke und er verwöhnt mich hingebungsvoll mit Oralsex. Er kann das gut, weshalb ich ihn gewähren lasse, es bleibt allerdings nicht aus, daß andere etwas mitbekommen. Noch immer seine Decke umgelegt schleiche ich mich in mein Bett zurück. Mein Spielpatzfreund, der ebenfalls etwas gemerkt hat und anscheinend eifersüchtig ist, macht hämische Bemerkungen über die Indizien, wie zum Beispiel das Mitbringsel. Zufrieden wie ein schnurrendes Kätzchen prallen die Sticheleien an mir ab und ich antworte frei heraus etwas provozierend: "Ja, ich habe J.s Kuscheldecke bekommen."
In einem gewöhnlichen Traum verändert sich auf einmal blitzschnell die Szenerie, so als würde sich ein neues Computerbild aufbauen. Die neue Szenerie ist irgendwie unheimlich mit seltsamen Gestalten, die abgetrennte, blutige Köpfe bei sich herumzuliegen haben. Mir wird klar, daß ich hier zufällig mitten in einem Computerspiel gelandet bin, aber in einem, das mir nicht gefällt. Eigentlich hat jedes Spiel einen Ausgang, die Escape-Taste oder ähnliches, aber so mitten drin, weiß ich nicht, wo ich suchen soll. Wo finde ich den Ausgang, bzw. die Escape-Taste? Hier gibt es nirgendwo eine Tastatur, also muß die Escape-Taste irgendwo anders versteckt und eingebaut sein. Vielleicht eine Tür oder ähnliches. Ratlos bleibt mir nichts weiter übrig, als weiterhin in der Szenerie suchend herumzuschlendern, wobei ich an einigen der seltsamen Leute und abgetrennten Köpfe vorbei muß. Ich versuche mich dabei so unsichtbar wie möglich zu machen, aber sie rufen mir etwas zu. Gespielt unbefangen antworte ich und tue so, als würden mir die blutigen Köpfe nicht auffallen.
Bemerkung: Für mein Leben hätte ich manchmal auch gerne eine Escape-Taste.
Ich erfahre, daß sich ganz in der Nähe meines Bezirkes der Funkturm befindet. Nanu, da habe ich mit meinem Orientierungssinn mal wieder völlig daneben gelegen. Hätte nicht gedacht, daß der Funkturm so nah ist. Ich beschließe, dem Gelände einen Besuch abzustatten. Es ist das Gelände des B.Berges und rund um den Turm sind überall Buden wie auf einem Weihnachtsmarkt aufgestellt. An einer sehe ich Kisten mit rosa und dunkelvioletten Kristallfamilien. Hm, als ich kurz nach der Wende hier war, gab es nur einen provisorischen Pavillon mit einem Biergarten. Ich schlendere hier hin, schlendere dort hin, aber wo ist dieser Turm? Ich sehe nirgends einen. Doch da, hinter dem Giebel eines Hauses, entdecke ich ein Turmgebäude. Im Äußeren ähnelt er dem Aussichtsturm auf dem Müggelberg, jedoch ist in ihm eine kostenlose Ausstellung zu besichtigen. Ich stehe nun direkt vor der dunkelgrün gestrichenen Eingangstür. Soll ich? Mit einem kurzen Zögern öffne ich sie und betrete ein dämmriges Inneres, das einem Treppenhaus ähnelt. Einen Fahrstuhl gibt es hier nicht, will man nach oben, muß man wie im Müggelturm laufen. Ab dem zweiten Treppenabsatz windet sich eine Schlange von Menschen die Treppen entlang, die wohl für die Ausstellung anstehen. Transportarbeiter drücken sich mit einem schweren Klavier an ihnen vorbei nach unten. Für mich bleibt kein Platz mehr, um mich dazwischen nach oben zu quetschen, deshalb gehe ich