Das Traumspiel - Verschlungene Pfade mit Anknüpfungspunkten
In einer dunkel stürmischen und verregneten Nacht erwache ich. Ein Blick auf den Wecker zeigt mir, daß es erst Punkt fünf Uhr ist. Dies gibt mir ein Gefühl, als hätte ich noch die halbe Nacht vor mir und jede Menge Zeit, da ich erst um acht Uhr oder noch später aufstehen muß. Im Moment habe ich keine Lust, sofort wieder zu schlafen, sondern würde lieber lesen oder am Computer sitzen. Ich rechne mir aus, daß die Zeit trotzdem ausreichen müßte, um nochmals zwei Stunden vor dem Aufstehen zu schlafen. Und müde bin ich sowieso überhaupt nicht. Es gibt mir ein befriedigendes Gefühl, so viel Zeit zu meiner freien Verfügung und Einteilung zu haben. Ich bleibe bei einem nagelneuen Computerspiel hängen, welches es in zwei Varianten gibt. Die zweite Variante nennt sich "Traum", was sofort meine Aufmerksamkeit auf sich zieht. Das Spiel wird mit memoryartigen, quadratischen Karten gespielt, die am Computer virtuell dargestellt sind. Auf ihnen befinden sich symbolartige, Gebilde, welche aus einer durchgehenden Linie gezeichnet sind, die ganz verschiedenartige verschlungene Formen annimmt. Mal mit mehr, mal mit weniger Kringeln, und mal endet die Linie mitten in der Karte, während sie bei anderen Karten durchgehend ist. Aufgabe ist es anscheinend, die richtigen Anknüpfungspunkte zwischen den Karten zu finden. Irgendetwas im Zimmer lenkt mich ab und ich stehe auf, um mich umzusehen. Plötzlich habe ich das starke Gefühl, beobachtet zu werden. Vor einem wandhohen Fenster hängt zwar ein indigoblauer Vorhang, der etwas vom Wind bewegt wird, und trotzdem werde ich den Eindruck nicht los, daß dahinter jemand steht, den ich nicht sehen kann, aber er mich. Während ich mich mehr in eine Ecke drücke, in der ich meine, nicht erkennbar zu sein, beobachte ich weiter den blauen Vorhang, versuche ihn regelrecht mit meinen Blicken zu durchdringen. Sollte dies vielleicht ein Vorhang sein, der von der einen Seite undurchsichtig wirkt, aber von der anderen transparent ist? Durch mein fortwährendes Starren auf den Vorhang entsteht jetzt tatsächlich ein Bild vor meinen Augen, nämlich das eines kleinen und völlig weißen Männchens, eine Art schnoddrig-lustiges Strichmännchen. Irgendwas stimmt aber mit der Perspektive nicht, denn wenn es direkt hinter dem Fenster ist, müßte es mit dem Boden abschließen und größer sein. Deshalb bin ich mir nicht mehr sicher, ob ich das Männchen tatsächlich sehe, oder ob es nicht vielmehr eine Art inneres Bild, bzw. eine Ahnung ist, in welcher ich das Männchen auf dem Weg zu mir sehe, also noch in einiger Entfernung. Das Bild ändert sich nun, das Männchen wird größer und trägt jetzt einen ebenso weißen Regenschirm über dem Kopf. Der Größe nach zu urteilen ist es also meinem Fenster näher gekommen. Vielleicht steht es jetzt wirklich schon genau hinter dem indigofarbenen Vorhang?
Bemerkung: Ich habe den Eindruck, daß im Traum viele verschiedene Gedanken, die mich zur Zeit beschäftigen, zusammengekommen sind. Da ist zum einen das herrliche Gefühl, Zeit und Muße zu haben (obwohl die relative Zeitspanne nicht wirklich groß war), was ich im Moment sehr vermisse, gleichzeitig das Gefühl, ausgeschlafen und munter zu sein, das ich ebenfalls vermisse, denn gerade bin ich in einer Phase, in der ich nicht mehr weiß, was ich zuerst machen soll und mich ständig müde fühle, egal wie viel oder wenig ich schlafe. Dann ist da das Traumspiel, welches mich daran erinnert, daß ich, seit ich in dieser Phase bin, kaum noch erinnerbar träume. Das Spiel selbst ähnelt im übrigen einem westlichen Gesellschaftsspiel, welches ich in meiner Kindheit zwei oder drei Mal mit meinen Eltern spielte. Es hatte quadratische Kärtchen mit Linien darauf, die man passend zu den Anknüpfungspunkten der Linien aneinander reihte. Allerdings waren die Linien nicht verknäult und verkringelt. Gleichzeitig denke ich zur Zeit oft über irgendeine Macht nach, welche meine Gedanken liest, zumindest kommt es mir so vor - das ist das Gefühl beobachtet zu werden, ohne zu wissen von wem. Und das Strichmännchen selbst erinnert mich an das Regenmännlein aus dem Kinderbuch "Das Haus unter den Kastanien", auch dadurch wie es erst winzig immer größer wird. Vielleicht wollte es mich ja in das Traumland bringen.
Quadrate in der Matrix
Bemerkung: Ich habe den Eindruck, daß im Traum viele verschiedene Gedanken, die mich zur Zeit beschäftigen, zusammengekommen sind. Da ist zum einen das herrliche Gefühl, Zeit und Muße zu haben (obwohl die relative Zeitspanne nicht wirklich groß war), was ich im Moment sehr vermisse, gleichzeitig das Gefühl, ausgeschlafen und munter zu sein, das ich ebenfalls vermisse, denn gerade bin ich in einer Phase, in der ich nicht mehr weiß, was ich zuerst machen soll und mich ständig müde fühle, egal wie viel oder wenig ich schlafe. Dann ist da das Traumspiel, welches mich daran erinnert, daß ich, seit ich in dieser Phase bin, kaum noch erinnerbar träume. Das Spiel selbst ähnelt im übrigen einem westlichen Gesellschaftsspiel, welches ich in meiner Kindheit zwei oder drei Mal mit meinen Eltern spielte. Es hatte quadratische Kärtchen mit Linien darauf, die man passend zu den Anknüpfungspunkten der Linien aneinander reihte. Allerdings waren die Linien nicht verknäult und verkringelt. Gleichzeitig denke ich zur Zeit oft über irgendeine Macht nach, welche meine Gedanken liest, zumindest kommt es mir so vor - das ist das Gefühl beobachtet zu werden, ohne zu wissen von wem. Und das Strichmännchen selbst erinnert mich an das Regenmännlein aus dem Kinderbuch "Das Haus unter den Kastanien", auch dadurch wie es erst winzig immer größer wird. Vielleicht wollte es mich ja in das Traumland bringen.
Quadrate in der Matrix
Aufwachträume - Freitag, 18. April 2008, 16:03









