Tarnfarbe
Ein Versteck oder Unterschlupf hoch oben über den Dächern der Stadt. Über mir und meinem Bruder (?) ist nur ein spitzer Dachgiebel, der auf zwei Wänden ruht. Die anderen beiden Längswände fehlen. Platz ist nur sehr wenig, etwa ein Meter Breite und so viel Länge, daß man sich an die Wand lehnen und die Beine ausstrecken kann. Ich getraue mich kaum zu bewegen, weil es von beiden Seiten tief hinunter geht, wage auch nicht zu schlafen, weil ich Angst habe, dabei die Kontrolle zu verlieren und hinunterzustürzen. So kann das nicht weitergehen! Ich sage zu meinem "Mitbewohner", daß wir uns einen anderen Unterschlupf suchen sollten, da dieser zu gefährlich ist und man ja nicht einmal kurz eindösen dürfe. Und ein bißchen schlafen müsse man doch mal. Der "Mitbewohner" stimmt zu. Mein Blick schweift noch einmal von oben über die Dächer. Von hier kann man sehr gut Vögel beobachten. Sie segeln zwischen den Häusergiebel und lassen sich da und dort nieder. Ganz in der Nähe läßt sich auf einem Dach ein Vogel nieder, der mir vollkommen unbekannt ist. Er ist von der Grundfarbe schneeweiß, hat aber auf dem Kopf, den Hals hinunter und an der Brust blutrotes Gefieder. Dann bemerkt mich der Vogel auf einmal, doch statt wegzufliegen verfärben sich die blutroten Stellen sekundenschnell in Rostbraun. Das muß eine Tarnfarbe sein, denke ich. Erstaunlich wie schnell er seine Farbe wechseln kann. Sowas habe ich bei Vögeln noch nie gesehen.
Tierträume - Freitag, 25. Januar 2008, 20:18