wieder. Irgendwie ist das Gelände ziemlich klein, kaum ein paar Grünflächen, doch dann fällt mir auf, daß der Park in einer versteckten Richtung weitergeht. Ich spaziere dort den Hauptweg entlang und stoße ziemlich schnell auf einen S-Bahnhof (Grunewald?). Schade, schon Schluß mit dem Spaziergang, es geht nirgends weiter, weshalb ich die Treppen in den S-Bahntunnel hinuntergehe. Unten gibt es einen Souvenirshop und die Verkäuferin streckt mir gleich, als hätte sie auf mich gewartet, einige Fotos und Bilder entgegen. Ich betrachte sie, laufe dann aber wieder nach oben, da ich ja nirgends hinfahren will. Vielleicht findet man doch noch einen neuen Weg und tatsächlich, neben dem Bahnhof geht es wirklich noch weiter, das hatte ich erst gar nicht gesehen. Hier sieht es nun aus wie in einem Schloßgarten, es gibt auch ein altes Schloß und grüne Rabatten. Vorher geht es aber noch durch ein Stück Stadt mit bunten Straßenmosaiken, die vielleicht zum Vorhof des Schlosses gehören. Etwas versteckt entdecke ich ein gelbes Blütenmeer aus riesigen trichterförmigen Blüten einer Kletterpflanze an einer Mauer. Davor ein Meer von anderen Blumen mit riesigen gelben Blüten. Wow, so viel Gelb und so viele große Blüten! Wunderschön! Ein Tier, daß ich erst für ein Raubtier halte, entpuppt sich als kleines Eselchen oder Pony und läuft mir über den Weg. Je weiter ich durch das Blütenmeer laufe, um so größer werden die Blüten, bis sie schließlich tatsächlich groß wie Regenschirme sind und auch so aussehen. Hey, wenn es jetzt anfinge zu regnen, könnte man sich direkt darunterstellen. Cool! Der Park geht nun in eine Straße über, die an Feldern und Wiesen vorbeiführt. Irgendwie sieht es hier aus, wie am Ende der Stadt, hier scheint eine Grenze zu sein, die nicht überschritten werden kann, jedenfalls führen außer der Straße keine Wege mehr irgendwo hin, weshalb ich auf ihr bleibe. An einem Eckhaus mit Türmchen wird gebaut und ein riesiges Teil mit dem Kran transportiert. Ich muß darunter hindurch und hoffe, daß sie das Teil nicht gerade abladen, wenn ich darunter entlanghusche. Geschafft. Die Straße führt nun auf den Vorhof eines Mehrfamilienhauses, wo irgendwelche Typen Autos einfach längs oder quer umkippen. Was soll das werden? Die Straße scheint hier zu Ende zu sein und ich habe auch keine große Lust, an diesen Typen vorbei zu gehen, weshalb ich kehrt mache, wieder unter dem riesigen Kranbrocken durchhusche und den Rückweg antrete. Neben der Straße führt jetzt ein breites Gleisbett der S-Bahn entlang und große Büsche von himmelblauen Kornblumen wachsen an den Hängen. Vor mir höre ich eine stadtfremde Besucherin zu ihrer Führerin sagen: "Ah, das ist also das Wunder eurer S-Bahn?" Stimmt, denke ich, es gibt nicht überall S-Bahnen. Für Ortsfremde muß das eine tolle Einrichtung sein. Irgendwo sitzend zeichne ich schließlich auf eine Serviette die Umrisse eines Schmetterlings. Mein Kumpel kommt, schaut mir zu und meint, daß der Schmetterling viel zu groß sei. So große gäbe es gar nicht. "Doch!" behaupte ich vollkommen sicher. "Hast du nicht die vielen großen Schmetterlinge gesehen, die hier überall herumfliegen?"
