Die Reise an die Ostsee und die Erziehungszwickmühle
Im Zug entdecke ich meine Tante an einem Fensterplatz und lasse mich auf den Sitz neben ihr fallen. Sie sagt irgendetwas, als wäre ihr das nicht so recht, ich antworte jedoch sofort: "Keine Angst, ich quatsche dich nicht voll." Sie lacht, beginnt aber dann ihrerseits mich vollzuquatschen und hört gar nicht mehr auf. Wir reden über das tolle Wetter - blauer Himmel und Sonnenschein begleiten uns durch das Zugfenster -, da sehe ich weiter vorne im Waggon eine blonde Frau mit Zopf, die eifrig schreibt. Sie gehört ebenfalls zu unserer Reisegruppe, denn wir verreisen nicht zur Erholung, sondern mit einem Fernsehteam, daß irgendeinen Contest aufzeichnen will. Diese junge Frau ist diejenige, die sich das Skript ausdenken soll, was sie jetzt im Zug anscheinend eifrig macht. Kurzzeitig scheint es mir, als hätte sie Tränen in den Augen, weint sie etwa? Seltsamerweise habe ich jetzt auch Tränen in den Augen, obwohl ich nicht weiß weshalb. Sie sieht es und vielleicht ist ihr ja das ein Trost, daß es mir wie ihr geht. Etwas später liegt sie allerdings vor Lachen auf dem Boden. Aha, dann hatte sie also Lachtränen in den Augen, na umso besser...
Am Bestimmungsort angekommen wird ein Schreibmaschinentippwettbewerb eingerichtet. Unter anderem soll dabei eine uralte Frau mitmachen, was wohl die besondere Attraktion ist. Sie trägt ein geblümtes Kleid mit weißem Kragen und baut auf ihrem Tisch um die Schreibmaschine Fotos und allen möglichen Nippes auf. Ich bewundere es ja, daß sie in diesem Alter noch an einem Wettbewerb teilnimmt, habe aber ein bißchen den Eindruck, daß sie gar nicht weiß, wo sie sich befindet, weil sie jetzt erst anfängt, die Fotos liebevoll mit ihrem Taschentuch zu polieren, während die anderen schon tippen. Dann nimmt sie einen Bleistift und tippt damit im Ein-Finger-System auf den Tasten herum. So wird das aber nichts, denke ich bei mir. Mit dabei sind jetzt auch meine Schulfreundin A., der ich große Chancen einräume, da sie Schreibkraft gelernt hat, und meine Kollegin Fr. K., welche aber nicht mitschreibt, sondern neben mir an einem Tisch sitzt. Mir fällt auf, daß ihre sonst feuerroten Haare ziemlich bleich, fast blond aussehen. Das ist mir vorher bereits an einer blonden Frau aufgefallen, die vorher auch sattere Haare hatte. Deshalb sage ich zu ihr, daß bei dieser Reise wohl nichts wie früher zu sein scheint und sie gibt mir recht. Es ist tatsächlich nichts wie früher, insbesondere die Haarfarben. Sie verabschiedet sich jetzt und mir gegenüber steht ein kleiner Junge, welcher dreckige weiße Socken in der Hand hält. Er will mir die Socken überhelfen, damit ich sie für ihn wegbringe und versucht es erst, indem er behauptet, es wären meine. Ich schüttel den Kopf und sage, daß ich meine Socken gerade schon weggebracht hätte, es also nicht meine sein können. Doch das interessiert ihn gar nicht, ich soll einfach nur machen, was er will, weshalb er auf rotzfreche Art immer weiter versucht, mich dazu zu bringen. Anfangs kontere ich noch ziemlich ruhig und überlegt, doch langsam komme ich durch seine unverständige und quengelige Art in Rage bis ich ihn schließlich anherrsche: "Bist du ein bißchen dumm, oder was?" Im gleichen Moment tut es mir schon wieder leid, das gesagt zu haben, denn eigentlich ist das etwas, was ich zu Kindern nicht sagen möchte und ich schäme mich fast dafür. Andererseits ist mir auch klar, daß ich meine Unsicherheit den Kleinen nicht spüren lassen darf, sondern konsequent bleiben muß. Neben uns sitzen seine Eltern und ich schaue zu ihnen hinüber, weil ich mich frage, was sie wohl zu meinem Ausrutscher sagen. Die Frau erinnert an meine verstorbene Mitschülerin und beide scheinen etwas gelangweilt, liegen mit den Köpfen auf den Tischen, geben mir aber zu verstehen, daß sie voll hinter mir stehen. Ich solle ihm ja nur gut Paroli geben, der Kleine sei ständig unausstehlich. Ich erkläre ihnen - wobei ich sofort meine Stimme senke, damit der Junge es nicht hört -, daß ich ja eigentlich nicht so bin, sondern eher gutmütig. Es ist eine Art Hilferuf, in der Hoffnung, daß die Eltern dann miteingreifen, da ich fürchte, nicht mit dem Jungen fertigzuwerden. Die denken aber gar nicht daran, sondern nicken nur. Oh je...
