Barfuß in schneestiller Nacht (roter Aventurin)
Im großen alten Pfarrhaus meiner Kindheit. Es ist die finsterste der dunklen Nächte. Leise schleiche ich barfuß und nur mit einem dünnen Pyjama bekleidet aus der Wohnungstür, die Treppe im Hausflur hinunter und öffne langsam die schwere, riesige Haustür.
Es hat plötzlich geschneit und alles außerhalb des Hauses ist mit einer dicken weißen Schneeschicht bedeckt. Der Anblick ist atemberaubend und überraschend. Obwohl es eine lichtlose Nacht ist, weder Mond noch Sterne stehen am Himmel, geht von dem Schnee ein zarter Lichtschein aus, der die Dunkelheit erleuchtet. Auffällig ist auch die große Stille. Weder aus dem Haus noch außerhalb des Hauses dringt das kleinste Geräusch zu mir. Es muss die tiefste Zeit der Nacht sein, die Zeit, in der jedermann und alles fest schläft. Nur ich bin wach und lausche in die Stille hinein. Doch ich fürchte diese nicht, ebensowenig wie die Dunkelheit. Im Gegenteil. Es ist wunderschön. Das schneebedeckte Land vor der Haustür zieht mich magisch zu sich hinaus. Obwohl ich nichts an den Füßen habe, mache ich einen vorsichtigen kleinen Sprung in den Schnee hinaus. Es fühlt sich herrlich an. Nicht kalt und nicht nass, sondern einfach nur watteweich und erfrischend. Es ist ein bißchen wie auf Wolken zu gehen. Ich überlege, was ich mit dieser zauberhaften Nacht anfangen kann. Sie zu verschlafen wäre viel zu schade. Mir kommt die Idee, hinunter zum Fluss zu laufen, der rechterhand des Hauses liegt, und dort die Schönheit und die Stille um mich herum zu genießen. Sorgen, dass mich jemand nur mit dem Pyjama draußen herumlaufen sieht, muss ich mir wohl keine machen, denn ich bin ganz alleine. Kurzzeitig kommt mir die Gefahr des Erfrierens in das Bewußtsein, doch sie erscheint mir völlig unmöglich. Ich spüre keine Kälte noch sonst irgendetwas feindliches. Auf einmal höre ich jedoch von weit her ein Geräusch, als würde da jemand auf der Straße unterwegs sein und auf das Haus zukommen. Da ich fürchte, dieser jemand könnte, wenn er mich halbnackt draußen sieht, meine Eltern wecken und es ihnen erzählen, verstecke ich mich schnell im Hausflur. Jetzt erinnere ich mich auch, oben die Wohnungstür offen gelassen zu haben. Es kann jeder hinein und wenn mein Vater das bemerkt, würde er sehr böse werden. Ich bin hin und her gerissen zwischen dem Gedanken, hinaufzugehen und die Tür zu schließen, damit niemand etwas merkt und meine Eltern sicher vor ungebetenen Besuchern sind, und dem Wunsch hier unten zu bleiben. Ich weiß nicht, wie lange dieser Moment, diese Stille anhält und wenn ich nach oben gehe, ist es vielleicht vorbei. Während ich so in der Schwärze des Hausflurs stehe, der auch vom Schnee nicht erhellt wird, und meine Gedanken rasen, fällt die schwere Haustür unendlich langsam zurück in das Schloß. Noch immer steht sie einen Spalt offen und ich befürchte, dass dies die Neugier des Vorbeikommenden wecken könnte und er mich hier findet. Als würde dies helfen nicht entdeckt zu werden, schließe ich meine Augen, öffne sie aber gleich wieder, sobald mir die Sinnlosigkeit meines Tuns bewußt wird. Nun höre ich auch von oben aus der Wohnung Geräusche. Es scheint so, als sei mein Vater aufgewacht. Wahrscheinlich hat er die offene Wohnungstür schon längst entdeckt. Ich überlege, wie ich mich herausreden könnte. Wenn ich die Wahrheit sage und ihm berichte, dass ich nach Indien gehen wollte, wird er erst recht sauer sein, weil ich die Tür hinter mir offen gelassen habe. Deshalb ist es vielleicht besser, wenn ich sage, dass es in der Nacht geschneit hat und ich nur ganz kurz unten war, um gleich wieder zurückzukommen.