Dieter Bohlen macht eine neue Fernsehsendung, in welcher er in die Wohnungen von Leuten geht und diese umgestaltet. Auffällig ist, daß danach in den Lichtschaltern der Wohnung überall minikleine Handys eingebaut sind. Ich bin als Helfer in der Fernsehsendung tätig und finde mich im höchsten Fenster eines vierstöckigen Mehrfamilienhauses wieder. Zuerst bin ich etwas verwirrt, denn was mache ich hier mit meiner Höhenangst? Als Dieter Bohlen und ein Moderator an einem Seilzug an mir vorbeischwingen, fällt es mir wieder ein. Ich bin dafür zuständig, die Seilzüge zu betätigen und sowohl Dieter Bohlen als auch den Moderator hinaufzuziehen oder herunterzulassen. Der Clou der Sendung ist nämlich, daß die Sendungscrew nicht durch die Tür kommt, sondern über das Fenster in die Wohnung einsteigt. Sogar eine Handwerkertruppe fliegt in einem Bus an einem anderen Seilzug an mir vorbei. Sobald mir die Verantwortung meiner Aufgabe bewußt wird, werde ich sehr angespannt, und versuche, obwohl ich lieber vom Fensterbrett flüchten würde, da mir die Höhe Angst macht, der Tätigkeit mit höchster Konzentration nachzukommen. Vorsichtig probiere ich, ein Gefühl für beide Seile zu bekommen und ziehe sie erst etwas nach oben und lasse dann sachte nach, um beide herunterzulassen. Um mich selbst festzuhalten, muß ich ein Seil jedoch einen Augenblick loslassen. In diesem Augenblick löst sich der Knoten der Seilschlinge um Dieter Bohlen und er stürzt vier Stockwerke in die Tiefe. Entsetzt blicke ich ihm hinterher. "Ich bin schuld am Tod von Dieter Bohlen!" höre ich mich laut ausrufen. Ich habe versagt, man hätte mir diesen Job nicht geben dürfen. Niemand kann sich auf mich verlassen, selbst wenn ich mir Mühe gebe, stelle ich völlig niedergeschlagen fest. Doch jemand von der Crew neben mir am Fenster erhebt sofort mit Bestimmtheit Einspruch: "Nein, du bist nicht schuld. Es war ein Unfall!" Meine Gefühle sind gemischt. Auch wenn sich der Knoten gelöst hat, war der Grund dafür vielleicht trotzdem, daß ich das Seil losgelassen habe. Warum hätte es sonst im selben Moment geschehen sollen?
In meinem Einzel-Bürozimmer liege ich auf einer mit Zimmerpflanzen vollgestellten Fensterbank, die wie ein kleiner Dschungel wirkt, und döse vor mich hin. Ich muß draußen etwas erledigen, verlasse kurz den Raum, räume im Flur eine Zettelablage auf und kehre in mein Büro zurück. Gleich hinter mir geht die Tür nochmals auf und eine mir unbekannte Kollegin sagt, sie müsse etwas nachprüfen. In einer der Akten sei ein Diebstahl festgestellt worden. Diebstahl? Hab ich zuviel Geld gezahlt? Fr. G. kommt nun ebenfalls, ohne überhaupt zu grüßen, setzt sich an den Tisch und blättert in Akten. Suchen sie vielleicht absichtlich irgendwelche Fehler, die sie mir nachweisen können? Wie ich erfahre, geht es um eine Kette mit Lederband und Elfenbeinringen. Ich sage zu der mir fremden Kollegin, daß diese Ketten an jeder Straßenecke verkauft werden. Sie nickt, gibt mir recht und meint, sie verstehe ja auch nicht, was das alles soll. Also doch ein Komplott. Aber irgendetwas erscheint mir seltsam. Was hat eine Kette mit den Akten zu tun? Inzwischen sind immer mehr Leute in das Zimmer geströmt, viele, die ich gar nicht kenne, und auf einmal weiß ich es: Das hier ist alles nur ein Traum und sie die Traumfiguren. Um mich zu vergewissern, wende ich mich an die versammelte Mannschaft und frage: "Ihr seid alle nur ein Traum, stimmts?" Doch die Leute beachten mich gar nicht oder gucken mich nur verständnislos an. Hey, so geht das aber nicht! - denke ich mir - mich einfach zu ignorieren... Ich möchte eine Antwort haben! Etwas lauter und nicht mehr fragend, sondern eher provozierend rufe ich, auch in das Nebenzimmer hinein, wo sich ebenfalls viele versammelt haben: "Ihr seid nur ein Traum! Ihr seid nur ein Traum!" Es werden immer mehr Personen und vor meinen Füßen stolpert