Bemerkung: Meine Tante reist heute oder morgen tatsächlich mit ihrem Enkel an die Ostsee. Ich hoffen nur für sie, daß der kleine Junge aus dem Traum nicht ihren Enkel darstellt.
Am Bestimmungsort angekommen wird ein Schreibmaschinentippwettbewerb eingerichtet. Unter anderem soll dabei eine uralte Frau mitmachen, was wohl die besondere Attraktion ist. Sie trägt ein geblümtes Kleid mit weißem Kragen und baut auf ihrem Tisch um die Schreibmaschine Fotos und allen möglichen Nippes auf. Ich bewundere es ja, daß sie in diesem Alter noch an einem Wettbewerb teilnimmt, habe aber ein bißchen den Eindruck, daß sie gar nicht weiß, wo sie sich befindet, weil sie jetzt erst anfängt, die Fotos liebevoll mit ihrem Taschentuch zu polieren, während die anderen schon tippen. Dann nimmt sie einen Bleistift und tippt damit im Ein-Finger-System auf den Tasten herum. So wird das aber nichts, denke ich bei mir. Mit dabei sind jetzt auch meine Schulfreundin A., der ich große Chancen einräume, da sie Schreibkraft gelernt hat, und meine Kollegin Fr. K., welche aber nicht mitschreibt, sondern neben mir an einem Tisch sitzt. Mir fällt auf, daß ihre sonst feuerroten Haare ziemlich bleich, fast blond aussehen. Das ist mir vorher bereits an einer blonden Frau aufgefallen, die vorher auch sattere Haare hatte. Deshalb sage ich zu ihr, daß bei dieser Reise wohl nichts wie früher zu sein scheint und sie gibt mir recht. Es ist tatsächlich nichts wie früher, insbesondere die Haarfarben. Sie verabschiedet sich jetzt und mir gegenüber steht ein kleiner Junge, welcher dreckige weiße Socken in der Hand hält. Er will mir die Socken überhelfen, damit ich sie für ihn wegbringe und versucht es erst, indem er behauptet, es wären meine. Ich schüttel den Kopf und sage, daß ich meine Socken gerade schon weggebracht hätte, es also nicht meine sein können. Doch das interessiert ihn gar nicht, ich soll einfach nur machen, was er will, weshalb er auf rotzfreche Art immer weiter versucht, mich dazu zu bringen. Anfangs kontere ich noch ziemlich ruhig und überlegt, doch langsam komme ich durch seine unverständige und quengelige Art in Rage bis ich ihn schließlich anherrsche: "Bist du ein bißchen dumm, oder was?" Im gleichen Moment tut es mir schon wieder leid, das gesagt zu haben, denn eigentlich ist das etwas, was ich zu Kindern nicht sagen möchte und ich schäme mich fast dafür. Andererseits ist mir auch klar, daß ich meine Unsicherheit den Kleinen nicht spüren lassen darf, sondern konsequent bleiben muß. Neben uns sitzen seine Eltern und ich schaue zu ihnen hinüber, weil ich mich frage, was sie wohl zu meinem Ausrutscher sagen. Die Frau erinnert an meine verstorbene Mitschülerin und beide scheinen etwas gelangweilt, liegen mit den Köpfen auf den Tischen, geben mir aber zu verstehen, daß sie voll hinter mir stehen. Ich solle ihm ja nur gut Paroli geben, der Kleine sei ständig unausstehlich. Ich erkläre ihnen - wobei ich sofort meine Stimme senke, damit der Junge es nicht hört -, daß ich ja eigentlich nicht so bin, sondern eher gutmütig. Es ist eine Art Hilferuf, in der Hoffnung, daß die Eltern dann miteingreifen, da ich fürchte, nicht mit dem Jungen fertigzuwerden. Die denken aber gar nicht daran, sondern nicken nur. Oh je...
Bemerkung: Meine Tante reist heute oder morgen tatsächlich mit ihrem Enkel an die Ostsee. Ich hoffen nur für sie, daß der kleine Junge aus dem Traum nicht ihren Enkel darstellt.
Träume von Urlaub und Reisen - Sonntag, 1. Juni 2008, 10:39









