Entstellter Vater (April)
Mit meiner Mutter im Krankenhaus, wo wir Vater besuchen wollen, allerdings nur kurz, da wir danach gleich weiter zur Hausverwaltung wegen einer Wohnung für mich müssen. Ich bleibe in einem Besuchszimmer sitzen und begrüße dort einige Leute. Mein Vater kommt mit meiner Mutter im Rollstuhl hereingefahren. Er ist kaum noch als die Person zu erkennen, die er war, denn er hat kein einziges Haar mehr auf dem Kopf, sein Gesicht ist völlig vernarbt, das rechte Auge fehlt unter den Narben, das linke schaut sehr klein, aber lebhaft goldgrün glänzend umher. Auch der rechte Arm fehlt, so daß ich bei der Begrüßung die linke Hand nehme. Er muß wohl mein erschrecktes Gesicht gesehen haben, denn er sagt sehr klar und deutlich: "Mir geht es gut, Susanne!" Etwas, was ich kaum glauben kann, doch wenn man ihn beobachtet, wirkt es tatsächlich so. Zumindest mit dem einen Auge sieht er alles, er kann deutlich sprechen und scheint recht guter Dinge zu sein. Er beugt jetzt sein Gesicht nach unten und starrt ohne Unterbrechung auf eine Stelle unter den Tisch. Eine Krankenschwester bemerkt das und fragt: "Was sieht er denn da?" Genaueres Nachschauen klärt die Sache. Unter dem Tisch liegt eine eingewickelte Praline, die er entdeckt hat. Die Schwester sagt lachend: "Er darf sich gerne langmachen und die essen." Ich habe das Gefühl, daß er irgendwie verändert ist, nicht nur im Äußeren, sondern auch im Inneren und letztere mag sogar positiv sein.
Träume von Krankheit und Heilung - Montag, 29. Dezember 2008, 10:37