nun ein kleines, allerhöchstens dreijähriges Mädchen herum. Auch sie frage ich: "Stimmts, du bist nur ein Traum." Das Mädchen nickt schüchtern. Ha, denke ich triumphierend, kleine Kinder sagen eben die Wahrheit. Doch gleich darauf geht das Kopfnicken in ein Kopfschütteln des Mädchens über. Hm, wahrscheinlich ist sie noch zu klein und weiß gar nicht, ob sie ein Traum ist oder nicht. Doch die Reaktion des Mädchens hat meine Gefühle in Bezug auf die anderen Traumfiguren geändert. Ich bin jetzt nicht mehr ungeduldig und gereizt, weil sie nicht antworten. Eine Woge von Verständnis und Wärme durchflutet mich, denn vielleicht ist ihnen allen ja gar nicht bewußt, daß sie nur Figuren in einem Traum sind, die Armen! Während sie so überaus geschäftig in allen Richtungen an mir vorbeieilen, obwohl sie nicht wirklich sind, betrachte ich sie mitfühlend und lege mal einen Arm um diese und mal einen Arm um jene Person. Doch wenn ich nur träume, könnte ich jetzt eigentlich auch weiterschlafen. Ich gehe also zur Dschungel-Fensterbank, bette mich darauf und schließe die Augen. Doch etwas ist eigenartig. Obwohl es inmitten der Pflanzen dunkel ist und kein Licht meine Augen trifft, ist es, als hätte jemand direkt unter meinem Scheitel innen ein helles Licht angeknipst. So als wäre die oberste Schädeldecke eine Deckenwand, an der eine Leuchte befestigt ist. Das Licht verschwindet leider nicht und da es von innen kommt, weiß ich auch nicht, wie ich es loswerde. Mir ist ein wenig unheimlich zumute, aber vor allem weiß ich nicht, wie ich mit dem Licht schlafen soll, deshalb springe ich wieder auf. In meinem Zimmer sitzt nun nur noch eine einzige Person vor meinem Schreibtisch. Erst erkenne ich sie nicht, doch als ich ihr Gesicht genauer betrachte, ist es eine ehemalige Mitschülerin. "C.?" nenne ich ihren Namen und sie nickt lächelnd. Es scheint beinahe, als sei sie meine neue Chefin. Na sowas...
Ein abgetrennter menschlicher Kopf befindet sich in meinem Müllsack. Ich habe ihn dort hinein getan, bin mir aber nicht sicher, ob ich das wirklich machen kann. Ob man ihn im Müllkombinat findet und die Spur bis zu mir zurückverfolgen kann? Ich mein, ich bin mir zwar keiner Schuld bewußt, da ich mich nicht erinnern kann, irgendjemanden ermordet zu haben, ich weiß auch gar nicht, wie der Kopf in meine Wohnung gekommen ist, aber das glaubt mir schließlich niemand, wenn man ihn in meinem Müll findet. Verzwickt.
Eine Unterrichtsgruppe, die Dieter Bohlen leitet. Wir sitzen dabei alle im Kreis und unsere Abschlußarbeit besteht aus einem gebackenen Stollenhaus mit weißbestäubten Dach, welches wir zu zweit anfertigen. Überraschenderweise hat Dieter Bohlen an mir und meiner Leistung nichts auszusetzen.
Bemerkung: Früher hat Reich-Ranicki in meinen Träumen den Unterricht geleitet. So kann es gehen. Aber der hatte immer was an mir auszusetzen.
Heute ist der letzte Tag einer Praktikumswoche, die ich in einem großen Zentrum voller Arztpraxen, Geschäfte und Cafes absolviere. Bisher war ich als Assisstentin in einer speziellen MRT-Praxis eingesetzt. Was das Spezielle ist, will mir nicht mehr einfallen, vielleicht für ein bestimmtes Körperteil. Als ich früh um 8 Uhr die Tür zur Praxis öffne, finde ich dort eine völlig andere Besatzung vor. Das liegt daran, daß die Räumlichkeiten immer mal wieder getauscht und gewechselt werden. Hier ist nun eine normale MRT-Praxis zugange und auf meine Frage, unter welcher Zimmernummer ich meine zuständige Praxisanleiterin finde, kann man mir keine Antwort geben. Nun ja, ich werde die neue Örtlichkeit auch so finden. Aber zuerst könnte ich gleich meine mir zustehende halbe Stunde Frühstückspause machen und mir somit Zeit lassen. Während ich aus einem Fenster schaue, entdecke ich joggend auf der Straße meinen Sportskollegen vom Sportverein. Hm, wenn er heute joggt, werde ich ihn sicher auch abends beim