Ein leiser Zauber schwebt noch im Raume, als ich ebenfalls in tiefer Nacht erwache.
Ich habe den Eindruck, dass dies ein Traum ist, der sich um eine Entscheidungsfrage bezüglich meines Bewußtseins dreht, mit der ich mich seit ca. zwei Jahren beschäftige. Ein deutlicher Hinweis scheint mir die Stelle zu sein, wo ich die Augen in der Dunkelheit schließe, sie aber dann wieder öffne. Überhaupt könnte der gesamte Traum fast so etwas wie ein Sinnbild meines jetzigen Standortes zu sein, nämlich nicht drinnen, nicht draußen, irgendwo in der Mitte, vor dem entscheidenden Schritt und mit einer Hintertür, die ich mir offen halte. Er stellt dabei so etwas wie die einzelnen Bewußtseinsstufen dar. Ich könnte zurück gehen und ebenso wie die anderen weiterschlafen im Unbewußten (Nacht), dass ich jedoch wach bin, zeigt, dass ich mich schon etwas weiter vorgewagt habe, jetzt ist aber die Frage, ob ich ganz hinausgehe. Die Anwesenheit von anderen dort draußen scheint mich zu erschrecken, oder besser, ich habe das Gefühl, etwas Verbotenes zu tun und wieder zurückgeschickt zu werden. Der Austritt aus der Haustür als Austritt aus dem Körper - Haus=die eigene Person, Schnee=Klarheit(Bewußtsein)? Wichtig finde ich auch, dass der Traum fast kurz nach dem Einschlafen stattfand, denn als ich einschlief war es 2 Uhr und als ich erwachte, war es noch immer tiefdunkel, muss also vor 4 Uhr gewesen sein. Ich habe festgestellt, dass solche Träume (wenn man sich an sie erinnert) die "klarsten" sind, in dem Sinne, dass sie am wenigsten durch äußere Einflüsse "verunreinigt" sind, welche zunehmen, je weniger tief man schläft, was ja bekanntlich gegen Morgen hin zunimmt. Im Nachhinein finde ich es schade, dass ich mich im Hausflur versteckt habe. Wer weiß, wen ich da draußen getroffen hätte. *gg*
Es hat plötzlich geschneit und alles außerhalb des Hauses ist mit einer dicken weißen Schneeschicht bedeckt. Der Anblick ist atemberaubend und überraschend. Obwohl es eine lichtlose Nacht ist, weder Mond noch Sterne stehen am Himmel, geht von dem Schnee ein zarter Lichtschein aus, der die Dunkelheit erleuchtet. Auffällig ist auch die große Stille. Weder aus dem Haus noch außerhalb des Hauses dringt das kleinste Geräusch zu mir. Es muss die tiefste Zeit der Nacht sein, die Zeit, in der jedermann und alles fest schläft. Nur ich bin wach und lausche in die Stille hinein. Doch ich fürchte diese nicht, ebensowenig wie die Dunkelheit. Im Gegenteil. Es ist wunderschön. Das schneebedeckte Land vor der Haustür zieht mich magisch zu sich hinaus. Obwohl ich nichts an den Füßen habe, mache ich einen vorsichtigen kleinen Sprung in den Schnee hinaus. Es fühlt sich herrlich an. Nicht kalt und nicht nass, sondern einfach nur watteweich und erfrischend. Es ist ein bißchen wie auf Wolken zu gehen. Ich überlege, was ich mit dieser zauberhaften Nacht anfangen kann. Sie zu verschlafen wäre viel zu schade. Mir kommt die Idee, hinunter zum Fluss zu laufen, der rechterhand des Hauses liegt, und dort die Schönheit und die Stille um mich herum zu genießen. Sorgen, dass mich jemand nur mit dem Pyjama draußen herumlaufen sieht, muss ich mir wohl keine machen, denn ich bin ganz alleine. Kurzzeitig kommt mir die Gefahr des Erfrierens in das Bewußtsein, doch sie erscheint mir völlig unmöglich. Ich spüre keine Kälte noch sonst irgendetwas feindliches. Auf einmal höre ich jedoch von weit her ein Geräusch, als würde da jemand auf der Straße unterwegs sein und auf das Haus zukommen. Da ich fürchte, dieser