Turnen treffen. Dabei wird klar, daß Montag ist. Als ich erneut das Zentrum betrete, ist es 9 Uhr. Mist, jetzt habe ich eine volle Stunde verbummelt. Hoffentlich bekomme ich keinen Ärger. Ich werde zwar etwas komisch angeguckt, aber man sagt mir nur, ich solle zum Empfang gehen. Empfang, hm. Wo ist der Empfang? Suchend sehe ich mich um und entdecke hinter einer Theke eine Frau, auf deren dunkelbraunem T-Shirt in großen gelben Buchstaben "Empfang" steht. Ahhh....ich melde mich bei ihr und sie führt mich in meine Aufgabe für heute ein. Ich soll im gleich vor der Theke befindlichen Single-Cafe aushelfen. Mir wird erklärt, wie das Prinzip funktioniert. Eine Vielzahl an unterschiedlich dekorierten Würfelzuckern befindet sich auf jedem Tisch. Manche sind halb in Schokolade getaucht, andere mit buntem Marzipan beklebt usw. Jedes Dekor gleicht einer Art Geheimsprache. Der Schlüssel zu dieser Geheimsprache befindet sich in der Speisekarte. Ein Dekor z.B. bedeutet: "Sprich mich an, ich rede mit dir." Ein anderes wiederum: "Ich wünsch mir deine Telefonnummer." Und ein drittes vielleicht: "Ich würde dich gerne kennenlernen." Nun kann man das passende Würfelzuckerstück an den entsprechenden Tisch bringen und dort ablegen. Auf diese Art ist es möglich, ganze Unterhaltungen zu bestreiten, bis man es wagt, persönlicher zu werden. Während ich gut zuhöre, schnappe ich mir zwei mit grünem Marzipan ummantelte Zuckerstückchen, um davon zu naschen. Eigentlich keine schlechte Idee, so ein Single-Cafe. Wußte gar nicht, daß es so etwas gibt. Die Anleiterin bietet mir nun an, mir eines der Zuckerstückchen zum Naschen zu nehmen. Anscheinend hat sie nicht bemerkt, daß ich bereits zwei in der Hand halte. Auf einmal ist mir mein voreiliges Verhalten peinlich und etwas betreten schaue ich auf die grünen Stückchen in meiner Hand. Auch die Anleiterin entdeckt sie jetzt, sagt zwar nichts, aber schaut pikiert. Schon wieder in ein Fettnäpfchen getreten! Ständig mache ich etwas falsch. Was müssen die nur von mir denken....
In einer Schule müssen sich künftig einen Teil der Zeit die Eltern selbst um die Kinder kümmern, weshalb sich die Eltern entsprechend organisiert haben. Irgendjemand hat mich überredet, ebenfalls mitzumachen und deshalb bin ich nun in irgendeinem Aufenthaltsraum der Schule gelandet. Worauf habe ich mich da nur eingelassen? Dabei habe ich noch nicht einmal Kinder! Na ja, ich mache eine Weile mit, kann sicher nicht schaden, und dann höre ich wieder auf. Zum Engagement gehört auch eine Blutspende. Jemand piekst meine Hand an und sofort beginnt es zu laufen. Ich halte das Röhrchen unter die Hand, aber irgendetwas stimmt nicht. Das Blut sieht seltsam wässrig aus, rosa mit kleinen roten Fetzen, und sprudelt auch wie ein Wasserfall. Augenblicklich ist das Röhrchen übergelaufen und es sprudelt weiter. Du meine Güte, wenn das zu weiterblutet, bin ich bald ausgeblutet. Und was nun? Gesund sieht das Blut sowieso nicht aus. Vielleicht sollte ich besser kein Blut spenden, wenn ich einen Chemococktail intus habe. Ah, jetzt hat es aufgehört zu laufen. Das ging ja nochmal gut.
Langsam füllt sich der Raum mit ehemaligen Mitschülern und Mitschülerinnen, die gleichzeitig die Eltern der Kinder sind. Ich erinnere mich an viele Mitschüler, mit denen ich damals in der Schule geschlafen habe. Allerdings kann ich nur mit Bestimmtheit sagen, wer das gewesen ist, an die Ereignisse selbst erinnere mich überhaupt nicht. Diese sind wie ausgelöscht. Merkwürdig und blöd, wenn man nicht mehr weiß, ob es nun zärtlich, leidenschaftlich, liebevoll oder peinlich gewesen ist. Es ist, als hätte man nicht gelebt, wenn man sich nicht daran erinnert. Wie war es zum Beispiel mit R.? Wie eine Ahnung keimt ein kaum fassbares Gefühl von Wärme und Weichheit auf. Es scheint stimmig.
Bemerkung: Möchte nicht wissen, wie mein Blutbild zur Zeit aussieht.
A. und ich sitzen irgendwo in einer Art Mensa, wo ich sehr leckeren Käsekuchen esse. Es ist klar, daß unser Zusammensein nur freundschaftlich ist. Eine Bekannte von mir steht neben dem Tisch und quasselt ununterbrochen die ganze Zeit über sich. Ich muß lachen und sage zu ihr, daß A. das alles doch gar nicht hören will. Doch dann werde ich unsicher. Stimmt das? Vielleicht will er es ja doch hören, denn wer viel über sich redet, den erkennt man schnell wieder. Dies ist eine grundlegende Gesetzmäßigkeit. Und jemanden schnell wiederzuerkennen ist immer nützlich. Etwas verärgert bin ich, als ich plötzlich erwache, denn ich hatte den vorzüglichen Käsekuchen noch nicht aufgegessen.
Auf einem Spaziergang zu einem See in der Nähe. Es wird klar, daß der See naturschutzmäßig Hilfe benötigt und ich beschließe, mit den Bewohnern meines Nachbarhauses zu reden. Darunter ist bestimmt mindestens einer, der zum See gehen und helfen kann. Vor dem Haus fange ich gleich einen blonden Mann ab und beginne gemächlich und wortreich eine Erklärung. Er hört kurz zu, wird dann aber zappelig und unterbricht mich schließlich mit den Worten: "Ich muß jetzt weg." Ich bin ein wenig verletzt, aber ok, wahrscheinlich muß er wirklich weg und ich habe mir zuviel Zeit gelassen. Während ich überlege, wen ich noch ansprechen kann und auf das Klingelschild schaue, wird mir klar, daß ich sämtliche sieben Bewohner des Nachbarhauses bereits kenne. Es sind ehemalige Klienten von mir. Vermieten sie das Haus nur noch an Hartz IV-Empfänger? Von allein ergibt es sich etwas später, daß mich der blonde Mann in seine Wohnung einläd. Die Unterbrechung war also tatsächlich nicht böse gemeint, sondern nun ist er sehr interessiert. Mir ist klar, daß auch er ein ehemaliger Klient von mir ist, was mich etwas befangen macht, aber ich weiß nicht, ob er mich überhaupt erkennt. Sein Name ist Volker Holger. Schließlich übernachte ich sogar bei ihm, wobei im Schlafzimmer mindestens vier der sieben Bewohner ebenfalls schlafen. Alles ist sehr ärmlich, ungemütlich und ungepflegt, was ich zwar wahrnehme, mir aber nicht viel ausmacht. Während Volker und ich, jeder in einem Bett liegend, uns angeregt unterhalten, sind wir etwas zu laut, was eine Frau aufweckt, welche schimpfend aufsteht und aus dem Zimmer geht. Am nächsten Tag stellt er mir seinen Hundeschlitten vor, gezogen von einem großen, knuffigen Hund mit rot leuchtendem Fell und beginnt geduldig, mich in die Geheimnisse eines Hundeschlittens einzuweihen, indem er mir zeigt, was der Hund alles kann, angefangen von Transport bis zur Menschenrettung. Als Beispiel nimmt er direkt mich, indem er mich auf verschiedene Arten auf den Schlitten schnallt, ziehen oder vom Hund retten läßt. Mal habe ich den Schlitten unter mir und mal das flauschige Hundefell. So geht es über eine unglaublich lange Zeit, im Traum mehrere Tage. Ich bin stark beeindruckt davon, wieviel man mit so einem Hundeschlitten und einem Hund alles anstellen kann. Das hätte ich nie im Leben erwartet. Und auch in Volker Holger steckt ein beeindruckender Schatz an Wissen über Hundeschlittenführung mit ungeheurer Detailvielfalt. Kaum zu glauben, daß so jemand keine Arbeit findet. Aber wahrscheinlich ist Wissen über Hundeschlitten nicht gefragt.
Twitter wurde geschlossen und alle Twitterer stehen nun planlos in einer Massenversammlung auf der Straße herum, da sie nicht wissen, was sie mit sich anfangen sollen. Es ist, als seien sie aus einem Club geworfen worden. Ich bin ebenfalls darunter, allerdings verwundert mich die Einfallslosigkeit der anderen, die einfach nur herumstehen. Man kann ja schließlich auch anders Spaß haben. Zum Beispiel könnte man ein wenig herumhopsen. Sofort beginne ich im Hoppsalauf das Gelände zu umrunden und habe mächtig viel Spaß, während mir die Mehrheit dabei zuguckt, als wäre ich nicht ganz bei Trost. Na dann sollen sie sich eben langweilen, wenn ihnen ohne Twitter nichts einfällt.