jemand könnte, wenn er mich halbnackt draußen sieht, meine Eltern wecken und es ihnen erzählen, verstecke ich mich schnell im Hausflur. Jetzt erinnere ich mich auch, oben die Wohnungstür offen gelassen zu haben. Es kann jeder hinein und wenn mein Vater das bemerkt, würde er sehr böse werden. Ich bin hin und her gerissen zwischen dem Gedanken, hinaufzugehen und die Tür zu schließen, damit niemand etwas merkt und meine Eltern sicher vor ungebetenen Besuchern sind, und dem Wunsch hier unten zu bleiben. Ich weiß nicht, wie lange dieser Moment, diese Stille anhält und wenn ich nach oben gehe, ist es vielleicht vorbei. Während ich so in der Schwärze des Hausflurs stehe, der auch vom Schnee nicht erhellt wird, und meine Gedanken rasen, fällt die schwere Haustür unendlich langsam zurück in das Schloß. Noch immer steht sie einen Spalt offen und ich befürchte, dass dies die Neugier des Vorbeikommenden wecken könnte und er mich hier findet. Als würde dies helfen nicht entdeckt zu werden, schließe ich meine Augen, öffne sie aber gleich wieder, sobald mir die Sinnlosigkeit meines Tuns bewußt wird. Nun höre ich auch von oben aus der Wohnung Geräusche. Es scheint so, als sei mein Vater aufgewacht. Wahrscheinlich hat er die offene Wohnungstür schon längst entdeckt. Ich überlege, wie ich mich herausreden könnte. Wenn ich die Wahrheit sage und ihm berichte, dass ich nach Indien gehen wollte, wird er erst recht sauer sein, weil ich die Tür hinter mir offen gelassen habe. Deshalb ist es vielleicht besser, wenn ich sage, dass es in der Nacht geschneit hat und ich nur ganz kurz unten war, um gleich wieder zurückzukommen.
Ein leiser Zauber schwebt noch im Raume, als ich ebenfalls in tiefer Nacht erwache.
Ich habe den Eindruck, dass dies ein Traum ist, der sich um eine Entscheidungsfrage bezüglich meines Bewußtseins dreht, mit der ich mich seit ca. zwei Jahren beschäftige. Ein deutlicher Hinweis scheint mir die Stelle zu sein, wo ich die Augen in der Dunkelheit schließe, sie aber dann wieder öffne. Überhaupt könnte der gesamte Traum fast so etwas wie ein Sinnbild meines jetzigen Standortes zu sein, nämlich nicht drinnen, nicht draußen, irgendwo in der Mitte, vor dem entscheidenden Schritt und mit einer Hintertür, die ich mir offen halte. Er stellt dabei so etwas wie die einzelnen Bewußtseinsstufen dar. Ich könnte zurück gehen und ebenso wie die anderen weiterschlafen im Unbewußten (Nacht), dass ich jedoch wach bin, zeigt, dass ich mich schon etwas weiter vorgewagt habe, jetzt ist aber die Frage, ob ich ganz hinausgehe. Die Anwesenheit von anderen dort draußen scheint mich zu erschrecken, oder besser, ich habe das Gefühl, etwas Verbotenes zu tun und wieder zurückgeschickt zu werden. Der Austritt aus der Haustür als Austritt aus dem Körper - Haus=die eigene Person, Schnee=Klarheit(Bewußtsein)? Wichtig finde ich auch, dass der Traum fast kurz nach dem Einschlafen stattfand, denn als ich einschlief war es 2 Uhr und als ich erwachte, war es noch immer tiefdunkel, muss also vor 4 Uhr gewesen sein. Ich habe festgestellt, dass solche Träume (wenn man sich an sie erinnert) die "klarsten" sind, in dem Sinne, dass sie am wenigsten durch äußere Einflüsse "verunreinigt" sind, welche zunehmen, je weniger tief man schläft, was ja bekanntlich gegen Morgen hin zunimmt. Im Nachhinein finde ich es schade, dass ich mich im Hausflur versteckt habe. Wer weiß, wen ich da draußen getroffen hätte. *gg*
Alle anderen Träume - Freitag, 30. März 2007, 16:44