Der Traum geht in einen nächtlichen Schneespaziergang über. Ich stapfe durch menschenleere, weiß schimmernde Straßen, in denen der neue Schnee noch nicht geräumt wurde, so daß er mir fast bis an das Knie reicht. Vor Vergnügen beginne ich laut zu singen: "ABC - die Katze lief im Schnee..." Verflixt, wie ging das Lied weiter? Ich erinnere mich nicht. Aus diesem Grund singe ich nun pausenlos die erste Zeile und finde das sehr lustig. Und jedes Mal, wenn ich ein Bein aus dem Schnee ziehe, klebt mir dieser wie ein dicker weißer Stiefel am Hosenbein. Inzwischen zieht der Morgen heran und es wird langsam hell. Doch noch immer habe ich nicht genug und hoffe, daß ich vielleicht einen menschenleeren Sportplatz vorfinde, auf dem ich ein wenig herumtollen kann. Doch bereits aus der Ferne sehe ich eine Läuferin mit nackten Armen und nackten Beinen dem Sportplatz zustreben. Mist. Und überhaupt, ist ihr nicht kalt? Als ich den Sportplatz erreiche, sind bereits alle Abhänge mit Kindern und Schlitten besetzt und es herrscht ein munteres Treiben. Nun ja, das hätte ich mir denken können, daß die Kinder auch lieber im Morgengrauen schon im Schnee spielen.
In der Wohnung von K., die ziemlich spartanisch eingerichtet ist. Als Bett sehe ich nur eine schmale Pritsche. Eigentlich weiß ich gar nicht, wie ich hierher gekommen bin, aber interessant ist es. Er scheint alleine zu wohnen. Und wie ich feststelle, verliert er bei jedem Schritt weiße flauschige Federn, so als wäre er ein Vogel.
Bemerkung: So bin ich doch noch zu einem Schneespaziergang gekommen.
Vor meinem geistigen Traumauge das Bild eines Ringes mit allen Details. Der Ring ist aus rosa und weißer Emaille - weiße stillisierte Blüten auf rosa Grund - und im Mittelpunkt der Blüten mit Straßsteinen besetzt.
Mit A. zusammen auf einer großen Wiese voller bunter Wörter und Dinge. In seinen Armen bin ich glücklich und lache. Er schaut neugierig hierhin und dorthin, fragt nach diesem und jenem auf der Wiese und entfernt sich dabei von mir. Während ich versuche, ihm zu folgen, hat er sich in einen Schmetterling verwandelt und ist bereits so weit voraus, daß ich ihn aus den Augen verliere. Im Nachbarhof, hinter dem Zaun, entdecke ich einige Falter. Vielleicht ist er ja darunter, eventuell dieser türkis-schwarz gepunktete? Nur leider bin ich kein Schmetterling und kann auch nicht fliegen, deshalb warte ich hinter dem Zaun, daß er zu mir herüberflattert. Die Falter kommen tatsächlich und verwandeln sich im Flug in Vögel. Sobald sie auf dem Erdboden gelandet sind, werden sie zu riesigen dunklen Watschelvögeln mit unglaublich fetten Hintern, die mir die Sicht und den Weg versperren. Es wird klar, daß ich A. verloren habe. Der Verlust scheint unwiederbringlich und ich erwache. Republikflucht paßt natürlich gut zu einem Schmetterling.
~Warum willst du mit ihm hadern, weil er auf Menschenworte nicht Antwort gibt? Denn auf eine Weise redet Gott und auf eine zweite; nur beachtet man's nicht. Im Traum, im Nachtgesicht, wenn der Schlaf auf die Menschen fällt, wenn sie schlafen auf dem Bett, da öffnet er das Ohr der Menschen...~
(Hiob 33,13-16)
~Ich träumte, ich sei ein Schmetterling, hin und her flatternd, mit allen Absichten uns Zielen eines Schmetterlings. Plötzlich erwachte ich, und lag da wieder ich selbst. Nun weiß ich nicht, war ich ein Mensch, der träumte, er sei ein Schmetterling, oder bin ich ein Schmetterling, der jetzt träumt, er sei ein Mensch?~
(Tschuangtse, chinesischer Philosoph)
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Zuletzt aktualisiert: 21. Jan, 14:01